ANNALEN DES K. K. NATURHISTORISCHEN HOFMUSEUMS. REDIGIERT VON D'- FRANZ STEINDACHNER. XXVII. BAND — 1913. (MIT 24 TAFELN, 89 ABBILDUNGEN IM TEXTE UND EINER KARTE.) WIEN, 1913. ALFRED HOLDER K. UND K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHHÄNDLER BUCHHÄNDLER DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN, Druck von ADOLF HOLZHAUSEN in Wien, K. UND K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHDRUCKER. INHALT. Seite Zur Tektitfrage. Von H. Michel. (Mit Taf. I) i Botanische Bestimmung nordwestamerikanischer Holzskulpturen des Wiener naturhisto- rischen Hofmuseums. Von Dr. AlfredBurgerstein i3 Crustaceen. II. und III. Teil. Von Dr. Otto Pesta. (Mit 15 Abbildungen und i Karte im Texte) 18 Botanische Bestimmung sibirischer Holzskulpturen des Wiener naturhistorischen Hof- museums. II. Teil. Von Dr. Alfred Burgerstein 36 Ptei-idophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan sowie Syrien und Prin- kipo. Gesammelt und bearbeitet von Dr. Heinrich Freih. v. Handel-Mazzetti. II. (Mit 3 Abbildungen im Texte und Taf. II— IV) 41 Zur Kenntnis der Pyroxene der Meteoriten. Von H. Michel. (Mit Taf. V) 93 Solifugae. Von A. Penther 107 Neue südamerikanische Orchideen. Von Prof. Dr. Fr. Kränzlin 109 Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach, seine Urausscheidungen, Einschlüsse und Mandelbildungen. Von H. Michel. (Mit Taf. VI) ii3 Ein neuer C/rÄ/Mm - Bastard. (Aus dem nachgelassenen Herbare Mich. Ferd. Müllners.) Von Hans Fleischmann. (Mit Taf. VII— VIII) 149 Neue Amaryllidaceen des Hofmuseums. Von Prof. Dr. Fr. Kränzlin 152 Über brasilianischen Braunit nebst Bemerkungen über die Buchstabenbezeichnung beim Braunit. Von R. Koechlin. (Mit 4 Figuren und Taf. IX) 159 Schildkröten aus Syrien und Mesopotamien. Von Kustos F. Siebenrock. (Mit 28 Ab- bildungen im Texte und Taf. X — XII) 171 Coleopteren aus Zentralafrika. I. Cetonini. Bearbeitet von J. Moser 226 Coleopteren aus Zentralafrika. II. Staphyhnidae. Bearbeitet von Dr. Max Bernhauer 23o Mantodeen aus Zentralafrika. Bearbeitet von F. Werner 234 Beitrag zur Kenntnis amerikanischer Skorpione. Von A. P e n t h e r. (Mit 1 1 Figuren im Text) 239 Schedae ad «Kryptogamas exsiccatas» editae a Museo Palatino Vindobonensi. Auetore Dre. A. Zahlbruckner. Centuria XXI 253 Studien über die Lepidopterenfauna der Balkanländer. Von Dr. H. Rebel. III. Teil. Sammelergebnisse aus Montenegro, Albanien, Mazedonien und Thrazien . . . 281 Über eine mittelliasische Cephalopodenfauna aus dem nordöstlichen Kleinasien. Von Julius v. Pia. (Mit 7 Textfiguren und Taf. XIII — XV) 335 Seite Beitrag zur Kenntnis der Acridiodeenfauna Mesopotamiens. Von Dr.NikolausIkonnikov (Kusnetzk) ^Sg Pteridopliyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan sowie Syrien und Prinkipo. Gesammelt und bearbeitet von Dr. Heinrich Freih. v. Hände 1- Mazzetti. III. (Mit 5 Textfiguren und Taf. XVI — XIX) Sgi Übereinstimmendes in den Formen der Meteoriten. Von Friedrich Berwerth. (Mit Taf. XX— XXI) 460 Die Chiropterenausbeute. Bearbeitet von O. v. Wettstein. (Mit 2 Textfiguren und Taf. XXII) 465 Bryophyta aus Mesopotamien und Kurdistan, Syrien, Rhodos, Mytilini und Prinkipo. Gesammelt von Dr. Heinrich Freih. v. Handel-Mazzetti. Bearbeitet von Dr. Viktor Schiffner. (Mit 100 Abbildungen in 14 Textfiguren) 472 Echte Spinnen (04ra«eaej aus Mesopotamien. Von Ed. Reimoser 505 Über das von Dr. Heinrich Freih. v. Handel-Mazzetti in Mesopotamien und Kurdistan gesammelte i^zc«5-Material. Von Dr. Ruggero Ravasini. (Mit Taf. XXIII— XXIV) 507 Notizen. — Jahresbericht für das Jahr 1912 i — 55 r/ ■^nd XXVII. Nr.I. ANNALEN DES ubrary NEW YORI botanica; GARDEN K. K. NATURHISTORISCHEN HOFMUSEUMS. REDIGIERT VON D*^- FRANZ STEINDACHNER, (MIT 5 TAFELN, I KARTE UND l8 ABBILDUNGEN IM TEXTE.) WIEN 1913. ALFRED HOLDER K. ü. K. HOF- UND UNIVERSITÄTS-BUCHHÄNDLER BUCHHÄNDLER DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 0. — —.40 4.— 3.20 6.— -•50 —.70 1.70 —.70 -.70 Die Annalen des K. K. Naturhistorischen Hofmuseums erscheinen jährlich in einerh Band. Der Pränumerationspreis für den Jahrgang beträgt K 20. — . Zu beziehen durch die Hof- und üniversitäts-Buchhandlung von A. Holder in Wien. K h Absolon. K, Untersuchungen über Apterygoten. (Mit 2 Tafeln und 2 Abbildungen im Texte) Beck, Dr. G. v. Beitrag zur Flora des östlichen Albanien Berwerth, Dr. Fr. Verzeichnis der Meteoriten im k. k. naturhistorischen Hofmuseum, Ende Oktober 1902 — Das Meteoreisen von Quesa. (Mit 4 Tafeln und 2 Abbildungen im Texte) BJaschke, Dr. Friedrich. Zur Tithonfauna von Stramberg in Mähren. (Mit 6 Tafeln) . . . Burgerstein, Dr. A. Botanische Bestimmung sibirischer Holzskulpturen des Wiener natur- historischen Hofmuseums II. Teil — Anatomische Untersuchungen argentinischer Hölzer des k. k. naturhistorischen Hof- museums in Wien . . . . _ — Botanische Bestimmung grönländischer Holzskulpturen des Naturhistorischen Hof- museums — Ergänzungen zur botanischen Bestimmung sibirischer Holzskulpturen — Botanische Bestimmung nordwestamerikanischer Holzskulpturen des Wiener natur- historischen Hofmuseums — .70 Burr, Malcolm. Die Dermapteren des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. . . 2.20 — Nachträge zu meiner Bearbeitung der Dermapteren des k. k. naturhistorischen Hof- museums. (Mit 16 Abbildungen im Texte) — .70 Cognetti de Martiis, Dr. L. Di alcuni Oligocheti esotici appartenenti all' I. R. Museo di Storia Naturale di Vienna. (Con i tavola) .... 1.40 Ebner, R. Orthoptera. I. Mantodea und Tettigonioidea. (Expedition Mesopotamien.) (Mit 3 Abbildungen im Texte) . . . — .70 Fiebiger, J. Über Coccidien in der Schwimmblase von Gadus -Arten. (Mit 1 Abbildung im Texte) — .50 Hackel, E. Neue Gräser aus Mexico i. — Handel-Mazzetti, Dr. H. Freih. v. Ergebnisse einer botanischen Reise in das Pontische Randgebirge im Sandschak Trapezunt. (Mit 8 Tafeln und 6 Abbildungen im Texte) . . 11. — — Pteridophyta und Antbophyta aus Mesopotamien und Kurdistan sowie Syrien und Prinkipo. (Mit i Tafel). 2.20 — — II. (Mit 3 Textfiguren und 3 Tafeln) 4.90 Handlirsch, A. Zur Morphologie des Hinterleibes der Odonaten. (Mit 1 3 Abbild, im Texte) i. — — Bemerkungen zu der Arbeit des Dr. Heymons über die Abdominalanhänge der Libellen 1.80 — Zur Phylogenie und Flügelmorphologie der Ptychopteriden (Dipteren). (Mit i Tafel und einem Stammbaum) 1.20 Heimerl, Dr. A. Über einige Arten der Gattung Xyris aus dem Herbare des Hofmuseums. (Mit I Tafel) 4.20 Heymons, Dr. R. Die Hinterleibsanhänge der Libellen und ihrer Larven. (Mit i Tafel und 1 1 Abbildungen im Texte) 2. — Hlawatsch, Dr. C. Bibliothekskatalog der mineralogisch-petrographischen Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in W^ien. (Im Auftrage der Direktion bearbeitet.) 11. — Holdhaus, Karl. Kritisches Verzeichnis der boreoalpinen Tierformen (Glazialrelikte) der mittel- und südeuropäischen Hochgebirge 1.70 Hussak, E. Mineralogische Notizen aus Brasilien — .50 Jahresberichte des K. K. Naturhistorischen Hofmuseums je ° . 2. — Jon gm ans, Dr. W. J. Sphenophyllum charaeforme nov. spec. (Mit i Tafel und 4 Ab- bildungen im Texte) 1.20 Keißler, Dr. K. v. Aufzählung der von E. Zugmayer in Tibet gesammelten Phanerogamen — .60 — Monströse Wuchsform von Polyporus Rostkovii Fr. (Mit i Tafel) 1.50 Kohl, Fr. Die Hymenopterengruppe der Sphecinen. III. Monographie der Gattung Amtnophila W. Kirby. (Mit 7 Tafeln und 5 Abbildungen im Texte) 16. — Kränzlin F. Beiträge zur Kenntnis der Gattung Calceolaria. (Mit 2 Tafeln) 2.50 — Drei neue Myoporinen des Herbarium Vindobonense — .20 — Beitrag zur Kenntnis der Gattung Buddleia — .70 — Neue südamerikanische Orchideen — .70 Kupffer, A.v. ZurKenntnisderMeteoreisenAugustinovka, Petropavlovsku.Tubil (Mit i Tafel) 1.20 Lorenz, Dr. L. v. Zur Ornis Neuseelands. (Mit i Tafel) 2.— Maidl, Dr. Franz. Die Xylocopen (Holzbienen) des Wiener Hofmuseums. Ein Beitrag zu einer Monographie dieser Gattung. (Mit 2 Tafeln und 63 Textfigurenl 4.20 Melichar, Dr. L. Monographie der Acanaloniiden und Flatiden (Homoptera). (Mit 9 Tafeln) 20. — Michel, H. Zur Tektitfrage. (Mit i Tafel) 1.40 — Zur Kenntnis der Pyroxene der Meteoriten. (Mit i Tafel) 1.40 Ostermeyer, Dr. F. Plantae Peckoltianae —-50 — Register zu Schedae ad Kryptogamas exiccatas editae a Museo Palatino Vindobonensi. Centuria 1 — XX 2.40 Oudemans, Dr. A. C. Vermipsylla hyaenae (Kol.) nebst anatomischen Bemerkungen über verschiedene Organe bei den Suctoria. (Mit 10 Abbildungen im Texte). . 2.— Penther, A. Solifugae — .70 Penther, Dr. A. und Zederbauer, Dr. E. Ergebnisse einer naturwissenschaftlichen Reise zum Erdschias-Dagh (Kleinasien). I. Zoologischer Teil. (Mit 8 Tafeln und 12 Abbildungen im Texte) 18.40 II. Botanischer Teil. (Mit 5 Tafeln und 4 Abbildungen im Texte) 7.— lll. Petrographischer Teil. (Mit i Abbildung im Texte.). . •. ' 1.50 — Scorpiones. (Mit i Abbildung im Texte) . —-70 Zur Tektitfrage. Von H. Michel. Mit einer Tafel (Nr. I). JUie Tektitfrage ist in ihrem gegenwärtigen Zustand noch nicht zur Zufriedenheit aller Fachleute gelöst. Zwar schien durch die von F. E. Suess^) stammende Annahme der kosmischen Natur der Tektite die Herkunft der Moldavite und ihrer Verwandten genügend klargestellt, doch blieb diese Anschauung nicht unwidersprochen. Es hat namentlich F. Berwerth^) Bedenken dagegen geäußert, daß die Oberfläche der Tektite auf ihre außerirdische Herkunft schließen lasse, und meint vielmehr, daß die jetzige Oberfläche dieser Gläser durch irdische Einflüsse, durch Korrosion entstanden sei. F. Berwerth^) verweist auf die Beobachtungen O. Abels,"*) der VVüstengerölle mit Moldavitskulpturen beschrieben hat. Die Einwände F. Berwerths beschränken sich darauf, daß aus der Oberflächenbeschaffenheit die außerirdische Abkunft der Moldavite hergeleitet werde, die Herkunft der Moldavite bleibt nach F. Berwerth vorläufig noch in Dunkel gehüllt. Weiters haben B. Jezek und J. Woldfich^) sich gegen die kosmi- sche Abstammung der Moldavite ausgesprochen und stützen ihre Ansicht auf zwei irdi- sche Obsidianbruchstücke von Cali im Departement Cauca in Columbien und von Clifton in Arizona, Beide Stücke gleichen den Moldaviten ganz außerordentlich, ihre Moldavitskulptur haben sie durch chemische Korrosion erlangt. J. Woldfich zitiert weiter eine ganze Reihe von moldavilähnlichen Gläsern. In der letzten Zeit ist es B. Jefek^) gelungen, durch Ätzung von Obsidiankugeln sowie angeschliffener Flächen an Moldaviten mit verdünnter Fluorwasserstoffsäure Oberflächenformen zu erzeugen, weiche denen der Billitonite entsprechen und auch bisweilen die Skulpturen gewisser Moldavite nachahmen. Auch der eigentümliche, für die Moldavite so charakteristische Lackglanz wird durch diese Korrosion erreicht. Petrographisch läßt sich an diesen Tektiten nicht arbeiten, es sind durchwegs mikrolithenfreie Gläser, deren Brechungsquotient wie die Dichte ganz auffallend kon- ^) F. E. Suess, Die Herkunfi der Moldavite und verwandter Gläser. Jahrb. d. k. k. geol. R.-A., 1900, 50, p. 193. -) F. Berwerth, Oberflächenstudien an Meteoriten. Tschermaks Min. u. Petrogr. Mitt., 29, p. 165. ^) F. Berwerth, Fortschritte der Meteoritenkunde seit 1900. Fortschritte der Min. krist. Petrogr., I. Bd., p. 284. "•) O. Abel, Über sternförmige Erosionsskulpturen auf Wüstengeröllen. Jahrb. d. k. k. geol. R.-A., 51, p. 25. ') B. Jezek und J. Woldfich, Beitrag zur Lösung der Tektitfrage. Bull. Internat, de l'Acad. des Sc.de Boheme, 1910, p. 5. *) B. Jezek, Dnesni stav otäzky vltavinove. Pfirodoved. Klub, 41. Jahresber. 191 1. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseiims, Bd. XXVII, 1913. I H. Michel. stant ist. Und zwar gibt bereits Verbeek^) den Brechungsquotienten der Billitonite mit ;z = i"5i3, der Moldavite mit « = 1-488 an, M. Stark^) findet an einem Moldavit den Wert ;z=^ I '495, A. Schwantke^) bestimmte den Brechungsquotienten eines Mol- davites mit n für rot =1 '475, n für blau= i'5i4, an einem anderen Prisma mit n (für rot) = 1 '482, n (für blau) =1 "502; F. Becke'*) fand für Moldavite den Wert ?i (Na) = 1-488, für einen Billitonit n (Na) =^1-510. Die eingehendsten Untersuchungen hat B. Je2ek^) vorgenommen und gefunden an böhmischen Moldaviten Werte für ti (Na) zwischen i"48i2 und i'4g56, für d zwischen 2*3o3 und 2'364, an mährischen Molda- viten die Werte für n (Nä) zwischen 1-4856 und 1-4925, für d zwischen 2-317 ^^^ 2-357, an Billitoniten und Australiten die Werte für n (Na) zwischen 1-4981 und 1-5 igS, für d zwischen 2-386 und 2-463. Die Brechungsquotienten der Obsidianstücke von Call und von Clifton mit den Moldavitskulpturen ergaben sich mit n (Na) =1-4853 für das erstere und n (Na) = 1-4871 für das letztere. Die Brechungsquotienten anderer ähnlicher natürlicher Gläser schwanken zwischen den Grenzwerten n (Na)= 1-4852 und 1-4956. Die Dichte des Obsidians von Call betrug 1+9 i3. 8-9 y> 1+7 H 9*2 » 1+8 14. 9-5 » 1 + 8 15- 8-2 » 1+8 15- 9"5 ^ 1+8 i6 9 "> 1 + 9 16. 9-8 » 1 + 9 17- 9 » 1 + 8 17- 9 I + 9 i8. 8 » 1 + 8 18. 8 » I + 10 ig. 8-3 » I +8 19. 8-9 y> 1+9 20. 8-5 » 1+8 20. io'8 » I +8 21. 7-8 » I + IO 21. 97 >* 1+8 22. 8-9 » 1+9 22. 8-9 y> I +8 23. 8-8 » I +8 23. 8-5 » 1+9 24. 25- 26. 27. 8-8 » 9-3 » 8-5 » 9-5 » I +8 I +8 1+9 1 + 8 24. 25- 26. 8-5 » g-6 » 8-8 ^ R. ab- gebrochen I + 8 I +8 28. 29. 3o. 9-2 » 7-5 » 8-3 » I +8 I +8 I +8 27. 1 28. 29. 10 '4 » 97 » 9'4 * 1 + 9 I +8 I 4-8 3i. 32 33. 8-5 . 7-2 » 9'i » I +8 R. ab- gebrochen I +8 3o. 1 3i. 32. 9-6 » IO-3 » 9-5 * 1+8 I 4- 8 i-f-8 34. 98 » 1 + 8 Farbe im Leben: Wie mir Dr. Pietschmann mitteilt, besaßen die Tiere im Leben eine gleichmäßig orange- bis rosenrote Farbe. Als Vergleichsmaterial aus der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums lagen vier, mit Penaeus monoceros Fabr. bezeichnete cT aus Padang (Konsul Schiller don. 1896) vor. Wie aus der Gestalt des Petasma unzweifelhaft hervorgeht, gehören dieselben zu Penaeopsis affinis (H. M.-Edvv.). Bemerkungen: Zur Synonymie der Art verweise ich auf A. Alcock (op. cit.) und de Man (op. cit.). Die Gattung Metapenaeus Wood-Mason (189 1) ist identisch mit der Gattung Penaeopsis A. Milne-Edwards (1881). Crustaceen. 23 In der Charakteristik von P. afjinis bei Spruce Bäte ( Ann. Mag. Nat. Hist. [ser.5], vol. 8, p. 179, Taf. 12, Fig. 60, London 1881} heißt es irrtümlicherweise: «the male has a peculiar notch or excavation on the anterior margine of the ischium of the fifth pair of pereiopoda» ; es soll merus heißen. Auf der Zeichnung erscheint Coxa und Basis verschmolzen, worauf die unrichtige Gliederbenennung zurückzuführen sein dürfte. Die Arbeit von Kishinouye (in Journ. Fish. Bureau Tokio 1890, vol. 8, nr. i) ist mir bisher nicht zugänglich gewesen. Ich kann daher die Verschiedenheiten in der Gestal: des Petasma nicht beurteilen, von denen de Man (op. cit., p. 57 — 58) sagt: «When describing P. monoceros, I have pointed aut (p. 55) that the petasma was not precisely shaped as in .\lcock's figure, while it did perfectly well resemble the figure in the paper of Kishinouye, and I supposed this difference to be one to the young age of the specimens that were collected. The same fact is shown by the petasma ofthe present species (P. affinis): it perfectly well agrees with the fig. 5 in Kishi- nouye's paper, as it terminates in a cross piece and it therefore shows another form as in flg. 8 a of Professor Alcock's Monograph. This different appearance, in my opinion, is similarly one to the young age of these specimens.» Wie aus der von mir gegebenen Figur ersichtlich ist, stimmt das Petasma unserer Form genau mit jenem überein, das Alcock (op. cit.) zeichnet. Bezüglich des Vorkommens ist hervorzuheben, daß P. affinis bisher aus dem Süßwasser nicht bekannt war. Die Art schließt sich also auch in diesem Punkte an die nahe verwandte SpeziesP. ??zo«oce r 05 Fabr. an, deren Auftreten im Süßwasser von de Man (Gelebes), Haswell (Queensland) und von Hilgendorf (Quellimane) angegeben wird. 2. Palaemonetes varians (Leach) nov. var. mesopotamicus. 1820. Palaemon varians Leach, Malac. podophth. Britann., Taf. 43, Fig. 14 — 16. 1857. Pi^laemon lacttstris v. Martens, Arch. Naturg , Jahrg. 23, Vol. I, p. i83, Taf. 10, Fig. I — 9. 1862. Pelias 7nigratoiius Heller, Sitzber. Akad. Wiss. Wien, Jahrg. 45, Vol. I, p. 409, Taf. 2, Fig. 35. i863. Anchistia migratoria FJeller, Crust. südl. Europa, p. 259, Taf. 8, Fig. 20. 1869. Palaemonetes varians Heller, Zeitschr. wiss. Zool , Vol. 19, p. 157. 1880. Palaemonetes varians Mayer, Mitteil. zool. Stat. Neapel, Vol. 2, p. 197, Taf. 10. 1884. Leander varians Czerniavsky, Crust. Decap. Pontic, p. 39. 1886. Palaemonetes varians Barrois, Bull. Soc. Zool. France, Vol. 11, p. 693, Taf. 22, Fig. 1 — 9. 1889. Palaemonetes varians Boas, Zool. Jahrb. System., Vol. 4, p. 793, Taf. 23, Fig. i — 6. 1890. Palaemonetes varians Ortmann, Zool. Jahrb. System., Vol. 5, p. 526. 1898. Periclimenes migratorius Borradaile, Ann. Mag. Nat. Hist. (ser. 7), vol. 2, p. 382. 1907. Palaemonetes varians Bro2ek, Sitzber. böhm. Ges. Wiss. Prag, Jahrg. 1907, Nr. 16. 1910. Palaemonetes varians Brozek, Sitzber. böhm. Ges. Wiss. Prag, Jahrg. 1909, Nr. 2. 1912. Periclimenes migratorius Pesta, Arch. Naturg., Jahrg. 78, Heft i, p. loi. Fundort: Hsitsche (= Heseke) am Khabur. Anzahl der Exemplare: 17 (davon 6 erwachsene 5 [2 eiertragend], 4 erwachsene cT und 7 Jugendstadien. Beschreibung der g und o^: Die Körperlänge der cT, von der Spitze des Rostrums bis zur Spitze des Telsons gemessen, beträgt 28, 29, 29, 29^/3 mm; Jene der ^ bei 2 Exemplaren 34 mm, bei 3 Exemplaren 35 mm und bei einem 36 mm. Der Cephalothorax trägt die für die Gattung charakteristischen Antennal- und Branchiostegaldorne; die Mandibel entbehrt des Palpus. Das Rostrum ist kräftig und deutlich nach auswärts gebogen, seine Spitze bei allen Exemplaren gespalten («bifurc»). Die Zahl der Zähne am Oberrand schwankt zwischen 6 und 7, wovon entweder die ersten zwei proximalen oder nur der erste hinter dem Orbitalrand sitzenj am Unterrand 24 Dr. Otto Pesta. Nat. Größe. Fig. 6. Palaemonetes varians 9. stehen in einem Fall 2, in vier Fällen 3, in den übrigen fünf Fallen 4 Zähne. Das Vor- derende der Scaphozeriten bleibt meistens hinter der Spitze des Rostrums um eine kleine Strecke (^/^ — i mm) zurück, bei einigen Exemplaren aber überragt es dieselbe wenig. Hingegen beträgt die Länge des Rostrums stets etwas mehr als die doriale Medianlinie des Cephalothorax. Geißeln der ersten Antenne 11 — i3mm lang; äuß re Geißel bis zum 18. Gliede einfach, dann gespalten (vier bis fünf freie Glieder). Geißel der zweiten Antenne 33 — 40 mm lang. Am terminalen Rand des Telsons entspringen zwischen den großen Enddornen stets mehr als zwei End borsten; die Untersuchung von fünf Exemplaren in bezug auf dieses Merkmal ergab 6, g, 10 und in zwei Fällen 11 Borsten. Im übrigen zeigen die Exemplare aus Hsitsche die für die Süß- wasserformen von P. varians typischen Merkmale. Dies gilt auch für die Eier, welche sich durch bedeutende Größe auszeichnen (i-3 bis 1-5 mm in der Längsachse) und bei einem Exemplar 28 Stück an der Zahl am Abdomen vorgefunden wurden. Obwohl unsere Form von den bisher beschriebenen Süßwasserlokaltypen etwas abweicht ■ — vornehmlich durch die große Zahl der Fieder borsten am Telson — dürfte die Aufstellung einer neuen Art nicht genügend begründet sein und scheint mir bestenfalls dieAnnahme eincrLokal Variation statt haft, fürdieichden Namen mesopotamicus vorschlage. Die sieben Jugendstadien besitzen folgende Längenmaße: größtes Exemplar 23 mm, fünf Exemplare ca. 11 mm, kleinstes Exemplar 8 mm lang. Für die Zähnelung des Rostrums gelten folgende Formeln: größtes Exemplar Fig. 7. Palae- monetes varians Telson, 2 + 1+5 1+5 1 + 5 1+4 1 + kleinstes Exemplar -J^- (Spitze ~, fünf Exemplare nicht gespalten!). Farbe in Alkohol: Hell strohgelb. Nur bei zwei oder drei Exemplaren besitzen die Augenstiele, in einem Fall auch der vorderste Abschnitt des Rückens eine tief indisch- gelbe Farbe. Crustaceen. 25 Die Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums besitzt P. varians (Leach) aus folgenden Lokalitäten: 1. Dragomir-See bei Karasüli, Türkei, Sturany leg. 1881. 2. Guernsey (Canal la Manche, Frauenfelds Nachlaß 1896). 3. Ägypten, Kotschy leg. (?). 4. Adriatisches Meer. (Irrtümliche Fundortsangabe nach Heller 1869, op. cit., p. 188; soll heißen Trasimenischer See!) 5. Umbriatal, Steindachner leg. 1878. 6. Albufera-See (Spanien), Steindachner leg. 1860. 7. Garda-See (?). 8. S. Giuliano bei Pisa, Therme von ca. 23° R., Fuchs leg. 1878. 9. Neapel, Adensamer 1898. An dieser Stelle muß ich auf eine Publikation von M. E. Sollaud hinweisen, in welcher der Autor die neue Gattung Allocaris begründet (Bull. Mus. Nation. Nat. Hist. Paris, 191 1, Nr. 2, p. 50). M. E. Sollaud diagnostiziert das erwähnte Genus wie folgt: »Lacinies du maxillipede I libres sur tout leur longueur et separees par une large et profonde echancrure; carapace munie de chaque cöte d'une epine antennaire et d'une epine branchiostegiale ; mandibules depourreus de palpe; bord posterieur du telson portant plusieurs paires de soies plumeuses.» Nach dieser Charakteristik unterscheidet sich Allocaris von Palaetnonetes durch den Bau der ersten Maxillipeden und durch die große Anzahl der Fieder- borsten am terminalen Ende des Telson, während die übrigen Merkmale auf beide Gattungen stimmen. Wie Sollaud eingangs (op. cit.) er- wähnt, würde eine oberflächliche Beobachtung von Allocaris die Iden- tität mit Palaemonetes ergeben; es scheinen ihm die Differenzen, die sich bei genauerer Untersuchung der Mundteile und des Telsons finden ließen, "-^ _ _ '-^ _ monetesvanans so gewichtig, daß er Allocaris als ein isoliertes Genus auffassen will, das ^._ Albufera-See sich unabhängig von anderen Palaemoniden entwickelt hat (^ 1 » • u F'g- 15- Pleuromamma indica n. ezuglich des zweiten Punktes siehe ,. . , ^ , Proximales Stück der Vorderantenne, nebenstehende Abbildung. Vorkommen in der Arabischen See: Station Nr. 16, 17, 22. Geographische Verbreitung: Indischer Ozean (Maldive-Inseln) Wolfenden 1905. 19. Oithona plumifera Baird. 1912. Oitliona plumifera Pesta, op. cit., p. 56. Vorkommen in der Arabischen See: Station Nr. 18, 21, 22. 20. Aiacrosetella gracilis (Dana). 19 12. Macrosetella gracilis Pesta, op. cit., p. 56, Fig. 19. Vorkommen in der Arabischen See: Station Nr. 14 — 18, 21, 22. 21. Microsetella rosea (Dana). 1912. Microsctclla rosea Pesta, op. cit., p. 57, Fig. 20. Vorkommen in der Arabischen See: Station Nr. 14, 16. 2 2. Oncaea conifera Giesbrecht. 1912. Oncaea conifera Pesta, op. cit., p. 57, Fig. 21. Vorkommen in der Arabischen See: Station Nr. 21 und 22. 20. Oncaea media Giesbrecht. 1912. Oncaea media Pesta, op. cit., p. 58, Fig. 22. Vorkommen in der Arabischen See: Station Nr. 22. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXVII, igi3. 34 Dr. Otto Pesta. 24. Corycaeus danae Giesbrecht. 1892. Corycaeus danac Giesbrecht, Faun. Fl. Neapel, Vol. 19, p, 660 (737/8), Taf. 51, Fig. 4, 5, 59, 60. Giesbrecht gibt zur Charakteristik der Art an: «Verwandt mit ovalis) aber Rumpf gestreckter, Zipfel von Th. 4 und Furca länger, letztere beim ^ über ^/^ so lang, beim cf ^/^ so lang wie das übrige Abdomen» (op. cit., p. 673). Vorkommen in der Arabischen See: Station Nr. 17 und 22. Geographische Verbreitung: Die Art findet sich im Mittelmeer (Thompson igoo, Thompson und Scott 1903), im Roten Meer (A. Scott 1902, Thompson und Scott 1903, Cleve igoS), im Indischen Ozean (Thompson 1900 Golf von Bengalen, Cleve 1901 und 1903 Arabische See und Indischer Ozean, Scott A. 1902, Thompson und Scott 1903, Wolfenden 1905 Maid ive Inseln) und im Pazifischen Ozean (Giesbrecht 1892 und 1895, Carl 1907 Amboina, Scott A. 191 1 Malaiischer Archipel). 25. Corycaeus gracilicaudatus Giesbrecht. 1912. Corycaeus gracilicaudatus Pesta, op. cit., p. 58, Fig. 23. Vorkommen in der Arabischen See: Station Nr. 15 — 21. 26. Corycaeus obtusus Dana. 1912. Corycaeus obtusus Pesta, op. cit., p. 59, Fig. 24. Vorkommen in der Arabischen See: Station Nr. 22. 27. Corycaeus ovalis Claus. 1912. Corycaeus ovalis Pesta, op. cit., p. 59, Fig. 25. Vorkommen in der Arabischen See: Station Nr. 14 und 20. 28. Corycaeus sp. Nicht determinierbare Exemplare. Aus den Stationen Nr. 14 und 20. 29. Sapphiritia nigromaculata Claus. 1912. Sapphirina nigromaculata Pesta, op. cit., p, 60, Fig. 26 c. Vorkommen in der Arabischen See: Station Nr. 14, 21, 22. Nachtrag;. o Nach Abschluß der Determination des Copepodenplanktons aus dem Golfe von Persien und der Arabischen See sind mir noch fünf weitere Sammelproben aus ver- schiedenen Lokalitäten des befahrenen Gebietes von Dr. V. Pietschmann übergeben worden. Ihr Inhalt ist im folgenden ohne weitere Bernerkungen angeführt. Station Nr. A. Ort: 27° 27-5' — 27° n. Br., 51° 33' — 51° 40' ö. L. Zeit: g-So-io'So'^ a. m. (Zwischen Buschir und Lingah.) Acrocalanus longicornis Calanus pauper Candacia bradyi Eucalattus sp. Enchaeta marina Paracalanus aciileatus Zahlreiches Phytoplankton, viele Sagitten u. a. Crustaceen. 35 Station Nr. B. Ort: 21° 20' n. Br., 50° 25' ö. L. Indischer Ozean; bei Rasjibj. Acariia erj'thraea Acartia pietschmanni Acrocalantis loyigicornis Centropages sp. Eucalanus sp. Euchaeta mar in a Labidocera acuta Paracalaniis aculeatus Massenhaft Noktiluken, einige Sagitten und Decapodenlarven. Station Nr. C. Ort: 24° 55' n. Hr., 57° 47' ö. L. Corycaeus obtusus Acartia erythraea Acartia pietschmanni Acrocalantis sp. Centropages orsinii Corycaeus gracilicaiidatus Corycaeus sp. Oithona sp. Oncaea sp. Labidocera acuta Labidocera sp. (iuvenes acuta}). Station Nr. D. Ort: Barre des Schatt el Arab. Acartia sp. (iuvenes) und zahlreiches Phytoplankton. Station Nr. E. Ort: Bender Abbas (Westküste). Acartia erythraea Centropages orsinii Eucalanus sp. Labidocera minuta Paracalanus aculeatus. Anmerkung: Eine im November 1912 erschienene Arbeit von S. Sewell (in Records of the Indian Museum, Calcutta) über Copepoden aus dem Indischen Ozean ist mir leider erst nach der Drucklegung dieser Zeilen zugekommen und konnte nicht mehr berücksichtigt werden. 3* Botanische Bestimmung sibirischer Holzskulpturen des Wiener naturhistorischen Hofmuseums. II. Teil. Von Dr. Alfred Bürger stein. Vor nicht langer Zeit habe ich die botanische Provenienz einer Anzahl (i35) sibirischer Holzskulpturen der ethnographischen Abteilung des Museums festgestellt.^) Es sind durchwegs Objekte, die in den Schaukästen der großen Sammlungssäle auf- gestellt sind. Sehr viele ethnographische Gegenstände verschiedener Völker sind jedoch wegen Raummangels derzeit in anderen, der öffentlichen Besichtigung nicht zugäng- lichen Musealräumen aufbewahrt. Aus diesen Sammlungen konnte ich jüngst durch die freundliche Erlaubnis des Abteilungsvorstandes, Regierungsrates F. Heger, eine größere Zahl aus Sibirien stammender Objekte, die entweder zur Gänze oder zum Teil aus Holz verfertigt sind, einer xylotomischen Untersuchung unterziehen, deren Resul- tate ich im folgenden mitteile. Ich fand dieselben Holzarten wie bei den früher untersuchten sibirischen Skul- pturen; außerdem aber in einigen Fällen Holz von Piniis silvestris und in einem Falle (Holzschaft eines Pfeiles, Inv.-Nr. 72181) eine Kiefer, deren Art ich nicht anzugeben vermag. Sie gehört in jene an Arten besonders reiche Pznu5-Gruppe, bei welcher an den Markstrahlen die Quertracheiden zackenförmige Vorsprungsbildungen zeigen und an der Radialwand der Parenchymzellen des Frühholzes mehrere mittelgroße, elliptische Tüpfel (pro Kreuzungsfeld) ausgebildet sind. So viel mir bekannt, ist eine Spezies dieser P/«z/5-Gruppe in Sibirien bisher nicht konstatiert worden. Hiermit habe ich im ganzen 365 Holzgegenstände sibirischer Provenienz botanisch bestimmt, die zu 292 Inventarnummern gehören. 253 — 254. Befiederte Pfeile mit Holzschaft: Birke. 12297. Messer mit Beingriff in einem Holzfutteral; dieses Weide. 13423. Pfeil mit Eisenspitze und Holzschaft: Prunus. 23507. Behälter aus Holz mit Deckel: Rotföhre. 23510. Büchse aus Birkenrinde mit Holzboden und Holzdeckel: Rotföhre. 24263. Bogen aus Holz: Eibe. 25751. Spinnstock aus Holz gedrechselt: Birke. 25753. Zwei Spindeln aus Holz gedrechselt: Birke. ^) Vgl. diese Annalen, Bd. XXIV, 1910 und Bd. XXVI, 1912. Botanische Bestimmung sibirischer Holzskulpturen des Wiener naturhist. Hofmuseums. 3 7 25756. Gefäß aus Birkenrinde mit Holzdeckel: Zirbel. 4S582. Bogen (zu einem Selbstschuß gehörig): Fichte. 48583. Pfeil (zu demselben Selbstschuß): Eiche. 48588. Ein paar Schneeschuhe der Orotschonen: Fichte. 48591. Köcher aus Renntierfell, mit zwei Holzstäben versteift: Fichte; dabei zwei Pfeile: Fichte. 48592 — 48593. Pfeile mit Eisenspitze und Holzschaft: Fichte. 52021. Ein paar Schneeschuhe von den Tungusen: Fichte. 52022. Ein paar Schneeschuhe: Lärche. 52159. Modell einer Jurte der Tschutschken: Fichte. 52160. Modell eines Hundeschlittens (Ochotsk). Die Kufen sind aus Erlenholz, die Sitzbretter aus Pappelholz, die reifenartigen Teile am Hinterteil aus Zirbel- holz gearbeitet. 52161. Modell eines Schlittens: Birke. 58i3i. Befiederter Pfeil mit Holzschaft: Lärche. 58133. Schießzeug (Selbstentlader): Fichte. 58134. Harpune für Jagd auf Seehunde; Schaft: Fichte. 58142. Modell eines Bootes: Fichte; hiezu ein Ruderbänkchen: Tanne. 58176. Vogelschlinge, daran ein Holzstück: Birke. 58183. Teil einer Fuchsfalle: Weide. 58208. Stock, aus einem Grabe stammend (vergraut): Weide. 5821g. Schlittenmodell: Weide. 58220 — 58222. Drei Schlittenmodelle (Kamtschadalen): Birke. 58226. Modell eines Renntierschlittens: Erle. 6o3i3. Gürtel mit Schießutensilien; diese sind teils aus Birken-, teils aus Weidenholz gefertigt. 60314. Armbrust für die Seeotterjagd; Bogen: Fichte, Pfeilschaft: Fichte. 60315. Bogen einer Armbrust für die Zobeljagd: Lärche. 6o3i6. Haken von einer Armbrust: Eibe. 6o322. Pfeil für Jagd auf Elentiere; Schaft: Fichte. 60348. Holzstab, an dem eine Angelschnur befestigt ist: Prunus. 60349. Aststück, an dem eine Angelschnur befestigt ist: Birke. 60351. Holzstück, an dem eine Angelschnur befestigt ist: Fichte. 60354. Stößel zum Zerreiben des Roggens: Fichte. 60355. Hammer zum Zerstoßen der Beeren: Erle. 60358. Vorrichtung zum Gerben der Fischhaut; zylindrisches Holzstück: Tanne; Ham- merbeil: Birke. 60359. Holzstock zum Aufhängen der Kessel: Prunus. 60360. Stöcke zum Aufhängen des Kessels: Erle. 6o38i. Schmiedeblasbalg; mit Fischhaut überzogene Holzplatte: Tanne. 60387. Holzbeil mit Eisenklinge, zum Aushöhlen der Boote dienend: Birke. 60390. «Schraubstock» aus Holz: Birke. 60394. Werkzeug zum Drehen der Stricke: Birke. 60397. Brett für Frauenarbeiten: Birke. 60418. Stock zum Hemmen des Schlittens: Birke. 60420. Ein Paar Schneeschuhe: Fichte. 60430. Viereckiges Tischchen aus Holz: Fichte. 60446. Modell einer Vorrichtung für den Zobelfang: Zirbel. 38 Dr. Alfred Burgerstein. 60451. Modell eines Schmiedeamboßes aus Eisen, der auf einem Holzlager aufruht: Weide. 60452. Modell eines Schmiedeamboßes; Holzteil: Weide. 60455. Modell eines Schöpfers aus Birkenrinde mit Holzteil: Tanne. 6045g. Modell von Schneeschuhen: Prunus. 60462. Stock zum Hemmen des Schlittens: Pappel. 60463. Stock zum Hemmen des Schlittens: Birke. 60465. Modell eines Troges für die Bärenfütterung: Pappel. 60466. Modell eines Seebootes; Boot: Zirbel; sieben Ruder: Fichte; ein Ruder: Zirbel. 60467. Modell eines ausgehöhlten Seebootes; Boot: Weide; ein Doppelruder: Lärche; zwei Steuerruder: Fichte; eine Harpune: Fichte. 60468. Modell eines Flußbootes; Boot: Weide; drei Ruder: Fichte; zwei Stäbchen: Fichte und Weide; Wasserschöpfer: Birkenrinde. 6046g. Modell eines Flußbootes: Pappel; dazu ein Doppelruder: Fichte. 60606. Holzschachtel, enthaltend geräuchertes Elentierfleisch: Prunus. 60615. Stock, an einem Ende vierfach gespalten: Fichte. 64044. Hacke mit gebogenem Holzgrijf: Erle. 64054. Webegerät: Tanne. 64055. Garnprobe auf einem Holzteil aufgewickelt: Zirbel. 64104. Modell von Schneeschuhen: Fichte. 64105. Modell eines Schlittens: Birke. 64106. Modell eines Bootes: W^eide; dazu drei Sitzbrette: Fichte; fünf Querhölzer: Lärche; vier Ruder: Lärche; ein Steuerruder: Fichte; ein Schöpfer: Weide; ein Harpunenhaken: Lärche. 64112. Modell eines Selbstschusses auf Zobel; Holzbogen: Fichte; Holzplatte: Lärche; Pfeilschaft: Lärche. 64113. Modell eines Selbstschusses auf Zobel; Holzbogen: Fichte; Holzplatte: Lärche. 641 14. Modell eines Selbstschusses auf Zobel; Holzbogen: Tanne; Holzplatte und Pfeil: Lärche. 64115. Modell eines Selbstschusses auf Zobel; Holzbogen: Fichte; Holplatte und Pfeil- griff: Lärche. 641 16. Harpune zur Jagd auf Seehunde; fünf zusammenfügbare Holzstäbchen: Lärche. 64150. Modell einer Hütte aus Holz: Lärche. 64151. Modell eines Bootes aus Tierhaut; dazu vier Ruder: Lärche; ein Steuerruder: Weide; eine Stange: Weide. 64152. Modell eines Schlittens: Birke. 64153. Modell eines Schlittens: Birke. 64155. Modell eines Hundegespannes (sechs Hundefiguren aus Holz): Zirbel. 64ig6. Selbstschuß auf Bären und Renntiere; Holzbogen und Pfeilgriff: Prunus; Holz- platte: Zirbel. 64ig8. Selbstschuß; Holzbogen: Esche; Holzbrett: Zirbel; Pfeilgriff: Pappel; Griffe zweier Lanzen: Lärche. 64268. Modell eines Bootes: Weide; hierzu fünf Querbretter: Tanne; fünf Sitzbänke: Tanne; ein Steuerruder: Tanne; sechs Ruder: Tanne; ein Ruder: Zirbel. 6g443. Idol («dschuli»); eine roh aus Holz geschnitzte menschliche Figur: Zirbel. 6g447. Idol(«butschu»); ein aus Holz geschnitzter Arm mit siebenfingriger Hand: Zirbel. 69457- Idol «Darmo» (aus Holz geschnitzte Menschenfigur): Pappel. 69459- Idol «sekka» (aus Holz geschnitzte Tierfigur): Pappel. Botanische Bestimmung sibirischer Holzskulpturen des Wiener naturhist. Hofmuseums. 3g 69462. Idol «Ogina» (aus Holz geschnitzte Menschenfigur): Pappel. 69463. Idol «Mykude» (aus Holz geschnitzte Menschenfigur): Birke. 72167. Bogen aus Holz für Kinder: Zirbel. 72168. Köcher aus Leder, mit zwei Holzstäben versteift: Lärche. 72169. Pfeil mit ßeinspitze und Holzschaft: Weide. 72170. Pfeil mit Beinspitze und befiedertem Holzschaft: Lärche. 72171 — 72172. Pfeife mit Beinspitze und befiedertem Holzschaft: Fichte. 72173. Pfeil mit Beinspitze und befiedertem Holzschaft: Birke. 72174. Pfeil rnit Beinspitze und Holzschaft: Lärche. 72175. Pfeil mit Beinspitze und befiedertem Holzschaft: Birke. 72176. Pfeil mit Eisenblatt und Holzschaft: Eiche. 72177. Pfeil mit Beinspitze und Holzschaft: Birke. 72178. Pfeil mit Eisenblatt und Holzschaft: Weide. 72179. Pfeil mit Eisenblatt und Holzschaft: Birke. 72180. Pfeil mit Eisenspitze und Holzschaft: Birke. 72182. Pfeil mit Eisenblatt und Holzschaft: Birke. 72183. Pfeil mit Eisenblatt und Holzschaft: Erle. 72184. Köcher aus Hirschleder mit zwei Versteifungsstäben aus Holz: Weide. 721S5 — 72186. Köcher aus Hirschleder mit zwei Versteifungsstäben aus Holz: Birke. 72193. Angelzeug; Leine (Bartenfasern eines Wales) auf eine Holzlatte gewickelt: Rot- föhre. 72194. Angelzeug; Leine (Lederriemen) an einem W^ickelholz: Rotföhre. 72196. Modell eines Fischnetzes; Netzrahmen aus Hörn, an einem Holzstiel festgebun- den: Rotföhre. 72197. Steinhammer mit vierkantigem Holzstiel: Zirbel. 72198. Steinhammer mit drehrundem Holzstiel: Weide. 72199 — 72200. Bohrer aus Stahl mit Holzstiel: Erle. 72201. Bohrer aus Stahl mit Holzstiel: Lärche. 72204. Hobeleisen mit Holzgriff: Lärche. 72205. Schabinstrument aus Holz geschnitzt: Fichte. 72206. Schabinstrument aus Holz geschnitzt: Weide. 72207. Schabinstrument aus Holz geschnitzt: Fichte. 72209. Schabinstrument aus Holz geschnitzt: Fichte. 72210. Schaufel mit drehrundem Holzstiel: Fichte. 7221 1. Harke, bestehend aus a) dem Pflugholz: Zirbel und b) einem Querprügel: Erle. 72212. «Mauerkelle:^; Scapularknochen an einem Holzstiel: Erle. 722i3 — 72214. «Mauerkellen» (wie Nr. 72212): Weide. 72215. Robbenfalle; Holzklotz: Weide; daran zwei Griffe; der eine aus Bein, der an- dere aus Holz: Erle; ein durch den Klotz durchgeführtes Brett: Fichte. 71216. Bestandteil einer Fuchsfalle: Zirbel. 72217. Peitsche für Zughunde; Holzstiel: Erle. 72218. Peitsche; Holzstiel: Fichte. 72236 — 72238. Drei «Tabakdosen> aus Birkenrinde mit Holzboden und Holzdeckel: Weide. 72253. Ein paar Schneeschuhe der Tschutschken: Erle. 72254. Götzenfigur aus Holz geschnitzt: Pappel. 84812. Pfeil mit F'euersteinspitze und Holzschaft: Fichte. 84813. Angelzeug; Leine an einem Holzstab gewickelt: Lärche. 40 Dr. Alfred Burgerstein. Botanische Bestimmung sibirischer Holzkulpturen. 84815. Apparat zum Entzünden des heiligen Feuers; Bohrholz: Fichte; Bohrstock: Pappel. 84816, Teil eines Feuerholzes: ■xKopf des Herrn des Feuers»: Pappel. 84818. Löffel aus Holz geschnitzt: Weide. 8481g. Löffel aus Holz geschnitzt: Zirbel. 84820. Schöpflöffel aus Holz geschnitzt: Zirbel. 84824. Tabakschachtel aus Birkenrinde mit Holzdeckel: Pappel. 84829. Figur eines Fisches aus Holz: Erle. 84830. Figur eines Seehundes aus Holz: Zirbel. 84837. Trommel eines Schamanen; ovaler Holzreifen mit kurzem Handgriff: ersterer Birke, letzterer Weide. 84850. Bogen aus Holz: Birke. 84852. Löffel aus Holz: eine Pomacee (Pirus?). 84920. Tabakpfeife aus Holz: eine Pomacee. 84923. Gerät aus Holz zu unbekanntem Gebrauch: Tanne. Wissenschaftliche Ergebnisse der Expedition nach IVIesopotamien, 1910. Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan sowie Syrien und Prinkipo. Gesammelt und bearbeitet von Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Manetti, Assistenten am botanischen Institute der k. k. Universität in Wien. II. Mit 3 Textfiguren und 3 Tafeln (Nr. II— IV). IV. Dialypetaleae. Aristolochiaceae. Aristolochia Maurorum L. Haleb (Aleppo) in Äckern unweit der Bahnstation (Nr. 217). Aristolochia Olivieri Coli. Gesteinfluren des Dschebel Sindschar ober der Stadt, 700 — i3oom (Nr. 14S2). Rafflesiaceae. *Pilostyles Haussknechtii Boiss. Auf Astragahis Kurdicus auf einem expo- nierten Rücken des Hasarbaba Dagh am Göldschik (Quellsee des Tigris), 2100 m (Nr. 2570 cT). Berberidaceae. Leontice Leontopetalum L. Haleb, in Äckern und an humösen Hängen (Nr. ig8). Äcker bei Hawil Muschahid zwischen Ana und Nahije (Nr. 750). Leontice (Bongardia) chrysogonutn L. Haleb, mit voriger (Nr. 216), am Euphrat von Meskene nicht weit abwärts. Ranunculaceae. Anemone coronaria L. Häufig auf Rasenplätzen (Nr. 157) und in der Phry- ganaformation (Nr. 144) zwischen Iskenderun (Alexandretta) und Haleb. In der Steppe und im Gestein der Hänge und Mulden von Meskene bis zum Höhenzuge El Hilu ober Der es Sor am Euphrat. Anemone narcissiflora L. Meleto Dagh, an feuchten Felsstufen der Nordseite, 2750 m (Nr. 2820). Clematis orientalis L. Häufig in Hecken um Mesere (Nr. 2518) und bei Ka- bildjous und Scheichan im Sassun (Nr. 2905), goo — iioom. 42 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Ranunculus aquatilis L., em. Hds. Iskenderun, in brakischen Tümpeln (Nr. 52). Adschule zwischen Haleb und Meskene (Nr. 340.) Ranunculus paucistamineus Tauscli. Iskenderun, in einer Schlammprobe Dr. Pietschmanns aufgegangen. Im Wasser salzhaltiger Wadis bei Schergat (Assur) zwischen Baghdad und Mossul (Nr. 107g). Ranunculus calthaefolius (Rchb.) Bl. N. Seh. Haleb, in Gärten am Kuwaik (Nr. 238). Ranunculus (Ceratocephalus) falcatus L. In Ackern, Brachen, an schlam- migen und humösen Stellen der Steppen. Haleb (Nr. 204) und am Euphrat gegen Rakka (Nr. 472). Halbwüste bei Der es Sor, var. incurvus (Stev.) Hand.-Mzt., comb, nova (Nr. 594). Häufig am mittleren Chabur, bis zum Dschebel Sindschar und Abd el Asis. Die von Rechinger (cfr. Bornm., Bearb. Knapp n. w. Persien, p. 6g) als R. in- curvus von Täbris angegebene Pflanze ist R. testiculatus Cr. Ranunculus myriophyllus Russ. Haleb, auf festgetretenem Boden gegen Dschengie (Nr. 23 1). '^Ranunculus Hierosolymitanus Boiss. Meskene am Euphrat, auf mergeligem Detritus des Talhanges (Nr. 404). Ranunculus repens L. In feuchtem Rasen bei der Quelle Terk am Ak Dagh im kataonischen Taurus, 2350m (Nr. 2372). Ranunculus trichocarpus Boiss. et Ky. (cfr. Bornm., Beitr. Fl. Elbursgeb. I, p. 1080). Meleto Dagh, in feinem festen Schutte, auf nackter Erde und an feuchten Felsstufen des Nordhanges, 2700 — 3ioom (Nr. 2860). Auch ich fand Exemplare mit kahlen reifen Früchten, deren Schnabel oft nur I mm lang und wenig gekrümmt ist. Die Blattform derselben entspricht dem von Boissier beschriebenen Tvpus. Ranunculus Cassius Boiss. An Bachläufen und Bewässerungsgräben bei Dschülman (Nr. 1872, hier besonders am Rande der Weidenpflanzungen massenhaft) und Nedjaruk nördlich von Ürfa, bei Karamuhara südlich von Kjachta und bei Kesin am obersten westlichen Tigris, 600 — 1400 m. Ranunculus sceleratus L. Auf Schlamm am Euphrat zwischen Mejadin und Salhije (Nr. 633). Ranunculus lomatocarpus F. et M. Auf Sand und Schlamm in den Tigris- auen bei Mossul (Nr. 1266, i3i7) und an Bewässerungsgräben bei Dschülman nördlich Urfa (Nr. 473). Schnabel so lang wie der übrige Teil der Frucht, aber der Randsaum scharf, nicht gefurcht. Ranunculus arvensis L. An trockenen Hängen bei Bekikara zwischen Kjachta und Malatja, i6oom (Nr. 2443). Adonis flammea Jacq. Auf Humus besonders in Ackern von Haleb bis zum Nähr ed Deheb (Nr. 268). Adonis dentata Del. In humösen Steppen und Äckern von Haleb zum Euphrat (Nr. 26g) bis El Hammam. In Mulden der Wüste zwischen Haditha und Han Baghdadi unter Anah (Nr. 804). Kalaat Schergat, lg. Maresch (Nr. 1137). I Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 48 Nigella arvensis L. Steppen und Halbwüste bei Beied nw. Baghdad (Nr. 978), Hmoidat (Nr. i33o) und zwischen Teil Afar und Ain el Ghasal westlich von Mossul (Nr. 1344). Garidella unguicularis Lam. Unter den Felsen der Nordkante des Dschebel Abd el Asis (Nr. 1794). Bei Urik nächst KJachta und Sebane im Sassun, 900 — 1200 m. Consolida rugulosa (Boiss.) Schrödgr., comb, nova [Delphinium rugulosum Boiss. in Ann. sei. nat., 1841, p. 36i; FI. or. I, p. 76). In steinigen Steppen besonders an humöseren Stellen zwischen Chattunije und Bara am Dschebel Sindschar (Nr. 159 1), zwischen El Abed am Chabur und Gharra (Nr. 1706) und von dort gegen den Beiich auf Kalk und Gips, auch auf Lava am Teil Kokeb. Meine Pflanzen entsprechen in der abstehenden reichdrüsigen Behaarung dem Delphinium Auche?'i Boiss. (in Fl. or. Delph. Persicum var. Aucheri), das Huth mit D. 7-ugulosiim identifiziert. Brakteen dreiteilig, kaum länger als die Blütenstiele, an den unteren Blüten aber oft fast so lang als die ungespornten Kelchblätter, Stengel einfach oder am Grunde oder oberwärts verzweigt. Früchte ohne Schnabel 12 — 55 mm lang. Meine Pflanzen vereinigen also die Merkmale von C. rugulosa und C. Persica (Boiss.) Schröd. in Abh. zool.-bot. Ges. IV 5, p. 62 (190g) und lassen auch mich zur Ansicht Bornmüllers kommen (Coli. Strauss. nov. I, p. 292), daß die Pflanzen sich nicht aus- einanderhalten lassen. Consolida Olivieriana (DG.) Schrödgr., 1. c. {^Delphinhnn Olivieriamim DG.). An kräuterreichen Hängen des Dschebel Makhul und Dschebel Ghanuka zwischen Schergat und Tekrit am Tigris (Nr. 1057) ^'^d gegen Al Hadr im Wadi Sefa. Consolida pygmaea (Poir.) Schrödgr., comb. nov. (^Delphinium pygmaeum Poir., Encycl. Bot., Suppl. II, p. 458 [181 1]. — D. pusillum Labill., Ic. pl. Syr. rar., Dec. IV, p. 5, Tab. 2, Fig. 2 [1812]. — Consolida pusilla Schrödgr., 1. c. [1909]). Sandige Halb- wüste im Talweg zwischen Schergat und Kaijara unter Mossul (Nr. 1157). Steppen bei Hmoidat nordwestlich Mossul (Nr. 1329), zwischen Ghattunije und dem Dschebel Sindschar und zwischen El Abed am Ghabur und Gharra (Nr. 1708). Consolida oligantha (Boiss.) Schrödgr., comb, nova (Delphinium oliganthutn Boiss., Fl. or. I, p. 80 [1867]). Steinige Steppe zwischen El Abed und Gharra am Dschebel Abd el Asis (Nr. 1707) und an dessen Hange bis zum Rücken (Nr. 1769). Auf Humus bei Tschakmala nördlich von Urfa (Nr. 1887, approxim. var. brachycetitrum Huth). Consolida flava {^C.) Schrödgr., comb, nova (Delphinium ßainim DG., Syst. I, p. 346 [1S18]). Kieswüste am rechten Tigrisufer zwischen Samarra und Beled (Nr. 994), nördlich von Tekrit (Nr. 1006) und Steppen zwischen Schergat und Kaijara, sowie zwi- schen Ghattunije und dem Dschebel Sindschar (1589). ** Consolida Euphratica Schrödgr., sp. nova (Icon. conf. Schröd. in Abh. zool.-bot. Ges. Wien, Bd. IV, Heft 5, Fig. 6 a). Syn.: Delphinium anthoroideum Boiss. va.v.rigida Freyn et Sint. in Huth, Mon. d. Gatt. Delphin, in Engl., Bot. Jahrb. XX, p. 366 (1895), non D. rigidum DG. Radix annua, tenuis, brevis. Gaulis singulus erectus divaricatim longe ramo- sissimus, 20 — 50cm et ultra altus, teres, griseoviridis, pilis brevissimis adpressis, sub insertionibus foliorum etiam patulis densiuscule puberulus. Folia subsessilia, ternata, segmentis petiolatis ternatis vel bis dichotomis, anguste linearibus, acutis, 44 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. vix I mm latis, ultimis lo — 15 mm longis, asperulo-puberula, inferiora decidua. Rami inflorescentiae glabri,sub angulis 50—60° patuli, pauci — multiflori, bracteis ternatis. Pedicelli i — 7cm longi, sub flore subincrassati et hie saepe patenter et partim lon- gius et glandulose puberuli, bracteolis simplicibus subscariosis lanceolatis i 3 mm longis. Flor es 22—28 mm longi. Sepala inferiora anguste obovata, acutiuscula, pallide coeruleo-violacea vitta mediana lata virescente, superum galeatum valde elongatum ultra tertiam partem apertum, superne anguste campanulatum et in calcar angustum fere tertiam longitudinis partem amplectens levius acriusve prorsus et apice subsaccato retrorsum curvatum attenuatum, album vel margine infero pallide violascens, omnia extus breviter et crispule puberula. Petalum albu m, glabrum, lobis lateralibus oblique ascendentibus, late rotundatis, longitudine aequi- latis, lobo medio margine supero fere transverse truncato, lobulis lateralibus ideo indistinctis, parvis, breviter acuminatis, calcaris parte reflexa brevi vix ^3 — ^Is longitudinis calcaris sepalini totius metiente, sinubus inter lobos laterales et medium minimis angustis, profunditate ^1^ petali eodem loco latitudinis nondum metientibus. Capsula semiorbicularis vel oblique obovata, retusa, 5 — 8mm longa et 3'5 — 4 lata, pallida, valde complanata, rostro filiformi sesqui vel duplo longior. An steinigen Hängen zwischen zwischen Coro und Harut im Sassun, 1700 m (Nr. 2984). Ferner: Euphrate superieur (Aucher et Montbret, Nr, 2410, Hfm.). In apricis calcareis m. Scherdagh supra Albistan, 4000' (Haussknecht Hfm.). Armenia: In ditione oppidi Divriki, ca. 1000 m (cur. Bornmüller, Iter Pers.-turc, 1892 — 1898, Nr. 3221 s. n. D. anthoroideiim var. det. Huth). Erzinghan, in declivib. ad Euphratem prope Sürek (Sintenis, It. Orient., 1890, Nr. 2969 Z', s. n. D. anthor. var. rigida Freyn). Ak Dagh am Halys (Siehe, Herb. Hayek). Cojisolida Euphratica umfaßt die Pflanzen des Formenkreises des C. anthoroidea aus der Gegend um den oberen Euphrat, die von den Vertretern dieser Artengruppe in den angrenzenden Gebieten abweichen, untereinander aber sehr einheitlich sind. Sie besitzen eine ihnen eigene Form des Petalums. Der Winkel des doppelten Mittelnerven mit dem Seitennerven ist mittelgroß. In mehreren der Merkmale des Petalums und seines Spornes den Libanon-Formen ziemlich nahestehend, unterscheiden sie sich von diesen und allen anderen verwandten dadurch, daß die Flügel vom Hauptlappen nur durch eine wenig tief einschneidende Bucht getrennt sind. An dem fast schief abge- stutzt erscheinenden oberen Rand des Hauptlappens erscheinen die Gegensätze zwischen Buchten und Zipfeln noch mehr ausgeglichen als bei den Formen vom Libanon. Der Blütenstand ähnelt dem von C. Hohenackeri (ßoiss.) Schröd. Am mittleren Euphrat bei Biredschik finden sich Übergangsformen, die den Libanon-Formen sehr ähnlich sind. Consolida scleroclada (Boiss.) Schrödgr., comb, nova (^Delphinium sclero- cladum Boiss., Diagn. pl., nov. ser. i, VIII, p. 8 [1849]. — D. anthoroideiim ß. sclero- cladum Fl. or. I, p. 85). Auf Humus bei Tschakmola nördlich von Urfa (Nr. 1889). Delphinium pereginum L. An trockenen Hängen häufig von Tschermisch am Euphrat (var. eriocarpum Boiss., Nr. 1940) nördlich bis KJachta. Komür Han zwi- schen Malatja und Kharput. Überall von Diarbekir über Mejafarkin bis Zoch, 600 bis 1000 m. **Deipi2ii3ium Schroedingerianum Hand.-Mzt. nov. nomen [D. cyphoplec- trum Boiss. var. micranihum Boiss., Fl. or. I, p. 91 [1867]). In kiesigen Steppen und Wadis bei Kalaat Schergat (Assur) (Nr. 1092) und am Dschebel Makhul (Nr. 1064) zwischen Baghdad und Mossul. Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 45 A Delph. cyphoplectro praeter notas a Boissier I. c. indicatas (foliorum laciniae non constanter angustiores, flores autem eximie minores!) sepalis inferioribus obtusis- simis nee acutis differt. Nymphaeaceae. *Nuphar luteum (L.) Sibth. et Sm. Ain Arus (Quellsee des ßelich) (Nr. 1846) m See Solola unweit davon. Im Chabur zwisch Wadi Dewegetschit zwischen Diarbekir und Arghana. und im See Solola unweit davon. Im Chabur zwischen Safh und Hsitsche angeblich. Ceratophyllaceae. *Ceratophyllum demersum L. Basra, an zur Ebbezeit beinahe trockenen Stellen beim Khora-Kanal (Nr. 3 129). Papaveraceae (incl. Fumariaceae). *Papaver Armeniacum (L.) DC. (P. Caucasicum M. a B. ß. stenocarpum Boiss.). An trockenen Hängen auf Kalk- und Silikatgesteinen, 1200 — 8150 m. Gök Tepe (Nr. 229g) und Bekikara zwischen Kjachta und Malatja; am Göldschik und auf dem Hasarbaba Dagh, weiter abwärts am Tigris bis gegen Arghana; Meleto Dagh. Papaver Rhoeas L. var. genuinum Elkan. An üppigen Stellen der Steppen und besonders massenhaft in den kiesigen Sohlen der Wadis im Wüsten- und Halb- wüstengebiet. Längs des Euphrat von Meskene bis ungefähr Hit (Nr. 491, 658, 722, 3i86). Kieswüste bei Tekrit am Tigris. Dschebel Makhul und Dschebel Chanuka bei Assur (Nr. 1059). Papaver Rhoeas L. var. caudatifolium (Timb.) Fedde in Engl., D. Pflanzenr. IV, 104, p. 297. An trockenen Hängen bei Bekikara im kataonischen Taurus, 1600 m (Nr. 2441). Papaver macrostomum Boiss. et Huet. Gesteinfluren am Dschebel Sindschar ober der Stadt, 700 — i3oom (Nr. i486). Papaver glaucum Boiss. et Hsskn. An kräuterreichen Hängen des Dschebel Makhul und Dschebel Chanuka zwischen Schergat und Tekrit am Tigris (Nr. 1058). Im Bachbett ober Sindschar, 600—1000 m (Nr. 1407, dekapitierte Exemplare mit kleinen Blüten und kleinen gestreckteren Kapseln). Dschebel Abd el Asis. Caules (Nr. 1058) multiflori. Variat pedunculis setosis et glaberrimis, sepalis quoque sparse setosis. Capsulae in his speciminibus steriles tantum 8 mm longae. Roemeria hybrida (L.) DC. Meskene am Euphrat auf Kreidemergel des Tal- hanges (Nr. 379) und in der Steppe Dschubb el Mahdum (Nr. 357). Kalaat Schergat (Assur), leg. Maresch (Nr. 1135). *Glaucium Arabicum Pres. Am Euphrat an Kalkfelsen bei Haditha unter Ana (Nr. 783) und in der Kieswüste unterhalb Hit (Nr. 83 1). An Kalkmergelhängen bei Gharra im Dschebel Abd el Asis (Nr. 1784). Sepala et fructus juveniles dense setuloso-tomentelli. Dieselbe Behaarung besitzen auch die von Frauenfeld und von Aucher (Nr. i3iz) am Sinai, dem einzigen bisher bekannten Standorte, gesammelten Exemplare. 46 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Glaucium leiocarputn ßoiss. Selten an trockenen Hängen zwischen Kjachta und Malatja im kataonisctien Taurus, 1500 — 1900 m (Nr. 247g). Hypecoum pendulum L. Humus zwischen Dschebrin und Tijara östlich von Haleb (Nr. 273). Schlamm am Euphrat zwischen Tibne und Der es Sor (Nr. 576). Hypecoum grandiflorum Benth, Phryganaformation beim Kyryk Han zwi- schen Iskenderun und Haleb (Nr. 150). Humöse Stellen von Haleb (Nr. 207) bis Abu Herera am Euphrat. Fumaria Vaillanüi Lois. Auf Humus und Schlamm von Haleb (Nr. 254) bis ßaghdad. Acker bei Sumedscha von dort gegen Mossul (Nr. 954). Fumaria densiflora DC. {F. micrantha Lag., Boiss., cfr. Haussknecht, Beitr. z. Kenntn. d. Arten v. Fumaria sect. Sphaerocapnos in Flora LVI, p. 507 [1873]). Äcker und Humus. Haleb, unweit der Bahnstation (Nr. 215). Sumedscha zwischen Baghdad und Samarra (Nr. 955). Ain Kebrid bei Mossul (Nr. 1182). Capparidaceae. Oleome glauca DC. (= d. Kotschyana Boiss., Fl. or. I, p. 413 [1867] = ?Cl. glaucescens DC). In den Wüsten besonders auf Kies am Euphrat von Kaijim bei Abu- kemal bis gegen Baghdad (Nr. 651, 73i, 740, 765, 8i3), bei Tekrit und Schergat (Nr. 1 1 17) am Tigris. Auf sandigem Schlamm bei Chanimassi östlich von Baghdad nahe der persischen Grenze (Morck, Nr. 5). Häufig in der Gipssteppe beim See El Chattunije (Nr. 1610) und von dort gegen den Dschebel Sindschar (1587) und zwischen Gharra und Sfaijan am NW. -Fuße des Dschebel Abd el Asis. Das vorliegende reiche Material läßt an der Identität von Cleome Kotschyana mit glauca nicht zweifeln. Die Pflanzen von der Umgebung des Chattunije-Sees variieren mit 5 — 8'5 mm breiten reifen Früchten. Die von Boissier angeführten Unterschiede der Blätter sind jetzt auf den ersten Blick hinfällig. Da die dichten langen Papillen der Samen, wie sich an einem und demselben Exemplar beobachten läßt, sich erst sehr spät entwickeln, die Delessertsche Abbildung der Cl. glaucescens aber nur eine Schote mit jungen Samen ganz gleich abbildet wie jene von Cl. glauca und das einzige Exemplar im Herbier Boissier (leg. Aucher) die Samen um die Chalaza ebenfalls papillös zeigt, so halte ich es für sehr wahrscheinlich, daß jene Art auch von C. glauca nicht spezifisch zu trennen ist. Oleome Arabica L. Schlammwüste zwischen Kerbela und Musseijib (Nr. 859). Petala plantarum mearum (ex adnot. ad vivum) albida, margine et nervis brunneis, illa speciminum a cl. Bornmüller in eadem ditione lectorum (lt. Pers.-Turc, Nr. 28) sicca quoque sicut Aegyptiaca laminas purpureo-violaceas monstrant. Oleomte ornithopodioides Willd. var. sessilis Boiss. Im Bachgerölle und be- sonders häufig auf lockerer Erde mit Satureia laxiflora auf Kalk- und Urgesteinen, 500 — 1600 m. Karatschor zwischen Kjachta und Malatja (Nr. 2225). Komür Han zwi- schen Malatja und Kharput. Massenhaft im Engpaß zwischen Kesin und Arghana (Nr. 2534). Im Sassun verbreitet (Nr. 2917). In Wadis bei Zoch; Flußalluvionen ober Dschesiret-ibm-Omar. Oapparis parviflora Boiss. (C spinosa s. parviflora Boiss., Fl. or.) **var. gla- herrima Hand.-Mzt. (nova). Tota planta glaberrima. Petioli et folia valde juvenilia tantum sparsissime puberula. Planta raontium Dschebel Sindschar (Haussknecht, Hfm.) evoluta sparsissime puberula transitum praebet. i Pteridophrta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 47 An Felsen herabhängend, 700 — iioom. Am Tigris von Fündük. ober Dschesiret- ibm-Omar bis Balak (Nr. 3ooo). Bei Mar Jakub nördlich von Mossul. In den Schluchten des Dschebel Sindschar (vgl. oben). Von der folgenden Art in den Merkmalen konstant und auch durch Wuchs und Vorkommen immer ganz verschieden. Capparis Sicula Duham., Traite des arbres et fruitiers, Nouv. edit. I, p. 15g (1808), secund. Lojacono et Pritzel (= C. herbacea Marsch, a Bieb. in Willd., Enum. pl. hört. reg. bot. Berolin., p. 560 [1809] = C. spinosa ß. canescens [Coss.] Boiss.). Auf Schlamm und etwas fruchtbarem Boden, wenngleich oft zwischen Gestein, im Steppen- gebiet daher besonders im Talweg der Flüsse und in kleinen Mulden. Haleb (Hakim, Nr. 73, arab. «Kabbar»). Rakka am Euphrat. Überall häufig von ßasra über ßaghdad (Nr. 947) bis Mossul. Am mittleren Chabur und um den Fuß des Dschebel Sindschar (Nr. 1565). Von Urfa nach N. zum Euphrat (Taf. IV, Fig. 4), noch bei Is Oghlu zwi- schen Malatja und Kharput sehr häufig. Von Diarbekir über Mejafarkin bis Haso, Zoch und Balak am Bohtan überall. Nicht viel über 1000 m beobachtet. Cruciferae.') Sisymbrium Irio L. In Gebüschen auf dem Schlamme des Euphrat bei El Hammam nw. Rakka (Nr. 501). Sisymbrium Sinapistrum Crtz. (5". Pannoniciim Jacq., Boiss.). Auf Humus, in Äckern und erdigen Steppen von Haleb (Aleppo) (Nr. 264) über Meskene (Nr. 854) am Euphrat bis gegen Rakka. Gesteinfluren des Dschebel Sindschar ober der Stadt (Nr. 1365). Auwälder am Tigris bei Mossul (Nr, 1261) und an Gräben bei Kesin nahe seinem Ursprung (Nr. 2629). Besonders die Pflanze von Aleppo entspricht dem Sis. erucastroides (Stapf) Bornm. (conf. Bornm., It. Fers. -Türe. I, p. 106), doch zeigen gleich große Blüten auch Exem- plare aus Niederösterreich, Ostpreußen und Polen, viel kleinere hinwiederum solche aus Persien von Hamadan (Pichler, UnW.), so daß sich auch eine geographische Trennung kaum durchführen läßt. Sisymbrium pumilum Steph. Halbwüste zwischen Mejadin und Salhije am Euphrat (Nr. 628). Sisymbrium adpressum Trautv., Increm. fl. phaner. Rossic, f. III, in Acta Horti Petropol. IX/i, p. 367 (1884) (= S. tetracmoides Boiss. et Hsskn. in Boiss., Fl. or., Suppl., p. 43 [1888]). Kalkmergelhänge bei Bara im Dschebel Sindschar (Nr. 3i83) Sisymbrium runcinatum Lag. Meskene, auf Mergel des Talhanges (Nr. 38 1). Im Schlamme des Euphrat von dort bis gegen Der es Sor (Nr. 512, 563), auch an humoseren Stellen in kleinen Mulden auf dem Plateau in der Steppe (Nr. 453). Im Sande der Wadis bei Kaijim unter Abukemal (Nr. 659). Descurainia Sophia (L.) Webb (Sisymbrium Sophia L.). Unter Gebüschen auf Schlamm unterhalb Rakka am Euphrat. Auf Schutt des Talhanges dortselbst bei Tibne (Nr. 570). ^) Anordnung nach Hayek, Entwurf e. Crucif.-Syst. auf phylogenet. Grundl. in Beih. z. bot. Centralbl. XXVII, Abt. I, p. 127 (1911). 48 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Erysitnum Smyrnaeuzn Boiss. et Bai. Nemrud Dagh bei Kjachta, an Quellen und in Gräben bei den Tschirik Jailassi (Nr. 2160) und am trockenen Hange gegen Kasas (Nr. 2055). Hasarbaba Dagh am Göldschik, 1700 — 2000 m. Erysimum tenellutn DG. Auf Humus und in Äckern zwischen Dschebrin und Tijara (Nr. 272) und am Nähr ed Deheb (Nr. 305) östlich von Haleb (Aleppo). ^Erysimum oleaefoliutn J. Gay. Steppe zwischen Abu Herera und El Ham- mam oberhalb Rakka (Nr. 450) und Wüste zwischen Haditha und Baghdadi unter Anah (Nr. 801) am Euphrat.^) Erysimum strophades Boiss. (Strophades la^iceolata Boiss. 1842, non Ery- simum lanceolatiim R. Br. 1812). Kieswüste nördlich von Tekrit am Tigris zwischen Baghdad und Mossul (Nr. 1007). Planta biennis, sed certe E. oleaefolio proxima, floribus albis vel pallide roseo- violaceis, calycibus 4 mm, petalis 6 mm longis, stylo siliquae latitudine in statu minus evoluto pluries longiore (sicut in E. oleaefolio, quae utraque ergo ad genus Syreniam melius non separandum pertinent). Erysimum. Armeniacum Boiss. {E. gelidum ß. Kotschyi Boiss.). Im Schutt auf dem Meleto Dagh häufig, 2400 — ^Sioom (Nr. 2769J. ^^•Erysimtum echinellum. Hand.-Mzt., sp. nova (Fig. i, Nr. i). Planta perennis radice tenui descendente, rhizomate brevi multicipite, rosulas foliorum steriles et caules floriferos numerosos edente. Folia angustissime spathulato - linearia, 2—4 cm longa et ± i mm lata, complicata et (loco natural! saltem) incurva, in petiolum tenuem basi in Vagi na m fere 1*5 — 2mm latam persisten- tem dilatatam sensim at- tenuata, margine inte- gerrima vel rarissime hie illic denticulo sub- tili acuto obsita, pilis bifidis uno alterove trifidoimmixtoinplanta naturali densissimis albi- cantia, in planta e semi- nibus culta virescente sparsius obsita. Caules humiles, interdum basi ramosi, crassiusculi, sicut folia pilosi, basi foliis perpaucis in axillis fasciculiferis obsiti. Inflorescentia florifera bre vis, fructifera elongata totum fere caulem occupans. Flores breviter pedicellati, pedicellis i'5, fructiferis usque ad 3 mm longis. Sepala pilis bipartitis obsita, basi saccata, lutescentia, 5 mm longa, exteriora cymbiformia apice cucullata. Petala pallide sulphurea, ad Fig. I. I. Früchte von Erysimum echinellum H.-M. 2. Blattbehaarung, 3. Früchte von Crambe alutacea H.-M. Vergr. ca. 2^/2. ^) *Erysimum purpureum Auch. Nemrud Dagh bei Kjachta, leg. Luschan (UnW.). Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 49 7 mm longa, unguibus longis, lamina late ovata. Glandulae placentariae subob- soletae. Siliqua matura in pedicello erecto-patulo suberecta, 2 — 3 cm longa, ± 1-5 mm lata, obscurequadrangula, pilistri-etquadriradiatis, paucis tantura bifurcis densis canescens, in parte superiore imprimis tuberculis crebris fili- formi-cylindricis apice stellam pilorum gerentibus obsita, stylo tenui 2 — 3 mm longo, stigmate minute bilobo. Zwischen Serpentinfelsen auf dem niedrigeren Gipfel des Hasarbaba Dagh am Göldscriik (Quellsee des Tigris), 2400 — 2450m, 29./VII. 19 10 (Nr. 2608). Erysimum uncinatifolium Boiss. et Huet a nostra specie differt petiolorum basibus non dilatatis, foliis saepius denticulatis, caulibus creberrime foliosis, siliquis non echinu- latis multo longioribus earumqae pilis plurimis bifurcis, E. alpestre Kotschy, cuius sili- quae maturae adhuc ignotae sunt, caulibus crebre foliosis, glandulis placentariis fili- formibus. Die vorliegende Pflanze ist sehr auffallend durch die spitzen Höcker, die sich in großer Zahl an den Schotenklappen finden. Analoge Wucherungen der Fruchtwand sind in der Gattung in den runden Warzen von E. verrucosum und scabrum bekannt, die aber beide mit unserer Art nichts zu tun haben. Bei der Suche, ob nicht diese auf- fallende Pflanze mit einer bisher nur blühend bekannten Art identisch sein könnte, kam ich nur auf E. alpestre, doch machte mich später Herr Kustos Bornmüller auf E. uncinatifolium aufmerksam, das ebenfalls perenn und mit zerstreuten mehrstrahligen Haaren vorkommt. Die Unterschiede, die ich gegenüber diesen beiden Arten fand, sind oben dargelegt. Erysimum hirschfeldioides Boiss. et Hsskn. Auf Humus bei Tschakmala nördlich von Urfa, 700 m (Nr. 1888). Boissier lagen keine reifen Früchte vor. Nach den von mir gesammelten ist die Diagnose zu berichtigen: Pube brevissima non patente, siliquis absque stylo 7 — 10 mm longis, 2 mm latis, a tergo compressis, ad stylum tenuem strictum eis dimidio brevioiem subsensim attenuatis, valvis obtuse carinatis, seminibus paucis magnis ellipticis. Barbarea minor K. Koch. An Quellen und in Gräben. Tschirik Jailassi am Nemrud Dagh bei Kjachta, 1950 m (Nr. 2159). Quelle Terk am Ak Dagh, 2350 m (Nr. 2365). Nasturtium ofßcinale R. Br. In Quellen und Quellbächen (500 — 1600 m). Dscheddale (Nr. 1535) und Bara am Dschebel Sindschar. Schios nördlich von Mossul. Zwischen Karatschor und Kumik nördlich von Kjachta auf Schiefer (Nr. 2271). Cardamine hirsuta L. Prinkipo im Marmarameer, im Strandföhrenwald (Nr. 2). Arahidopsis Thaliana (L.) Schur [Sisj-mbrium Thalianum Gay, Boiss.). Mit voriger (Nr. 5). Arabis Caucasica Willd. (A. albida Stev.) var. brevifolia (DG.) Boiss. An Felsen, i5oo— 2700m. Nemrud Dagh (Nr. 215 1) und Ak Dagh (Nr. 2309) im katao- nischen Taurus. Meleto Dagh im Sassun. Isatis Aleppica Scop. Äcker und humöse Stellen von Haleb (Nr. 186) nach Osten bis zum Nähr ed Deheb (Nr. 298). Isatis Aucheri Boiss. An Felsen nw. unter dem Gipfel des Nemrud Dagh (Nr. 2o63) und am SO. -Hang des Ak Dagh im kataonischen Taurus auf Erdboden, ± 2000 m. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXVIF, igij. 4 50 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Texiera glastifolia (DC.) Jaub. et Sp. Auf Humus von Haleb (Nr. 200) bis zum Nähr ed Deheb. Schitnpera Arabica Höchst, et Steud. Halbwüsten und Wüsten besonders im Sand am Euphrat von Mejadin (Nr. 63 1) bis Babylon recht häufig, bei Beled oberhalb Baghdad (Nr. 981) und im Wadi Schreimije nördlich von Tekrit am Tigris. Meine Fruchtexemplare von Beled haben durchwegs Schnäbel von 1^/2 Fächer Schötchenlänge und bis etwas über 2 mm Breite, was aber auch an Exemplaren von Sinai vorkommt. Malcoltnia Africana (L.) R. Br. Mergeliger Talhang bei Meskene (Nr. 366) und auf Schlamm im Talwege des Euphrat abwärts bis Hit (Nr, 562). Am Tigris auf Schwemmsand bei Assur (Nr. 1040) und bei Mossul (Nr. 1180). Malcolmia torulosa (Desf.) Boiss. Auf Humus und Schlamm von Nähr ed Deheb östlich Haleb (Nr. 294) über Meskene (hier auch auf Mergel des Talhanges, Nr. 373) im Euphrattal (Nr. 201, 511, 565, var. contortuplicata Boiss.) abwärts bis Nahije ober Ana, hier auch in der Wüste (Nr. 712, mit var. contortuplicata). Abhänge bei Ain Kebrid nächst Mossul (Nr. 11 84, var. leiocarpa Boiss.). Flores nunc albi, nunc pallide violacei vel pallide sulphurei. Der Name Matthiola cornuta (Fall.) Stapf, Erg. Pichl. Pers. II, p. 32, den auch Busch, Fl. Caucas. crit. in Trudii Tiflis. bot. S. IX/6, p. 643 (igio) voransetzt und der aui Erysiniitn cornutum Pallas, Reise III, Tab. Mm, Fig. i (1776) beruht, ist dortselbst nur auf der Tafel ohne Analyse publiziert, während im Text die Pflanze als Efj^siniitn polj'ceratum beschrieben und die Tafel dazu zitiert wird, kann daher gewiß nicht an- gewendet werden. *Malcolmia Ledebourii Boiss. Auf Humus am Nähr ed Deheb östlich von Haleb (Aleppo) (Nr. 289). Die Früchte sind verkümmert, daher eine geringe Verschiedenheit von der trans- kaukasischen Pflanze immerhin möglich, sonst kann ich aber das eine schöne Exemplar nur für diese Art halten. Malcolmia Bungei Boiss. var. Assyriaca Bornm., It. Pers. -Türe. I, p. 108 (191 1). Kieswüste am Euphrat unterhalb Hit (Nr. 83o) und am Tigris zwischen Samarra und Beled (Nr. 991). Meine Exemplare haben teilweise auch auf der Fläche zerstreut behaarte Blätter und ebensolche Schoten und Blütenstiele von nur halber Kelchlänge. Letzteres findet man auch an manchen Exemplaren Bornmüllers. Charakteristisch scheinen mir die dick- lichen Blätter zu sein. Eine kritische Klärung der Formenkreise der einander sehr nahe- stehenden M(^/co/m/^ßz^;z^ei,c/rc;;2«afa (Bge.) Bo\ss. , Hj^rcanica Fr. et Sint. und Arabica Velen. wird erst an der Hand reichlicheren Materials, als heute vorliegt, möglich sein. Matthiola oxyceras DC. Massenhaft in den Steppen und Wüsten von Abu Herera unter Meskene (Nr. 446, 461) am Euphrat bis Hit. Beled am Tigris unter Sa- marra. Kalaat Schergat, lg. Maresch (Nr. 1149). Bara am Westfuß des Dschebel Sindschar (Nr. 3 180) und von dort zum Chabur, auch auf Lava am Teil Kokeb. Leptaleum ßlifolium DC. Auf trockener Erde am Euphrat von Meskene (Nr. 384) bis Babylon. Wird in Der es Sor frisch gegessen. Chorispora Syriaca Boiss. Auf Humus bei Haleb unweit der Bahnstation (Nr. 199), am Nähr ed Deheb. Steppe bei Abu Herera unter Meskene am Euphrat (Nr. 420). Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 51 Sterigmostemon sulphureus (Russ.j Bornm., Iter Pers.-Turc. I, p. iio {Ste- rigma sulphureum [Russ.] DC.j. Auf Humus, in Äckern zwischen Dschebrin und Tijara östlich von Haleb (Nr. 267.)^) Anchonium Tournefortii Bohs. (cfr. Bornm., Iter Pers.-Turc. I, p. 109). Sehr häufig auf Humus auf dem Meleto Dagh im Sassun von 2600 — 3ioom (Nr. 2795). Euclidium Syriacum (L.) R. Br. Haleb, auf einer Mauer (Nr. 234). Steppe bei Abu Herera unter Meskene am Euphrat (Nr. 423). Fihigia clypeata (L.) Med. Dschebel Sindschar, Gesteinflur am Hange des Tschil Miran, 1000— i3oom (Nr. 1465). Fibigia eriocarpa (DC.) Boiss. Nemrud Dagh bei Kjachta, Gesteinfluren, 900 bis 1500 m (Nr. 2127). Scheichan im Sassun (?, vielleicht vorige). Fihigia macroptera (Ktsch.) Boiss. var. microcarpa Boiss. Dschebel Sindschar, wie F. clypeata (Nr. 3 181). Alyssum condensatum Boiss. et Hsskn. Nemrud Dagh, an steinigen Stellen auf Kalk, 1600— 2250 m (Nr. 2106), hier schon von Luschan i883 gesammelt, hierher wohl auch die auf Porphyr an seinem Fuße im Tale zwischen Kasas und Kjachta, dz 900 m in Menge vorkommende Pflanze. Auf Glimmerschiefer am Hange nördlich von Karatschor im kataonischen Taurus, 1400 — 1500 m (Nr. 2253). ? Alyssum Graecum Hai. (det. Baumgartner). Nemrud Dagh bei Kjachta, 1600 — 2250 m (Nr. 2107J. «Ob ein von A. Graecum etwas in der Behaarung abwei- ^) Die Zederbau ersehe Angabe von Sterigma torulosum für das mittlere Kleinasien (Erg. Reise Erdschias D., bot. T., p. 397) ist falsch und bezieht sich auf eine neue Syrenia-ArX, welche das Areal der Gattung nach Westen erweitert und von den beiden bekannten durch andere Behaarung und ganz jenen von Erysimuyn echinellum gleichende Tuberkeln auf den Früchten bedeutend abweicht: **Syrenia Lycaonica Hand.-Mzt., sp. nova. Biennis, radice brevi perpendiculari, parce fibrosa. Folia rosulantia jam florendi tempore evanida, parva, tenera, anguste lingulata, petiolis longis tenuibus basi in vaginas anguste tri- anguläres parvas teneras persistentes dilatatis suffulta. Gaules complures, i 25 cm alti, erecti et subgeniculato-ascendentes, simplices vel superne ramosi, crassiusculi, foliorum vestigiis subtiliter an- gulato-strial i. Folia caulina numerosa, dispersa, saepe in axillis fasciculigera, erecta saepe apice extus curvata, 5 — 10 cm longa, anguste lingulata, acuta, 4 — 6 mm lata (suprema saepe dimi- nuta), marginibus hie illic inflexis, interdum uno alterove denticulo praeditis, ad basin non vaginantem longissime angustata, rigidula, sicut caules pilis brevibus bifidis asperis parallele adpressis canescentia. Inflorescen tiae multiflorae, laxe spicatae, aphyllae, cauHum fere duas tertias am- plectentes. Flores patuli, subsessiles (pedicellis crassis nondum i mm longis). 15 mm longi, calyce petalis obovato-oblongis integris longe unguiculatis sulphureis subduplo breviore, sepalis pallidis teneris basi saccatis late linearibus, anguste carinatis, margine apicem angustatum ob- tusum versus angustissime merabranaceo undulato, extus pilis parvis trifidis paucis bifidis immixtis adpresse pubescentibus, ovario stylum crassiusculum 5 mm longum aequante, pilis brevibus trifidis et stellatis pluriraniosis patulis dense hispidulo, stigmate bilobo lobis subglobosis Siliqua (semimatura) sub angulo dimidio erectopatula, absque stylo 17mm longa, i mm crassa, subteres, leviter bicarinata, tuberculis filiformi-cylindricis apice pilos trifidos vel stellatos gerentibus muriculata et praeterca sicut ovarium pilos a, seminibus biserialibus. Asia minor centralis (Lycaonia): Steppe bei Karapunar zwischen Konia und Eregli, lg. Mai 1902 Zederbauer (Hfm., UnW.). Syrenia siliculosa (M. a B.) Andrz., S. sessiliflora (R. Br.) Ledeb. et S. angustifolia (Ehrh.) Rchb., species, siquidem Erysimi species omnes stylis longis praeditae ad Syreniam perducuntur, solae cum nostra comparandae, differunt ab hac indumento toto bipartito (in calycibus tantum pilis trifidis sparsis et in siliquis pluribus intermixto), in siliquis non echinulatis transverse adpresso, foliis ple- rumque anguste linearibus, floribus intensius luteis, prima etiam floribus longius pedicellatis. 4* ^2 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. chendes Stück vorliegt oder eine neue Varietät oder Rasse, ist aus dem einen fruchten- den Exemplare schwer zu sagen. Ich möchte für ersteres sein» (Baumgartner). Alyssum desertorum Stapf (.4. minimum aut.). In Wadis bei Kaijim unter Abukemal am Euphrat (Nr. 660). Alyssum campestre L. Steppen und steinige Hänge am Euphrat zwischen Meskene und Der es Sor (Nr. 452, 553). Mossul (Nr. 3182). Alyssum meniocoides Boiss. Steppe am Euphrat bei Abu Herera unter Mes- kene (Nr. 424). In der Blütengröße liegt kein Unterschied zwischen dieser Art und AI. aureiim (Fzl.) Boiss. Vgl. Post, Fl. of Syria, Pal., Sin., p. 86, die aber das schon ßoissier aus Palästina bekannte AI. linifolium übersehen hat. Alyssum linifolium Steph. Steppe und Kieswüste am Euphrat: Gebirge El Hilu ober Der es Sor (Nr. 542). Zwischen Mejadin und Sahije (Nr. 632). Kaijim unter Abukemal (Nr. 652). Gamosepalum alyssoides Hsskn., Drei neue Crz/ci/".- Gattungen d. orient. Flora in Mitt. Thüring. bot. Ver., N. F., H. XI, p. 75 (1897). Kalkmergelhänge bei der Dorfruine Gharra im Dschebel Abd el Asis, ca. 600 m (Nr. 1749). Von dem von Haussknecht im Dschebel Sindschar gesammelten G. confine (1. c, p. 74) nach der Beschreibung verschieden durch dichtere Fruchttraube, von der von ihm dazu gezogenen Pflanze von Sintenis, Nr. 2161 durch auch in der Kultur nur wenig veränderte dicht geschlossene Behaarung der Blätter. Solange nicht reich- licheres Material in allen zusammengehörigen Stadien eine natürliche Trennung zuläßt, läßt man die von Haussknecht 1. c. aufgestellten Arten besser beisammen unter dem von ihm für diesen Fall gegebenen Namen. Clypeola lonthlaspi L. Phryganaformation beim Kyryk Han zwischen Isken- derun und Haleb (Nr. 146). Humus bei Haleb (Nr. 214). Auf Mergel um Meskene häufig (Nr. 405). Wadi bei Kaijim unter .'\bukemal am Euphrat (Nr. 661). Draba minima (C. A. Mey.) Steud., Nomencl. bot., ed. 2, 1, p. 528 (1840). Conf. Wibiral in Österr. bot. Zeitschr. LXI, p. 384 (igii). Phrygana beim Kyryk Han (Nr. i33). Humus zwischen Dschebrin und Tijara bei Haleb (Nr. 726). Steppe am Nähr ed Deheb östlich von dort (Nr. 3 12). Draba spathulata Läng in Sturm, Deutschi. Fl., H. 65 (1834) (Erophila spa- thulata Läng in Syll. soc. Ratisb. I, p. 180 [1824], Er. vulgaris Boiss. p. p.). Humöse Stellen am Nähr ed Deheb bei Kwäris (Nr. 293). Draba Krockeri (Andrz.) Schur, Enum. pl. Transsilv., p. 67 (1866) (Dr. verna ß. Krockeri Andrz. in Reichenb., Fl. germ. excurs., p. 665 [i832], Erophila vulgaris Boiss., Fl. or. I, p. oo\ saltem p. p.). Im Strandföhrenwald auf der Insel Prinkipo bei Konstantinopel (Nr. 9). Draba diversifolia Boiss. et Huet. Kalkgestein auf dem Ak Dagh zwischen Kjachta und Malatja, 2500 — 2670 m (Nr. 2325). Serpentinfelsen auf dem Hasarbaba Dagh am Göldschik, 2400 — 2430 m (Nr. 2606). Diplotaxis Harra (Forsk.) Boiss. Steinige Steppen und Wüsten, seltener in humöseren Steppen, besonders in Menge im Kies der Hänge und Wadis Tibne ober Der es Sor (Nr. 569) und von Abukemal bis Hit am Euphrat (Nr. 687). Massenhaft Anthophyta und Pteridophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 53 auf dem Dschebel Hamrin (Dsch. Makhul und Dsch. Chanuka) am Tigris und in seiner Umgebung, ebenso am Fuße des Teil Kokeb am Chabur auf Lava. Diplotaxis erucoides (L.) DC. Auf Schlamm am Tigris unter Baghdad (Nr. 905), Äcker und Schlammvvüste bei Sumedscha zwischen Baghdad und Samarra (Nr. 961). Brassica nigra (L.) Koch. Auwälder des Tigris bei Mossul und in üppigen Wiesen dortselbst gegen Seiramun (Nr. 1209). Brassica Tournefortii Gon. Äcker bei Der es Sor am Euphrat (Nr. 619) und Schwemmsand des Tigris bei Schergat (Assur), hier nahezu mannshohe, durch reiche Verzweigung kugelige Büsche bildend (Nr. 1042). Sinapis alba L. Mossul: Ain Kebrid (Nr. 1187) und Kujundschik (Ninive) (Nr. 1387), an wüsten Orten. Sinapis arvensis L. var. orientalis (L.) Murr. Mossul, Ain Kebrid, mit voriger (Nr. 1188). Chanimassi östlich von Baghdad, auf sandigem Schlamm (Morck, Nr. 6). Sinapis Mesopotamica Spr. (S. arvensis y. MesopotatJiica Boiss.). Mossul, Abhang gegen den Tigris bei Ain Kebrid (Nr. 977). Eruca sativa Lam. var. eriocarpa (Boiss.) Post, Fl. of Syria, Palest., Sinai, p. 79 (1896) [E. Cappadocica Reut. var. eriocarpa Boiss.). Mergelhang bei Meskene am Euphrat. (Nr. 369). In den Wadis bei Schergat (Assur) am Tigris (Nr. 1094). Hirschfeidia incana (L.) Lowe {H. adpressa Mnch.). Auwälder des Tigris bei Mossul (Nr. 1260). Massenhaft in den Steppen von dort bis zum Westfuß des Dschebel Sindschar und von Diarbekir über Mejafarkin bis zum Bohtan. Erucariamyagroidesiy.) Hai., Consp. Fl. Graec. I, p. i23 [E. Aleppica Gaertn., Boiss.). An üppigen Stellen der Steppe bei El Hammani ober Rakka (Nr. 496), in der Halbwüste bei Salhije unter Mejadin und in einem Wadi bei Ana am Euphrat. Kalk- mergel bei Bara und im Wadi Schilu im Dschebel Sindschar (Nr. 1558). Erucaria Hamrinensis Bornm,, Mitt. Thüring. bot. Ver., N. F. XXVII, p. 23 (1910). In der Kieswüste zwischen Samarra und ßeled häufig (Nr. 995), Halbwüste nördlich von Tekrit und in Steppen bei Kalaat Schergat (Assur) (Nr. 1029, lg. Maresch, Nr. 1141) am Tigris. Gipssteppe am See El Chattunije zwischen dem Chabur und Dschebel Sindschar. Erucaria Aleppica d. polysperma Boiss., Fl. or. I, p. 366 gehört nach den Exem- plaren von Kut Noe, Nr. 8, 1128 im Herb. Boiss. nicht hierher, wie es Bornmüller, 1. c, nach der Beschreibung für möglich hielt. **Crambe alutacea Hand.-Mzt. sp. nova {alutaceus, chagriniert, von der Be- schaffenheit des Exokarps). (Fig. i, Nr. 2, 3 und Fig. 2.) Biennis (an perennis monocarpica?) radice crassa descendente. Caulis crassus, versus im altus, tenuiter multicostatus, in parte inferiore praesertim breviter retrorsum hispidus et subtilissime sparse puberulus. Folia rosularia usque ad 3ocm longa et 15 lata, breviter petiolata, ambitu elliptica, obtusiuscula, in lobos utrinque 3 — 4 obovatos obtusiusculos subporrectos ad ^/^ usque ^j^ utriusque lateris, basin versus profundius fissa, toto margine obtuse et undulato dentata et saepe repanda, sicut petioli undique setis rigidis ^/^ mm longis e tuberculis ortis et minoribus saepe ad illarum tuberculos stellatim compositis densis- sime albide scabro-tomentosa; folia caulina ovata indivisa, breviuscule petiolata, 54 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. eodem modo vestita. Inflorescentia ampla, ramis longis virgatis sub angulis ± 50° abeuntibus. (Flores ignoti.) Silicula pedicello 5mm longo, erecto, rigido, apice in- crassato suffulta, albida, articulo inferiore clavaeformi 1^/2 — fere 2mm longo, I mm crasso, irregulariter longitudinaliter foveolato, superiore exacte globoso, obtusissimo, 4 mm diametro, pericarpio tenui durissimo corii more eleganter aluta- ceo et indistincte longitudi- naliter exarato, Semen ma- gnum nigrellum, non sulcatum, opacum. In steinigen Kalksteppen am Nordfuß des Dschebel Abd el Asis zwischen El Abed und Gharra, 21. /VI. (Nr. 170g) und zwischen Gharra und Sfaijan, 23. /VI. 1910 (Nr. 1822), auch auf Mergel bei Gharra. Dann (nur nach Notizen!) auf der Hochfläche zwischen Urfa und der südlichen Kette des Tau- rus gegen Kjachta an einigen Stel- len und von Schios nördlich von Mossul gegen Peschchawur. 400 — 800 m. Calepina irregularis (As- so)Thellg.(C. Corvini[h\\.'\ Desv., Boiss.). Haleb, in Garten am Ku- waik (Nr. 289). Rhaphanus sativus L. Mossul, in Hecken gegen Kujun- dschik (Ninive) (Nr. 1288). Fig. 2. Blattroseue von Oambc alutacea H.-M. Ca. ^/j nat. Gr Carrichtera annua (L.) Aschers., Index sem. horti Berolin., 1866, p. i3 (C. Vellae DG., Boiss.). Steppe bei El Hammam ober Rakka am Euphrat (Nr. 476). Kies- wüste bei Tekrit am Tigris. Savignya parviflora (Del.) Webb. [S. Aegyptiaca [DG.] Boiss.). Kieswüste zwischen Kaijim und Nahije ober Ana (Nr. 711) und unter Hit (Nr. 819) am Euphrat und zwischen Samarra und Beled am Tigris. Flores luteoli vel pallide roseo-violacei. Lepidium perfoliatum L. Auf Mauern bei Haleb (Aleppo) (Nr. 235). Saftige Steppe bei Abu Herera und unter Gebüsch im Talweg unter Rakka am Euphrat. Lepidium Aucheri Boiss. Auf ausgetrocknetem Schlamm in kleinen Mulden der Wüste zwischen Scheriat- el- ßeda und Sumedscha nördlich von Baghdad (Nr. 966). Lepidium latifolium^ L. s. str. Im Bachkies bei Gharra im Dschebel Abd el Asis (Nr. 1746}. Ruderalplätze bei Karaköprü und Böjükbagh nördlich von Urfa gegen Anthophyta und Pteridophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 55 Kjachta, dortselbst an Wasserläufen, dann bei Beraei östlich von Zocb, an den Mauern von Mejafarkin. Cardaria Chalepensis (L.) Hand.-Mzt., comb, nova var. auriculata (Boiss.) Hand.-Mzt. f. canescens Thellg. (Lepidium Draba ssp. Chalepense [L.] Thellg., Die Gattg. Lepidium, p. 88 [1906] var. y. auriculatum [Boiss.] Thellg., 1. c, p. 89 f. catie- scens Thellg., p. 90). An trockenen Hängen bei Bekikara zwischen Kjachta und Malatja, 1600 m (Nr. 2455). Cardaria Draba (L.) Desv, s. str. (^Lepidium Draba L., Boiss.). Unter Tama- riskengebüsch im Schlamme des Euphrat unter Rakka und bei Salhije unter Mejadin (Nr. 639) häufig. In ausgetrockneten Wassergräben unter Mossul. Coronopus verrucarius (Gars.) Muschl. et Thellg. [Senebiera Coronopus [L.] Poir.). Iskenderun (Alexandretta), auf Dämmen (Nr. 42). Haleb (Aleppo) (Hak im). Auf Humus am Nähr ed Deheb (Nr. 296). Wüste bei Sumedscha nördlich von Baghdad (Nr. 965). Hutchinsia procumhens (L.) Desv. (^Capsella procumbens [L.] Fries, Boiss.). Humus am Nähr ed Deheb östlich von Aleppo (Nr. 3oi). Schlamm bei Abu Herera (Nr. 426) und zwischen Mejadin und Salhije (Nr. 634) am Euphrat. Iberis odorata L. Mossul, auf Ackern (Nr. 119G, 1290). Aethionema speciosum Boiss. et Huet. Gesteinfiuren auf dem Ak Dagh zwi- schen Kjachta und Malatja, 2000 — 2400 m (Nr. 2351). Aethionema iberideutn Boiss. Ak Dagh, auf Kalk, 2250 — 2670 m (Nr. 23i6). Hasarbaba Dagh am Göldschik, an Serpentinfelsen, 2400 — 2430 m (Nr. 2607). West- hang des Meleto Dagh, 2100 m. Semina plerumque in quoque loculo tantum singula. Aethionema Arabicum (L.) Andrz. {^Ae. Buxbaumii [Fisch.] DG.). Gestein- fluren des Dschebel Sindschar ober der Stadt, 600 — 700 m (Nr. 1357). Aethionema heterocarpum J. Gay. Phryganaformation beim Kyryk Han zwi- schen Iskenderun und Haleb (Nr. 140). Bei Haleb (Nr. 190) und Nähr ed Deheb auf Humus. Sintenis, Iter Orient., 1888, Nr. 844 (als Ae. heterocarpum) ist Aeth. Syriacum (Boiss.) Hand.-Mzt. comb, nova (^Campyloptera Syriaca Boiss., Ann. Sei. nat., 1842, p. i(^\ ^== Aethionema campylopterum Boiss., Fl. or. I, p. 353 [1867]) mit hetero- morphen Früchten (vgl. Post, Fl. of Syr. Pal. Sin., p. 92). Thlaspi perfoliatum L. Auf Humus unweit der Bahnstation Haleb (Nr. i83). Thlaspi perfoliatum yar. microcarpum Boiss. Phryganaformation beim Kyryk Han zwischen Iskenderun und Haleb (Nr. i37). Teesdalea Lepidium DC. Strandföhrenwald auf Prinkipo bei Konstantinopel (Nr. 4). *Heldreichia rotundifolia Boiss. In lockerem Gehängeschutt (Kalk) des Ak Dagh im kataonischen Taurus zwischen Kjachta und Malatja, 2250 — 2670 m (Nr. 23o3). Schieferschutt im Engpaß von Kory gegen letztere Stadt, 1800 m. Nordhang des Meleto Dagh im Sassun, 2750 m (Nr. 2903, ohne Früchte). Siliculae saepe 5 mm longae et 9 latae. basi saepe horizontaliter retusae, item apice vel hie leviter emarginatae. 56 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Peltaria angustifolia DG. Gesteinfluren des Dschebel Sindschar ober der Stadt, 700 — i3oom (Nr. 1450). Camelina hispida Boiss. Mergelhang des Euphrattales bei Meskene (Nr. 3go). Üppige Steppe bei El Hammam ober Rakka (Nr. 492). Vogelia Thracica (Velen.) Hand.-Mzt., comb, nova (Neslia Thracica Velen., Fl. Bulgarica, p. 47 [1891]. Vogelia paniculata ß. Thracica Bornm., Iter Pers.-Turc. I, p. 122 [191 1]). Haleb (Aleppo), in Ackern unweit des Bahnhofes (Nr. 21g). Capsella Bursa pastoris (L.) Med. Iskenderun, auf Dämmen (Nr. 43). Von dort gegen Haleb bei Dschindaris (Nr. 125), nächst Haleb (Nr. 210), am Nähr ed Deheb (Nr. 3 11) und bei Abu Herera am Euphrat in Humussteppen. Resedaceae. Reseda decursiva Forsk. [R. propinqua R. Br., Boiss.). Mergelboden des Tal- hanges bei Meskene (Nr. 372), Abu Herera und El Hammam am Euphrat in Steppen, auch an üppigen Stellen bei letzterem Orte var. foliosa (Post) Hand.-Mzt., comb, nova (^R. decursiva wa^v. foliosa Post, FI. of Syr., Pal., Sin., p. iii [1896]) (Nr. 477). Kies- wüste zwischen ßeled und Samarra am Tigris. Reseda lutea L. Am Hang bei Ain Kebrid nächst Mossul (Nr. 1189). An Preisen der Schlucht El Magharad im Dschebel Sindschar, 700 — 1000 m (Nr. 1394). Reseda bracteata Boiss. In Wadis nördlich von Tekrit am Tigris (Nr. loog). Gipssteppe um den See El Chattunije. Cistaceae. Bestimmt von Dr. E. Janchen, Wien. Helianthemum Kotschyanum Boiss. An einigen Hängen am Karkesch Tschai südlich von Kjachta gegen den Euphrat, 700 m (Nr. 1969). Helianthemum Aegyptiacum (L.) Mill. Steppe bei Abu Herera ober Rakka am Euphrat (Nr. 414). Helianthemum salicifolium (L.) Mill. In allen Steppen des nördlichen Meso- potamien, besonders an etwas humösen Stellen oft massenhaft, von Haleb (Aleppo) bis Mossul (Nr. 208, 449, 3184, 3185, lg. Maresch, Nr. 1145). Steinwüste unter Hit und Kieswüste bei Tekrit. Tamaricaceae. Tamarix Meyeri Boiss. (7'. tetragyna ß. Meyeri Boiss.). Im Talwege des Euphrat bei Sabcha ober Der es Sor (Nr. 516) und unter Salhije bei Mejadin (Nr. 641). Alle untersuchten Blüten meiner Pflanze besitzen sechs Antheren, doch wurde dies auch im Kaukasus an dieser Art beobachtet (Regel und Mlokossewitsch in Kusnezow, Busch, Fom. in Fl. Caucas. crit. III/9, p. 109 in Moniteur Jard. bot. Tiflis IX, p. 5 [1909]). Sonst finde ich keinen Unterschied. Tamarix macrocarpa Bge. Schlammboden im Talweg des Euphrat unter Sabscha bei Der es Sor (Nr. 536). Früchte noch nicht entwickelt. Blüten 5 mm lang, verschieden lang gestielt. Anthophyta und Pteridophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 57 Tatnarix pentandra Pall. subsp. Tigrensis (Bge.) Hand.-Mzt., comb, nova (T. pentandra Pallas, Fl. Ross. I/2, p. 72, Tab. 7g, Fig. A — D [1788] excl. syn. et var., cfr. Stapf, Bot. Mag., ser. 4, III, Tab. 8i38 [1907]. Tarn. Pallasii Desv. in Ann. sei. nat. ser. I, IV, p. 34g [1825]. Subsp.: T. Pallasii /j. Tigrensis Bge., Tent. gen. Tarn., p. 52 [1852]; T. P. y. T. Boiss., FI. or. I, p. 778). Häufig im Talwege des Tigris von Mossul (Nr. iSio) über Baghdad (Nr. 915) bis gegen Amara als Unterwuchs der Auen von Popiilus Euphratica und eigene Gebüsche bildend. Im salzigen Wadi Schreimije nördlich Tekrit und am brakischen See EI Chat- tuni je zwischen Jiincus acutus (Nr. 1626). (Ob die Notizen von einem Wadi bei Kaijim unter Abukemal und von nacktem Salzboden bei Hit und Kerbela am Euphrat hierher gehören, bleibt zu kontrollieren.) Im Gebirge am Euphrat bei Tschermisch nördlich von Urfa (Nr. ig24) und an den Bächen von dort bis Kjachta. Am Bohtan, Haso Su, Ambar Tschai; im Sassun überall bis 1800 m ansteigend (Nr. 2g27, das gesammelte Exemplar nicht ganz tvpisch). Arab.: «Tarfaj>. Auch in Nordpersien: Morch Mahalla bei Teheran (Kotschy, Hfm.), ad fl. Loura mt. Eiburs (Kotschy, Hfm.), Haec planta magnam aream sine T. pentandra typica habitans ab illa imprimis etiam differt ramulis multo tenuioribus, foliis remotioribus plerumque acutioribus. Frankeniaceae. *Frankenia intermedia DG. Auf nacktem Salzboden am See El Chattunije häufig (Nr. 1634), auch Albino (Nr. i633) und bei der Wasserstelle Sae-Sia zwischen dem Dschebel Abd el Asis und Beiich. Frankenia pulverulenta L. Auf Schlamm der Flüsse und in Wadis, Abu Herera (Nr. 482) und Dschirrin ober Ana (Nr. 6g4) am Euphrat. Baladrus zwischen Baghdad und Mendeli (Morck, Nr. 22). Mehrfach zwischen Baghdad und Samarra. Violaceae. Viola odorata L. (Determ. W. Becker). In feuchtem Rasen bei der Talgabe- lung südlich von Bekikara zwischen Kjachta und Malatja, 1600 m (Nr. 240g). In Ge- büschen bei Goro im Sassun, 1700 m (Nr. 2g24). Viola Dehnhardtii Ten., det. Becker. Haleb (Aleppo) (Hakim, Nr. 72). Ara- bisch: «Banafsag». Viola pentadactyla Fzl. Haleb, auf Humus unweit des Bahnhofes (Nr. 194) und weiter an der Straße nach Killis häufig. Datiscaceae. Datisca cannabina L. An quelligen Steilhängen und am Flusse im Engpaß des Tigris zwischen Arghana und Kesin auf Urgestein. Guttiferae. (Hypericineae.) Hypericum scabrum L. Gesteinfluren auf Kalk auf dem Nemrud Dagh (Nr. 2100, hier schon i883 von Luschan gesammelt) und Ak Dagh im kataonischen 58 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Taurus, dem Meleto Dagh im Sassun (Nr. 2775) und auf Serpentin des Hasarbaba Dagh am Göldschik. 1600 — 3ioom. Hypericum laeve Boiss. et Hsskn. var. rubrum (Höchst.) Boiss. In steinigen Steppen (Kalk) zwischen Dschülman und Stachodly nördlich vonUrfa, 700 m (Nr. 1892). Capsula parva, calyce vix duplo longior, crasse ovata, 3^4 mm longa, breviter acuminata, longitudinaliter multivittata, coccis mono- usque trispermis, seminibus den- sissime longe albo papillosis. ^Hypericum hyssopifolium Vill. var. Lydium Boiss. Gesteinfluren des Dschebel Sindschar ober der Stadt, 700 — iSoom (Nr. 1457), hier seltener var. lati- folium Boiss. (Nr. 1488). Var. lythrifolium Boiss. wurde i883 von Luschan auf dem Nemrud Dagh bei KJachta gesammelt. * Hypericum hyssopifolium var. Lydium-» bei Zederbauer, Ergebn. Reise Erd- schias D., bot. T., p. 407 ist var. latifolium, «Hyp. helianthemoides-» dortselbst H. hys- sopifolium var. Lydium. H. heliantheynoides wurde aus dem Inneren Kleinasiens bis- her nicht bekannt. ** Hypericum salsolaefolium Hand.-Mzt., sp. nova (Foliis surculorum steri- lium quasi Salsolam inermem referens). (^H. Kotschyaiium Boiss., Fl. or. I, p. 801 p. p., non Diagn. ser. i, I, p. 56.) (Fig. 3, Nr. 2). Rhizoma crassum descendens, caules tenues steriles vix locm longos in axillis foliorum approximatorum gemmis densissime foliolatis praeditos et caules floriferos numerosos edens. Caules floriferi herbacei, basi non indurati, e basi geni- culata erecti, 25 — 40 cm alti, pallide brunnescentes, tere- tes, non lineati, in axillis foliorum i — 1-5 cm distan- tiumramulis breviusculis vel brevissimis ± dense foliatis et in axillis iterum fasciculiferis instructi, pa- pillisalbiscylindriciscri- spulis dense vestiti. Folia caulina patula, anguste linearia, 1-5— 2-5 cm longa, marginibusintegris arcte revolutis vix i mm lata, in- florescentiae ramos fulcrantia plana, abbreviata, 2 mm lata, elevato striata, illa fascicu- lorum minima vix 2mm longa, marginibus revolutis, o"5 mm lata, arcuato-incur va, omnia glaucescentia, pellucido-punctata, papillis caulinis brevioribus sparsius obsita, apice in se- tulam brevissimam basi saepe glanduloso-nigram exeuntia. Cymae brevipedun- culatae, pedunculis crassis suberectis, i — 3( — 5) florae, in paniculam racemi- formem plerumque ^/j— ^z^ongitudinis totius caulis amplectentem compositae, flori- bus subsessilibus. Bracteae oblongae obtusae integrae, praeter setulam terminalem nigram eglandulosae, Calyx 4—5 mm longus, versus '^j^ partitus, laciniis ovatis Fig. 3. I. Infloreszenzteile von Hypericum praedoniim H.-M., 2. von Hyp. salsolaefolium H.-M., 3. von Linum Meletonis H.-M. Vergr. ca. i'/a- Anthophyta und Pteridophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 59 obtusiusculis margine glandulis parvis globosis nigris subsessilibus obsitis, sicut bracteae costis crassis pro quoque sepalo 5 ( — 7) ad apicem extrorsum ramosis percursus et in bis praecipue papillis caulinis paribus obsitus, glaucescens. Petala flava, calyce subtriplo longiora, obovata unguibus longiusculis, extus subtilissime scabrido-puberula, marginibus glandulis parvis nigris clavatis superioribus breviter stipitatis fimbriatula. Ovarium multiovulatum. Capsula (juvenilis) calyci aequilonga, ovato-globosa, longitudinaliter multivittata. Steinige Steppe auf Kalk zwischen Dschülman und Stachodly nördlich von Urfa, 700m, 8./VII. igio (Nr. 1891). — Aintab, in cretaceis, 2500' (Haussknecht, 27. /VI. 1865, Hfm.). Proximum Hyper. Kotschyanutn Boiss., quocum ab illo confusum fuit, differt foliis plerumque planis, pubescentia longiore patula hispida, foliis fasciculorum multo longioribus, omnibus sine setis terminalibus, bracteolis supremis margine saepe glandu- losis, calycibus multo minoribus (capsulis maioribus elongatis?). Etiam Hyper. uniglandulosum Hsskn. in Bornm., Beitr. Fl. Elbursgeb. II, p. i3o nostrae speciei simile differt calycibus minoribus, pubescentia multo rariore, glandulis globosis longestipitatis in apicibus foliorum. **Hypericum praedonum Hand.-Mzt., sp. nova. (Gesammelt bei Gharra, wo die Mesopotamien-Expedition mit dem Raubzug der Schammar-Beduinen zusammen- traf.) (Fig. 3, Nr. I.) Rhizoma crassum, descendens, multiceps, caules steriles ad locm longos dense foliatos in axillis foliorum saepe gemmas foliis abbreviatis dense obsitas ferentes et caules floriferos numerosos edens. Caules floriferi erecti, 20 — So cm alti, tenues, rubelli, basi nigricante indurati et in annum persistentes, sicut tota planta glaberrimi, lineis binis elevatis tenuibus argutis, in axillis foliorum 5 — 15mm distantium ramulis breviusculis laxe foliatis non gemmiferis vel brevissimis gemmiformibus instructi. Folia caulina patula vel sursum curvata, linearia, 5 — lomm longa, marginibus integris laevibus arcte revolutis ^/^ — I mm lata, rotundato-obtusa, nervo subtus valde prominente albido, cetera simil- lima abbreviata, omnia punctis nigrellis sero pellucidis dense instructa et sicut caules valde pruinoso -glauca. Cymae pedunculis longiusculis subpatentibus albidis valde angulato-bilineatis suffultae, 3 — 7-florae, in paniculam ovatam ad 5cm longam compositae, pedicellis calycibus subaequilongis vel inferioribus duplo longioribus. Bracteae minimae, ellipticae, uninerviae, supremae interdum margine glanduliferae. Calyx i'5 — ad 2 mm longus, fere ad basin partitus, laciniis ovatis minute apiculatis, margine obsolete crenulato glandulis nigris globosis sessi- libus obsitis, costis ternis latis percursis. Petala flava, calyce plus triplo longiora, anguste obovata, unguibus angustis longis, integra, eglandulosa. Capsula (imma- tura) globosa, calyce duplo longior, longitudinaliter multivittata, in coccos tres monospermos facile solubilis. Am Nordhange des Dschebel Abd el Asis von Gharra bis zum Rücken, Kalk, 500 — 900 m, 22./VI. 1910 (Nr. 1761). Proximum Hypericum Haussknechtit Bornm., PI. Strauss. I, p. 220 (1905), quo- cum forsan serius speciminum maiore copia nota nostra species conjugenda erit, differt ramulis lateralibus in axillis gemmiferis, foliolis gemmarum sicut bracteis superioribus in glandulas nigras brevissime stipitatas exeuntibus, petalis glandulis nigris brevistipi- tatis cinctis, capsulis? 6o Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Affine ob fructus quamvis immaturi structuram Hypericum 0/zV/erz (Spach)ßoiss. e descriptionibus differt caulibus terelibus non linearis, foliis angustioribus (?), sepalis denticulis setaceis approximatissimis glanduliferis instructis, petalis glandulosis. Petalis eglandulosis nostra planta congruit cum Hyp. retiiso Auch, floribus multo maioribus, capsulis diversissimis et foliis retusis autem diverso. Habitu etiam simile Hyp. vermiculari Boiss. et Hsskn. petalis glandulosis et fructibus diverso. Hypericum crispum L. Haleb (Hakim, Nr. 3o, arab. «Aran»). Acker bei Mossul (Nr. 1298). An steinigen Hängen des Dschebel Sindschar ober der Stadt (Nr. i368) und des Dschebel Abd el Asis bei Gharra (Nr, 1730). Lava des Teil Kokeb. Steinsteppen nördlich von Urfa. Grassteppen und Acker von Diarbekir über Meja- farkin, Haso und Zoch (Nr. 2964), Sert bis Dschesiret-ibm-Oniar, auch im Flußsand. Im Sassun bei Goro bis 1600 m (Nr. 2914). ^Hypericum venustum Fzl. Meleto Dagh, an einer Quelle zwischen Hasoka und dem Gipfelmassiv, 2270m (Nr. 2725). Malvaceae. Malva Aegyptia L. Mergelhang des Euphrattales bei Meskene östlich von Aleppo (Nr. 365). Malva parviflora L. Üppige Steppe bei El Hammam ober Rakka (Nr. 48g). Wassergräben unter Mossul; am Schwefelw^assertümpel Ain Ustet und im Wadi Sefa zwischen Assur und Hatra (AI Hadr). Häufig in der Wüste zwischen Scheriat el Beda und Sumedscha nördlich von Baghdad und bei Babylon (Nr. 892, var. cristata Boiss.). Der Varietätcharakter hat sich in der Kultur stark verloren. Malva neglecta Wallr. Bekikara zwischen Kjachta und Malatja, an trockenen Hängen und in Äckern, 1600 m (Nr. 2450). Althaea cannabina L. An Bachläufen zwischen Dschesiret-ibm-Omar und Fündük am Tigris (Nr. 3058). Hierher gehört auch die von Bornmüller, Iter Pers.- Turc. I, p. 160 irrtümlich zu .4. Armeniaca gezogene Pflanze (Nr. 970 des Exsikkates) von Riwandous. Althaea ofücinalis L. Kräuterreiche Stellen am Bache Dewe Getschit zwischen Diarbekir und Arghana (Nr. 2647). Althaea (Alcea) rufescens Boiss. An Hängen bei Gharra im Dschebel Abd el Asis (Nr. i733), auch auf dessen Rücken. Teil Kokeb und in der Steppe von dort gegen Hsitsche am Chabur (Nr. 1655). Das Exemplar Nr. 1733 hat auffallend lange Außenkelche und stark behaarte Kelch- zipfel. Nr. 1655 hat in allen Teilen sehr starke Behaarung; die Blattform ist sehr ver- änderlich, indem stumpfe und spitze Lappen vorkommen, die Infloreszenzblätter sind oft ungeteilt eiförmig. Vielleicht handelt es sich um eine Ubergangsform (oder Zwischen- spezies?) zu A. sulphurea Boiss. et Höh.; ich möchte diese und andere Althaea-Fvagtn einem Monographen überlassen, der allerdings heute vielleicht noch zu wenig Material dieser etwas unbändigen und sehr variablen Pflanzen vorfinden würde. Althaea (Alcea) ßcifolia L. Gesteinfluren des Dschebel Sindschar ober der Stadt Sindschar, 600 — 1000 m (Nr. 1367). Dortselbst schon von Haussknecht gesammelt. I Änthophrta und Pteridophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 6l Blüten weiß und rosa, aber durch die gänzlich papillösen Samen (ich finde aber in Wien keinen von Thol.\) nicht mit Alth. 71iolo{ani Stapf, die Bornmüller (Coli. Strauss. nov. I, p. 322) auch zu ßcifolia zieht, übereinstimmend. Ein Exemplar von Kotschy (Hfm.) mit geschriebener Etikette nnd Revisionsvermerk von Boissier ohne Standortsangabe, sondern nur »PI. Pers. austr. Nr. 452» nach Durchstreichung der vorgedruckten Etikette «PI. Mesopot., Kurdistan et Mossul», das von den anderen Exemplaren dieser Nummer (Ed. R. F. Hohenacker als Alcea Kurdistanica var. involucellis longioribus) ganz verschieden ist und die noch nicht ganz reifen Früchte auf der Oberseite der Flügel glatt hat, stimmt sonst mit meinen ganz überein. Alcea Schira^aua Alef. ist die von Hohenacker ausgegebene Pflanze, von der der Autor offenbar keine untersten Blätter sah. *Althaea (Alcea) angulata Freyn et Sint. in Freyn, PI. ex Asia media, in Bull. Herb. Boiss., 2. ser., III, p. 1065 (igoS). In Wadis «El Udian» am SW.-Fuße des Dschebel Makhul zwischen Tekrit und Schergat (Assur) am Tigris (Nr. 1025). Die erst im Aufblühen begriffene Pflanze stimmt mit den Originalen (Sintenis, Iter Transcasp.-Pers., Nr. 1882) überein, nur sind die Außenkelchblätter etwas zahl- reicher und schmäler, was aber in der Gattung nicht viel zu bedeuten scheint. Sida Sherardiana (L.) Benth. et Hook. (Malvella Sher. Jaub. et Sp.). Haleb (Hakim, Nr. 17). Arab. «Maddadet-el-haie». Gossypium herhaceum L.(typ.). Kultiviert besonders beiden Chaldäerdörfern nördlich von Mossul (Nr. 3 108). Arabisch: «Koton», chaldäisch : «Ktäna», kurdisch: «Pambü». Sterculiaceae. Glossostemon Bruguieri DG. Auf schlammigem Sand nördlich von Kalaat Schergat im Talwege des Tigris gegen Kaijara stellenweise häufig (Taf. IV, Fig. 8) (Nr. 1159). An der persischen Grenze nordöstlich von Baghdad zwischen Ghanikin und Ghachradbabu, vereinzelt (Morck, Nr. 4). Folia inferiora usque ad 3ocm diametro. Gorymbi usque ad 40-flori. Petala et staminodia cruenta. Flores odorem penetrantem cadaverum exhalant et muscis visi- tantur. Linaceae. Linutn catharticum L. (s. str.). .'\uf feuchtem Rasen bei der Talgabelung süd- lich von Bekikara im kataonischen Taurus, 1600 m (Nr. 2395). Linutn corymbulosum Rchb. In kleinen Senkungen der Gipssteppe zwischen Schergat und AI Hadr (Hatra) (Nr. 1099). Linum mucronatum Bert. (L. Orientale Boiss.). Steinige Hänge und Bachbetten des Dschebel Sindschar ober der Stadt, 600 — i3oom (Nr. 1409, 1490). Am Göldschik und Meleto Dagh mehrfach. Arghana Maaden (Rochel, Hfm.). *Linuni sulphureum Boiss. et Hsskn, Gipssteppe auf dem Rücken des Dschebel Makhul und Dsch. Ghanuka nördlich Tekrit am Tigris (Nr. 1061) und zwischen Bara und Ghattunije unweit des mittleren Ghabur. Meine Pflanzen haben einen sehr kurzen Saum der Korolle (zur Röhre = 7:11 mm); Haussknechts Originale zeigen meist 11 : 11 mm, aber auch nahezu dieselben Ver- hältnisse wie meine. Die größten Blätter meiner Exemplare sind 6*5Xii'^'^^- ^i^ 62 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. langröhrige KoroUe und ihre Farbe scheint mir wichtiger als die Beblätterung, die wie das stark holzige Rhizom wohl Produkt ganz extrem trockenen Standortes von Hauss- knechts Pflanze ist. Auch die Pflanzen: «In deserto fl. Chabur» (Haussknecht, Hfm.) und Chesneys Expedition to the Euphrates, Nr. i86 (Hfm.) (bei Boissier als L. Orientale) dürften hierher gehören. **Linuin Meletonis Hand.-Mzt., sp. nova (Fig. 3, Nr. 3 auf p. 58, Taf. II, Fig. 3). Rhizoma repens, ramosum, multiceps, lignosum, sine rosulis sterilibus. Gaules numerosissimi, erecti, elati, 25 — 35cm alti, crassiusculi, albidi, illi anni praeteriti persistentes, subteretes, sicut tota planta glaberrimi, large foliati, supra medium in ramosinflorescentiae extraaxillares suberectos bi tripartiti. Folia in- fima reducta approximata, gibbis glandulosis subtus ad insertionem indistinctis, cetera e basi late sessili lanceolata, superiora saepe o vato-lanceolata, acutis- sima, 4-5 X 26, 5-5 X 23, 2 X 20 mm lata et longa, erecta, plana, saturate viridia, sub- tiliter 3 — 5 -n er via, margine subtilissime scabridula. Inflorescentia multi- flora, pedicellis Omnibus V aide extraaxillaribus saepe folio supero approximatis, florendi tempore calyci it aequilongis, sicut alabastris erectis. Flores m aximi, expansi. Sepala ovata, acuta, 6'5 — y^ mm longa et 2*5 — 3*5 lata, in parte inferiore marginibus latiuscule albo membranaceis usque ad apicem productis levissimis eglandulosis invicem se tegentia, ceterum viridia, nervis 3 vel rarius 5 sursum subtilibus, infra ultra tertiam partem usque incrassatis lutescentibus basi in torum duriusculum confluentibus percursa. Petala libera, late obovata, In- tegra, 17mm longa et 15 lata, coeruleo- violacea, unguibus brevissimis luteolis subtiliter ciliatis. Stamina calvce breviora, filamentis latis antheris sesquilongio- ribus. Styli calycem paulo excedentes stigmatibus filiformi-cylindricis, 0*5 mm longis. Capsula in pedicello calvce 2^/^-plo longiore crassiusculo axi adpresso suberecta, calyce paulo brevior, globosa, apiculata, nitide brunnea, leviter quinquesulcata. (Semina non evoluta.) Meleto Dagh im Sassun, Vilajet Bitlis, an Felsstufen unter der Nordkante des Gipfelgrates, 3ooo — 3150m, ii./VIII. 1910 (Nr. 2757). Proximum Liniim Bungei Boiss. differt caulibus brevioribus tenuibus, foliis multo minoribusuninerviis, margine scabridis, sepalis angustioribus(?)corollaquadruplo brevio- ribus, pedicellis axillaribus, habitu diversissimo. Linum humile Mill. monente cl. Born- niüller saepe perennans radice non lignosa, floribus minoribus, sepalis ciliolatis, sta- tione diversum est. Geraniaceae. Geranium tuberosum L. Humus bei Aleppo (Nr. 21 3) und von dort gegen Osten. Humussteppe bei .Abu Herera ober Rakka am Euphrat. Erodiutn absinthioides Willd. Schneetälchen auf dem Meleto Dagh, 2400 — 3150 m, häufig (Nr. 2723). Flores ibi variant albi, rosei et violacei. Erodium cicutarium (L.) L'Her. Iskenderun, auf Dämmen (Nr. 48). Humus und Erdsteppen von Haleb über Meskene und Abu Herera (Nr. 41g) bis El Hammam am Euphrat. Erodium ciconium (L.) Ait. var. tenuisectum Nym. Steppen bei Abu Herera und El Hammam (Nr. 451) und Kieswüste unter Hit (Nr. 822) am Euphrat. Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 63 *Erodium pulverulentum (Cav.) Willd., Sp. pl. III, p. 632 (1800) [Geranhim pulveridentiuyi Cav., Monad. Class. diss. IV, p. 272, Tab. CXXV, Fig. i [1787]. Ero- dium laciniatum var. pulverulentum [Cav.] Boiss.; Knuth in Engl., D. Pflanzenr. IV, 129, p. 243). Steppen am Euphrat von El Hammam gegen Rakka (Nr. 5o3), bei Der es Sor (die ganze Pflanze wird frisch gegessen) und Salhije. Kieswüste unter Hit (Nr. 824). *Erodium malacoides (L.) Willd. Kalkfelsen bei Haditha unter Ana am Euphrat (Nr. 788). Erodium glaucophyllum (L.) L'Her. Wüsten von Kaijim unter Abukemal (Nr. 663) bis Hit am Euphrat. Erdige Steppen von Tekrit bis nördlich von Assur am Tigris. Kommt auch im Inneren von Südpersien vor: Kotel Komaredsch und am Steil- rand des Sefid rud bei Daleki (Stapf, 1885, UnW.). *Erodium bryoniaefolium Boiss. Kiesboden am Rande der Wadis bei Kalaat Schergat (Assur) am Tigris unter Mossul (Nr. 11 22). Pelargonium Endlicherianum Fzl. Am steinigen Hange ober Furendscha bei Malatja (Kalk), 1400 m (Nr. 2490). Zygophyllaceae. Peganum Harmala L. Haleb (Hak im, Nr. 6). In allen Steppen, Kies- und Schlammwüsten der Ebene meist sehr häutig (Nr. 521, 893, Morck Nr. i). Spärlich bei Sert. Arabisch: «Hermele». Fagonia Bruguieri DC. Kieswüste unter Hit am Euphrat (Nr. 818). Fagonia Olivieri DC. Schlammige Sandwüste zwischen Sumedscha und ßeled nördlich von Baghdad (Nr. 972). Ramuli melius teretiusculi profunde et inaequaliter plurisulcati dicuntur. Folia rarissime subtrijuga (unum fol. cum foliolo uno laterali). Zygophyllum Fabago L. Haleb (A)eppo) (Hakim). *Zygophyllum coccineum L. Salzige Schlarnmwüste zwischen Kerbela und Musseijib (Nr. 856). Trihulus terrestris L. Haleb (Hakim, Nr. 25, arabisch: «Keteb»). In Steppen, auf Sand, von Mossul (Nr. 1284) und Dschesiret-ibm-Omar (Nr. 3069) überall durch das nördliche Mesopotamien und das Vorland des Taurus bis ins Sassun. Tetradiclis tenella (Ehrenb.) Litw., PI. Turcoman. II, p. 29 (1907). (Anatropa tenella Ehrenb. in Linnaea IV, p. 404 [1829]. Tetradiclis salsa C. A. Mey., Verz. Pfl. Cauc, p. 226 [i83i]). Kalkmergelhang des Euphrattales bei Meskene (Nr. 378). Schlamm des Euphrat bei Abu Herera ober Rakka (Nr. 436). Salzboden am See El Chattunije, stellenweise massenhaft. *Nitraria retusa (Forsk.) Aschers., 111. Fl. Aeg., p. 57 {N. tridentata Desf.). Am kiesigen Talhange (Gipsboden) unterhalb Sabcha zwischen Rakka und Der es Sor (Nr. 538) und in Wadis und der Kieswüste von Hauiset-el-Iflawi ober Hit (Nr. 810) bis gegen Kalaat Felludscha am Euphrat. 64 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Rutaceae. Ruta bracteosa DC. Haleb (Hakim, Nr. iio, arabisch: «Zdabe»), Haplophyllutn myrtifolium Boiss. Gesteinflur am Hange des Ak Dagh gegen den Ursprung des Südastes des Tales von Bekikara zwischen Kjachta und Malatja, Kalk, 2150 m (Nr. 2382). Haplophyllutn Chaborasium Boiss. et Hsskn. Lavasteppe zwischen Hsitsche und dem Teil Kokeb am Chabur (Nr. 1657). Hierher wahrscheinlich auch eine zwi- schen Teil es Semn und Schech Aissa am Beiich notierte Pflanze. Haplophyllutn Buxbautnii (Poir.) Don. Gesteinflur auf dem Gipfel Tschil Miran des Dschebel Sindschar, 1400 m (Nr. 15 18). Haplophyllutn filifoliutn Spach {H. Chesneyanum Boiss., H. eremophilum Boiss. et Hsskn, Vgl. darüber meine demnächst in Verh. zool.-bot. Gesellsch. erschei- nende Arbeit über orientalische Haplophjdhim- h.rttn). Gipssteppe am Salzsee El Chat- tunije (Nr. 1602). Hieher wohl die meisten der zahlreichen Notizen für die Wüste bei Beled, Samarra und Tekrit und Steppen besonders auf Gips um Assur, Hatra, am Fui3e des Dschebel Sindschar und Dschebel Abd el Asis. Arabisch: «Dschnefe». Haplophyllutn villosulutn Boiss. et Hsskn., ad H. ßlifoliutn accedens. Gips- steppe auf dem Dschebel Makhul südlich von Schergat (Assur) am Tigris (Nr. 1052). Haplophyllutn glabrutn (DC.) Hand.-Mzt., comb, nova, non Bornm., Iter Pers.-Turc. I, p. 168 {H. Candolleaniivi Spach., Boiss.). Gipssteppe am Salzsee El Chat- tunije (Nr. 8187). Haplophyllutn propinquutn Spach. {H. trichostjdum Bge.). Schlammwüste bei Kasr Nakib unter Baghdad (Nr. gSo). Anacardiaceae. (Therebintaceae.) Pistacia tnutica Fisch, et Mey. Dschebel Abd el Asis, an allen Hängen und auf dem Rücken sehr häufig, 500 bis gegen 1000 m (Nr. 1727). Haussknechts An- gabe 'der folgenden Art für den Dschebel Abd el Asis, den er nur von ferne sah, ist ge- wiß irrig. Pistacia Khinjuk Stocks. Am Hange des Kraters des Teil Kokeb am Chabur (Taf. IV, Fig. 6) (Nr. 1654). Dschebel Sindschar ober der Stadt, 700— i3oo m (Nr. iSgS, 1472). Tschermisch am Euphrat nördlich von Urfa. Überall um Kjachta; auf dem Nemrud Dagh bis zur Waldgrenze, 1800 m. Im Sassun (Nr. 2681, 2682) bis zur Schlucht innerhalb Kabildjous. Um Sert, am Bohtan und Tigris abwärts bis unter Fündük. Mar Jakub nördlich von Mossul. Die Pflanzen vom Teil Kokeb, teilweise auch Jene von Sindschar (Nr. iSgS) und von Sassun (Nr. 2681) entsprechen in der Form der Blättchen, die stark an jene von P. Palaestina Boiss. erinnert, der var. glabra Schweinf. apud Engler. Anacardiaceae in DC, Monogr. Phanerog. IV, p. 291 (i883), die Blattstiele sind aber nicht ganz kahl. Cotinus Coggygria Scop. [Rhiis Cotinus L.). Seitenschlucht des Euphrat bei Tschermisch nördlich von Urfa, an Felsen. Kjachta, in Gebüschen. Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 65 RhusCoriariaL. Gesteinfluren des Dschebel Sindschar ober der Stadt (Nr. 15 16). KJachta (Nr. 2187) und bei ßojükbagh südlich von dort. Sassun, in Hecken. In Wadis um Zoch. Zerstreut am Bohtan und am Tigris unter Balak. Aceraceae. {^Sapiiidaceae p, p.) Acer Monspessulanum L. f. genuinum Pax. Kjachta, im Tale von Urik, 1200 — 1400 m (Nr. 2129) und bei Tschut nördlich von dort, 1000 m (Nr. 22i3). Acer cinerascens Boiss. var. Bornmuelleri Schwer. Dschebel Sindschar ober Sindschar (f. Medicum Schwer.) (Nr. 1502). Häufig unter Fündük (f. Medicum Schwer, et f. longipes Bornm.) (Nr. 3050), selten bei Alikamo (f. inter Medicum et longipes) (Nr. 3oo3) ober Dschesire am Tigris, 500 — i3oom. Rhamnaceae. Rhamnus Kurdica Boiss. et Hohen. Dschebel Sindschar, Gesteinfluren ober der Stadt (Nr. 1449) und Kreidemergel bei Bara, 500 — i3oom. Ziziphus Spina Christi (L.) Willd. In Baghdad (Nr. 946) und Basra als große Bäume kultiviert. Arabisch: «Nebuk». *Ziziphus nummularia (Burm.) Walk. Arn. In der Sand- und Kieswüste nörd- lich und westlich von Baghdad sehr verbreitet (Taf. IV, Fig. 2), am Euphrat bis gegen Ramadi und am rechten Tigrisufer bis gegen Kharnina nördlich von Tekrit (Nr. 3114, 3iig), seltener auf Schlamm tigrisabwärts bis unter Taki Kesra (Ktesiphon). Eine sehr bemerkenswerte Arealerweiterung der bisher aus dem Pendschab und Südpersien be- kannten Art. Blüht im Spätsommer. Paliurus Spina Christi Mili. (P. aiistralis Gärtn.). El Bahr zwischen Isken- derun und Haleb. Gebüsche und steinige Hange, auch nicht selten in den Grassteppen in den Gebirgen von Kurdistan. Nördlich des Euphrat bei Karamuhara (Nr. 1952) und Kjachta, am Göldschik bei Kharput, 1400 m; von Mejafarkin gegen Diarbekir und über Zoch nach Sert, am Bohtan und Tigris herab bis Finik ober Dschesiret-ibm-Omar; im Sassun (Nr. 2684) überall bis 1500 m, z. B. ober Kabildjous noch massenhaft. Vitaceae. (Ampelideae.) Vitis vinifera L. In Gebüschen und an Felsen um Kjachta. An Quellen in der Tigrisschlucht zwischen Arghana und Kesin. Wadi bei Zoch. Am Tigris unter Balak gegen Dschesire. Crassulaceae. Sedum subulatum (Led.) Boiss. (== S. acutifolium Ledeb., cfr. Hamet, Revis. des Sedum du Caucase, in Arbeiten bot. Gart. Tiflis VIII/3, p. 16 [1908]). Gesteinfluren des Ak Dagh zwischen Kjachta und Malatja, um 23oo m (Nr. 232o) und des Meleto Dagh im Sassun, 2900 — 3150m (Nr. 2752). Sedum altissimum Poir. Haleb (Aleppo) (Hakim, Nr. 79). Arabisch: «Hay- aliam». Annalen des k. k. naturhistorischen Hoftnuseums, Bd. XXVII, igiS. 5 66 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Sedutn sempervivoides Fisch. (= S. sempervivum Ledeb., cfr. Harn et, 1. c, p. 26). Gesteinfluren des Ak Dagh zwischen Kjachta und Malatja, 2200—267001 (Nr. 2807) und ober Harut im Sassun, ± 2200 m (Nr. 2862). Gaules et folia in omnibus speciminibus mihi visis aeque ac flores purpurea. *'^Sedum inconspicuum Hand.-Mzt., sp. nova (Taf. III, Fig. 5). Annuum radice brevissima subsimplici filiformi. Gaulis singulus erectus tenuiter filiformis, sim plex, 2 •5— 4 cm altus, in ferne glaber, superne glandulis tenuibus breviter stipitatis patenter puberulus. Folia pauca in parte superiore caulis, in- feriora decidua, (omnia?) opposita vel terna, ovata, obtusiuscula, basi non pro- ducta sessilia, crassa, semiteretia, saepe rubella, 2 — 3'5 mm longa. Flores soli- tarii vel bini, brevipedicellati, nutantes, 2"3 — 3"8mm longi. Galvx minimus, viridis, sepalis 3 — 5 basi concretis, late triangularibus, acutis, glabris. Petala totidem, latius angustiusve ovata, acuta, alba, carinis apice vel totis rubellis et saepe glanduloso-pilosulis. Stamina totidem (?), longitudine ^/^ petalorum, fila- mentis filiformibus, antheris parvis reniformi-globosis, atropurpureis. Garpella an- gusta, glabra, stylis longis filiformibus erectis petalis paulo brevioribus. Meleto Dagh im Sassun, Vilajet Bitlis, an feuchten Felsstufen der Nordseite des Hauptgipfels zwischen Gräsern etc. mit Minuartia subtilis, Kalk, 2750 m, ii./VIlI. 1910 (Nr. 2807). Affine Sediim callichroum Boiss. differt glabritie, calycis laciniis ovatis obtusius- culis, S. Kotschyanum Boiss. caulibus ramosissimis, foliis angustioribus, petalis sub- enerviis, carpellis brevioribus. Wenige einblütige Exemplare einer winzigen Pflanze, die leider eine genauere Beschreibung der Blütenteile nicht zulassen, doch ist ihre Stellung klar. ^Sedutn nanum Boiss. Auf feuchtem Sande bei Kory zwischen Kjachta und Malatja im kataonischen Taurus, igoom (Nr. 2495). *Sedutn Aetnense Tineo ex Guss. var. tetramerum (Trautv.) Hamet, determ. Hamet. Steppe am Euphrat zwischen Abu Herera et El Hammam ober Rakka (Nr. 439). Sedum rubrum (L.) Thellg. in Fedde, Repert. nov. spec. X, p. 290 (1912) {Tillaea rubra L., Sp. pl., p. 129 [1753J = S. caespitosiim [Cav.] DG. = Crassula Magnolii DG.) Determ. Hamet. Humöse Acker und Steppen besonders neben Stein- blöcken zwischen Haleb und dem Euphrat, z. B. häufig am Nähr ed Deheb (Nr. 304). Sedum microcarpum (Sm.) Schönl. in Engl. u. Prtl., Natürl. Pflzfam. III/2, p. 3i (189 1). (^Crassula microcarpa Sm., Telmissa sedoides Fzl., Telmissa microcarpa Boiss.) Auf Humus beim Han Afrin zwischen Haleb (Aleppo) und Iskenderun (Alexan- dretta) (Nr. 156). Cotyledon Libanoticus Labill. [Urnbilicus Lib. DG., Boiss.). Auf dem Gipfel Tschil Miran im Dschebel Sindschar, 1400 m (Nr. 2058, var. glaber Boiss.). Nemrud Dagh bei Kjachta, 1900 — 2000 m (Nr. 2058, 2148), Ak Dagh im kataonischen Taurus. Natopan am Meleto Dagh im Sassun. Variat foliis glaberrimis ne margine quidem denticulatis nee ciliatis (inflorescentia nihilominus glandulosa) et foliis circumcirca aequaliter glanduloso-pubescentibus, mar- gine non cartilagineo-denticulato, floribus albis et pallide rubris. Cotyledon sp. vom Habitus des Urnbilicus intennedius Boiss. wurden im Dschebel Sindschar und auf dem Teil Kokeb am Ghabur, dann bei Natopan am Meleto Ptevidophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 67 k agh (1800 m) beobachtet, aber leider in ganz verdorrtem Zustande, und haben sich, aus Samen kultiviert, nicht weiter entwickelt. Saxifragaceae. Saxifraga Sibirica L. Schneetäkhen und feuchte Felsen auf dem Meleto Dagh im Sassun, 2700 — 3ioora (Nr. 271 1). Saxifraga tridactylites L. Phryganaformation beim Kyryk Han zwischen Haleb und Iskenderun (Nr. 135). Rosaceae. Rubus sanctus Schreb. (R. Anatolicus Pocke). In Gebüschen und Hecken um Mossul (Nr. 1287), häufig auch an Wasserläufen nördlich von Urfa bis Kjachta(Nr. 2170), am Göldschik bei Kharput, 1400 m, am Ambar Tschai und am Tigris zwischen Dschesire und Sert vielfach, im Sassun. Am Chabur bei Hsitsche und in Schilfinseln bei El Abed. Potentilla speciosa Willd. f. concolor Th. Wolf, Monogr., p. 86 (1908). Meleto Dagh im Sassun, an trockenen Kalkfelsen am Nordhang des Gipfels und ober Harut, 2500 — 2750 m (Nr. 2872). Potentilla pedata Willd. var. Parnassica (Boiss. et Orph.) Hand.-Mzt., comb, nova (P. Parnassica Boiss. et Orph. in sched., nom. nud.; P. hirta L. var. Parnassica Boiss. et Orph. in sched., nom. nud. et in Th. Wolf, Monogr., p. 865 [1908]). Eichen- wald auf Serpentin ober Bekikara zwischen Kjachta und Malatja im kataonischen Taurus, 1800 m (Nr. 2228). Potentilla Crantzii (Cr.) Beck, s. str. (P. alpestris Hall. f. var. typica Th. Wolf). Schneetäkhen und feuchte felsige Stellen auf dem Meleto Dagh im Sassun, 2900 — - 3ioo m (Nr. 2718). Potentilla reptans L. Dschülman nördlich von Urfa, an Wassergräben. Alchemilla acutiloba Stev. var. Pontica ßuser, Bull. Herb. Boiss., ser. i, IV, P' 759 (i8g6). Ak Dagh zwischen Kjachta und Malatja, auf feuchtem Rasen bei der Quelle Terk, 2350 m (Nr. 2375). Feuchte Felsstufen am Nordhange des Meleto Dagh im Sassun, 2750 m (Nr. 2802). Agrimonia repens L. Auf feuchtem Rasen der Talgabelung südlich von Beki- kara zwischen Kjachta und Malatja, 1600 m (Nr. 2892). Sanguisorba lasiocarpa (Boiss. et Hsskn.) Hand.-Mzt., comb, nova {Poteriiim lasiocarpum Bss. et Hsskn. in Boiss., Fl. or. II, p. 733 [1872]). Gesteinjfluren des Dschebel Sindschar ober der Stadt, 600 — 700m (Nr. i363). Häufig an steinigen Hängen des Meleto Dagh im Sassun, 1500 — 2400 m (Nr. 2782), bei Natopan im Bachsande mit fol- gender (Nr. 2698). — Auch bei Mardin von Sintenis gesammelt (lt. Orient., 1888, Nr. H04, als Poterium Gaillardoti Boiss.). Sanguisorba villosa (Sibth. et Sm.) A. Braun, Index sem. hört. Berolin., 1867, App. II i^Poteriiim villosum Sibth. et Sm., Fl. Graec. Prodr. II, p. 238 [i8i3]; Boiss.). Natopan am Meleto Dagh im Sassun, im sandigen Alluvium eines Baches am Wege nach Kabildjous, 1800 m (Nr. 2697). Die nur an einer Stelle, dort in ziemlicher Menge neben der in der Gegend häufigen Sang, lasiocarpa gefundene S. villosa unterscheidet sich von jener nebst der von Bois- sier bereits charakterisierten Verzweigung durch viel schwächere, ja bei meinen Exem- 5* 68 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. plaren, wie auch bei manchen der Kotschyschen von Musch (Nr, 326) völlig fehlende Skulptur der viel schmäleren Früchte. Da, soweit das nicht sehr reichliche Herbar- material eine Kontrolle zuläßt, die Verzweigungsmerkmale mit jenen der Früchte Hand in Hand zu gehen scheinen, möchte ich, allerdings vielleicht hauptsächlich beeinflußt durch den Eindruck, den mir die Pflanzen in der Natur machten, entgegen Born- müller (Coli. Strauss. nov. II, p. 23i) doch spezifische Verschiedenheit der beiden Pflanzen für möglich halten. In der Kultur blieben (19 12) die Früchte unverändert, die Behaarung der vegetativen Teile war schon ig 11 völlig geschwunden. In der Gegend von Konstantinopel kommen Exemplare vor, deren Früchte nur an der Basis ganz spärliche Behaarung zeigen, ja manchmal auch ganz kahl sind, so die von Dörfler (Herbarium normale Nr. 3634) ausgegebenen im Hfm., während Nr. 1235 von Held- reich, Herb. Graecum normale von demselben Standorte dicht behaarte Früchte hat. Poterium spinosum L Phryganaformation beim Kyryk Han zwischen Isken- derun und Haleb. Rosa canina L. s. str. An trockenen Hängen bei Bekikara zwischen Kjachta und Malatja, 1600 m (Nr. lif^^i). Am Göldschik. Sassun, in Hecken bis Goro, 1700 m (Nr. 2920). Rosa glutinosa Sibth. et Sm. Gesteinfluren und insbesondere in humösen Mulden auf dem Nemrud Dagh (Nr. 2090) und Ak Dagh (Nr. 2349) b^' Kjachta, 1600 bis 2400 m. Rosa glutinosa Sibth. et Sm. var. leioclada Christ. Hecken bei Goro im Sassun, 1700 m (Nr. 2921). Rosa Phoenicia Eo'iss. Hecken bei Kasas nächst Kjachta, iioom (Nr. 2172). Pirus Syriaca Boiss. In Wäldern unter Urik (Nr. 2169) und sonst an Felsen bei Kjachta, 800 — 1200 m. Am Göldschik. Im Sassun vereinzelt bis 1900 m. Mar Jakub nördlich von Mossul. *Pirus amygdaliformis Vill. An trockenen Hängen bei Karamuhara (Nr. 1954) und Parwadjak (hier als kleines Bäumchen mit kugeliger Krone) auf dem Plateau süd- lich von Kjachta gegen den Euphrat, 650m. Im kilikischen Taurus von Kotschy ge- sammelt und von Decaisne als Pirus angustifolia bezeichnet (Hfm.). Vgl. Schneider, Handb. d. Laubholzk. I, p. 657. Cotoneaster nummularia Fisch, et Mey. Zwischen Karatschor und Kumik nördlich von Kjachta (Nr. 2255); am Göldschik und Hasarbaba Dagh dortselbst; um Kabildjous, Scheichan und am Meleto Dagh im Sassun, iioo — 2100 m. Crataegus orientalis Pall. Ober Karatschor zwischen Kjachta und Malatja (Nr. 2259). Mehrfach zwischen Malatja und Kharput, am Göldschik und auf dem Hasarbaba Dagh. Natopan am Meleto Dagh (Nr. 2699). Am Tigris zwischen Sert und Dschesire. Meist baumartig, 600 — 1800 m. Crataegus Azarolus L. Dschebei Abd el Asis ober Gharra (Nr. 1740). Kjachta, an Wasserläufen. Im Sassun (Nr. 2678) unter Harut bis 1500 m. Haso. Am Tigris zwi- schen Sert und Dschesire mehrfach. Arabisch: «Sarrur». Crataegus heterophylla Fluegge. Im Pappelhain bei Kesin am Tigris unweit des Göldschik, 1400 m (Nr. 2625). Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 69 ^Crataegus ambigua C. A. Mey., Index sem. Hort. Petropol., 1858, cfr. Schnei- der, Handb. d. Laubholzk. I, p. 785 (1906). An bebuschten Hängen am Göldschik (Quellsee des westlichen Tigris) auf Serpentin, 1400 m (Nr. 2622, 2623), Crataegus monogyna Jacq. Häufig in Gebüschen um Kjachta (Nr. 2000) bis ober Karatschor, 1600 m. Im Sassun vom Batman köprü, 700 m (Nr. 2680) bis 1500 m unter Harut. Tigristal unter Balak gegen Dschesiret-ibm-Omar. Prunus (Cerasus) Mahaleh L. Wälder unter Urik bei Kjachta (Nr. 2124). Ge- büsche am Göldschik. 1200 — 1500 m. Prunus (Cerasus) microcarpa C. A. Mey. Dschebel Abd el Asis, häufig von Gharra bis auf den Rücken (Taf. IV, Fig. 3) (Nr. 1728, 1770 var. tortuosa [Boiss. et Hsskn.] C. K. Schndr., Handb. d. Laubholzk. I, p. 605 [1906] [Cerasus tortuosa Boiss. et Hsskn. in Boiss., Fl. or. II, p. 647], Nr. 1766 Übergang dazu). Dschebel Sindschar ober der Stadt (Nr. 1474). Tschermisch am Euphrat und um Kjachta nördlich von dort. Am Göldschik. Batman köprü am Ausgang des Sassun. Am Bohtan und Tigris zwi- schen Sert und Dschesire. Mar Jakub bei Simel. 500 — 1500 m, in Wäldern, Gestein- fluren, an Felsen. Arabisch: «Mehleb». Variat drupis (maturis semper globosis) pallide luteis, aurantiacis et nigris. '^Prunus (Cerasus) Bornmuelleri (C. K. Sehn.) Hand.-Mzt., comb, nova (P. brachypetala var. Bornmuelleri C. K. Sehn., Handb. d. Laubholzk. I, p. 604 [1906]). Häufig zwischen Gestein, oft als Spalierstrauch, auf dem Meleto Dagh im Sassun vom Westhange des Sattels zwischen Kabildjous und Natopan (Nr. 2893) bis auf den höch- sten Gipfel (Nr. 2765), 1600 — 3150 m. Diese durch ihr Vorkommen bemerkenswerte Pflanze scheint mir eine Mittelstellung zwischen Prunus prostrata Labill. und P. brachypetala (Boiss.) Walp. (Cerasus incisa Boiss.) einzunehmen. Die erstere Art, die z. B. in den Exemplaren von Mukus, 6000' (Kotschy, Nr. 536), den unseren habituell oft ähnlich wird, unterscheidet sich immer durch viel dichter, beinahe weiß, filzige Blattunterseite, die letztere durch viel kleinere, an der Spitze mehr oder weniger regelmäßig tief dreilappige Blätter. Die Blüten und Früchte erschienen auf den ersten Blick bei P. Bornmuelleri auffallend lang gestielt, doch erweist sich dies bei umfassendem Vergleich nicht als Unterschied gegenüber P. brachy- petala, sondern kommt bei dieser auch beinahe ebenso vor. Die Früchte sind kirschen- artig, etwas behaart, rot, die Steinkerne genau so durch einige Längsfurchen an der Bauchseite und ein Netzwerk im übrigen skulpturiert, wie bei den Verwandten. Prunus (Amygdalus) spartioides (Spach) C. K. Schndr., Handb. d. Laubholzk. I, p. 590 (1905). Ein Strauch auf Kalkmergel im Wadi Schilu zwischen Dscheddale und Bara im Dschebel Sindschar, 600 m (Nr. 1564). Häufig an Felsen, auf Sandboden und in Gebüschen um Kjachta (Taf. IV, Fig. 5) (Nr. 2oo3) und Tschut; ober dem Batman köprü und bei Rabat am Ausgang des Sassun, am Bohtan und Tigris zwischen Sert und Dschesiret-ibm-Omar, Mar Jakub nördlich von Mossul, 550 — 1200 m. l'^Prunus (Amygdalus) spinosissima (Bge.) Franch. Auf dem Plateau südlich von Kjachta gegen den Euphrat als kleiner Strauch zwischen Andjus und Karamuhara (Nr. 1929) in steiniger Steppe auf Kalkboden, 650 — 750 m. Ohne Blüten und Früchte, aber in den Blättern und in der auffallend rötlich- braunen Rinde der jungen Zweige nur mit dieser sonst transkaspischen und nw.-persi- sehen (Bornm., Bearb. Knapp, p. 109) Art stimmend. 70 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Prunus (Amygdalus) orientalis (Mill.) Koehne, Dendrol., p. 315 (iSgB). Häufig im Dschebel Abel el Asis von Gharra bis auf den Rücken (Taf. IV, F"ig. 3) (Nr. 1716, 1718). Ebenso um KJachta, ober Batman köprü (Nr. 267g) und bei Sebane im Sassun, am ßohtan und Tigris unter ßalak gegen Dschesiret-ibm-Omar, Mar Jakub bei Simel, 500 — 950m. Arabisch: «Lös». **Pru77US (Amygdalus) trichamygdalus Hand.-Mzt., sp. nova (Amygdalus communis Boiss., FI. or. II, p. 641 p. p., non L.) (Taf. II, Fig. 2). Arbor elata ramis elongatis ascendentibus brunnescenti et griseo corticatis, laevibus et glabris, inermibus. Ramuli abbreviati copiosi, 5 — 8mm longi, cicatri- cibus densis nigrelli, glabri, apice fasciculum foliorum patulorum gereutes. Stipulae lanceolatae, scariosae, brunneae, i'5 — 3mm longae, glanduloso-fimbriatae. Folia petiolis brevissimis latis superne profunde canaliculatis, i"5 — 3 mm longis suffulta; parva; elliptica, 7X 19 usque 11 X 29 mm, basi subrotundata, apice recurvulo subcomplicato acutiusculo, toto margine densissime subtiliter glanduloso- crenata, glandulis basilaribus utrinque singulis vel binis magnis aurantiaco-brunneis; rigidiuscula, concolori dilute et subcaesio- viridia, opaca, superne vix nitidulaj nervo mediano tenui, inferne basin versus incrassato et valde prominente, nervis late- ralibus utrinque ± 8, leviter prorsus curvatis, ante marginem arcuato-confluentibus, cum venularum reti denso in facie superiore magis conspicuis; in pagina inferiore pilis brevibus saepe nitidulis large crispule puberula. Gemmae inflorescen- tiarum parvae, ovato globosae, bracteis triangularibus, siccis, brunneis, margine dense et breviter albo-ciliatis, interioribus toto dorso breviter velutinis. (Flores ignoti.) Drupa nutans, sessilis, sicca, dura, ovata, 20 — 22mm longa, 15 lata, parum complanata, basi transverse truncata, apice breviter acuminata, ventre anguste sulcata, brunnea, rugulosa, utrinque pilis brevissimis griseis patentibus densissime velutina. In Wäldern auf steinigem Boden im Tale von Urik am Nemrud Dagh bei KJachta im kataonischen Taurus, Kalk, 1200 — 1400 m, 12./VII. 1910 (Nr. 2134). Prunus communis (L.) Arcang., cui nostra species proxima, differt foliis multo longius petiolatis, maioribus et praecipue longioribus, utrinque acutis vel acutiusculis, remote crenulatis, fere glabris vel glaberrimis, drupis pedunculatis, Prunus Hauss- knechtii C. K. Schndr., Handb. d. Laubholzk. I, p. 592 (1905) foliis paulo maioribus remotissime et acute extrorsum denticularis, P. Bucharica [Amygdalus Buch. Korsh.) (ex descript.) ramulis novellis tomentosis, petiolis laminae tertiam partem metientibus, drupis maioribus, Prunus Webbii (^Amygdalus W. Spach) (ex descript.) ramis spines- centibus, foliis glabris acutis, Prunus Balansae (^Amygdalus B. ßoiss.) (ex descript.) ramis spinescentibus, foliis utrinque incanis integris, drupis tandem glabratis. Die vorliegende interessante wilde Pflanze aus der nächsten Verwandtschaft un- serer Mandel läßt sich mit ihr gewiß nicht vereinigen, zumal da Prunus communis im Oriente in der kaum abweichenden var. spontanea Korsh., Note sur la forme primaire de I'amandier commune et les especes voisines, in Bull. Acad. sei. St.-Petersbourg XIV, p. 90 (1901), in zweifellos wildem Zustande vorkommt. Meiner Pflanze sehr nahe steht eine im südlichen Svrien wild vorkommende Art, die Boissier mit P. communis ver- einigte und auch Schneider als solche bestimmte, wenngleich seine Beschreibung sich nicht darauf, sondern nur auf wirkliche P. communis beziehen läßt. Auch Korshinsky zitiert I.e., p. 91 die Kotschyschen Exemplare dieser Pflanze zu Am. communis var. spontanea, obgleich «Folia glaberrima . . . latitudinem suam 4 — 5 plo superantia atque a ^/j vel = Y^ parte infima versus apicem sensim angustata» in seiner Diagnose nicht Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 71 dazu paßt. Da in dem in Betracht kommenden Verwandtschaftskreis geringe Unter- schiede offenbar sehr konstant sind, muß ich sie als Spezies abtrennen.^) Mimosaceae. {Leguminosae p. p.) Acacia Farnesiana Willd. Basra, an Wegen kultiviert (Nr. 3i38). Prosopis Stephaniana (Willd.) Sprg. Verbreitet und meist sehr häufig in der Gesteinsteppe und Erdsteppe und sonst auf Humusboden, in verlassenen Äckern, im Grunde der Wadis etc. im ganzen nördlichen iMesopotamien und den niedrigeren Teilen von Kurdistan; besonders massenhaft auf Schlammboden, auch auf salzigem in den Talwegen der Ströme bis zum persischen Golf herab, seltener in seichtem Flugsand; fehlt in der Kieswüste und Gipssteppe! Im Gebirge bis Kjachta, Sert und gegen Haso, also bis ca. 1000 m (Nr. 846, 897, 974, i327, 2976; Hakim, Nr. 64; Morck, Nr. 18). Arab.: «Charnuf», die Früchte, die gegessen werden: «Bedschendschel», «Tamar el fakira», d. i. Dattel der Armen. Papilionaceae. i^Legiiminosae p. p.) * Cercis Siliquastrum L. In Gebüschen beim Dorfe Chaline (Nr. 8002) und unter Fündük im Tigris-Engtal ober Dschesiret-ibm-Omar, 600 — 900 m. Sophora (Goebelia) alopecuroides L. Auwald des Tigris beiMossul (Nr. 1258). Is Oghlu am Euphrat zwischen Malatja und Kharput, häufig zwischen Tamarisken am Flußufer und sonst auf Humus. Die von Dörfler (Herbarium normale Nr. 4228) von Konstantinopel als G. alo- pecwoides ausgegebene Pflanze ist Sophora reticulata Freyn et Sint. (vgl. Hand.-Mzt., Ergebn. bot. Reise Trapezunt, p. 168). Aznmothamnus gibbosus (DG.) Boiss. Flugsand im Wadi Schreimije nörd- lich von Tekrit am rechten Tigris-Ufer, häufig auf beschränktem Platze (Nr. 1022). Legumen anguste lineare, ad 3 mm latum, fere bis circulatim contortum, planum, moniliforme, seminibus paucis remotissimis, pilis illis A. Lehmanni paulo longioribus et adpressioribus dense argyreum. Semina reniformia, 5: fere 4 mm, grisea, levissima. Flores in vivo sulphurei! ^) ** Prunus Korshinskyi Hand.-Mzt., sp. nova (Syn. Amygdaliis communis var. microphylla Post, Fl, of Syr. Pal. Sin., p. 3o2 [1896], non Prunus microphylla Hemsl.) (Taf. II, Fig. i). Sequentibus notis a P. trichamvgdalo diffei't: Ramuli abbreviati 2 mm longi, cicatricibus brun- neis. Folia petiolis tenuibus 4—8 mm longis suffulta, 8 X 20, 9 X '8, 7 X 25, 10 X -7 mm lata et longa, basi breviter attenuata, apice piano obtusa vel rarius (in ramulis elongatis) acuta mucronulata, margine remotius crenulata, nervo mediano tenui, sparsius puberula usque glabra (Gemmae inflore- scentiarum ignotae). Drupa pedicello crasso, 2 — 3 mm longo, crasse ovata, 20 X 25 usque 23 X 29 mm, apice obtusa vel brevissime obliqae acuminata, non sulcata, dorso leviter carinata, pilis flavidis brevibus tomentella. Hermon: frequens regionemque efformat arboribus, 5600 ped. (Kotschy, Iter Syriacum 1855, Nr. 580, sub nom. Amygdali communis: Hfm). Anjar in valle Leontis (Unger: Hfm.). Libanus borealis. In declivibus orientalibus silvaticis inter Der el Ahmar et Aineta, 1500— 1800m (Born- müller, Iter Syriac. II [1910], Nr. 1 1756a et b). Liban. australis. In declivitatibus occidentalibus in cedreto supra Ain Zahalta, iioo — 1800m (Bornmüller, I.e., Nr. 11748). 72 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Anagyris foetida L. Dschebel Sindschar, ober der Stadt bis zum Kamme (Nr. 1461). Gesteinsteppe zwischen Zoch und dem Haso Su (Nr. 2969). Mar Jakub nördlich von Mossul, 700 — i3oom. Kurdisch: «Kerät». Die Früchte werden von den Schafen gefressen und die Samen wieder abgegeben. Auf dem Strauche kommt eine Raupe vor, deren Kokon Seide liefert (Mitteilungen des Jesidenschechs Cheder in Sindschar). Astragalus (Sect. Oxy-glottii) tribuloides Del. Halbwüste bei Der es Sor (Nr. 584) und Wüsten von Kaijim (Nr. 666) am Euphrat bis gegen Baghdad häufig. Astragalus tribuloides ** nov. var. Thapsacenus Hand.-Mzt. (Dibse, die Ruinen von Thapsacus unweit von Abu Herera). Diftert a ceteris formis floribus duplo maioribus, i. e. calyce 7-5 — 9 mm, vexillo 16 — aommlongis, albis. Steppe bei Abu Herera unterhalb Meskene am Euphrat, 26./III. igio (Nr. 418). Die Pflanze macht sehr den Eindruck einer eigenen Spezies, doch schreibt mir Herr Kustos Bornmüller, daß er sie nach Vergleich seines sehr reichen Materials von A. tribuloides für zu dessen Formenkreis gehörig halten möchte. Die Merkmale sind vielleicht durch das bessere Substrat erklärbar, immerhin wäre die Pflanze weiter zu verfolgen. Astragalus (Sect. Oxyglottis) cruciatus hmk. Auf Humus östlich von Aleppo (Nr. 278) und am Nähr ed Deheb (Nr. 290), Steppen von dort bis El Hammam ober Rakka (Nr. 462), bei Meskene auf mergeligem Detritus (Nr. 375). Astragalus (Sect. Oxyglottis) triradiatus Bge. Halbwüste zwischen Mejadin und Salhije (Nr. 621) und im Sand des Wadi Hauran (Nr. 796) am mittleren Euphrat. Astragalus (Sect. Harpilobus) corrugatus Bertol. Schlammwüste beim Teil Babil (Babylon) (Nr. 894). Astragalus (Sect. Harpilobus) Damascenus Boiss. et Gaill. Steppe zwischen Chmoime und Der Hafir östlich von Haleb (Aleppo) (Nr. 351). Astragalus (Sect. Aulacolobus) aulacolobus Boiss. Humus und Äcker zwi- schen Dschebrin und Tijara östlich Haleb (Nr. 280). Astragalus (Sect. Buceras) brachyceras Ledeb. Wüste bei Sumedscha nörd- lich von Baghdad (Nr. g63). Brachäcker bei Mossul (Nr. 1279). Astragalus (Sect. Platj-glottis) tuberculosus DG. Steppe bei Abu Herera ober Rakka am Euphrat (Nr. 422). Astragalus (Sect. Dasyphyllium) densifolius Lam. Gesteinfluren auf dem Gipfel des Nemrud Dagh bei Kjachta, 2200 — 2250 m (Nr. 2118) und des Ak Dagh, 2600 — 2670 m (Nr. 2356) im kataonischen Taurus. * Astragalus (Sect. Stereothrix) nanus DC. Gesteinfluren auf dem Gipfelgrat des Ak Dagh zwischen Kjachta und Malatja, 2600 — 2670 m (Nr. 2354). * Astragalus (Sect. Malacothrix) mollis M. a B. (det. G. Beauverd). Gestein- flur des Dschebel Sindschar ober der Stadt, bei ca. 1000 m (Nr. 1452). Astragalus (Sect. Myobroma) platyraphis Fisch. Steppe zwischen Chmoime und Der Hafir von Aleppo zum Euphrat (Nr. 348). Astragalus (Sect. Myobroma) declinatus Willd. Meleto Dagh im Sassun, in Schneetälchen und an humösen Stellen von 2400 — 3150m häufig (Nr. 2721), Folia in meis plantis 9 — 12-paria. Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 7^ Astragalus (Sect. Chronopus) dactylocarpus Boiss. Auf Sand zwischen Chanikin und Chanimassi nordöstlich von Baghdad (^Morck, Nr. lo). Steppen bei Kalaar Schergat (Assur) am Tigris (Nr. io3i, leg. Maresch, Nr. 1153). "^^ Astragalus (Sect. Acanthophace) icmadophilus Hand.-Mzt., sp. nova (Taf. III, Fig. i) (iX|udg, Feuchtigkeit). Fruticulus ramis numerosis elongatis ca. '^j^cva crassis, laxe adpressiuscule ra- mulosis cortice griseo longitudinaliter plicato-rugoso tectis et spinis pallide brunneis crassis mollibus adcumbenti bus creberrimis obsitis, inferne autem denudatis dumos scopario-erinaceos semiglobosos ca. 3ocm altos laxos formans. Ramuli glaberrimi, foliis 4 — 7cm longis dense obsiti et hornotini stipulis albis mem- branaceis mollibus 7 — 12mm longis ovato-triangularibus basi rhachidi late adnatis inferioribus obtusiusculis, superioribus longe acuminatis, marginibus ad apicem sub- tilissime ciliolatis et in ipso apice saepe sparse barbulatis, ceterum glaberrimis, tenui- ter sed conspicue irregulariter penninerviis obtecti. F"oliorum rhachis erecta vel sursum leviter extus arcuata, apice tenui acutiusculo foliola suprema non superante non pungens, basin versus biangulato anceps, crassa et ad 1-5 mm lata, iraa basi triangulari-dilatata, macerata cum nervis marginalibus incrassatis breviter tricruris, viridis, moUis, prominue 5 — 7-nervia mediano incrassato. Foliola remote 8 — 10- Juga, brevissime articulato-petiolata, patula, plana, e basi subattenuato-rotun- data late linear ia vel fere cuneata, apice truncatoemarginato-biloba angulis obtusis, parva, i'5:4 usque 2-3 : 6 et 3 : 7-5 mm lata et longa, crassiuscule her- bacea, atroviridia, nervo mediano obsoleto, lateralibus paucis porrectis in- conspicuis, cum rhachide juvenilia pilis basifixis sparsissimis brevibus albis margine praesertim obsita, mox tota glaberrima. Flores ca. seni (pluribus abortivis) in axi- bus adcumbentibus numerosis ad apices ramulorum capitula laxiuscula ovoidea foliis intertexta et superata formantibus, albi, carinis sulphureis. Axes 5 — 8 mm longae, crassiusculae, ancipites, bracteis membranaceis, concavis, o vatis, acutis, 7 mm longis, sparse nigro ciliolatis, longitudinaliter tenuiter plurinerviis. Flores pedicellis tenuibus i — 1-50101 longis suffulti, ebracteolati, 17 — 18 mm longi. Calvx regularis tubulosus, tubo 6 — 7mm longo, 3 lato, dentibus fere aequalibus, subulatis, porrectis, tubo subbre vioribus, herbaceus, pallidus, enervius, pilis brevibus nigris inferne sparse et adpresse, superne dense et patule hispidulo- strio- latus, fructifer non inflatus (?). Carina a latere late rhomboidea, calycis dentes sub- aequans, sicut alae lanceolatae acutiusculae illa longiores minute auriculata, ungue angustiusculo lamina paulo longiore. Vexillum lanceolatum, plicatum, obtusiusculum, rectum, late et breviter unguiculatum, glabrum. (Legumen ignotum.) Meleto Dagh im Sassun, Vilajet Bitlis, häufig auf nivalem Humus von der Jaila am Westhange bis gegen den Gipfel, 2550 — 3ioom, ii./VIII. 1910 (Nr. 2793) — Agerow Dagh bei Mukus, Vilajet Wan, 1200' (Kotschy, X. 1859, Iter Cilic.-Kurd, Suppl., p. 928, ein steriles Zweiglein im Hfm.).^) Species habitu et floribus A. oreiti Beck, in Stapf, Beitr. Fl. Lyc. Gar. Mesop., II, p. 36 (1886) et A. ochrochloro Boiss. et Höh. similis, sed foliolorum forma valde ex- cellens. * Astragalus (Sect. Brachycalyx) adscendens Boiss. et Höh. Häufig in Ge- steinfluren auf dem Meleto Dagh im Sassun, 1800 — 3ioom (Nr. 2776), ') Die Höhenangabe ist jedenfalls irrtümlich. 74 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Astragalus (Sect. Platnnychiiim) gutnmifer Labill. Sehr häufig an Hängen ober Karatschor nödlich von Kjachta über Kumik bis Bekikara (Nr. 2261). Hasarbaba Dagh bis zum Göldschik herab. Häufig am Tigris zwischen Arghana und Kesin. Meja- farkin gegen Miralia am Weg nach Diarbekir. Häufig um Zoch (Nr. 2965). Ob die zwischen Kabildjous und Scheichan und sehr häufig östlich ober Kabildjous beobach- tete Pflanze hierher oder zur damals habituell nicht unterschiedenen vorigen Art gehört, bleibt fraglich. Auf Kalk, Schiefer und Eruptivgesteinen, 800 — 1800 m. Stipulae praecipue juniores (etiam in plantis e Libano) medio dorso velutinae; inflorescentiae in speciminibus Nr. 2965 valde elongatae. Astragalus (Sect. Diacme) Roussaeanus Boiss. Brachfelder bei Dschidle zwi- schen Rakka und Urfa (Nr. i83g). Astragalus (Sect. Stenonychium) microcephalus Willd. Häufig auf dem Hasarbaba Dagh am Göldschik auf Serpentin (Nr. 2579) und dem Meleto Dagh im Sas- sun auf Kalk (Nr. 2781), 1800 — 3 100 m. Im Gebiet die einzige Art, aus der (durch Ab- schneiden der Äste) Gummi gewonnen wird. ** Astragalus [SqcI. Rhacophorus) Zahlbruckneri Hand.-Mzt., sp.nova (Herrn Kustos Dr. Alexander Zahlbruckner, Vorstand der botanischen Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien, gewidmet). (Taf. III, Fig. 2.) Fruticulus ramis numerosis, breviusculis, crassis, large divaricatim ramu- losis, spinis crassis, pungentibus, patenti recurvis, emortuis persistentibus griseis densissime tectis dumoshumiles + 15 cm altos densissimos valde erinaceos formans. Ramuli inter folia villosi, foliis 2 — ad 5 cm longis densissime obsiti. Sti- pulae papyraceae, luteolae et brunnescentes, 7 mm longae, late ovato- triangu- läres, acutae, ad mediara longitudinera rhachidi adnatae, margine longe et dense ciliatae, ceterum glabrae, irregulariter tenuiter nervulosae. Foliorum rhachis erectopatula, crassa, spina tenui valde pungente foHolis supremis multo bre- viore, basin versus complanata et fere 2 mm lata, viridula, non conspicue nervosa. Foliola approximate 4 — 6-juga, sessilia, patula vel leviter porrecta, sursum conni- ventia, leviter complicata, lanceolata, parva, 2 : 6, 2'5 : 11, 3'3 : 11, 3-2 : 7 mm lata et longa, utrinque acuta, apice in spinam validam brunneam versus i usque fere 2mm longam producta, rigid a, griseoviridia, nervo mediane inferne prominulo, lateralibus utrinque circa 4 porrectis raro superne conspicuis, cum rhachide pilis Y2 — V4 "^™ longis erectopatulis dense hispidulo-tomentosa. Flores in axillis circiter quaterni numerosi in capitula densa globosa, 27 — 3'5cm diametro metientia foliis inter- texta et axi brevi foliata superata congesti, sessiles, 14 — 17mm longi, violas- centi-rosei, ebracteolati. Bracteae luteolae papyraceae margine membranaceae anguste oblongae, acutae, i'5mm latae, 9 — 10 longae, planae, dorso ad apicem villosae, tenuiter uninerviae. Calyxcorolla 2 — 4 mm brevior, usque ad basin fissilis, dentibus subulatis apice roseo-suffusis, utrinque dense albo plum oso- villosus. Carina a latere oblique obovata, obtusa, vix auriculata, sicut alae lineari-lanceolatae obtusiusculae illa paululum longiores basi grosse auriculatae tenuiter unguiculata. Vexillum ex ungue latiusculo sensim obovatum, obtusum, complicatum, alas paulo superans. Ovarium hirsutum. (Legumen ignotum.) Gesteinfluren auf dem Hasarbaba Dagh am Göldschik (Quellsee des westlichen Tigris) unweit Kharput, Serpentin, 1800 — 2450 m, 2g./VII 1910 (Nr. 2580). Affinis Astragalo Andalanico Boiss. et Hsskn. et A. Elymaitico Bss. et Hsskn. Prior differt stipulis rigidioribus brunneis, arcuato-acuminatis, superioribus multo Ion- r Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 75 gius et densius pilosis, foliolis trijugis adpresse tomentosis, axillis bifloris, bracteis cari- natis villosioribus, vexillo auriculato; posterior stipulis tomentellis, foliolis longioribus nervulosis, bracteis plicatis hirsutioribus, corolla intense purpurea, vexillo auriculato. '^'^Astragalus (Sect. Rhacophoriis) gossypinoides Hand.-Mzt. et Borntn., sp. nova (Taf. III, Fig. 4). Fruticulus ramis numerosis brevibus ultra 3 ad 4 mm crassis creberrime et breviter ramulosis, spinis griseis patulis densissime obsitis indumento sub sti- pulis diu persistentibus abscondito, pulvinos semiglobosos densissimos valde erinaceos 8 — 12cm altos formans. Ramuli dense longiuscule lanati, foliis 2 — 3'5 cm longis erectopatulis densissime obsiti et stipulis e basi late triangulari, cum basi rhachidis in vaginam coriaceam connata, ceterum membranaceis, renuiter acuminatis, 4 — 5 mm longis, brunneis, subtiliter uninerviis, dorso glabris vel sparse ciliatis, margine saepe jubato-ciliatis omnino obtecti. Foliorum rhachis teres, basin versus dilatato-subanceps, i mm crassa, marginibus et facie anteriore intense viridis, nervo crasso albido, in spinam brunneam validam valde pungentem foliola suprema multo superantem excurrente; foliola approximatissime 5 — 8-juga, ab infimis ad suprema eximie decrescentia, sessilia, porrecto-patula, parva, elliptica, 1^3-4 — 1^/3 :6 mm, nervo mediano dorso apicem versus saepe prominente excurrente sensim minute pungenti-spinulosa, crassius- cula, marginibus erectis concava, n er vis lateralibus rarissime subconspi- cuis, sicut etiam rhachides (apicibus excepiis) pilis basifixis brevibus patulis utrinque densissime nitenti-cano hispidula. Flores in axillis foliorum in- florescentialium capitula breviter superantium terni, numerosi ad apices ramulorum in capitula densissima globosa minima, diametro 12 — 15 mm metientia congesti, carnei, vexillo intus purpureo-striato. Bracteae obovato-lanceolatae usque li- neari-spathulatae, obtusae, carinatae et naviculares, 5 — adymmlongae et 15 — fere 3 latae, papyraceae, brunnescentes, dorso ima basi excepta breviuscule gossypino- lanatae. Flores sessiles, ebracteolati. Calyx 7 — 8 mm longus, usque ad basin tissus, dentibus aequalibus subulatis, summis apicibus interdum denudatis, ceterum ubique lana gossypina subtiliter undulata densissime plumosus. Carina ex ungue longo latiuscula, a medio leviter sursum curvata, obsolete auriculata, alis tenuissime unguiculatis, acute retrorsum auriculatis, linearibus, obtusis paulo brevior. Vexillum ungue e basi angustissima valde dilatato marginibus convexis, lamina leviter sursum curvata, ungue dimidio breviore, obovata, apice obtusiuscula, calycem 4mm, alas paulum excedente, glabrum. (Legumen ignotum.) Im Dschebel Sindschar zwischen Dscheddale und Chattunije auf Kalkmergel im Wadi Schilu und am Abstieg nach Bara, 600 — 700m, ii./VI. 1910 (Nr. 1555); ebenso im Dschebel Abd el Asis bei Gharra, 500 — 600 m, 22./VI. 1910 (Nr. 1748). — Mardin: Senar, in saxosis (Sintenis, It. Orient. 1888, Nr. i3i6, als A.filagineus, z. T.). Proximus nostrae speciei A. gossypinus Fisch, omnibus formis ab hac ditfert foliis stipulisque remotioribus caulis indumentum non obtegentibus, foliolis maioribus ab- rupte apiculatis, planis, superne elevatim nervulosis, adpresse candido tomentosis, corollae colore roseo (?). Die dem A. gossypinus nahe stehende Pflanze scheint eine westliche Repräsen- tativspezies desselben zu sein, wenn die von Post, Fl. of Syr., Palest., Sin., Suppl., p. II angegebene Pflanze, die ich nicht sah, auch dazu gehört. Die von Sintenis bei Mardin gesammelten Pflanzen (siehe oben) sind teils typischer A. gossypinoides, ein 76 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Stück (UnW.) nähert sich in Form, Größe und Nervatur der Blättchen schon sehr A. gossypinus', es dürfte daher dort die Verbreitungsgrenze verlaufen. ^'^Astragalus (Sect. Rhacophorus'^) xanthogossypinus Hand.-Mzt., sp.nova (Taf. III, Fig. 3). Fruticulus ramis numerosis brevibus, 4 — 5 mm crassis, creberrirae et breviter divaricate ramulosis, cortice griseo annulato et spinis griseis rigidis, reflexo- squarrosis dense tectis pulvinos depressos densos erinaceos 10 cm altos formans. Ramuli biennes quoque dense et breviuscule lanati, foliis 2 — 3 cm longis erecto- patulis dense obsiti et stipulis triangulari-lanceolatis 3 — 5 mm longis, longo acumi- natis, basi rhachidi late adnatis, chartaceis, pallide brunneis, vix conspicue longi- tudinaliter multistriolatis, dorso basin versus brevissime tomentellis, apice vel rarius toto margine superioribus praesertim barbato-ciliatis, emortuis griseis diutius persistentibus obtecti. Foliorum rhachis teres, tenuis, 0*75 mm crassa, ju- venilis viridis apice acutissimo pungente brunneo foliolissupremislongiore, mox tota pallide brunnea. Foliola approximate 4 — 6-)uga, sessilia, patula, parva, elliptica, 1-2 X 3, 2 X 5> '2.'3> y(^ ^mxn \aXa et longa, sensim minute pungenti- spinulosa, subcarinato-plana, rigidula, maiora saepe superne nervis lateralibus paucis prominulis rugulosa, sicut (apicibus exceptis) rhachides pilis basifixis brevis- simis patulis utrinque dense hispidulo-grisea. Flores terni in axillis foliorum inflorescentialium capitula breviter superantium, numerosissimi ad apices ramulorum in capitula densissima globosa parva i^A, — fere 2^/2 cm diam. metientia congesti, sulphurei. Bracteae lanceolatae et lineares, carinatae, latiores naviculares, 7 — 8 mm longae, ad 2 usque 2-5 mm latae, papyraceae, brunnescentes, dorso in parte superiore vel jam a basi gossypino-lanatae, marginibus saepe glabris. Flores ses- siles, bracteolis raro adsentibusettumcalycedimidio brevioribus, angustis, sericeo-nitenti-lanatis. Calvx g — 10 mm longus, usque ad basin fissus, dentibus aequalibus subulatis, ubique lana gossvpina non nitente dense plumosus. Carina ex ungue longo latiuscula, a medio sursum curvata, subtiliter auriculata, alis tenuis- sime unguiculatis, acute retrorsum auriculatis, linearibus, obtusis vix brevior. Vexil- lum ungue e basi angustissima valde dilatato marginibus convexis, lamina leviter sur- sum curvata, ungue dimidio breviore, obovata, apice breviter incisa, calycem 2 — 3 mm, alas paululum excedente, glabrum. (Legumen ignotum.) An schotterigen Hängen bei Sert am Abstiege in die Schlucht des Bohtan, 17./VIII. 1910 (Nr. 2979), unter Fündük am Tigris nordwestlich von Dschesiret ibm Omar und bei Mar Jakub nördlich von Mossul. Kalk, 550 — 900 m. Differt ab A. gossypino indumento illud A. gossypinoidis revocante, bracteolis interdum praesentibus, florum colore. Cum A. Tokatensi Fisch ex diagnosi simili toto habitu, dimensionibus etc. nihil habet. Eine auffällige gelbblütige Art, zweifellos aus dem schwierigen und formenreichen Verwandtschaftskreise des A. gossypinus, die insbesondere durch das wenngleich seltene Vorhandensein von Brakteolen sehr bemerkenswert ist. Man vergleiche darüber das unten bei A. Ki-iigeanus Gesagte. Astragalus (Sect. Rhacopliorus) Kurdicus Boiss., determ. Bornmüller. Ge- steinfluren und Schneetäichen auf dem Nemrud Dagh bei Kjachta (Nr. 2082), um Kumik und auf dem Ak Dagh im kataonischen Taurus; auf dem Hasarbaba Dagh (Nr. 2576) ^) In hac specie aliisque in sectionem: Pterophorus iransiens ideoque meo sensu porro non seiungenda. Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 77 bis zum See Göldschik herab; an den Hängen des Meleto Dagh im Sassun (Nr. 298 1). Kalk, Schiefer und Serpentin, 1500—250001. Astragalus (Sect. Rhacophorus) lepidanthus Boiss. Haleb (Aleppo) (Hak im, Nr. i3). Arab.: «Besas-el-Bagara». Astragalus (Sect. Rhacophorus) argyrophyllus Boiss. et Gaill. Dschebel Sindschar bis zum Kamme, 600 — 1400 m (Nr. i366). Dschebel Abd el Asis (Nr. lySi) und in den Steinsteppen um seinen Fuß gegen den Chabur, selten in der Gipssteppe gegen Sfaijan und bei Chattunije gegen Bara. Gesteinsteppe bei Dschülman nördlich von Urfa (Nr. 1859) und von dort (nur nach Notizen!!) sehr häufig bis KJachta und Salmanche, um Arghana, Diarbekir, Mejafarkin, Haso, in der Talsole des Sassun bei Kede bis 1200 m, auf gefestigtem Flugsand am Tigris unter der Bohtan-Mündung, bei Tel is Kof nördlich von Mossul. Pflanzen von Brachfeldern bei Dschidle unweit des Ain Arus zwischen Rakka und Urfa (Nr. i838), wohl übereinstimmend mit in der Kies- steppe zwischen Teil es Sedd und Rakka als häufig notierten, stellen durch die kleinen ßlättchen bei unveränderten Kelchen einen Übergang zu A. lepidanthus Boiss. dar. Auch das Exemplar von Dschülman hat nicht über 10 mm große Blättchen. Astragalus (Sect. Rhacophorus) erythrocephalus Freyn et Sint., Österr. botan. Zeitschr. XLII, p. 10 (1892). Gesteinfluren auf dem Nemrud Dagh bei Kjachta, 1600 — 2250 m (Nr. 2091). Foliolis trijugis, sed parvis transitum ad A. tinctum Freyn et Sint., 1. c, p. 1 1 praebens. ^Astragalus (Sect. Pterophorus) Krugeanus Freyn et Bornm., Österr. botan. Zeitschr. XL, p. 448 (1890) **var. nov. Commagenicus Hand.-Mzt. Differt a typo et var. nitente Freyn et Sint., Bull. herb. Boiss. III, p. 180 (1895) habitu elatiore, foliolis magnis, lata ellipticis (3 X 6, Sy X ^> 4 X 7> 4 X S mm), in spinam tenuem i — 1-5 mm longam cito attenuatis. Indumentum idem ac in var. nitens. Bracteolae desunt. Auf humösem Detritus zwischen Gestein bei den Tschirik Jailassi auf dem Nem- rud Dagh bei Kjachta, selten, Kalk, 1950 m (Nr. 2 141). Die vorliegenden, durch den angegebenen Unterschied in der Blättchenform und Größe habituell auffallend verschiedenen Exemplare machen mir bei ihrer sonstigen Übereinstimmung mit Astragalus Krugeanus immer wieder den Eindruck spezifischer Zugehörigkeit zu dieser Art. Da ich aber ein vollständig sicheres Urteil über den Zu- sammenhang ihrer Eigentümlichkeiten mit edaphischen Verhältnissen nicht habe, trenne ich sie vorläufig als Varietät ab. Auf das gelegentliche Fehlen der Brakteolen bei dieser Art hat Freyn (Bull. Herb. Boiss. III, p. 180) bereits hingewiesen. Dieses Verhalten sowie das Vorkommen von Brakteolen bei dem den sonst typisch in die Sektion Rhacophorus gehörenden Arten zunächststehenden A. xanthogossypinus (vgl. oben) läßt eine Vereini- gung der Sektionen Pterophorus und Rhacophorus sehr wünschenswert erscheinen, zu- mal da eine solche auch sonst eine natürlichere Anordnung der Arten gestatten würde. Astragalus (Sect. Pterophorus) Andrachne Bge. Steinige Hänge unter Par- wadjak südlich von Kjachta gegen den Euphrat, 700m (Nr. 1966). Kurdisch: «Guni», «Schitli Ghasali»; wird medizinisch verwendet. — Notiert bei Bervi am Göldschik, 1400 m und im Sassun zwischen Kabildjous und Scheichan, iioom. Astragalus (Sect. Pterophorus) Basianicus Boiss. et Hsskn. Gesteinfluren auf dem höchsten Gipfel Tschil Miran des Dschebel Sindschar, 1400 m (Nr. 1509), zwischen Goro und Harut im Sassun, 1700 m (^Nr. 2930). 78 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Astragalus (Sect. Hymenostegis) Lagurus Willd. Gesteinfluren am Ak Dagh zwischen Kjachta und Malatj'a um 23oom (Nr. 2824) und besonders an humösen Stel- len auf dem Meleto Dagh im Sassun, 2600 — 3150 m (Nr. 2794). Corollae in vivo pallide sulphureae, saepe virentes, in eodem spicastro serius sor- dide rubrae et nigroviolaceae. Astragalus (Sect. Poterium) spinosus (Forsk.) Hand.-Mzt., comb. nova. (^Colutea spinosa Forsk., Fl. Aeg.-Arab., p. i3i [1775]. Astragalus Forskahlei ßoiss., Diagn., ser. i, IX, p. loi [1849], Fl. or. II, p. 892 [1872].) Kieswüste bei Kaijim unter Abukemal (Nr. 644) am Euphrat und bis unterhalb Hit, zwischen Beied und Samarra am Tigris. Nach den Nomenklaturregeln bleibt nichts übrig, als diesen freilich allzu trivialen Namen auszugraben. Astragalus (Sect. Poterium) Rauwolßi Pallas, Spec. Astragal., p. 6 (1800). [A. Rüsseln Boiss., Diagn., ser. i, IX, p. 102 [1849], Fl. Orient., II, p. 395). An geröll- bedeckten Hängen des Steppenplateaus gegen das Euphrattal zwischen Abu Herera und El Hammam ober Rakka (Nr. 456). Ob die Notizen von der Strecke Mejadin — Salhije am Euphrat, von Lavasteppe am F'uße des Teil Kokeb am Chabur, häufig unter Fündük bei Dschesiret-ibm-Omar und Mar Jakub bei Simel hierher gehören^ muß ich bei der völligen habituellen Übereinstimmung der vorigen und anderer verwandter Arten dahin- gestellt lassen. ^Astragalus (Sect. Alopecias) meridionalis Bge. Gesteinfluren auf dem höch- sten Gipfel Tschil Miran im Dschebal Sindschar, 1400 m (Nr. 1508). Foliola usque ad 22 mm longa; ceterum nulluni discrimen. Astragalus (Sect. Grammocalyx) Cappadocicus Boiss. Gesteinflur auf dem Gipfeides Nemrud Dagh bei Kjachta, 2280 m (Nr. 211g). * Astragalus (Sect. Onobrychium) psoraloides Willd. teste Bornmüller. Meleto Dagh im Sassun, Vilajet Bitlis, an feuchten Felsstufen am Nordhange des Haupt- gipfels selten, Kalk, 2750 m (Nr. 281 1). Astragalus (Sect. Onobrychium) Mossulensis Bge. Kieswüste unter Hit am Euphrat (Nr. 827) und zwischen Beled und Samarra am Tigris. Gipssteppe bei Bara unweit Chattunije und zwischen Gharra und Sfaijan am NW. -Fuße des Dschebel Abd el Asis. Ad descriptionem e meis speciminibus certissime ad hanc speciem peitinentibus addenda: Foliola 4 — 6-juga; racemi usque 11 flori; bracteae pedunculos subdeficientes superantes; calyx usque ad i cm, legumen 2 cm longum, sursum arcuatum. Astragalus (Sect. Proselius) nitidulus Hand.-Mzt., sp. nova (Taf. II, Fig. 5). Acaulis radic e perenni crassa verticali dauciformi brunneo corticata, simplici vel breviter pluricipiti, coUo vetustis foliorum fragmentis squamato. Folia rosulantia, longe petiolata, stipulis liberis membranaceis lanceolatis, 2mm longis, dorso pilosis, caducis, cum petiolis 5 — 15 cm longa, ambitu linearia, foliolis subapproxi- mate 7 — i3-jugis, ab infimis paululum descrescentibus, cum impari ceteris aequali, brevissime petiolatis, latissime obovatis vel orbicularibus, leviter retusis, non apiculatis, 5 — 7mm longis, planis, rigidulis, enerviis, utrinque, sed in pagina superiore laxius cum petiolis pedunculisque setulis mediofixis adpressis argyreo- cana. Scapi e basi geniculata ascendentes vel erecti, foliis aequilongi vel subbre- Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 79 viores, anthesi exeunte crassiusculi, leviter striati. Spica ovata laxiuscula, serius valde elongata, 15 — 20 flora, bracteis parvis ovatis 3 — 4mm longis membranaceis, bracteolis subtilissimis, floribus brevissime pedicellatis, horizontalibus, 2-5 cm longis, purpureis. Calyx tubulosus, 11— 14mm longus, 3-5 — 4 latus, herbaceus. tenuiter quinquenervius, basi superne leviter gibbosus, fructifer non inflatus(?), ore obliquus, dentibus anguste triangularibus aequalibus, 2-5 — 3 mm longis, porrectis, sinubus obtusis angustis, supremo profundiore et lato seiunctis, sicut bracteae etiam pilis nigris subtiliter striolatus. Carina lanceolata, apicem versus geniculata, obtuse auriculata, sicut alae oblique spathulatae paulo breviores longe retrorsum auriculatae unguibus angustis calycem multo excedentibus praedita. Vexillum ex ungue calyce breviore anguste ovatum, ad apicem obtusumbreviter Hg u lato angustatum, carina 3 — 4mm longius, a medio laminae sub angulo recto vel fere recto sursum curvatum, marginibus inde usque ad apicem late reflexis. Legu- men (valde Juvenile) stipite 3 mm longo, lanceolatum, breviter et dense albo hirtum, stylo longo basi incrassato ancipite. Auf Gips des Rückens El Hilu zwischen Sabcha und Tibne ober Der et Sor am Euphrat, 29./III. 1910 (Nr. 545). Kieswüste und Halbwüste von Mejadin bis unter Hit. A speciebus sectionis Proselius plerisque floribus multo minoribus praeditis indu- mento ceterisque notis Astragalo curvirostri Boiss. proximus, qui autem stipulis bre- vioribus, scapis longioribus, alis egibbosis, floribus multo minoribus differt. Astragalus schiiopteriis ßoiss. magnitudine florum, indumento et saepe foliolorum forma nostrae speciei similis differt vexillo multo longiore, calycis dentibus dimidio tubo fere longio- ribus, longe subulatis, foliolis minoribus inferne sparse pilosis, superne glabris, pluri- jugis, rhizomate lignescente. Chesneya Olivieri Jaub. et Sp. Wüste am Euphrat von Nahije ober Ana (Nr. 741) bis unterhalb Hit. Ad descriptionem Boissieri addenta: Foliolis saepe solum 4)ugis, pedunculis sae- pissime bifloris, fructiferis valde refractis, floribus illis Ch. i'liytidospermae Jaub. et Sp. paribus, pallidiuscule flavis. Trotzdem die Pflanze also in einzelnen Merkmalen von Boissiers Beschreibung etwas gegen Ch. rhytidospenna abweicht, ist wegen der Form der viel kleineren Fieder- blättchen und der schon zum Teil harten völlig glatten Samen an ihrer Identität und spezifischen Verschiedenheit von dieser Art nicht zu zweifeln. Glycyrrhiza glabra L. Haleb (Aleppo) (Hakim, Nr. 67). Auf Schlam und ge- festigtem Sand der Flüsse, in Auwäldern, an Bachläufen und Kanälen vom Schatt el Arab bis in die niedrigeren Teile von Kurdistan, 800 m (Kjachta im kataonischen Tau- rus, Ambar Tschai und Haso Su zwischen Diarbekir und Sert, Bohtan), meist massen- haft (Nr. 941, ßaghdad). Arab.: «Süs». Die gesammelten Exemplare gleichen in der Blütenfarbe und den Kelchzipfeln der var. violacea Boiss., in den Blättchen aber der var. typica Reg. et Herd., die sich wohl nicht davon trennen läßt, während Gl. glandulifera Waldst. et Kit. doch besser abgetrennt wird. *Colutea Cilicica Boiss. et Bai. Selten am Hange des Gipfels Tschil Miran ober der Stadt Sindschar, ca. 1000 m (Nr. 1470, ?, weil ohne Blüten). An Hängen bei Bekikara zwischen Kjachta und Malatja im kataonischen Taurus, auf Serpentin, i6oom (Nr. 2453). 8o Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Psoralea Jaubertiana Fzl. In humösen Äckern bei Nedjaruk nördlich von Urfa (Nr. 1909), südlich von Arghana und bei Karabasch ösUich von Diarbekir, 600 — 1050 m. Vicia Assyriaca ßoiss. Tigris-Au gegenüber Mossul (Nr. 1264). Flores (ex adnotatione ad pl. vivam) albi, nunc exsiccati sicut in ceteris specimi- nibus herbariorum flavi. * Vicia segefalis Thuill. ( V. angustifolia Boiss., p. p.). In Äckern bei Kwerisch (Babylon) (Nr. 882). Vicia amphicarpa Dorth. (V. angustifolia d. amphic. Boiss.). Auf Detritus unter Felsblöcken im Wadi el Fherai zwischen Ana und Haditha am Euphrat (Nr. 758). *Vicia calcarata Desf. In Ackern bei Kwerisch (Babylon) (Nr. 88 1). Vicia cinerea (V. calcarata var. cinerea Boiss.). Babylon, mit voriger (Nr. 887). Vicia glahrescens (Koch) Heimerl (F. varia Boiss. p. p.). Im BachgeröUe bei Bekikara zwischen Kjachta und Malatja, 1650 m (Nr. 2390). Vicia Narbonensis L. Auf Humus zwischen Dschebrin und Tijara östlich von Haleb (Aleppo) (Nr. 275). Das vorliegende Exemplar ist ganz Jung und hat eben die ersten Blüten geöffnet. Die untersten Blätter sind reichlich stumpfgezähnt. Da aber die später folgenden ganz- randig sind und die Pflanze stark behaart ist, dürfte sie nicht zur nahestehenden aus dieser Gegend noch nicht bekannten Vicia serratifolia Jacq. gehören. Lens Orientalis (Boiss.) Hand.-Mzt., comb, nova (Ervum Orientale Boiss., Diagn., ser. i, IX, p. 115 [184g]; Fl. Orient., II, p. 598). Gesteinfluren des Dschebel Sindschar ober der Stadt, 700 — i3oom (Nr. 1496). Flores ultimi meae plantae (ex adnot. ad vivam) pallide rosei. Lens esculenta Mnch. {Erimm Lens L., Boiss.). Auf einem Wege in der Tigrisau gegenüber Mossul (Nr. 1263). **Lathyrus nivalis Hand.-Mzt., sp. nova. (Taf. II, Fig. 6.) S)&cl. Eiilathyrus. E rhizomal e crasso lignoso ramoso multicipite caulibus herbaceis crassiusculis strictis rectis vel subflexuosis virescentibus quadrangulis et pluristriatis numerosissimis a basi ramosissimis dumos densos 25 — 3ocm altos semiglobosos formans. Folia bre vipetiolata, imparipinnata, tri- vel bijuga, in- feriora necnon ea ramulorum supremorum sterilium unijuga vel nonnulla ad stipulas reducta, petiolis cum rhachidibus 7 — 13 mm longis anguste alatis 1—2 mm latis alis margine incrassatis longitudinaliter nervosis, stipulis semisagittatis auriculis patulis, interdum dentatis, inferioribus valde dilatatis et abbreviatis, ceterum foliolis infimi paris simillimis sed dimidio ca. minoribus; foliola articulato-sessilia anguste lanceolata, 2 — fere 4 cm longa et 2 — 6 mm lata (in ramulis extremis etiam angustiora), foliolo impari ceteris triplo vel quadruplo breviore vel saepe ad subulam parvam reducto, apice subulato acutissima, griseoviridia, rigidiuscula, nervis 3 — 5 longitudinalibus parallelis utrinque prominulis nonnullis secundariis inter- jectis, sicut caulis glabra vel hie illic pilis brevibus tenuibus ciliatula. Racemi in quoque caule numerosi, densiuscule 2 — 6 flori, pedunculis folio fulcranti sesqui usque (inferioribus) triplo, raro (supremis) paulo tantum longioribus, erec- tis, crassiusculis, strictis, bracteis minimis subulatis, floribus horizontalibus. Flores pedicellis erectis 3 — 4mm longis suffulti, 2 — fere 2-5 cm longi, pallide violacei Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 8r vexillo atriore. Calyx superne gibbosus, tenuis, nervis tenuibus prominuis, ore paulum obliquus, dentibus sinubus latis obtusis seiunctis, e basi triangulär! breviter subulatis, inferioribus tubo paulo brevioribus, 3 mm longis, superioribus brevioribus. Carina lata, anguste unguiculata, infra tertium superum sub angulo recto sursum cur- vata, in apiculum contracta, cum alis ipsa longioribus, vexillo paulo brevioribus ad auri- culas parvas obtusiusculas retrospectantes cohaerens. Vexillum breviter et late unguicu- latum, late obovatum, haud emarginatum, sursum curvatum. Germen staminum tubo, Stylus filamentis aequilongus, sursum curvatus, a latere compressus, superne intus hispidulus, paulum dilatatus, angulo recto tortus. Legumen erecto- patulum, apicem versus breviter sursum curvatum, 4 — ad 5 cm longum, 6 mm la- tum, complanatum, breviter apiculatum, coriaceum, subtiliter reticulari venulosum. Semina globosa, 4 mm diametro, badia, levia, opaca. — Floret aestate mox post nivem liquefactam. Meleto Dagh im Sassun (Armenischer Taurus, Vilajet Bitlis), auf üppigem Humus um die Schneeflecken dichte wiesenähnliche Bestände bildend von der Jaila am West- hang bis zum Gipfel, 2600 — 3150 m, i i./VIll. 1910 (Nr. 2796). Proximus nostrae speciei Lath. nervosus Boiss. differt foliolis unijugis latioribus multinerviis, stipulis pro foliolis multo minoribus, pedunculis brevioribus, floribus numerosioribus multo minoribus, leguminibus longioribus. Habitu, caulibus, foliis, floribus nostra planta Lathyrum filiformem J. Gay {ensi- folium Lap.) omnino refert rhizomate tenui repente caules sparsim edente, stylo non torto, leguminibus brevioribus et latioribus diversum. Lathyras annuus L. Äcker bei Baghdad (Nr. 945), an Bewässerungsgräben bei Babylon (Nr. 874). Lathyrus Cicera L. Äcker bei Sumedscha nördlich von Baghdad (Nr. 960). Lathyrus erectus Lag. Auf Humus zwischen Dschebrin und Tijara bei Haleb (Aleppo) (Nr. 279). Trigonella azurea C. A. Mey. Üppige Stellen bei El Hammam ober Rakka am Euphrat (Nr. 487). Kalaat Schergat (Assur), lg. Maresch (Nr. 1150). Massenhaft am Fuße des Teil Kokeb am Chabur auf Lava. **Trigonella Mareschiana Hand.-Mzt., sp. nova {lYig.aurantiaca var. pallida Bornm. in sched. It. Pers.-Turc. 1892 — 1893, Nr. Sog, nom. nud.) (Taf. II, Fig. 4). Sectio Eutrigonella Boiss., subsect. Bucerates Boiss. Radix annua, subsimplex, brevis, tenuis. Caules singuli vel plures, simplices vel a basi ramosi, laxi et tenuiusculi, obtuse angulati, 10 — ca. 3ocm alti. Folia sparsa, sursum accrescentia, petiolis longis foliis ± aequilongis vel subdimidio brevioribus vel in foliis inferioribus duplo longioribus canaliculatis; foliola terna magna tenuia viridia, lateralia subsessilia, terminale petiolulo ipsi aequilongovel subdimidio breviore apice articulato sutfultum, late obovata et saepe apice truncata vel inferiora praesertim obcordata et longitudine latiora, 7 — 12mm longa, margine basin versus Integra, ceterum argute acute vel obtusiuscule saepe bis serrata, nervis lateralibus tenuibus utrinque prominulis obliquis rectis, venularum reti laxo conspicuo. Stipulae parvae, lineari- lanceolatae, basi semisagittatae vel auriculatae et lacerae, liberae. Pedunculi tenues, teretes, foliis fulcrantibus paulo breviores vel aequilongi, fructiferi patentes, sicut calvces, legumina, folia et caules pilis brevibus tenuibus albis sparsiuscule crispule puberuli. Capitula globosa, ca. 8 — 15 flora. Bracteae minimae, lanceolatae, Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXVII, igiS. 6 82 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. scariosae. Flores subsessiles, g — lomm longi, calyce corolla flava subtriplo bre- viore, dentibus triangulari-lanceolatis tubo paulo brevioribus, staminum tubo persistente. Legumina e basi patula vel subdeflexa semicirculariter incurva, an- guste linearia, in stylum uncinatum brevem attenuata, ad 3 — 4cm longa, vix ultra I mm lata, compressa, ventre tenuiter carinata, lateribus reti laxo subelongato- polygonali venularum angustarum sculpta. Kalaat Schergat (Assur) am Tigris unter Mossul, leg. Maresch 1907 — igio (Nr. 1151). — Dschebel Hamrin (Bornmüller: Hfm., UnW.). Persien: Karagan- Berge bei Hamadan (Strauß, comm. Bornmüller: UnW.). Orfa, in herbidis ad Tschermalik (Sintenis, Iter Orient. 1888, Nr. 748, als Tr. aiirantiaca: UnW.). Proxima Tr. auj~antiaca Boiss. differt foliis multo minoribus, pedunculis multo longioribus, capitulis ovatis, floribus longius pedicellatis (semper?), aurantiacis. Die Pflanze stellt offenbar eine südöstliche Repräsentativspezies der Tr. aiiran- tiaca dar, die typisch noch bei Kharput, in campis lapidosis ad Kisvl Depe (Sintenis, Iter Orient. i88g, Nr. 569: Hfm., UnW.) vorkommt. Die oben ervs'ähnten Exemplare von Sintenis aus Urfa scheinen durch etwas kürzere Köpfchenstiele und kleinere Blätter als bei typischer Trigonella Mareschiana den Übergang zu vermitteln. Trigonella Monspeliaca L. Iskenderun (Alexandretta), auf einem Damm (Nr. 4g). Üppige Steppe am Nähr ed Deheb östlich Aleppo (Nr. Sog). Gesteinfluren des Dschebel Sindschar ober der Stadt, 700— i3oo m (Nr. 1464). Auch zwischen Baghdad und Mossul, da ich dort oft die Fruchtstände in der Mähne meines Pferdes beobachtete.' Trigonella monantha C. A. Mey. Auf Schlamm an Gräben in Wadis zwischen Sabcha und Tibne ober Der es Sor (Nr. 564), um Nahije (Nr. 716), Ana und Haditha (Nr. 756) am Euphrat, Kalaat Schergat am Tigris (Nr. logo). Gesteinfluren des Dschebel Sindschar ober Sindschar, 700 — i3oom (Nr. 1471). Trigonella monantha var. hrachycarpa Boiss. Steppe bei Ei Hammam ober Rakka am Euphrat (Nr. 46g). PTrigonella Aleppica Boiss. et Hsskn. Auf Humus unweit des Bahnhofes von Haleb (Aleppo) (Nr. ig7) und östlich der Stadt. Planta tantum florens, floribus in capitulo usque ad 20, Trig. Coelesyriacae floribus eximie atrioribus. Trigonella uncata Boiss. et Noe. In der salzigen Schlammwüste zwischen Kerbela und Musseijib (Nr. 858). Trigonella radiata (L.) Boiss. In Wadis am Euphrat von Nahije ober Ana (Nr. 745) bis unter Hit. Gesteinfluren des Dschebel Sindschar ober der Stadt (Nr. 1481). Medicago lupulina L. .An einem Bächlein ober Harut im Sassun, igoom (Nr. 28üg). Medicago sativa L. Haleb (Aleppo) (Hakim). Kultiviert um Bekikara im kataonischen Taurus und im Sassun, 1000 — i6oom. Medicago orbicularis (L.) All. In Äckern bei Haleb (Aleppo) (Nr. 2o3) und bei Kwerisch (Babylon) (Nr. 886). Medicago rigidula (L.) Desr. (M. Gerardi Kit,). Äcker unweit des Bahn- hofes von Haleb (Aleppo) (Nr. 218). Gesteinfluren des Dschebel Sindschar ober der Peridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 83 Stadt, 700 — iSoom (Nr. 1462, var. eriocarpa Rouy et Fouc, Fl. Franc. V, p. 25 [1899]). Medicago Arabica (L.) Hds. (M. maculata Sibth.; Boiss.). Auf üppigem Humus beim Han am Nähr ed Deheb zwischen Haleb und dem Euphrat (Nr. 3o8). Medicago hispida Gärtn. (M. denticulata Willd. s. str.; Boiss.). Äcker bei Kwerisch (Babylon) (Nr. 885). Scheriat-el-Beda bei Baghdad, an ausgetrockneten Graben (Nr. 952). Auwälder bei Mossul (Nr. 1256). Melilotus Indicus (L.)-All. [M. parviflora Desf.; Boiss.). Auf Schlamm des Euphrat bei Haditha unter Ana (Nr. 792). Äcker bei Baghdad (Nr. 926) und in Au- wäldern dortselbst und bei Mossul (Nr. 1252). Schlamm am Wasser bei ßaladrus öst- lich von Baghdad (Morck, Nr. 20). Trifolium campestre Schreb. in Sturm, Deutschi. Fl., H. XVI, Tab. i3 (1804) {1\ agrariiim L. p. p.; Boiss.). Auwald des Tigris bei Mossul (Nr. 1253). Grassteppe von Mejafarkin gegen Diarbekir. '^Trifolium Meneghinianum Giern. Auf Sand in der Tigrisau gegenüber Mossul (Nr. 1249). Trifolium repens L. An einem Bachlauf ober Harut im Sassun, 1900m (Nr. 2871). Auf feuchtem Rasen bei der Quelle Terk auf dem Ak Dagh zwischen Kjachta und Malatja, 2350m (Nr. 2370), hier var. macrorrhizum Boiss, Vgl. Ascherson u. Gräbn., Synops. VI/2, p. 501. Die Angabe dortselbst, daß bei typischem Trif. repens die Blütenstandstiele kahl seien, trifft aber schon bei uns oft genug nicht zu. Tr. macrorrhizum ist gewiß keine dem 7>. Biasolettii Steud. et Höchst, gleichwertige Rasse. Trifolium resupinatum L. Äcker bei Sumedscha (Nr. 959) und feuchte Sen- kungen zwischen Beled und Samarra (Nr. 996) nördlich von Baghdad. Auwald bei Mossul. Trifolium tomentosum L. Im Sand einer Insel des Tigris bei Kalaat Schergat (Assur) (Nr. 1041). Gesteinfluren des Dschebel Sindschar ober der Stadt, 700— 1000 m (Nr. 1493). Trifolium fragiferum L. Haleb (Aleppo) (Hak im, Nr.^8, arabisch: «Kertt»). Dschülman nördlich von Urfa, an Bewässerungsgräben (Nr. 1881). An einem Quell- bächlein ober Harut im Sassun, 1900 m. Trifolium arvense L. An Hängen unter Harut im Sassun, 1400 m. Trifolium pratense L. Auf feuchtem Rasen bei der Quelle Terk auf dem Ak Dagh zwischen Kjachta und Malatja, 2350m (Nr, 2371). Meine recht kleinköpfigen Exemplare erinnern an var. Anatolicum Freyn, Bullet. Herb. Boiss. III, p. 177 (1895), haben aber kleinere Kelche. Trifolium lappaceum L. Baladrus östlich von Baghdad, auf Schlamm am Wasser (Morck, Nr. 21J. Trifolium purpureum Lois. Auwald des Tigris bei Mossul (Nr. 1257). Steinige Hänge bei den Mühlen von Kjachta, 800 m (Nr. 2186). Grassteppe von Mejafarkin gegen Diarbekir. 6* 84 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. Trifolium echinatum M. a B., Fl. Taur.-Cauc. II, p. 216 (1S08) (T}'if. siipinum Savi, Obs. in Trif., p. 46, Fig. 2 [1810], Boiss.). Acker (Nr. 1292) und Schlamm bei Mossul (Nr. II 94). Ononis leiosperma Boiss. Humöse Äcker bei Nedjaruk nördlich von Urfa (Nr. 19 14)' Häufig im Sassun. ? Ononis leiosperma var. tomentosa Boiss. An Gräben bei Kesin am Tigris nahe dem Quellsee Göldschik, 1400m (Nr. 2628); noch ohne Früchte! Ononis puhescens L. Haleb (Aleppo) (Hakim). An steinigen Hängen vom Karkesch Tschai nördlich von Tschermisch am Euphrat (Nr. 1967) bis Kjachta. Ononis Sicula Guss. Im Gerolle des Wadi Sradan bei Haditha unter Ana am Euphrat (Nr. 780). Gesteinfluren des Dschebel Sindschar über der Stadt, 700 — i3oom (Nr. 1498). Lotus Gebelia Vent. Häufig im Gehängeschutt des Teil Kokeb am Chabur (Nr. 1653) und ober Gharra im Dschebel Abd el Asis. Lotus Gebelia var. villosus Boiss. Gesteinsteppe bei Dschülman nördlich von Urfa (Nr. 1S61). Acker bei Urik nächst Kjachta, bis iSoom (Nr. 2165). Lotus lanuginosus Vent. Im Schutt und Kies der Wadi und kleiner Mulden in der Wüste bei Kaijim unter Abukemal (Nr. 655) und mehrfach zwischen Haditha und Han Baghdadi (Nr. 802) am Euphrat. Lotus corniculatus L. An feuchten Felsstufen am Nordhang des Meleto Dagh im Sassun, 2750 m (Nr. 2809), üppige, breitblättrige, beinahe ganz kahle Exemplare; bei einer Quelle ober Harut am Westhang, 1900 m. Lotus corniculatus var. alpinus Ser. Schneetälchen im Sattel südlich des Gipfelmassivs des Meleto Dagh, 2400 — 2500 m (Nr. 2724). Lotus tenuifolius (L.) Rchb. Zwischen Junciis acutus am brackischen See El Chattunije unweit des mittleren Chabur (Nr. 1621, arabisch: «Leblaba»). An Bewässe- rungsgräben bei Dschülman nördlich von Urfa (Nr. 1879). In feuchten Hainen bei Göldschik am gleichnamigen See, 1400 m (Nr. 2560). Lotus peregrinus L. Ruderalboden bei Iskenderun (Alexandretta) (Nr. 57), Securigera Securidaca (L.) Deg. et Dörfl. (5. Coronilla DG.; Boiss.). Kasr Naqib unter Baghdad, auf Schlamm von Gräben und Mulden (Nr. 987). *Argyrolobium crotalarioides Jaub. et Sp. An trockenen Hängen unterhalb Fündük ob Dschesiret-ibm-Omar (Nr. 3047), bei Mar Jakub nächst Simel nördlich von Mossul und am Bohtan südlich von Sert, 500 — goom. Calycotome villosa (Poir.) Link. In der Phrygana beim Kyryk Han zwischen Iskenderun (Alexandretta) und Aleppo. Genista Montbreti Spach. (G. albida Willd. £. Month-eti Eolss.). Auf Kalk auf dem Nemrud Dagh bei Kjachta (Nr. 2110), auf Glimmerschiefer am Hange des Gök Tepe gegen Kumik, auf Serpentin von Bekikara gegen Malatja im kataonischen Taurus, oft Bestände bildend, 1600 — 2250 m. Coronilla scorpioides (L.) Koch. Auf Äckern zwischen Dschebrin und Tijara östlich von Haleb (Nr. 270); bei Mossul (Nr. 610). Pteridophyta und Anthophvta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 85 Hippocrepis biflora Sprg. Wadis zwischen Ana und Haditha am Euphrat (Nr. 757). Acker bei Mossul (Nr. 1291). ? Scorpiurus suhvillosa L. Acker bei Mossul (Nr. 1289). Früchte zu jung! P^Alhagi Graecorum Boiss. Haleb(Aleppo) (Hakim,Nr. 24, arabisch: «Akül»). Eine ganz auffallend stark abstehend behaarte Pflanze, leider ohne Blüten und Früchte. Alhagi Maurorum Medic. Auf besserer Erde, Schlamm und schlammigem Sand vom Irak Arabi (Nr. 3i23) bis Der es Sor (Nr. 606), Hammam Ali bei Mossul (Nr. 3 110, var. Karduchorum Boiss. et Hsskn.), zum brackischen See El Chattunije, hier auf nacktem Salzboden teilweise var. Karduchorum (Nr. i633); am Euphrat bei Tschermisch nördlich von Urfa (Nr. 1926. ?weil ohne Blüten), häufig bei Is Oghlu zwi- schen Malatja und Kharput, Haso, am Tigris zwischen Sert und Dschesire, nach Notizen (bis 1000 m). Arabisch: «Agul». Calycis lobi acuti et obtusi brevissimi in eodem specimine e Chattunije valde variant. Hedysarum pannosum Boiss. Auf Kalkmergel im westlichen Dschebel Sin- dschar zwischen Dscheddale und Chattunije im Wadi Schilu und am Abstieg nach Bara (Nr. 1563). Onobrychis Caput galli (L.) Lam. Tigrisau bei Mossul (Nr. 1267). Kjachta, im Gebüsch am Wege nach Tschut, goo m. Onobrychis squarrosa Viv., PI. Aeg. Dec. (i83o) (O. Gaertneriana Boiss., Diagn., ser. i, IX, p. 108 [1849]). Erdige Steppen zwischen Chmoime östlich von Haleb (Aleppo) und dem Euphrat (Nr. 350), bei El Hammam (Nr. 474) und Der es Sor (Nr. 583). Onobrychis supina (Chaix) Lam. etDC. (cfr, Hand.-Mzt., Österr. bot. Zeitschr. LIX, p. 427 [igog]). In Gebüschen bei Kaoti nächst Kjachta im kataonischen Taurus, 800 m (Nr. 1991). Onobrychis megataphros Boiss. Auf Humus von Haleb gegen den Euphrat im Vorbeireiten einmal gesehen. Onobrychis cornuta (L.) Desv. Nemrud Dagh (Nr. 2085) und Ak Dagh (Nr. 2345) im kataonischen Taurus, Meleto Dagh im Sassun (Taf. IV, Fig. i); Gestein- fluren, 1700 — 3150 m. Onobrychis aurantiaca ßoiss. Gesteinfluren auf der Hochfläche südlich von Kjachta gegen den Euphrat zwischen Andjus und Karamuhara (Nr. 1927, blühend) und am Karkesch Tschai (Fr., var. velutina Post, Fl. Syr. Pal. Sin., p. 284 [1896]). Arghana nordwestlich von Diarbekir, 700 — 1000. Onobrychis pinnata (Bert.) Hand.-Mzt., comb, nova (^Eriocarpaea pinnata ßertol. Miscell. II, in Nov. Comm. Acad. Bonon. VI [1843]. Onobrychis Gaillardoti Boiss., Fl. or, II, p. 548 [1872] p. p., i. e. excl. descript. et saltem pl. Chesneyana). Ver- breitet am rechten Euphratufer in Steppen und Wüsten vom Rücken El Hilu unter- halb Rakka (Nr. 544) bis gegen Hit (Nr. 71 3). Hierher wohl auch die Notiz aus der Kieswüste bei Tekrit am Tigris. Ab Onobrychide Gaillardoti Boiss. alis non in ferrum equinum curvatis, sed illis 0. lanatae paribus diversa. Foliola variant fere orbicularia et lanceolato-ovata et in- 86 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. terdum etiam superne sparse pilosa. Ab O. Olii'ieri foliolis multo minoribus multijugis, floribus multo maioribus pallide carneis differl. Onobrychis Olivieri ßoiss. Kalkmergelhänge bei Gharra im Dschebel Abd el Asis, 500 m (Nr. 1759). Specimina foliolis utrinque dense, fere pannoso, pilosis, floribus parvis luteoviri- dibus cum venis rubris ab originalibus in Herb. Boissier solum indumento densiore discedentia, ceterum etiam speciminibus Haussknechtianis e Ras el Ain (a cl. Bois- sier 0. lanatae adnumeratis) et Teil Afar simillima. Die ganze Verwandtschaft dieser Arten ist nicht viel besser als die Sektion Eii~ brychis und bedürfte einer gründlichen Revision an der Hand umfangreichen Materials. Ebenus Montbretii Jaub. et Sp. in Ann. Sei. Nat. XIX, p. 154 (1843); Boiss., Fl. or. II, p. 556 (1872). {Ebenus lagiiroides Boiss., Diagn. pl. nov., ser. i, II, p. 99 [1843]). Wank Dagh bei Malatja, lg. P. Anastase (Nr. 25 11). Thymelaeaceae. Thymelaea puberula Hand.-Mzt., nov. nomen [Lygia pubescens [Ten.] Guss., non Thj^melaea pubescens [L.] Meisn.). Haleb(Aleppo) (Hakim,Nr. 14; arabisch: «Chab- batt»). Steppen und Wüsten auf den verschiedensten Substraten. Nahije unter Abu- keraal am Euphrat (Nr. 726). Tekrit (Nr. 1002), Dschebel Makhul und Dschebel Chanuka (Nr. 105 i),Schergat am Tigris. Gesteinfluren des Dschebel Sindschar (Nr. 1451). Am Cha-, bur und von dort gegen Rakka. Hochfläche zwischen Kjachta und Urfa (Nr. 1893, 1955). *Stellera Lesserti (Wikstr.) C. A. Mey. Gipssteppe beim TellTenenir am mitt- leren Chabur (Nr. 165 1). Elaeagnaceae. Elaeagnus angustifolia L. {E. hortensis M. a B.; Boiss.). In W^äldern und Gebüschen, besonders an Bachläufen, auch kultiviert, 600 — 1200 m. Karaköprü bei Urfa, kultiviert. Am Karkesch Tschai auf dem Plateau gegen Kjachta, um Kjachta und Tschut. Is Oghlu und häufig um Mesere (Nr. 2519). Batman köprü am Ausgang des Sassun, Wadis bei Zoch. Lythraceae. Lythrum Salicaria L. An Bächen im Sassun, am Bohtan und Tigris zwischen Sert und Dschesiret-ibm-Omar überall. Lythrum totnentosum DG. (L. Salicaria y. tomentosum Boiss.). Feuchte Rasen- plätze an der Talgabelung südl. v. Bekikara im kataonischenTaurus, 1600 m (Nr. 2407). Lythrum Hyssopifolia L. An Salzwässern bei Kalaat Schergat (Assur) am Tigris (Nr. 1086) und im Wadi Fadura von dort gegen AI Hadr (Hatra) (Nr. 1097), bei Teil es Semn am Beiich (Nr. i836). Lawsonia alba Lam. Haleb (Aleppo), kultiviert (Hak im, Nr. 78, arabisch: «Henne»). Punicaceae. (Granateae.) Punica Granatum L. Häufig an steinigen Hängen um Kjachta (Nr. 2185), am Bohtan unter Sert; 600 — goom. Kultiviert in den Dattelgärten umßaghdadund Kerbela. Pteridophyta und Anthophrta aus Mesopotamien und Kardistan etc. 87 V Oenotheraceae. (Onagrai'iae.) Epilobium hirsutum L. var. villosum Thunb. Haleb (Aleppo) (Hakim, Nr. 48, rab. : «Zahr-el-assal»). An Quellen und Bächen. Auf dem Hasarbaba Dagh am Göl- dschik, 1900m; am Tigris zwischen Kesin und Arghana und zwischen Sertund Dschesire. Epilobium parviflorum Schreb. An ßachläufen bei Kjachta (Nr. 2i83) und von dort gegen Malatja bei Bekikara (Nr. 2403), am Göldschik (Q.uellsee des westlichen Tigris (Nr. 2546), 700 — 1600 m. Epilobium minutiflorum Hsskn. Feuchter Rasen bei der Talgabelung südlich von Bekikara zwischen Kjachta und Malatja, 1600 m (Nr. 2408). ^Epilobium nervosum Boiss. et Buhse {E. roseiim ß. subsessile Boiss., Fl. or. p. p.). In feuchtschattigen Hainen bei Göldschik am gleichnamigen See unweit Kharput, 1400 m (Nr. 2563). "^Epilobium algidum Marsch, a Bieb.^f. glabrescens Hausskn., Monogr. d. Gatt. Epil., p. 214 (1884). An Quellen und Schneewässern auf dem Meleto Dagh im Sassun, 2200 — 3ioom (Nr. 2857), mit beinahe ganz kahlen Blättern. Epilobium frigidum Hausskn., Österr. bot. Zeitschr. XXIX, p. 51 (1879), det. Bornmüller. In feuchtem Rasen bei der Quelle Terk auf dem Ak Dagh zwischen Kjachta und Malatja im kataonischen Taurus, Kalk, 2350 m (Nr. 2376). Halorrhagidaceae. Myriophyllum spicatum L. Im Ain Arus (Quellsee des Beiich) zwischen Rakka und ürfa (Nr. 1847). Wadi Dewegetschit zwischen Diarbekir und Arghana. Cornaceae. Cornus ausfralis C. A. Mey. In Gebüschen bei Gunde-nu im Sassun, 1200 m (Nr. 2959). Umbelliferae. *Eryngium glomeratum. Lam. In der steinigen Steppe zwischen Dschesiret- ibm-Omar und Simel, bei Mar Jakub auch an Felsen (Nr. 3094). — Mardin: Caballa (Sintenis, lt. Orient., 1888, Nr. 1247 als das damit identische E. scariosum). *Eryngium Billardieri Laroch. var. meiocephalum Boiss. Zahlreich in Ge- steinfluren des Meleto Dagh im Sassun von der Jaila am Westhange bis unterhalb Harut, 1600 — 2600 m (Nr. 2785). Eryngium campestre L. Gesteinsteppen überall am Chabur und um Sindschar (Nr. 1566), Urfa und gegen Rakka am Ain Arus. Am Göldschik. Um Mejafarkin, Haso und Sert, im Sassun unter Harut bis 1400 m, im Bachsand gegen Natopan bis ca. 1700 m notiert. Eryngium Creticum Lam. Steinsteppe zwischen Sindschar und Ain el Ghasal (Nr. 1352), von Urfa nördlich bis zum Fuß des Gebirges südlich Kjachta, Mejafarkin gegen Diarbekir. *Eryngium pyramidale Boiss. et Hsskn. Sehr häufig in der Steppe auf dem Rücken des Dschebel Abd el Asis ober Gharra (Nr. 1792), einzeln auch bei Gharra und 88 Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetti. in der Ebene gegen Sfaijan. Zwischen Zoket und Telan westlich von Sert. 500 bis 1500 m. Lagoecia cutninoides L. Im Bachbett ober Sindschar (Nr. i36o). Echinophora Sibthorpiana Guss. Haleb (Aleppo) (Ha kirn, Nr. 48, arabisch: «Basbasse»). In Äckern und Gesteinfluren zwischen Mejafarkin und Batman köprü (Nr. 2656) und um Zoch häufig, 600 — 1050 m. Anisosciadium Orientale DG. Kieswüste unterhalb Hit am Euphrat (Nr. 820) und bei Tekrit am Tigris (Nr. 1005), am Rande der Wadi bei Kalaat Schergat (Assur) (Nr. II 16). '** Rhabdosciadium microcalycinum Hand.-Mzt., sp. nova (Taf. III, Fig. 6, Taf. II, Fig. 7). (Radix ignota.) Gaulis creberrime dichotomus, dumum globosum metralem et altiorem formans, teretiusculus, subtiliter mul tistriatus, griseo-viridis, supra basin ca. 5 mm crassus, ramificationibus inferioribus arcuato superioribus sub angulis 3o — 50° subpatenti-erectis, internodiis 6 — 10 cm longis, ad nodos inferos paululum, ad superos non incrassatus, resinosus, levissimus et glaberrimus. Folia (basalia verosimi- liter deficientia) caulina infima pauca in vagina longa late lineari chartacea ob- tusa, segmentis paucis longis crasse filiformibus divaricatis composita (fragmentaria tantum nota), sequentia ad vaginas deciduas pallidas, membranaceas, albo marginatas, basi brevissime amplexicaules, angustissime et longe triangulari-subu- latas, inferiores 3 — 4 cm, medios i cm longas, ± 2 mm latas, supremas brevissime tri- anguläres omnino reducta. Umbellae secus ramulos 2 — 4, subsessiles vel raro brevissime (2 — 4mm longe) crasse pedunculatae, foliolis compluribus I — 1'5 mm longis, amplectentibus, late ovatis, acutis et obtusis, membranaceis, brunneo nervulosis, albo marginatis, involucroapproximatis suffultae. Involucri phylla pauca foliolis Ulis sublongiora, anguste triangularia, acuta, non marginata. Umbellae radii 3 — 5, inaequales, 3 — 6mm longi, tenuiusculi, stricti, erecti, apice incrassati. Umbellulae 4 — 7-florae, involucelli phyllis ca. 5, lanceolatis, membranaceis, flore centrali hermaphrodito sessili aequilongis vel brevioribus, florum masculorum pedicellis tenuibus illo aequilongis usque duplo longioribus. Germen juvenile latitu- dine aequilongum, stylopodiis depresse ovatis, stvlis ipso paulo longioribus. Sepala ad gibbos obtusos reducta. Petala alba, medio tergo incrassata, marginibus extus curvatis, apice longo, acuto, inflexo. (Fructus ignoti.) An trockenen Steilhängen im Engpaß des westlichen Tigris zwischen Arghana Maaden und Kesin, streckenweise massenhaft, auf Silikatboden, iioo — 1200 m, 3i./VII. 1910 (Nr. 2632). Ab Omnibus generis speciebus differt sepalis valde reductis nee elongato-triangu- laribus. Ceteris notis nostrae speciei proximum Rhabdosciadium Straussii Hausskn. in Bornm., PI. Strauss. I, p. 260 (1905) differt praeter hanc notam umbellae radiis brevio- ribus minus inaequalibus, foliolis squamaeformibus, cum pedunculus adsit, ad huius basin nee ut etiam in ceteris speciebus notis ad apicem congestis. Die vorliegende, die sonst persische Gattung Rhabdosciadium weit außerhalb ihres bisher bekannten Verbreitungsgebietes vertretende Art wurde nur in eben erst aufge- blühtem Zustande gefunden. Da mir von den anderen Arten kein Material in demselben Stadium vorliegt, kann ich nicht entscheiden, ob die etwas auffallend kurzen Griffel und Filamente auch einen Unterschied gegen diese bilden oder sich später ebenso strecken. I Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien und Kurdistan etc. 89 Grammosciadium macrodon Boiss. Gesteinfluren auf dem Gipfel des Nemrud Dagli bei Kjachta, 2200 — 2250 m (Nr. 2 121). Scandix Pecten Veneris L. Humus bei Haleb (Aleppo) (Nr. 187) und am Nähr ed Deheb. Torilis neglecta Sprg. Haleb (Hakim, Nr. 42, 68, arabisch: «Schemra», «Kes- bara-barrye»). Üppige Grasplätze am Tigris unter Mossul (Nr. 1205). An Bewässe- rungsgräben bei Dschülman nördlich von Urfa (Nr. i883). Hecken bei Goro im Sassun, 1700 m (Nr. 291g). Astrodaucus orientalis (M. a B.) Drd. var. eriocarpus (Boiss.) Woron. in Busch, Mark., Woron., Fl. Gaue, exs., Nr. 289 (Daticus pulcherrimus [VVilld.] Koch var. eriocarpus Boiss., Fl. or. II, p. 1072 [1872]). An trockenen Hängen des Tigristales zwischen Arghana iMaaden und Kesin (Nr. 2633), auch auf dem Hasarbaba Dagh am Göldschik häufig; Silikatgestein, iioo — 2400m, Caucalis tenella Del. Auwald des Tigris unterhalb Mossul (Nr. i3i6). Ge- steinfluren des Dschebel Sindschar ober der Stadt, 700 — i3oom (Nr. 1494). Caucalis (Turgenia) latifolia L. Auf sandigem Schlamm östlich von Baghdad bei Chanimassi und Naphtachane (Morck, Nr. 11, 16). Gesteinfluren des Dschebel Sindschar ober der Stadt, 700— i3oom, var. multiflora (DC.) Boiss. (Nr. 1495). ? Smyrnium connatum Boiss. et Ky. Bei Gharra im Bachkies und auf dem Rücken des Dschebel Abd el Asis. Ganz dürre Exemplare, von denen Samen mitge- nommen wurden, aber leider nicht zur Entwicklung kamen. Hippomarathrum scabrum (Fzl.) Boiss. Bachbett ober Sindschar (Nr. 1408). Auf dem Dschebel Abd el Asis und in den steinigen Steppen von dort gegen den Cha- bur; zwischen Dschülman und Stachodly nördlich von Urfa. ?*Prangos (Colhidonia) Cilicica (Boiss. et Bai.) Benth. et Hook. Gesteinfluren bei den Tschirik Jailassi am Nemrud Dagh bei Kjachta, Kalk (Nr. 2147) und auf dem Hasarbaba Dagh am Göldschik auf Serpentin, 1900 — 2000 m. Die durch dichte Beschuppung merkwürdige Pflanze befindet sich erst im Auf- blühen und läßt sich daher nicht sicher bestimmen. Prangos platychlaena Boiss. An trockenen Hängen des Meleto Dagh im Sassun häufig von 1800 — 2800 m (Nr. 2847). Caulis aphyllus. Umbellae multiradiatae (radiis ultra 35 usque). Petala pilosa. Auch in diesen Merkmalen mit dem Original stimmend, dessen spärliche Fetalen be- haart sind. Boissier dürfte keine gesehen haben. Prangos lophoptera Boiss. Häufig in Gesteinfluren des Meleto Dagh im Sassun von 1800 m bis zum Gipfel, 3150 m (Nr. 2779). Bupleurum Cerardi All. var. patens Rchb. Gesteinfluren auf dem Gipfel Tschil Miran des Dschebel Sindschar, 1400 m (Nr. 1520). Bupleurum leucocladuzn Boiss. ad var. Haussknechtii (Boiss.) H. Wolff in Engl., Pflanzenr. IV, 228, p. 109 (ig 10) (ß. Haussknechtii Boiss.) accedens. Steppe zwischen Teil Afar und Ain el Ghasal nahe Sindschar (Nr. 1342). Bupleurum papillosum DC. Gesteinsteppe zwischen El Abed und Gharra (Nr. 171 1) und bis auf den Rücken des Dschebel Abd el Asis. go Dr. Heinrich Frh. v. Handel-Mazzetli. Bupleurum Cappadocicuzn Boiss. var. oligactis Boiss. An trockenen Hängen bei Karamuhara zwischen Urfa und Kjaclita (Nr. 1956). Oliveria decumbens Venten., Descr. pl. nouv. Jard. Geis, p. et tab. 21 (1800) [Oliveria orientalis DC, Prodr. IV, p. 284 [i83o]; Boiss.). Erdige Steppen um den Dschebel Makhul und Dsch. Chanuka am Tigris (Nr. 1054), zwischen Teil Afar und Ain el Ghasal bei Sindschar (Nr. i343), am Chabur beim Teil Kokeb und gegen Gharra am Dschebel Abd el Asis (Nr. 1705). Arabisch: :egative von Dr. H. Leitmeier. Annalen des k. k. naturhist. Hofmuseums, Band XXVII, 191 3. rlandel-Mazzetti. Pteridophyta und Anthophjrta aus Mesopotamien etc. Taf. 11. z Phot. Handel-Mazzetti. Lichtdruck : J. Löwy. I. Prumis Korshinskyi H.-M. 2. Prunus trichamygdalus H.-M. 3. Limim Meletonis H.-M. 4. Trigonella Mareschiana H.-M. 5. Astragahts nitidulus H.-M. 6. Lathyrus nivalis H.-M. 7. Zwitterblüte und Hüllchen von Rhabdosciadium microcalycinum H.-M. Annalen des k. k. naturhist. Hofmuseums, Band XXVII, 191 3. Handel-Mazzetti. Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien etc. Taf. III. Phot. Handel-Mazzetti. Lichtdruck; ,1. Löwy. Natürliche Größe. I. Astragalus icmadophilus H.-M. 2. Astragalus Zahlbriickneri H.-M. 3. Astragalus xanthogossypinus H.-M. 4. Astragalus gossypinoides H.-M. et Bornm. 5. Sedum inconspicuum H.-M. 6. Rhabdosciadium miciocalvcinum H.-M. Annalen des k. k. naturhist. Hofmuseums, Band XXVII, 191 3. Handel-Mazzetti. Pteridophyta und Anthophyta aus Mesopotamien etc. Taf. IV. :^;- ..-/^, ««^TW- Pliot. Handel-Mazzetti. Lichtdruck: J. Löwy. I. Onobrychis cornuta (L.) Desv. 2. Zi:{iphus nummiilaria (Burm.) Walk. Arn. 3. Prunus microcarpa C. A. Mey. (Mitte) und P. oricntalis (Mill.) Koehne (rechts iind links). 4. Capparis Sicula Duham. 5. Prunus spartioides (Spach) Sehn, (oben) und Stachys Bornmuelleri H.-.M. (unten). 6. Pistacia Khinjuk Stocks. 7. Haloxylott salicornicum Bge. 8. Glossostemon Bruguieri DC. und Centaurea Bruguieriana (DC.) H.-M. Annalen des k. k. naturhist. Hofmuseutns, Band XXVII, 191 3. Band XXVII. Nr. 2. ANNALEN DES K. K. NATURHISTÜRISCHEN HOFMUSEUMS. REDIGIERT VON D"- FRANZ STEINDACHNER. (MIT 7 TAFELN UND 32 ABBILDUNGEN IM TEXTE.) WIEN 1913. ALF R E D HOLDER K. U. K. HOF- UND ÜNIVERSITATS-BUCHHÄNDLER BUCHHÄNDLER DER KAISERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. Die Annalen des K. K. Naturhistorischen Hofmuseums erscheinen jährlich in einem Band. Der Pränumerationspreis für den Jahrgang beträgt K 20. — . Zu beziehen durch die Hof- und Universitäts-ßuchhandlun? von A. Holder in Wien. ■ ' K h Ab«©lon, K. Untersuchungen über Apterygoten. (Mit 2 Tafeln und 2 Abbildungen im Texte) 3. — BecK, Dr. G. v. Beitrag zur Flora des östlichen Albanien — .40 Be:rnhauer, Dr. M. Coleopteren aus Zentralafrika. II. Staphylinidae . — .70 Berwerth, Dr. Fr. Verzeichnis der Meteoriten im k. k. naturhistorischen Hofmuseum Ende Oktober 1902 4- — — Das Meteoreisen von Quesa. (Mit 4 Tafeln und 2 Abbildungen im Texte) 3.20 Blaschke, Dr. Friedrich. Zur Tithonfauna von Stramberg in Mähren. (Mit 6 Tafeln) . . . 6. — Burgerstein, Dr. A. Botanische Bestimmung sibirischer Holzskulpturen des Wiener natur- historischen Hofmuseums — .50 II. Teil —.70 — Anatomische Untersuchungen argentinischer Hölzer des k. k. naturhistorischen Hof- museums in Wien 1.70 — Botanische Bestimmung grönländischer Holzskulpturen des Naturhistorischen Hof- museums — .70 — Ergänzungen zur botanischen Bestimmung sibirischer Holzskulpturen — .70 — Botanische Bestimmung nordwestamerikanischer Holzskulpturen des 'Wiener natur- historischen Hofmuseums . . — .70 Burr, Malcolm. Die Dermapteren des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. . . 2.20 — Nachträge zu meiner Bearbeitung der Dermapteren des k. k. naturhistorischen Hof- museums. (Mit 16 Abbildungen im Texte) — .70 .Cognetti de Martiis, Dr. L. Di alcuni Oligocheti esotici appartenenti all' I. R. Museo di Storia Naturale di Vienna. (Con i tavola) .... 1.40 Ebner, R. Orthoptera. I. Mantodea und Tettigonioidea. (Expedition Mesopotamien.) (Mit 3 Abbildungen im Texte) — .70 Fiebiger, J. IJber Coccidien in der Schwimmblase von Gadus-Arten. (Mit 1 Abbildung im Texte) • — .50 Fleischmann, H. Ein neuer Cirsium-Bastard. (Aus dem nachgelassenen Herbare Mich, Ferd. Müllners.) (Mit 2 Tafeln) 1.70 Ha ekel, E. Neue Gräser aus Mexico l. — Handel-Mazzetti, Dr. H. Freih. v. Ergebnisse einer botanischen Reise in das Pontische Randgebirge im Sandschak Trapezunt. (Mit 8 Tafeln und 6 Abbildungen im Texte) . . il. — — Pteridophyta und Antbophyta aus Mesopotamien und Kurdistan sowie Syrien und Prinkipo. (Mit i Tafel) 2.20 — — II. (Mit 3 Textfiguren und 3 Tafeln) 4.90 Handlirsch, A. Zur Morphologie des Hinterleibes der Odonaten, (Mit 1 3 Abbild, im Texte) l. — — Bemerkungen zu der Arbeit des Dr. Heymons über die Abdominalanhänge der Libellen 1.80 — Zur Phylogenie und Flügelmorpholögie der Ptychopteriden (Dipteren). (Mit i Tafel und einem Stammbaum) 1.20 Heimerl, Dr. A. Über einige Arten der Gattung Xyris aus dem Herbare des Hofmuseums. (Mit I Tafel) 4-20 Heymons, Dr. R. Die Hinterleibsanhänge der Libellen und ihrer Larven. (Mit i Tafel und 1 1 Abbildungen im Texte) 2. — Hlawatsch, Dr. C. Bibliothekskatalog der mineralogisch-petrographischen Abteilung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien. (Im Auftrage der Direktion bearbeitet) II. — Hold haus, Karl. Kritisches Verzeichnis der boreoalpinen Tierformen (Glazialrelikte) der mittel- und südeuropäischen Hochgebirge 1.70 Hussak, E, Mineralogische Notizen aus Brasilien ~"'50 Jahresberichte des K. K. Naturhistorischen Hofmuseums je 2. — Jongmans, Dr. W. J. Sphenophyllum charaeforme nov. spec. (Mit i Tafel und 4 Ab- bildungen im Texte) 1.20 Keißler, Dr. K. v. Aufzählung der von E. Zugmayer in Tibet gesammelten Phanerogamen —.60 — Monströse Wuchsform von Polyporus Rostkovii Fr. (Mit i Tafel) . 1.50 Koechlin, R. Über brasilianischen Braunit nebst Bemerkungen über die Buchstaben- bezeichnung beim Braunit. (Mit 4 Figuren und i Tafel) 1.20 Kohl, Fr. Die Hymenopterengruppe der Sphecinen. III. Monographie der Gattung Ammophila W. Kirby. (Mit 7 Tafeln und 5 Abbildungen im Texte) 16. — Kränzlin, Prof. Dr. F. Beiträge zur Kenntnis der Gattung Calceolaria. (Mit 2 Tafeln) . . 2.50 — Neue Amaryllidaceen des Hofmuseums — .70 — Drei neue Myoporinen des Herbarium Vindobonense — .20 — Beitrag zur Kenntnis der Gattung Buddleia — .70 — Neue südamerikanische Orchideen — .70 Kupffer, A.v. Zur Kenntnis der Meteoreisen Augustinovka,Petropavlovsku.Tubil (Mit i Tafel) 1.20 Lorenz, Dr. L. v. Zur Ornis Neuseelands. (Mit i Tafel) 2. — Maidl, Dr. Franz. Die Xylocopen (Holzbienen) des Wiener Hofmuseums. Ein Beitrag zu einer Monographie dieser Gattung. (Mit 2 Tafeln und 63 Textfiguren) 4.20 Melichar, Dr L. Monographie der Acanaloniiden und Flatiden CHomopfera^. (Mit 9 Tafeln) 20. — Michel, H. Zur Tektitfrage. (Mit i Tafel) 1.40 — Zur Kenntnis der Pyroxene der Meteoriten. (Mit i Tafel) 1.40 — Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach, seine Urausscheidungen, Ein- schlüsse und Mandibelbildungen. (Mit l Tafel) 2.20 Moser, 0, Coleopteren aus Zentralafrika. I. Cetonini — .70 Ostermeyer, Dr. F. Plantae Peckoltianae — .50 — Register zu Schedae ad Kryptogamas exiccatas editae a Museo Palatino Vindobonensi. Centuria I — XX 2,40 Gudemans, Dr. A. C. Vermipsylla byaenae (Kol.) nebst anatomischen Bemerkungen über verschiedene Organe bei den Suctoria. (Mit 10 Abbildungen im Texte) 2.— Penther, A. Solifugae — .70 Penther, Dr. A. und Zederbauer, Dr. E. Ergebnisse einer naturwissenschaftlichen Reise zum Erdschias-Dagh (Kleinasien). I. Zoologischer Teil. (Mit 8 Tafeln und I2 Abbildungen -^ .\ Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach, seine Urausscheidungen, Einschlüsse und Mandelbildungen. Von H. Michel. Mit einer Tafel (Nr. VI). I. Einleitung. OüdöstHch des kleinen Ortes Eiland bei Bodenbach tritt in dem unterturonen Quadersandstein mit Inoceramiis labiatus (Labiatusquader), der dort eine ausgedehnte Hochfläche bildet, ein kleiner Basaltstock auf, der seit längerer Zeit durch Steinbruch- betrieb gut aufgeschlossen ist. Nach seinen Umrissen ist er ein Gangstock. Der Basalt ist ausgezeichnet durch eine große Menge von Einschlüssen, die uns über das Material des Untergrundes Aufschluß zu geben vermögen. Nach den in dieser Gegend durchge- führten geologischen Aufnahmen sind hier folgende Schichtglieder im Untergrund zu erwarten: Bezeichnung der säch- sischen Landesgeologen Bezeichnung nach A. Fric^) Labiatiis-?)l\i^Q Quadersandstein mit Inoceramiis /a- t/a/zi5 (Cottaer Bild- hauersandstein) Weißenberger Schichten unteres Turon (Stufe des Actitio- camax plenius) feinkörniger kalkiger Sandstein Cenoman Stufe der Ostrea carinata Sandstein mit Ostrea carinata (Carinatensandstein) Korytzaner Schichten Stufe der Crednerien toniger Sandstein mit Resten von Landpflanzen Grundkonglomerate Perutzer Schichten Grundgebirge Gneiße, Tonschiefer etc. ^) A. Fric, Zahlreiche Publikationen im Archiv der naturwiss. Landesdurchforschung in Böhmen. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuscums, Bd. XXVII, igiS. 8 114 ^' Michel. Zwischen der Stufe der Ostrea carinata und der Labiatiis-^in^Q schiebt sich wahr- scheinlich ein pläneriger, sehr wenig mächtiger Horizont ein, der allerdings nirgends aufgeschlossen ist, aber nach Analogie mit den Verhältnissen der Umgebung zu er- warten war. Tatsächlich finden sich Einschlüsse eines feinkörnigen, kalkigen pläner- artigen Sandsteines im Basalt der Raumwiese. Die Kreidetafel ist in keiner Weise am Ausbruchsorte des Basaltes gestört, wohl aber ist das Grundgebirge hier durch eine große ältere Verwerfung gelockert. In der Gegend von Berggießhübel machen die im allgemeinen NO. streichenden Erzgebirgs- gneiße einem System von altpaläozoischen Schiefern, Grauwacken und Gneißen Platz, das sich topographisch gar nicht, wohl aber petrographisch von den Erzgebirgsgneißen unterscheidet und eine vorherrschend rein nordwestliche Streiehrichtung besitzt. Für dieses System, das zweifellos eine von den Ergebirgsgneißen zu trennende Einheit dar- stellt, wurde von Hettner der Name Eibtalgebirge vorgeschlagen, der dann von R. Beck^) und J. E. Hibsch^) angenommen wurde. Nach J. E. Hibsch (1. c, p. 241) ist das Elbtalgebirge entlang einer großen karbonischen Verwerfung gegenüber dem Erz- gebirge abgesunken, doch ist derzeit diese Linie von Berggießhübel südostwärts ganz von der transgredierenden Kreideplatte verdeckt. Doch deuten nach J. E. Hibsch die jungen Basaltdurchbrüche bei Eiland, bei Schneeberg und am Kahlen Berge (alle in der Nähe von Bodenbach) den ungefähren Verlauf der Bruchlinie an. Daß dem tatsächlich so ist, dafür sprechen Einschlüsse von Tonschiefern im Basalt von der Raumwiese. Also geben uns die Einschlüsse auch über diese Frage Auskunft. Das Magma ist demnach im gelockerten Grundgebirge auf der alten Bruchspalte aufgestiegen, hat die rund 150m mächtige ungestörte Kreidetafel durchschlagen und dabei zahllose Brocken dieser verschiedenen Sedimente emporgerissen. Ebenso reichlich wie exogene Einschlüsse sind protogene Ausscheidungen vor- handen. Die Bezeichnung homöogene Einschlüsse, die Lacroix eingeführt hat, kann zu Mißverständnissen führen, wie Zirkel hervorgehoben hat, indem sehr wohl minera- logisch gleichartige Einschlüsse exogener Natur sein können, während solche verschie- denartiger Zusammensetzung gerade endogen sein können. Diese Verknüpfung von mineralogischer Gleichheit mit genetischer Gleichheit, wie sie der Name besagt, trifft wohl nur selten zu. Es ist damit nicht gesagt, Zirkel betont das, daß diese Namen verworfen werden sollen, sondern sie bringen nur manchmal Unklarheiten mit sich. Endogene und exogene Einschlüsse, diese Unterscheidung, die von Sauer herrührt, schafft völlige Klarheit, doch möchte ich dem Beispiele Rinn es folgen, der die Bezeich- nung Einschluß für jene Massen reserviert wissen will, welche ihre Entstehung nicht dem Magma verdanken. Es soll also in der Beschreibung dieses Basaltes folgende Tei- lung vorgenommen werden: 1. Protogene Ausscheidungen. 2. Das eigentliche Gestein. 3. Einschlüsse. 4. Mandelbildungen. ^) R. Beck, Über das Schiefergebirge der Gegend von Berggießhübel, Wesenstein und Maxen. Sitzber. d. naturforsch. Ges. z. Leipzig, 1892, p. 32. ^) F. E. Hibsch, Die Insel älteren Gebirges und ihre nächste Umgebung im Eibtale nördlich von Tetschen. Jahrb. d. k. k. Geol Reichsanstalt, 41. Bd., 1891, p. 289. Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. 115 IL Protogene Ausscheidungen. Zirkel^) hat in der letzten Zeit die umfassendste Darstellung des Wesens der Ürausscheidungen, ihrer Mannigfaltigkeit, der dabei auftretenden Umwandlungen und Veränderungen gegeben, in der die gesamte Literatur auf das eingehendste berück- sichtigt ist. Zirkel führt alle Gründe für und gegen die EinschJulBnatur der hierher gehörigen Gebilde an und kommt zu dem Schlüsse, daß sogar verschiedene Mineral- aggregate, die bisher als völlig sichere exogene Einschlüsse gedeutet worden waren, zu den Ürausscheidungen zu stellen wären, wie gewisse Feldspat, Quarz-Feldspat, Quarz- aggregate. Namentlich das letztere hat Widerspruch erregt, wenn auch Zirkel Argu- mente heranzieht, denen man sich manchmal schwer verschließen kann. In vorliegen- dem Falle haben wir es aber größtenteils mit basischen Ürausscheidungen zu tun, welche aus Olivin, rhombischem und monoklinem Pyroxen, Hornblende, Glimmer bestehen. Feldspataggregate sowie Quarz Feldspataggregate finden sich weit spärlicher. Diese basi- schen Ürausscheidungen erklärt Zirkel als Aggregate, welche einer durch Differenzie- rung entstandenen anfänglich ungleichen Magmamischung ihre Entstehung verdanken, und gebraucht dafür den Ausdruck Konstitutionsschlieren. Und zwar müßten die Olivinknollen beispielsweise ein schlierenartiges Spaltungsprodukt des Anfangmagmas darstellen, welches bei geringem Gehalt an Si02 namentlich durch hohen MgO-Gehalt gekennzeichnet ist, während AI2O3, CaO, Na20 und K2O ganz zurücktreten. Nun neigen gerade Basalte mehr zur Schlierenbildung als alkalienreiche Magmen und Zirkel^) zitiert hier Moroziewicz, der folgendes sagt; «Magmen, die an Magnesia, Eisenoxydul und Kalk reich sind, bilden dickflüssige, wenig bewegliche Massen, in welchen die Bil- dung von Konkretionen und Schlieren sehr gut möglich und leichter vor sich gehend erscheint als in den beweglicheren und besser diffundierenden Alkalimagmen». Die saueren Einschlüsse erklärt nun Zirkel folgendermaßen; Durch die Aus- scheidung solcher olivinreicher Massen muß in ihrer Nachbarschaft eine Anreicherung von AI2O3 eingetreten sein, der Si02-Gehalt größer geworden sein, MgO muß fast vollständig verschwunden sein, CaO, FeO und Alkalien müssen reicher vertreten sein. Aus einem solchen Magma könner^ dann wiederum Aggregate gebildet werden, die ebenfalls nicht zu den normalen Erstarrungsprodukten basaltischer Magmen gehören, wie die Feldspatquarzaggregate. Es könnten aber auch, wie ZirkeP) weiter ausführt, noch Spaltungen eintreten und eine Reihe von Produkten liefern, die alle für Basalte höchst merkwürdige Ausscheidungsprodukte darstellen. M. Stark'*) hat in einer sehr plausiblen Weise eine andere Erklärung für das Auf- treten der saueren Einschlüsse in den Basalten gefunden. Er geht von der Tatsache aus, daß in sauren Gesteinen in 'der Regel basische Einschlüsse fehlen, während basische Gesteine sowohl basische Knollen als auch saure Einschlüsse führen. Die Quarzkörner sind zweifellos exogener Natur, da zur Bildung von Quarzeinsprenglingen ein ganz bedeu- tend höherer Si02-Gehalt erforderlich wäre. Ebenso hält Stark sämtliche Feldspatein- sprenglinge für exogene Bildungen und ganz die gleichen Argumente, die Stark für die in den Euganeengesteinen auftretenden Feldspataggregate als für ihre exogene Natur ') F. Zirkel, Über Ürausscheidungen in Rheinischen Basalten. Abh. d. königl. sächs. Ges. d. Wiss., 28. Bd., Leipzig igoS. -) F. Zirkel, a. a. O., p. 125 (25). ^) F. Zirkel, a. a. O., p. 125. •*) M. Stark, Geologisch-petrographische Aufnahme der Euganeen. Tsckermaks Min. u. petr. Mitt., Bd. XXVII, p. 522 ff. 8* Il6 H.Michel. beweisend anführt, gelten auch in unserem Falle. Stark führt Lagorio an, der gezeigt hat, daß für den Fall, als sich Orthoklas vor Plagioklas bilden soll, das Verhältnis 2K20:iNa20 nötig ist sowie Vogt, der das Eutektikum von Orthoklas zu Plagioklas auf 49 — 44°/q Or und 60 — 56°/q Ab oder Ab -}- An berechnet. Ein derart starkes Über- wiegen der Orthoklassubstanz ist aber ganz ausgeschlossen. Für einen Teil der Ein- schlüsse ist sicher die Erklärung zutreffend, daß sie mitgerissene Teile des festen Unter- grundes sind, eine zweite Gruppe von Einschlüssen sind dagegen mitgezerrte Schlieren einer differenten Magmamasse. In einem Magmaherde, in welchem in flüssiger Phase Differentiation nach dem spezifischen Gewichte eingetreten ist, wird den basischen Massen geringe, den sauren Massen große Viskosität zukommen. Die Eruptionsfolge hängt nun nach Stark ab von dem mehr oder minder hohen magmatischen Druck bei der Eruption. «Plötzlicher enormer Druck oder Aufreißen von Spalten wird zuerst, wenn die Spannungen im Magmaherde große sind, vorerst die leichtest flüssigen Massen fördern, selbst wenn sie zuunterst liegen; sind diese Spannungsentlastungen geringfügiger oder reichen die Spalten nicht zur Oberfläche, so können auch zähere Massen zuerst aus- fließen. Im zweiten Falle hat die Magmaschicht nichts anderes passiert als den Krater- schlot oder die Gangspalte, im ersten aber hätte das basische Magma samt seinen Ein- sprengungen und Knollen die darüber befindlichen sauren Schlieren mitgerissen, sich mit ihnen auf dem langen Weg zur Erdoberfläche völlig durchmischt und nur die größeren Ausscheidungen desselben hat es nicht völlig — wenigstens in manchen Fällen — aufzuschmelzen vermocht.» Die Erklärung Stark s ist zweifellos leicht vorstellbar und ungezwungen. Die Olivinknollen sind wahrscheinlich die ersten Spaltungsprodukte, die gerade deswegen auch die meisten Umrindungen besitzen. Auch aus diesem Grunde sollen sie zuerst behandelt werden. Die Umwandlungserscheinungen, die das basaltische Magma an den protogenen Massen hervorgerufen hat, lassen sich am deutlichsten dort beob- achten, wo die Olivinknollen zerspratzt und in ihre Bestandteile zerlegt worden sind. Hier läßt sich mit Sicherheit sagen, welchem Ursprungsmaterial das neugebildete Rand- produkt seine Entstehung verdankt, während das bei Olivinknollen, in denen die ver- schiedenen Mineralien nahe aneinander liegen, nicht mit völliger Sicherheit geschehen kann. Dabei ist es auch möglich, daß einige gleichartige Mineralaggregate nicht durch Zertrümmerung größerer Olivinknollen entstanden sind, sondern daß sie vielmehr selbständige Urausscheidungen darstellen. Doch ist das für unsere Zwecke belanglos. Es ist wahrscheinlich, daß die Bestandteile der Olivinknollen auch selbständig Aus- scheidungen für sich allein bilden konnten. Es sollen deshalb auch zunächst jene Fälle . beschrieben werden, in denen einzelne Bestandteile der Olivinknollen beobachtet wur- den, daran soll sich dann die Beschreibung der Olivinknollen schließen und dann sollen erst die anderen Urausscheidungen angeführt werden, so daß sich also folgende Eintei- lung ergibt: 1. Monokliner Pvroxen. 2. Rhombischer Pyroxen. 3. Olivin. 4. Olivinpyroxenknollen. 5. Hornblendepartien. 6. Glimmerpartien. Dabei ist, wie schon erwähnt, bei der ersten Gruppe die doppelte Möglichkeit vorhanden, daß die Olivinaggregate und Augitaggregate teils durch Zertrümmerung ent- standen sind, teils eigene Ausscheidungen vorstellen. Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. I17 I. Monokliner Pyroxen. Monokliner Pyroxen : Zweifellos protogene Ausscheidungen des Magmas stellen jene zahlreich auftretenden grünen Kernpyroxene dar, die Kristallisationszentren für den blassen bis rotvioletten Titanaugit abgaben und deren Beschreibung sich bei der des Hüllpyroxens findet. Es sei hier nur angeführt, daß er unregelmäßige Begrenzung zeigt, zahlreiche winzige Gas- und Flüssigkeitseinschlüsse zeigt, eine Auslöschungsschiefe c/ = 49i/2° und einen Achsenwinkel um y2V^^=7o° besitzt. Wo er in größeren Indivi- duen auftritt, ist deutlich eine Randzone zu bemerken, in der sich Glaseinschlüsse reich- lich häufen, die eine vielfach wechselnde, meist länglich gekrümmte Gestalt und licht bis dunkler braune Farbe zeigen. Es ist das wohl dieselbe vielfach verbreitete Erschei- nung, die Becker^) als das «Angegriffensein der Augite» bezeichnet, die dann weiter von Bleibtreu, Rinne, Zirkel und vielen anderen beschrieben worden ist. In diesen Fällen ist dann die Hülle von Titanaugit verhältnismäßig schmäler als dort, wo der grüne Augit häufig nur einen kleinen Kern bildet und von einer randlichen Verschlackung nichts oder doch nur sehr wenig wahrzunehmen ist. Wodurch diese Verschiedenheit im Auftreten, das Fehlen der verschlackten Rand- zone bei den kleinen Individuen zu erklären ist, konnte ich nicht entscheiden, mög- licherweise sind die kleineren Kernpyroxene durch Korrosion dieser schlackigen Rinde beraubt worden, worauf dann erst die Umhüllung mit Titanaugit stattfand. Ein bedeutend stärkeres Maß der Umwandlung stellen aber Aggregate dar, die sich aus einer Menge rötlichbraunvioletter, länglicher x\ugite zusammensetzen und die, soweit sie aus einem ursprünglichen Individuum hervorgegangen zu sein scheinen, immer ungefähr parallele Stellung besitzen. Zwischen den länglichen Augiten liegen reichliche braune Glaseinschlüsse, Picotite sowie auch in einer Reihe von Fällen kleine xeno- morphe Olivinkörner, welche durch ihre Farblosigkeit von den bräunlichen Pyroxenen zu unterscheiden sind. Bisweilen vereinigen sich mehrere ursprüngliche Individuen zu solchen Aggregaten, es hat dann jedesmal die Schar, welche aus einem Individuum hervorging, ungefähr gleiche Orientierung. Die randliche Begrenzung ist ganz unregel- mäßig, tiefe Korrosionsbuchten sind nicht selten. Diese Aggregate liegen nun entweder ganz frei im Basalt, oder aber sie besitzen eine Hülle. Die Hülle besteht in einigen Fällen aus Titanaugit, der noch eine schwache Zonenstruktur zeigt. Die Richtung der Spaltrisse des Hüllpyroxens läuft parallel mit jener Richtung, welcher die Längsachse der dünnen Pyroxenleisten entspricht, die annähernd parallele Stellung haben. Bis- weilen haben die Aggregate des länglichen Pyroxens in der Mitte eine Knickung er- fahren, dann macht auch der Hüllpyroxen diese Knickung mit. Der Hüllpyroxen zeigt außerordentlich starke Neigung zur Verzwilligung nach loo. Immer ist er ein Zwillings- stock mit zahlreichen Lamellen. In den Fällen, in welchen Titanaugit die Hülle bildet, besteht das Aggregat gewöhnlich nur aus Pyroxen und Glaseinschlüssen. Ist ein Olivin- gehalt vorhanden, wenn auch nur ein geringer, so findet man gewöhnlich eine andere Art der Umhüllung. Es bildet sich nämlich um die Aggregate, welche übrigens jetzt nicht mehr diese ausgesprochene Entwicklung in einer bevorzugten Längsrichtung be- sitzen, sondern mehr rundliche Formen annehmen, eine mehr oder minder breite Hülle von xenomorphen Olivinkörnern mit wechselndem Magnetitgehalte. (Siehe Fig. 6.) Die Korngröße der Pyroxenindividuen des Inneren wird dabei immer kleiner, ebenso die der Olivine, welche zwischen den Pyroxenen liegen, während die Olivinkörner der ') A. Becker, Über die Olivinknollen im Basair. Zeitschr. d. d geol. Ges., 1881, p. 3i. Il8 H.Michel. Hülle recht ansehnliche Dimensionen erreichen. Die Magnetitkörner, welche in der Hülle reichlich auftreten, häufen sich bisweilen sehr stark und lassen den Olivin zurück- treten, der jedoch nie ganz verschwindet. In einem Falle war um ein äußerst feines Pyroxenolivinaggregat zunächst ein breiter Saum von klarem Olivin ohne jede Magnetit- beimengung ausgeschieden und gegen den Basalt zu erfolgte erst die Abgrenzung durch einen schmalen Saum von eng aneinander liegenden Magnetitkörnern. Diese Aggi;e- gate dürften vielleicht durch Zerfall oder Umlagerung aus primärem monoklinen Augit entstanden sein. Rinne ^) beschreibt wenigstens ganz ähnliche Gebilde aus dem Basalt des Hohenberges bei Bühne in Westfalen und stellt diese als Umwandlungsprodukte eines protogenen monoklinen Augites dar. In einigen Fällen hat Rinne^) den Zerfall von monoklinem Augit in monoklinen Augit und Olivin beobachtet, indem er in der verschlackten Randzone der Augite neben Glaseinschlüssen auch Olivinkörner nach- wies, welche, wenn sie in Hohlräume hineinragen, kristallographische Begrenzung zeigen. Es ist jedoch auch die Möglichkeit vorhanden, daß man es mit Umwandlungs- produkten von primärer Hornblende zu tun hat oder, wofür bisweilen der geringe Olivingehalt unter den länglichen Pyroxenen spricht, mit solchen von rhombischem Pyroxen. Dieser Olivingehalt wechselt, es gibt Aggregate, welche gänzlich olivinfrei sind, sowie solche, wo ganz feine Olivinbeimengungen zwischen den Pyroxenleisten und den Glaseinschlüssen reichlicher vorhanden sind. Daß sich Enstatit in ein Gemenge von Olivin und Glas sowie in ein Gemenge von Olivin, monoklinem Pyroxen und Glas umsetzen kann, ist in unseren Gesteinen häufig zu beobachten und soll noch beschrieben werden. Auch Rinne hat diesen Zerfall be- schrieben. Die Entstehung dieser Aggregate aus Enstatit ist also leicht möglich. Die Umrandung durch Titanaugit einerseits, durch Olivin und Magnetit andererseits ist ebenfalls bei unzweifelhaften Enstatitausscheidungen beobachtet worden. Es bleibt noch die Möglichkeit ihrer Entstehung aus Hornblende. Dabei kann man wieder an eine Aufschmelzung und Neukristallisation oder an eine Umlagerung in einem späteren Stadium denken. Für eine Aufschmelzung spricht das Vorhandensein einer schönen Zonenstruktur am Olivin nach der Beckeschen Regel. M. Stark ^) hat hervorgehoben, daß man bei ausgesprochener Zonenstruktur des Olivins auf das Vorkommen von Horn- blenderesorptionen schließen darf, und zwar deshalb, weil durch die Aufschmelzung infolge eintretender Dissoziation der Hornblendeschmelze sich die Orthosilikatmoleküle der Hornblende, welche vornehmlich Eisen führen, im Magma anreicherten und dann die Zonenstruktur des Olivins herbeiführten. Diese Umschmelzung muß aber nicht die ganzen Hornblendepartien ergriffen haben, es können sich sehr wohl noch Reste er- halten haben, welche sich später in starrem Zustande nach Art einer paramorphen Um- lagerung in Pyroxen umgesetzt haben, wie dies Becke"^) dargelegt hat. Allerdings treten noch andere Mineralaggregate auf, welche als Resorptionsprodukte der Hornblende ge- deutet werden können, so daß die Zonenstruktur des Olivins auch davon herrühren kann. Die Einreihung dieser Aggregate unter eine bestimmte Gruppe läßt sich jeden- falls nicht mit voller Sicherheit durchführen. Ebensogut wie hieher hätten sie unter die Gruppe «rhombischer Pyroxen» oder «Hornblendepartien» gestellt werden können. ^) Rinne, Der Basalt des Hohen Berges bei Bühne in Westfalen. Sitzber. d. kgl. preuß. Akad. d. Wiss. zu Berlin, 1891, p. 8. -) F. Rinne, Basalte aus dem Gebiete der Weser und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. Jahrb. d. kgl. preuß. geol. L.-Anstalt, 1892, p. 28. ^) M. Stark, Euganeen, p. 511. ■♦) F. Becke, Die Gesteine der (lolumbretes. Tschermaks Min.-petr. Mitt. XVI, p. 328. I Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. II9 2. Rhombischer Pyroxen. Nicht allzuselten treten Bronzite als Ausscheidungen auf, welche mit Rücksicht darauf, daß in den Mittelgebirgsgesteinen durchwegs rhombischer Pyroxen fehlt, wohl alle Teile von zertrümmerten Olivinknollen sind. Dafür spricht auch das Zusammen- vorkommen mit großen Olivinindividuen. Stets sind diese rhombischen Pyroxene von eigentümlichen feinkörnigen Rand- bildungen begleitet, die von verschiedenen Seiten verschiedene Deutung erfahren haben. Becke spricht von einem «Angegriffensein» des Pyroxens, Bleibtreu ^) vermutet die randliche Umwandlung des Enstatites in monoklinen Pyroxen, Rinne beschreibt die Ersetzung des Enstatites durch Olivin plus einem braunen Glasrest, Zirkel vermißt derartige Randbildungen in den von ihm beobachteten Fällen. Ausführlich haben sich speziell noch Schwantke^) und WiegeP) mit diesen Gebilden beschäftigt und ihre Beobachtungen stimmen auch am meisten mit den unserigen überein, speziell was das Weiterwachsen der Aggregate anbelangt. Seh wantke sieht in dem körnigen Rand- gebilde wesentlich monoklinen Pyroxen, Wiegel dagegen wesentlich Olivinkörner. In unseren Fällen lassen sich diese Aggregate folgendermaßen beschreiben: Stets ist ein Kern eines blassen, schwach doppelbrechenden (Doppelbrechung = ^2 — Vs ^^^ Hüll- pyroxens, im Schnitt J_a im Kern grauweiße Interferenzfarbe gegenüber gelbweiß des Titanaugites), aber stärker als Titanaugit lichtbrechenden rhombischen Pyroxens vor- handen, der optisch negativ und deshalb als Hypersthen zu bezeichnen ist. Nach dem Achsenwinkel um a 2 Va = ca. 75° ergibt sich nach der von Mrha*) gegebenen Tabelle ein Gehalt von ca^ 3o°/o FeSiOj, den dieser Pyroxen besitzen würde. Um diesen Kern liegt eine Zone von äußerst feinkörnigen Mineralien, zwischen denen manchmal noch spärliche Reste eines glasigen Produktes erkannt werden können. Die Körnchen sind entweder schwach bräunliche Pvroxene oder kleine farblose Olivinkörnchen. Das Mengenverhältnis der beiden Bestandteile wechselt, es ist jedoch meist der monokline Pyroxen stärker vertreten als der Olivin. Auf diese Körnchenzone folgt dann eine Hülle von Titanaugit, in manchen Fällen ist Jedoch eine andere Umhüllung zu beob- achten. Der Titanaugit ist stets ein sehr reich verzwillingter Zwillingstock und derart orientiert mit dem Hypersthen verwachsen, daß die c-Achsen gemeinsam sind, die Ebenen der optischen Achsen aufeinander senkrecht stehen und die spitzen und stumpfen Winkel der Vertikalprismen gleichsinnig liegen. Es ist das dieselbe Verwachsung, wie sie Wiegl und Schwantke beobachtet haben, von Wiegl rührt auch die Fassung dieses Gesetzes her. Die Körnchen des monoklinen Pyroxens sind ganz beliebig orientiert, die Hülle von Titanaugit dagegen stets streng nach dem angeführten Gesetz. Die Entstehung der Körnchen läßt sich wiederum entweder als Aufschmelzung und darauffolgende Neu- ausscheidung oder als Umlagerung in starrem Zustande deuten. Diese letztere Deutung, welche die wahrscheinlichere ist, ist von Schwantke deshalb unternommen worden, weil er es dadurch erklären wollte, daß sich um eine Zone beliebig orientierter Pyroxene ') K. Bleibtreu, Beiträge zur Kenntnis der Einschlüsse in den Basalten mit besonderer Be- rücksichtigung der Olivinfelseinschlüsse. Zeitschr. d. d, geol. Ges., i883, p. 489. 2) A. Schwantke, Über eine interessante Verwachsung von monoklinem und rhombischem Pyroxen im Basalt. Zentralbl. für Min., Geol. u. Pal , 1902, p. 15. ^) H. Wiegel, Einige Umwachsungen des rhombischen protogenen Augites durch monoklinen. Zentralbl. für Min., Geol. u. Pal., 1907, p. 379. •*) J. Mrha, Tschermaks Min.-petr. Mitt., Bd. 19, p. 140. 1 20 H. Michel. ein streng gesetzmäßig orientierter Hüllpyroxen legt. Wären die feinkörnigen Pyroxene vor Ansatz des Hüllpyroxens vorhanden gewesen, so hätte die orientierende Kraft für die sich ansetzenden Titanaugitmoleküle gefehlt. Diese hätte aber nur dann ganz ge- fehlt, wenn sich die Körnchenzone rings um das ganze Enstatitkorn befunden hätte. Nun sind aber in vorliegendem Falle eine Reihe von Hypersthenkörnern beobachtet worden, wo die Köinchenzone nicht ringsum ausgebildet war und der rhombische Pyroxen auf größere Strecken direkt an den Titanaugit stößt. Um also die orientierte Anlagerung zu deuten, braucht man nicht unbedingt zu der Annahme einer Umlage- rung nach Art einer Paramorphose am festen Kristall, wie sie Bücking^) dargetan hat, zu greifen. Doch ist, wie gesagt, die Entstehung wahrscheinlich so zu erklären. Rinne spricht in der Abhandlung über den Basalt des Hohenberges bei Bühne davon, daß die «Randsubstanz des Bronzites unter dem Einflüsse des Magmas geschmolzen und zum Teil wieder als Olivin auskristallisiert sei», in der Abhandlung über die norddeutschen Basalte aus der Gegend der Weser nur mehr von einer Umwandlung des Bronzits, worunter vielleicht Paramorphose zu verstehen ist. Wiegel sieht in den von ihm be- obachteten Fällen die Körnchen als reinen Olivin an und erklärt ihre Bildung so, daß der Bronzit korrodiert wurde, daß das unbeständig gewordene Metasilikat sich in das Orthosilikat verwandelte, welches sich bienenschwarmartig um den Enstatitrest legte und dann zur Zeit der Augitbildung und Korrosion des Olivins von dem umhüllenden Titanaugit eingeschmolzen wurde. In unseren Fällen ist sicher nicht reiner Olivin in der Körnchenzone vorhanden, sondern überwiegend monokliner Pyroxen. Die Umhüllung besteht aber nicht immer aus Titanaugit. Es sind auch Hyper- sthene beobachtet worden, welche ganz die gleiche Körnchenzone besitzen, aber von einem Kranz von klaren, größeren Olivinkörnern, beliebig orientiert, umschlossen werden. Diese Fälle machen schon mehr den Eindruck einer randlichen Aufschmel- zung und Neukristallisation. Bisweilen schiebt sich die Körnchenzone zwischen neben- einander liegende, gleich orientierte Bruchstücke eines größeren Hypersthenindividuums und erregt ganz den Anschein, als ob starke Korrosion des Hypersthenes stattgefunden hätte, wodurch das Korn in mehrere Teile aufgelöst wurde, und daß dann diese Teile durch Erstarrung der eingedrungenen korrodierenden Masse wiederum miteinander verkittet wurden, wobei sich eben das feinkörnige Gemenge von Pyroxen und Olivin bildete. Als Umrandung setzten sich dann die großen Olivinkörner sowie am äußersten Rande gegen den Basalt ein schmaler Saum von Magnetitkörnern ab. Fälle, in denen neben den Hypersthenresten größere Bruchstücke von Olivin lagen, entschieden aus zerspratzten Olivinknollen herrührend, wurden auch einige Male beobachtet. In diesen Aggregaten waren noch immer deutliche Reste von Hypersthen im Inneren wahrzunehmen. Doch kann die Umwandlung des Hypersthenes auch so weit gehen, daß keinerlei Reste mehr vorhanden sind, sondern vielmehr der Kern durchaus aus einem Gemisch von monoklinem Pyroxen und Olivinkörnern besteht. Der wiederum blaßbräunliche Pyroxen ist dabei etwas länglich entwickelt und, wenn auch keine so deutliche Parallelstellung der Pyroxene vorhanden ist wie bei den zuerst besprochenen Umwandlungsprodukten, so ist doch eine Richtung bevorzugt und diese bildet dann auch die Richtung der c-Achse des umhüllenden Titanaugites. Der Titanaugit setzt sich, in dieser Richtung langsäulig entwickelt, als Zwillingsstock mit vielen Lamellen an das ganz unregelmäßig begrenzte Körnchengemisch an und zeigt gegen den Basalt ^) H. Bücking, Basaltische Gesteine vom Thüringer Walde und aus der Rhön. Jahrb. d. preuß. geol. L.-A., 1880, p. 165. Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. 121 h . -— ^ ^ . . bald zackige Begrenzung, bald besitzt er deutliche Kristallkanten mit zonarem Bau und allen Eigenschaften der Einsprenglingspyroxene. Dabei bemerkt man auch hier, daß der Hüllpyroxen allen Knickungen, die das Körneraggregat erfährt, folgt, indem die Richtung seiner c- Achse dann sich entsprechend ändert. Während also der Kern- pyroxen und Hüllpyroxen zueinander in gesetzmäßiger Beziehung stehen, sind die neugebildeten Olivinkörner ganz regellos orientiert und in dem Gemenge verstreut. Sie gehören mehreren Individuen an und nur ab und zu sind einige Körner anschei- nend gleich orientiert (siehe Fig. 5). Die Wahrscheinlichkeit, daß diese Gebilde aus rhombischem Pyroxen hervorgegangen sind, wird dadurch erhöht, daß sich Übergänge linden, in denen der Hypersthenrest immer kleiner, die Körnchenzone immer breiter wird. Bleibtreu ^j hat beobachtet, wie sich aus Olivin monokliner Pyroxen gebildet hätte, doch wird dies wohl mit Recht von verschiedenen Seiten, namentlich von Zirkel, bezweifelt und trifft wenigstens für unsere Fälle ganz gewiß nicht zu. ßeyer^) hat ähnliche Fälle beobachtet wie Bleibtreu, um Reste eines aufgeschmolzenen Olivins Augitkränze, die er Augitaugen nennt, doch handelt es sich bei ihm um basaltischen Olivin, der durch die Schmelzmasse, welche beim Aufschmelzen eines granitischen Ein- schlusses sich bildet, angegriffen wurde. Durch Vermischung der sauren granitischen Schmelzmasse mit dem basaltischen Magma bildet sich dann der Augitkranz um Olivin. Allenfalls wären hierher noch jene Fälle zu stellen, in welchen der Olivingehalt des Körnergemenges bis auf o herabsinkt und die beim monoklinen Augit beschrieben worden sind. 3. Olivin. Der Olivin der Knollen soll sich nach den Beobachtungen Bleibtreus^) wesent- lich von dem in einer späteren Periode gebildeten Einsprenglingsolivin unterscheiden, und zwar durch Mangel der Kristallform, durch Fehlen der Picotit- und Reichtum an Flüssigkeitseinschlüssen. Mangel der Kristallform ist tatsächlich vorhanden, was aber die Interpositionen anbelangt, ist von verschiedenen Autoren, zuerst von Becker her- vorgehoben worden, daß diese sehr wohl sekundärer Natur sein können und also zur Unterscheidung nicht herangezogen werden können. Tatsächlich ist diese sekundäre Entstehung in sehr vielen Fällen zweifellos erwiesen und Stark hat eine vollkommene Übereinstimmung der Knollenolivine mit den Einsprenglingsolivinen in optischer Be- ziehung für die Euganeengesteine feststellen können. Bauer**) hat betont, daß der Reichtum an Flüssigkeitseinschlüssen sich in den Einsprenglingsolivinen bisweilen ver- ringert, da sich diese offenkundig aus einem wasserärmeren Magma gebildet haben. In unseren Fällen hat sich kein wesentlicher Unterschied zwischen den protogenen Olivinen und denen der späteren Periode beobachten lassen. Die Erscheinungen, welche den Knollenolivin trotzdem von dem Einsprenglingsolivin unterscheiden lassen, sind sekun- därer Natur. Von solchen Umwandlungserscheinungen hat besonders Rinne ^) eine Randzone von gekörneltem Olivin beobachtet, die auch Bleibtreu bei seinen Olivinen gesehen hat. Rinne erklärt das Zustandekommen dieser Zone durch Umkristallisierung ') L. Bleibireu, a. a. O., p. 547. 2) O. Beyer, Der Basalt des Großdessaer Berges und seine Einschlüsse. Tschermaks Min.-petr. Mitt. X, 1888, p. 50. ^) K. Bleibtreu, a. a. O., p. 508. *) M. Bauer, Der Basalt vom Stempel bei Marburg und einige Einschlüsse desselben. Neues Jahrb. f. Min. etc., 1891, II, p. 15G — 205, 23i — 271. ^) F. Rinne, Über norddeutsche Basalte, p. 26. 122 H. Michel. weil sie auch dort zu erkennen ist, wo das Magma nicht in direktem Kontakt mit dem Olivin stand. Bleibtreu hält sie für eine Aufschmelzung und darauffolgende Neu- kristallisation. Weiters hat Rinne den Zerfall größerer Individuen zu den sogenannten Olivinaugen beobachtet, die sich bisweilen auch mit Augiten vergesellschaften und dann auch eine Entstehung aus ßronzit zulassen. x'Ms Kennzeichen für Zugehörigkeit der Olivine zu Urausscheidungen führt dann Rinne noch an den Reichtum an Flüssigkeits- und Gaseinschlüssen sowie die vielfach beobachtete undulöse Auslöschung des Olivins; Rinne ^) ist geneigt, sie in einzelnen Fällen weniger auf Druckwirkung als vielmehr auf nicht genau parallele Anlagerung nach Analogie der gewundenen Bergkristalle zu- rückzuführen. Bauer kat keinerlei Angegriffensein der Olivine beobachtet, ebenso Becker nicht, der bloß sekundäre Glaseinschlüsse am Rand der Olivine fand. In den vorliegenden Fällen war stets eine randliche Umwandlung wahrzunehmen. Der Olivin erscheint zur Gänze an der Oberfläche aufgelöst in ein Aggregat von bald größeren, bald kleineren xenomorphen Olivinkörnern, welche eine geschlossene Hülle um das Olivinkorn bilden. Alle diese Körner sind wie der umschlossene Olivin ganz klar und besitzen keinerlei größere Einschlüsse. An die Zone kleinkörnigen Olivins schließt sich dann manchmal eine solche größerer Olivinkörner, zwischen deren Lücken Magnetitkörner liegen. Der Rest des umschlossenen protogenen Olivins zeigte in einem Falle deutlich undulöse Auslöschung, und zwar waren größere Partien des Kristalls gegeneinander nach loo verschoben, wie sich bei der Untersuchung heraus- stellte. F. Becke-) hat eine ganz gleiche Verschiebung nach loo aus dem Olivin des Stubachtales beschrieben. Hier handelt es sich zweifellos um eine Druckerscheinung, weil ein größeres Olivinkorn durch die Zone feinkörniger Olivine in mehrere Stücke aufgelöst erscheint und diese Stücke jedenfalls schon bei der Zertrümmerung der größeren Massen, wie auch beim Transporte und schließlich bei der Kristallisation der umhüllenden und trennenden Olivinkörner Drücken ausgesetzt waren. In einem Falle war als umhüllende Zone um das protogene Olivinkorn eine Zone blaßbraunen Pyroxens mit wenig feinkörnigem Olivin vorhanden, an die sich dann nach außen zu einzelne größere Olivine vermischt mit Magnetitkörnern ansetzten. Vielleicht liegt hier etwas ähnliches vor wie in jenen Fällen, in denen Bleibtreu einen augitischen Saum um Olivine beobachtete. Jedesfalls handelt es sich hier um eine Auf- schmelzung des randlichen Olivins. Ein Aggregat von Olivinkörnern mit bräunlichen monoklinen Pyroxenkörnern und wenig Magnetit vermischt könnte ebenfalls durch Aufschmelzung von Olivin, Ver- raengung der Olivinschmelze mit dem basaltischen Magma und Neukristallisation ent- standen sein. Hülle ist keine vorhanden, sondern das Aggregat ist gegen den Basalt unregelmäßig abgegrenzt. Ebenso sind die Gemengteile gleichzeitig auskristallisiert und gegeneinander wechselnd begrenzt. Eine Entstehung aus primärer Hornblende ist aber ebenso leicht möglich. Die Auflösung des Olivins in ein Körneraggregat beschränkt sich häufig nicht bloß auf die randlichen Teile, sondern ergreift den ganzen Olivin und es entstehen auf diese Weise die sogenannten Olivinaugen, die eine wechselnde Größe besitzen, je nach der Intensität der Umlagerung und der Größe des ursprünglichen Kornes. In jenen Fällen, in welchen sich nur Olivinkörner ohne andere Minerale zu Augen vereinigen, muß man wohl an eine Umlagerung, an einen Zerfall des großen Olivins in starrem ^) F. Rinne, Über norddeutsche Basalte, p. 23. -) F. Becke, Olivinfels und Antigoritserpentin aus dem Stubachtal. Tschermaks Min.-petr. Mitt. XIV, p. 274. i Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. 123 Zustande zu einer größeren Anzahl kleiner Körner denken. Doch kommen auch Augen vor, in denen Beimengungen von monoklinem blaßbräunlichen Pyroxen sowie Magnetit vorhanden sind. Hier ist wohl eine Aufschmelzung und Neukristallisation unter Auf- nahme von Bestandteilen des Basaltmagmas eingetreten. Davon wohl zu unterscheiden sind jene Aggregate, welche sich aus Olivinen der Einsprenglingsgeneration und gleichaltrigem Pyroxen zusammensetzen und die infolge des Umstandes, daß sich die Ausscheidungsperiode des Olivins und Augits übergreifen, auch recht oft auftreten. 4. Olivinaugitknollen. Nicht weniger häufig, als die Pyroxene und Olivine für sich als protogene Ausschei- dungen vorkommen, können sie zu größeren Massen vereinigt beobachtet werden. Schon makroskopisch fallen die großen, blaugrünen bis gelblichgrünen Ausscheidungen von glas- hellem Olivin, blaßbräunlichem rhombischen und grasgrünem monoklinen Pyroxen auf, die bisweilen eine recht ansehnliche Größe erreichen. Auch auf Kluftflächen und Spalten finden sich Verwitterungsprodukte, die wahrscheinlich von Olivin herrühren. Alle Ver- änderungen, welche Augit und Olivin erleiden, wenn sie getrennt vorkommen, finden sich auch bei den Olivinaugitknollen. Die Hauptmasse ist immer Olivin, dann kommt der Menge nach grüner Augit, dann rhombischer Pyroxen. Am stärksten ist augen- scheinlich der grüne Pyroxen angegriffen worden, indem sich eine sehr stark ver- schlackte, mit Glaseinschlüssen gespickte randliche Zone ausgebildet hat, der auch jede kristallographische Begrenzung fehlt. Zudem sind größere Teile losgelöst von der eigentlichen Knolle und nur durch den Titanaugit, der sich fast immer als Fortwach- sung des Diopsides findet, noch an das Aggregat gebunden. Der Titanaugit zeigt dann entweder kristallographische Begrenzung oder ist er ausgezackt. Der rhombische Pyroxen, der sich in einem Falle deutlich als Hypersthen erwies, mit der Orientierung und Pleochroismus: a=ß rötlichgelb b = a\. Mittell. bräunlichrot grünlich ist reich an den für ihn charakteristischen Einlagerungen, zeigt jedoch nur in dickeren Lagen deutlichen Pleochroismus. Auch der Hypersthen der Knollen zeigt eine körnige, aus monoklinem Pyroxen und Olivin sowie bisweilen spärlichem braunen Glasrest be- stehende randliche Hülle. Der Olivin hat die geringste Umwandlung erfahren, er läßt nur den Zerfall zu einem geschlossenen Aggregat von ganz reinen Körnern beobachten. Die weitgehendere völlige Aufschmelzung und Neukristallisation von parallel gestellten grünen kleinen Augiten mit Plagioklas, Picotit und Biotit, die so vielfach von Bleib- treu beschrieben wurde, konnte nicht beobachtet werden. Glaseinschlüsse wurden nicht beobachtet, dagegen fanden sich in einem Falle stark korrodierte Reste einer tief dunkelbraunen bis schwarzen Hornblende als Einschlüsse mit sehr schwachem Pleo- chroismus, schwacher Doppelbrechung und einer Lichtbrechung, die stärker als die des Olivins ist. Vermutlich Cossyrit? Das basaltische Magma ist manchmal auf Sprüngen in diese Knollen eingedrungen und bei günstigen Schliffen erkennt man dann in diesen Korrosionsbuchten Neubildungen von Biotit sowie von Hornblendenädelchen neben kleinen Pvroxenen und einem Reste von braunem Glas. Bisweilen wird auch der Olivin zu grünen bis gelben Mineralen umgewandelt, die jedoch erst später beschrieben werden sollen. Monokliner und rhombischer Pyroxen fehlt manchmal, selten jedoch der Olivin, der auch gegen Aufschmelzungen offenbar den größten Widerstand zu leisten vermochte. 124 H, Michel. Was die Ursache der mannigfaltigen Umwandlungen anbelangt, die die Minerale der Olivinknollen erfahren haben, liegt sie nach den Beobachtungen Bleibtreus in einer Durchtränkung der Knollen mit dem sauren Rest des basaltischen Magmas, der dann später als Feldspat zwischen den neugebildeten Mineralen erstarrte. Mit Rück- sicht darauf, daß die Umänderungen auch mitten in den Knollen auftreten, wo keinerlei Erstarrungsprodukte des basaltischen Magmarestes zu erkennen waren, glaubt Rinne für diese Umwandlungen eher die durch Eintritt einer schnellen und massenhaften Kristallisation bewirkte Temperaturerhöhung und eventuell eine Durchtränkung mit Dampfbildungen verantwortlich machen zu müssen. Jedenfalls wird man zur Erklärung sowohl Einschmelzung bedingt durch chemi- sche Verschiedenheit und Temperaturerhöhung, als auch bloße Hitzewirkung und Durchtränkung mit Dämpfen dort, wo eine solche Einschmelzung nicht stattfinden konnte, sowie Umlagerung nach Art der Paramorphosen in starrem Zustande heranzu- ziehen und in jedem einzelnen Falle getrennt zu entscheiden haben, welchen Faktoren die Umwandlung am ehesten zugeschrieben w'erden könnte. In vielen Fällen wird man übrigens über Vermutungen nicht hinauskommen. 5. Hornblendepartien. In einer Reihe von Fällen, die bis jetzt beschrieben wurden, war die Möglichkeit einer Entstehung aus primärer Hornblende erwogen worden. Es waren dies immer Pyroxenaggregate mit wechselndem Olivingehalte, umgeben von einer Hülle von Titan- augit oder Olivinkörner, bisweilen auch ohne Umgrenzung. Es waren aber überall noch andere Entstehungsmöglichkeiten offen. Bei einigen Aggregaten jedoch ist eine Entstehung aus Hornblende fast zur Ge- wißheit geworden; es sind das Gemenge von blaßbraunviolettem monoklinen Augit mit Olivin, welche sich gegenseitig schriftgranitisch durchdringen, und zwar übernimmt der Olivin die Rolle der Quarzstengel (siehe Fig. 3 und 4). Eine größere Anzahl von läng- lich wurmförmig gekrümmten Olivin gehört einem Individuum an, der Pyroxen, der die Grundmasse für die Olivine bildet, ist gewöhnlich ein einheitliches Individuum. Olivinindividuen sind stets mehrere vorhanden. Umwachsen werden diese Gebilde wieder von einem reich verzwillingten Titanaugit, der die gleiche Orientierung wie der Kernpyroxen besitzt. Der Titanaugit hat kristallographische Begrenzung, der Kern ist ganz unregelmäßig begrenzt, Magnetit fehlt vollständig, es ist ein reines Gemenge der beiden Komponenten mit typischer Eutektstruktur. Solche Aggregate wurden in einer größeren Zahl gefunden und sind wohl mit aller Wahrscheinlichkeit durch Zerfall aus Hornblende hervorgegangen. Reste primärer Hornblende finden sich nur sehr spärlich, sie sind stark pleo- chroitisch, fast vollständig aufgefressen und von einem dichten Magnetitsaum mit wenig Pyroxen umgeben. Daß Hornblenderesorptionen in größerer Zahl zu erwarten waren, ist, wie schon hervorgehoben, aus der Zonarstruktur des Olivins zu erschließen gewesen. 6. Biotitausscheidungen. Sehr selten kommen größere Biotite als primäre Ausscheidungen vor, die dann ganz besonders starke Umwandlungen, noch weitgehender als bei der Hornblende, er- fahren haben. Es sind nur noch spärliche Reste des stark pleochroitischen ßiotites I Der Basalt der Eilander Raumwiese Iiei Bodenbach. 125 übrig, auf den Spaltflächen ist das Magma eingedrungen und in diesen Korrosions- buchten finden sich neben besonders angehäuftem Magnetit sowie braunem Gesteins- glas alle Bestandteile der Grundmasse, Pyroxene, Plagioklas, Nephelin. Bei weitem aber überwiegt der Magnetit, der einen dichten Saum um die Biotitreste bildet. IIL Das eigentliche Gestein. I. Normale Beschaffenheit. Das eigentliche, dichte, blauschwarze Gestein hat splitterigen Bruch, liefert ein gutes Schottermaterial und wird deshalb auch seit längerer Zeit in einem Steinbruch gebrochen. In der Grundmasse sind als Einsprengunge Olivin und Pvroxen vor- handen. Olivin. Der Olivin ist langtafelig nach (010) entwickelt. Zu dieser tafeligen Entwick- lung nach 010 (bis spießig nach der a-Achse) bemerkt M. Stark, ^) daß sie in den Ustica- gesteinen nur eisenreichen Gesteinen zukommt. Außerdem treten noch die Flächen HO, 021 auf. Korrosionserscheinungen sind zahlreich vorhanden, Einschlüsse fehlen fast gänzlich, der optische Charakter ist nicht mit Sicherheit zu entscheiden, entspre- chend einem Gehalte an 10 — 14% Fe2SiO^. Auffallend ist eine deutliche Zonar- struktur, die sich durch ein Steigen der Interferenzfarben am Rande bemerkbar macht. Am Rande hat demnach eine Anreicherung des Fe2Si04 stattgefunden, die auch eine deutliche Verschiebung des Achsenbalkens in günstig getroffenen Schnitten zur Folge hat. 2V}' im Kern ist kleiner als i\ g der Hülle. In Schnitten _Ly steigt also die Doppel- brechung wegen der Achsenwinkelanderung sowohl wie auch wegen der höheren Doppelbrechung des Fe2Si04 in den randlichen Zonen. In Schnitten A_a wird die größere Doppelbrechung des Fe2Si04 teilweise kompensiert durch das Kleinerwerden des Achsenwinkels um a. Ein Einschluß eines Pyroxenkristalles muß wohl in derselben Weise gedeutet werden, wie dies Hibsch^) in einem gleichen Falle tut, nämlich als Schnitt durch eine Korrosionstasche, in der der Pyroxen auskristallisierte. Ein Teil der Olivine ist sicher durch Zertrümmerung der Olivinknollen entstan- den, besonders bei den Olivinen mit undulöser Auslöschung und reicheren Gas- und Flüssigkeitseinschlüssen muß dies angenommen werden. Der Olivin ist vielfach umgewandelt zu Mineralen, welche sich wohl recht gut von- einander unterscheiden lassen, aber schwer mit den bereits beschriebenen Umwand- lungsprodukten zu identifizieren sind. Eine eingehende Darstellung der Olivinumwandlungsprodukte hat sich M. Stark vorbehalten. In unserem Gesteine finden sich zwei von K. Schuster beschriebene Minerale, der Villarsit, ein nicht identifizierbares Mineral und Glieder der Serpentingruppe sowie ein wohl der Chloritgruppe angehöriges Mineral. Die beiden Minerale K. Schusters^) werden folgend beschrieben: 1 und II Lichtbrechung: y ^ Canadabalsam, a •< Canada- ') M. Stark, Die Gesteine Urticas und die Beziehungen derselben zu den Gesteinen der lipari- schen Inseln. Tschermaks Min.-petr. Min., 23. Bd., p. 483. -) J. E. Hibsch, Erl. zur geol. K. d. böhm. Mittelgeb. Tschermaks Min.-petr. Mitt., 24. Bd., p. 279. ^) K. Schuster, Petrographische Ergebnisse der brasilianischen Expedition 1901 der k. A. d. W. Sitzber. d. kais. Akad. d. Wiss. in Wien I, Bd. 116, p. 1150. 126 H.Michel, baisam, Pleochroismus y '^ a. I tritt in Adern in Spalten des Olivins auf, seine Orien- tierung ist a (des Olivins) = or, b = ß, c = y, II tritt in Feldern zwischen den Adern auf und hat die Orientierung a (des Olivins) = ß, b = a, c = y. Der Villarsit^) stellt nach R. Brauns ein Zwischenglied zwischen Olivin und Serpentin vor und zeichnet sich namentlich durch seinen Pleochroismus blaugrün bis gelblich aus. Er ist wie Olivin orientiert, die Doppelbrechung ist ziemlich stark. Der Olivin des Raumbergbasaltes ist häufig umgewandelt, und zwar nur in der Nähe von Einschlüssen, insonderheit aber dort, wo sich Zeolithmandeln oder Schnüre gebildet haben. Einschlußfreie Partien führen ganz frischen Olivin, Einschlüsse von reinem Quarzsandstein, Gneis verursachen bisweilen keine Umwandlungserscheinungen, stets treten aber solche auf, wo sich Zeolithe im Einschluß neu gebildet haben. Finden sich auch in der Grundmasse auf Sprüngen Zeolithe, so erstreckt sich die Umwandlung häufig auf alle Olivine des Schliffes, ansonsten nur auf jene, welche in der Umgebung der Zone liegen, in der das umschließende Gestein durch den Einschluß direkt verän- dert erscheint. Es sind das Zonen von verschiedeuer, stets aber kleinerer Ausdehnung, in denen eine Anreicherung gewisser Minerale zu bemerken ist und die sich deutlich von dem umschließenden Gestein abheben. Es treten nebeneinander im selben Schliffe, manchmal auch im selben Individuum verschiedene Umwandlungsprodukte auf. Es lassen sich deutlich einige verschiedene Minerale feststellen. Zunächst ein gelbgrünes Mineral mit bräunlichgelbem Stich, schwach pleochroi- tisch, Doppelbrechung hoch, Lichtbrechung stärker als Canadabalsam, in der Längs- richtung der Fasern a und y' abwechselnd, doch weitaus häufiger /. Das Mineral bildet sich zunächst auf den Sprüngen des Olivins, dann werden die zwischenliegen- den Felder ergriffen, und zwar ordnen sich da häufig die Fasern nach zwei Systemen, die ungefähr den 021 Flächen parallel gehen und sich nahezu rechtwinklig kreuzen. Rinne^) hat an Feldspatbasalten aus der Gegend der Werra und Fulda ebenfalls be- obachtet, daß durch die Verwitterung neue Flächen 021 herausgearbeitet werden, ähn- lich wie diese Flächen häufig durch Korrosion neu gebildet werden. In einem Schnitte l,ß des Olivins wurde das Mineral J_y getroffen, in der Längsrichtung der nach 010 eingelagerten Fasern war /, so daß sich eine Orientierung ergibt, die mit der des einen Sc husterschen Minerales übereinstimmt. Auch sonst stimmen die Merkmale so gut überein, daß wohl eine Identifizierung erlaubt ist, wenngleich die Lichtbrechung bei unserem Mineral stärker ist; die Blättchen lassen auf der 010 des Olivins die spitze negative Bisektrix austreten, zeigen // dieser Fläche getroffen keinen Pleochroismus, der Achsenwinkel ist nahezu o, so daß das Mineral den Eindruck eines einachsigen macht. In der Nähe einer Zeolithmandel war der Olivin bis zu einer Haarspalte, die mit Thonisonit erfüllt war, zu diesem Mineral umgewandelt, das aber hier den grün- lichen Farbenton ganz gegen olivbraune Töne eingetauscht hatte. Mit Rücksicht darauf, daß einige Male eine entgegengesetzte Orientierung der Fasern im selben Individuum beobachtet wurde, dürfte jedenfalls noch das zweite von Schuster beobachtete Mineral vorhanden sein, das sich von dem ersteren lediglich dadurch unterscheider, daß die spitze negative Bisektrix auf 010 und nicht mehr auf 100 austritt, was dann in den Schnitten nach 001 des Olivins eine entgegengesetzte Orientierung der beiden Faser- mineralien mit sich bringt. Doch ist dieses zweite Mineral nur spärlich vorhanden. Die Struktur spricht zwar für Antigorit, doch ist die Doppelbrechung viel zu hoch, ebenso ') R.Brauns, Mineralien und Gesteine aus dem hessischen Hinterlande I. Zeitschr. d. d. geol. Ges., 1888, p. 467. ^) F. Rinne, a. a. O., p. 56. Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. 127 müßte im Schnitte ß des Olivins die Orientierung entgegengesetzt sein. Beide Momente schalten die Bezeichnung Antigorit aus. Ist der Olivin durch dieses Mineral ersetzt, so finden sich noch vielfach Olivinreste, während bei Ersetzung durch die anderen Minerale der Olivin stets ganz aufgezehrt ist. Während diese Umwandlung von Sprüngen aus den Olivin ergreift und dadurch Maschenstruktur bedingt, läßt sich ein zweiter Umwandlungsprozeß beobachten, bei welchem der Olivin von außen nach innen in ein homogenes, bedeutend weniger fase- riges Mineral umgewandelt wird, das durch seine blaugrünen Farbentöne in der Rich- tung der c-Achse des Olivins auffällt. Normal dazu sind gelblichgrüne Tone zu beob- achten. Reste von Olivin sind nirgends mehr vorhanden, bisweilen findet sich aber ein Kern des gelbgrünen Minerales im Inneren oder auf Rissen. Die Doppelbrechung dieses Minerals ist niedriger als die des gelbgrünen, aber noch immer beträchtlich, Licht- brechung stärker als Canadabalsam für alle Brechungsquotienten, der Achsenwinkel um die Mittellinie a, welche auf 010 des Olivins austritt, ist sehr klein, die Orientierung ist anscheinend die gleiche wie die des gelbgrünen Minerales. Ich glaube in diesem Minerale den Villarsit zu erkennen, der ein Zwischenstadium darstellen soll bei der Umwandlung des Olivins zu Serpentin und für den Brauns^) die Formel H^MgjSi^Og vermutet. Auch hier macht es den Eindruck, als ob beide Minerale, der Villarsit und Ser- pentin, ineinander übergehen würden, wenigstens findet sich zwischen beiden eine Zone eines feinschuppigen aggregatpolarisierenden Minerales, das ein nochmaliges Ubergangs- stadium zwischenVillarsit und Serpentin, bezw. dem gelbgrünenMineral vorstellen würde. In weit geringerem Maße kommt ein blaugraues, schwach pleochroitisches, schwach licht- und doppelbrechendes Mineral vor, das sich auf Sprüngen ansiedelt in Verbin- dung mit dem Villarsit, bald auch kleinere Olivinkörner gänzlich ersetzt. Das Vorkom- men ist zu spärlich, als daß sich Genaueres ermitteln ließe. Vielleicht handelt es sich um einen Chlorit, wofür auch die äußerst schwache Doppelbrechung mit unternormalen Farben sprechen würde. Häufiger findet sich wieder ein farblos schuppiges, blättriges Mineral, bisweilen weißlichgelb bis gelblichgrün, das ganz wirrfaserig den Olivin restlos erfüllt. Die Doppel- brechung dieses Minerales ist erheblich höher als die des Olivins, Lichtbrechung be- trächtlich stärker als Canadabalsam für alle Brechungsquotienten. In der Längsrichtung der Blätter /. Für dieses Mineral fehlt ein Name. Ganz feinschuppige Partien kommen neben diesen größeren wirr gelagerten Fasern auch vor. Der optische Charakter ließ sich hier nicht bestimmen, wohl aber bei einem anderen Vorkommen desselben Minerals: einachsig negativ. Alle diese Minerale haben sich an Stelle des ursprünglichen Olivins gebildet, sind also Umwandlungspseudomorphosen. Lediglich bei dem farblosen wirrfaserigen Mi- neral ist bisweilen die Form des Olivins nicht mehr genau erhalten, die Umwandlungs- minerale quellen infolge der erlittenen Volumzunahme aus der Form des Olivins heraus. Doch bei den anderen Mineralen ist etwas Ähnliches nicht zu beobachten. Es treten aber weiter auf Klüften und Sprüngen feinschuppige Aggregate auf, welche sich aus Lösungen hier abgeschieden haben und als Neubildungen zu betrachten sind. Namentlich in der Randfazies, die eine brecciöse, stellenweise tuffitähnliche Aus- bildung zeigt, sind die Klüfte und Spalten zwischen den einzelnen Brocken mit solchen Neubildungen imprägniert. Auch die glasige Grundmasse erleidet oft durch solche ') R. Brauns, a. a. O. 128 H.Michel. Lösungen eine Umwandlung in doppelbrechende Minerale, zumindestens wird sie gelb- lichgrün angefärbt. Der Hauptsache nach sind diese Minerale schwach doppelbrechend, stärker lichtbrechend als Canadabalsam, schwach gelblichgrün gefärbt, gehören also der Serpentingruppe an. Pyroxen. Der Einsprenglingspyroxen zeigt einen ziemlich komplizierten Bau aus Kern und Hüllen. Er besteht aus drei Generationen, deren älteste ein grüner Pyroxen, die mitt- lere ein farbloser Pyroxen, die jüngste ein licht bis dunkler braunvioletter, titanhaltiger Pyroxen ist. Der grüne Kernpyroxen ist in Schnitten J_ß hell gelbgrün, J_ zur Achse A blaugraugrün, zeigt keine kristallographische Begrenzung, sondern ist stellenweise stark angegriffen und korrodiert, ist reich an feinen Gas- und Flüssigkeitseinschlüssen, größeren Glaseinschlüssen, am Rande führt er manchmal Magnetitkörnchen als Ein- schlüsse. Die Farbe schwankt zwischen lichteren und dunkleren Tönen. An diesen grünen Kern, der übrigens nicht in allen Einsprengungen auftritt, schließt sich ein jün- gerer, farbloser Pyroxen an, der bereits Sanduhrstruktur zeigt, von der sich beim grünen Pyroxen nur in einem Falle eine undeutliche Spur zeigte, indem in den gegen die Prismenzone gekehrten Teilen eine etwas dunklere Färbung wahrzunehmen war. Auf den farblosen Pyroxen folgt der Titanaugit, der von innen nach außen eine immer dunkler braun violette Färbung zeigt, und zwar vollzieht sich die Änderung ganz stetig. Die Anwachspyramiden nach m sind dunkler gefärbt als die nach s, was sich bei dem lichten Pyroxen auch bereits in natürlich viel schwächerem Maße bemerkbar macht. Die Lichtbrechung der einzelnen Pyroxene, ja selbst der Anwachspyramiden ist deut- lich verschieden. G soll den grünen Kern bezeichnen, i^den farblosen Pyroxen, 7'den Titanaugit. Die Anwachspyramiden nach den Prismenflächen sollen mit dem Index ?«, die nach der Fläche s mit dem Index s belegt werden. G besitzt die stärkste Licht- brechung, F ist bedeutend schwächer lichtbrechend als G und Tjij sowie 75. Die An- wachspyramiden nach Tm und Fm sind wieder stärker lichtbrechend als die ihnen zu- gehörigen Anwachspyramiden 75 und Fs. Die Doppelbrechung ist umgekehrt in den Anwachspyramiden nach s höher als in denen nach in. Der farblose Pyroxen tritt viel seltener auf, öfter folgt auf den grünen Pyroxen sofort der Titanaugit. Bisweilen sind Rekurrenzen in den Schichten des Titanaugites zu beobachten, die sich in abwechselnd heller und dunkler gefärbten Zonen ausprägen. A. Sigmund ^) hat Beobachtungen in Basalten der Steiermark gemacht, mit denen sich die an unseren Augiten völlig decken, ebenso Stark^) in den Euganeengesteinen. Auf- tretende Formen sind: loo, oio, iio, fii, Zwillingsstöcke nach loo häufig, tafelige Entwicklung nach loo. Die Auslöschungsschiefen cy im Schnitte J_ ß wurden ge- messen mit: cy in 7"m = 52° cy in 75 = 45 7^° cy in 7*'= kleiner. Die Werte für die Achsenwinkel wurden gefunden durch direkte Ausmessung in Schnitten mit der Mittellinie und einer Achse im Gesichtsfelde nach den Beckeschen Methoden oder aber durch Kombination der Verschiebungen der Achsen untereinander ^) A.Sigmund, Die Basalte der Steiermark. Tschermaks Min.-petr. Mitt., Bd. XV, p. 36i, Bd. XVI, p. 337. -) M. Stark, Euganeen. Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. 129 und der Auslöschungsschiefen auf 010, ebenso wie diese Auslöschungsschiefen durch die Messung der Verschiebung der Mittellinien kontrolliert oder ergänzt werden konnten. Die Messung der Achsenwinkel ergab folgendes: Schnitt J_ Mittellinie y und A für G, Im, Ts'. 2V cy cy beobachtet G 70° 49|° Tni 46° 52° Ausgangspunkt 52° Ts 50° 45° 45t° Eine Kontrollmessung ergab für 7m 2^^=42°, 75 2F=5o°. Die Mittellinie verschob sich dabei in der Richtung gegen die Achse .4 von 7^ nach G um 4^2°? von G nach Tm um 2^/2°, die Achse A in der Richtung gegen y von G nach 7"m um 9^/2°, von Itn nach Ts um 5°. Eine Messung in einem Schnitte J_ .4 ergab eine Ver- schiebung der Achse A in der Richtung gegen y von G nach l^ni um 10^/^°, von 7'm nach 75 um 5^/4°, was eine gute Übereinstimmung der beiden Messungen bedeutet. Rekurrenzen kommen öfters vor. Es konnte ein Schnitt gemessen werden, der einen farblosen Kern zeigte, darauf folgte in der Anwachspyramide s ein sehr lichter Titanaugit, dann ein dunkler Titanaugit, sodann der normale 75. In der Anwachs- pyramide nach m war die Zonenstruktur bedeutend schlechter ausgeprägt, so daß sie dort auch nicht verfolgt werden konnte. Die Ergebnisse der Messung waren folgende: 7>?2 ließ Mittellinie und Achse er- kennen, die anderen Glieder lieferten nur die Achse A, so daß die Verschiebung der- selben gemessen werden konnte: die Achse A verschiebt sich in der Richtung gegen die Mittellinie y von 7'm nach 75 dunkelst um 4°, von 75 (dunkelst) nach 75 (normal) um ^4°, von 75 (normal) nach 75 (lichtest) um 4°, von 75 (lichtest) nach F um S^li°- ^^ ergab einen Achsenwinkel von 2^=47°. Für 75 (normal) wurde eine Auslöschungs- schiefe cy^=45° gefunden, daher ergäbe sich aus dieser Messung ein Achsenwinkel von 52^/2° für 75 (normal). Der Achsenwinkel für 7^ wurde in einem anderen Schnitte mit 2 K=53° gefun- den. Die Mittellinie verschiebt sich von 7^ nach 7';?? in der Richtung gegen die Achse A um 11^/4°, so daß sich eine Auslöschungsschiefe für 7^" ergibt: cy=r ^o'^j^°, wenn 7m cy = ^2° gesetzt wird. Für Tm wurde in dem zur Messung von 7^ herangezogenen Schnitt gefunden 2F=45°. Der grüne Kernpyroxen, der eine Auslöschungsschiefe von C)/:^ 49^/2°, einen Achsenwinkel 2 ^=70° zeigt, geringen, aber doch noch deutlichen Pleochroismus be- sitzt, ist vermutlich ein eisenreicher Pyroxen, wofür auch die gleichzeitige Bildung mit dem Olivin und Bronzit in den Urausscheidungen spricht. Die Bezeichnung diopsidi- scher Pyroxen, die sich bisweilen für ihn findet, trifft wohl nicht zu. Es ergeben sich also für den Pyroxen folgende Gesetzmäßigkeiten: 1. Lichtbrechung: Die Lichtbrechung steigt vom farblosen Pyroxen zum Titan- augit an, in jedem wieder von 5 nach m und von innen nach außen. G ist am stärksten lichtbrechend. 2. Doppelbrechung: steigt von 771 nach 5 in Fund 7"ungefähr gleich, ebenso in G. 3. Auslöschungsschiefe cy: steigt von Fnach 7"und wiederum von 5 nach m. cyfür G = 49V2°. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, 15d. XXVII, igiS. 9 :3o H.Michel. 4. Achsenwinkel: wird kleiner von i^nach T, in 7'mit steigendem Titangehalt, in den Anwachspyramiden 5 ist er größer als in denen nach den Prismenflächen m. G hat den größten Achsenwinkel. 5. Eigenfarbe: steigt von F nach 7' und von s nach m. 6. Dispersion der Achse B q<^v bedeutend größer als die der Achse A, die Mittellinie / ist ebenfalls stark dispergiert, und zwar cyv^cyg. In weißem Lichte ist daher keine Dunkelstellung zu erreichen, sondern nur tiefblaue bis lederbraune Töne. Die Pyroxene treten entweder allein auf oder in glomerophyrischen Aggregaten Grundmasse. Die Grundmasse des Gesteines besteht zum größten Teile aus Pyroxen, durchwegs braunviolettem Titanaugit, verzwillingt nach 100, stellenweise mit Ausschluß jedes anderen Grundmasseminerals zu größeren Aggregaten gehäuft, cy beträgt im Mittel 56°. Sanduhrbau häufig. Magnetit ist reichlich vorhanden, dafür Rhönit nur spärlich in einzelnen braunen Körnern. Apatit tritt reicher in dünneren und dickeren Säulchen auf. Plagioklasleisten sind stellenweise ziemlich verbreitet, mit 60— 65°/^ An, ebenso reichlich Nephelin, der fast stets xenomorph entwickelt ist. Nur an einzelnen Stellen sind scharf begrenzte Leisten vorhanden, dann werden die Zwischenräume zwischen diesen von einem sehr stark doppelbrechenden Zeolith, Thomsonit ausgefüllt. Analcim füllt zahlreiche klei- nere und größere Hohlräume und vertritt auch sonst den Nephelin der Grundmasse. Die Messung der Lichtbrechung ergab sowohl in der Grundmasse als auch in den Hohl- räumen « = i'48g. Er umschließt Pyroxen und Magnetitkörner. Glasbasis ist ebenfalls vorhanden, reich an mikrolithischen Trübungen. Zudem enthält die Grundmasse überall verbreitete feinste Biotitschüppchen sowie Hornblendeleisten, von welchen auch Quer- schnitte zu erkennen sind. Stellenweise erhält die Glasbasis durch Gehalt an Thomsonit einen schimmerartigen Glanz unter gekreuzten Nicols. In Hohlräumen treten außerdem Natrolith und Kalkspat auf. Die Ausbildung der Grundmasse ist eine sehr schlierige. Die Schlieren lassen sich vornehmlich durch den Magnetitgehalt erkennen. In einzelnen Partien ist fast gar kein Magnetit vorhanden, dicht daneben häufen sich wieder die Magnetitkörner zu undurch- sichtigen großen Aggregaten. Ausscheidungsfolge: Urausscheidungen, Hornblende, Magnetit, Apatit, Olivin, blauer Pyroxen, Titanpyroxen j] Titanpyroxen, Magnetit, Apatit, Rhönit, Plagioklas, Nephelin, Analcim, Glasbasis mit Hornblende, Biotit. Sekundäre Hohlraumfüllungen: Natrolit, Caicit, Thomsonit. Nach diesem Mineralbestand ist das Gestein ein Feldspatbasalt im Sinne von J. E. Hibsch. 2. Randfazies. Der Gangstock zeigt eine brecciöse Randfazies, wie sie von Hibsch vielfach aus dem Mittelgebirge beschrieben wurde. Diese Randfazies besteht aus größeren und klei- neren Basaltbrocken, verkittet durch basaltisches Magma, häufig ist eine Schieferung auf kleinere Strecken zu beobachten. Reichlich vertreten sind Brocken von kalkigen Sandsteinen, gehärtet und gebrannt, welche auf das Vorhandensein einer oberen pläne- rigen Abteilung im Cenoman hindeuten, die infolge der starken Blocküberrollung nir- gends aufgeschlossen ist. Weiters sind auch Brocken von Quarzsandsteinen vorhanden, vielfach gefrittet und zu glasigen Aggregaten umgeschmolzen. Durch die Verwitterung I Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. l3l erhält die Breccie stellenweise das Aussehen eines Tuffes, eine Untersuchung dieser Brocken ist infolge der vorgeschrittenen Verwitterung nicht möglich. Gänge von dichtem Basalt durchsetzen die Breccie an vielen Stellen. Es müssen hier mehrere Male in halbverfestigtem Zustande des Gesteins Nachschübe von Material stattgefunden haben. 3. Kontaktwirkungen sind an einigen Stellen deutlich zu bemerken. Der umgebende Labiatussandstein ist gehärtet und gefrittet, stellenweise sind größere Quarzkörner durch ein glasiges Binde- mittel verbunden. Als auffallendste Kontaktwirkung jedoch stellt sich eine Anreiche- rung an Eisen in der Umgebung des Gangstockes ein. An den Kontaktflächen sind Lagen von hartem, muschelig-splittrig brechendem Brauneisenstein vorhanden, weiter in das Innere des Sandsteins wird das Bindemittel stark eisenschüssig, auch treten Aus- scheidungen von reinem Brauneisenstein auf. Stellenweise ist ein Gehalt von Psilo- melan vorhanden. Spilpnosiderit erfüllt bisweilen kleinere Hohlräume. Dieser sandige Eisenstein ist vorzeiten abgebaut worden und erst in letzter Zeit sind wiederum Schür- fungen unternommen worden. Einige hundert Schritte südlich des Gangstockes liegen in einem stark tonigen Lehm von weißer Farbe größere Blöcke von reinem Brauneisen- stein vermengt mit Quarzsandstein. Bisweilen treten in dem normalen Sandstein ader- und bandförmige Streifen von Sandeisenstein auf. Pingen von älteren Betrieben sind hier zahlreich vorhanden, hier scheint sich auch die größte Menge Brauneisenstein zu finden, jedoch noch lange nicht genug, um eine bergmännische Gewinnung zu ver- lohnen. Unmittelbar über dem Basalte liegen schieferige Tone, welche Knauer und Lagen von Brauneisenstein enthalten. Kontakterscheinungen mannigfachster Art lassen sich weiter noch an den zahl- reichen Einschlüssen beobachten, welche in dem Gestein vorhanden sind. Es ist schwer, ein Stück ohne solche Einschlüsse zu finden, zumindestens stellt sich bei der mikro- skopischen Betrachtung der Schliffe ein großer Reichtum an makroskopisch nicht mehr als Einschluß erkennbaren ganz eingeschmolzenen Brocken heraus. Aus diesem Grunde mußte auch eine Analvse des Gesteines unterbleiben. Der Reichtum an Einschlüssen spricht wie die brecciöse Randfazies, die zum Teil wohl auch eine Reibungsbreccie vor- stellt, dafür, daß hier das Magma keinen vorhandenen oberflächlichen Spalten folgte, sondern unabhängig von solchen Spalten aufstieg, dagegen ist sicher im Grundgebirge, das den Untergrund bildet, eine Zerklüftung infolge des Abbruches des Elbtalgebirges anzunehmen. Was die Verteilung der Einschlüsse anbelangt, so sind sie in allen Teilen des Gangstockes gleich reichlich vorhanden, was bei der geringen Ausdehnung des Vor- kommens von vorneherein zu erwarten war. IV. Exogene Einschlüsse. Wie schon hervorgehoben, ist das Gestein sehr reich an mannigfachen Ein- schlüssen. Als solche finden sich Brocken von: 1. Sandsteinen, 2. Tonen, 3. Granitit, 4. .Augitsyenit, 5. Tonschiefer, 6. Gneis, 7. Quarzkörner, 8. Orthoklaskörner sowie g. Augit- Feldspat- Analcimbildungen nicht klar erkennbaren Ursprunges. In dieser Reihenfolge sollen die Einschlüsse im folgenden behandelt werden. l32 H. Michel. I. Sandsteineinschlüsse. Wohl am häufigsten treten Sandsteineinschlüsse auf, was nicht verwundern darf, da ja der Gangstock mitten im Labiatenquader aufsetzt und diesen sowie das Genoman in seiner ganzen Mächtigkeit durchschlagen hat. Makroskopisch sind es gewöhnlich bläulich-violette, glasglänzende, harte, spröde Einschlüsse, eckig umgrenzt von wechselnder GrölSe. Sie haben keine merkliche Um- wandlung erfahren, unregelmäßige Sprünge zerteilen die größeren Quarzkörner, an den Rändern der Körner sind bisweileu trübe Substanzen zu bemerken. Glaseinschlüsse in Reihen geordnet und wohl sekundärer Entstehung durchziehen die Körner. Außer den Sprüngen ist keinerlei Kontaktwirkung im Inneren der Einschlüsse zu beobachten, was auch Dannenberg an zahlreichen Einschlüssen beobachtet hat. Ein einziger Fall machte davon Ausnahme. Es war hier zu einer reichlicheren Glasbildung gekommen, so daß zwischen einem Netz von Glasadern nur noch Reste von Quarz- körnern lagen. In dem farblosen bis trüben Glase finden sich schuppige Aggregate eines sehr schwach licht und doppelbrechenden Minerals — Tridvmit — bisweilen sehr reich- lich vorhanden sowie zeolithische Mineralien, die aber wegen ihrer Kleinheit eine Bestim- mung unmöglich machen. Es war dies der einzige Buchiteinschluß, in welchem es mög- lich war, Tridymitausscheidungen zu beobachten, wenn auch nicht in der Menge, wie sie Cornu an Buchiten beobachtet hat, die aus oligozänem Sandstein hervorgegangen waren. Dagegen ist am Rand der Einschlüsse ein mehr oder minder breiter Saum vor- handen, der eine Reihe von neugebildeten Mineralien enthält. Dieser Saum ist von verschiedenen Forschern eingehend beschrieben worden. So hat Bleibtreu ^) drei wohl zu unterscheidende Zonen beobachtet, von denen die dem Basalt zunächst liegende durch grünen Augit charakterisiert war, darauf folgt eine solche, in der Eisenglanz, der sich später als Titaneisen erwies, vorherrscht, zunächst dem Einschluß liegt eine Zone von großen Feldspatkristallen, noch von Titaneisen begleitet. Diese Zonenstruktur er- klärt Bleibtreu damit, daß das Magma um so weiter in den Einschluß eindrang, je saurer es wurde, wie auch von einer Tonmasse die Glasur umso tiefer eingesaugt wird, je größere Affinität ihre Bestandteile zu denen der Tonmasse haben. Weiter konnte Bleibtreu auch eine Veränderung des Basaltes feststellen, indem in einer Zone um den Einschluß Olivin ganz fehlte, Magnetit nur in einzelnen Körnern vorhanden war, dafür aber zahlreiche Schüppchen von Biotit auftraten. Dannenberg^) hat ebenfalls drei Zonen unterschieden, und zwar zu äußerstein Zunehmen der Grundmassefeldspate, dann als zweite Zone eine solche von klein leistenförmigem Augit, worauf dann als dritte eine Zone von großen, zu fächerförmigen Büscheln gruppierten Feldspaten folgt, die sich von den Feldspaten der ersten Zone, welche mit den basaltischen übereinstimmen, durch größeren Si02-Gehalt auszeichnen. Darauf folgt dann entweder der Einschluß oder es kommt abermals zur Entwicklung eines Kranzes neugebildeter Augite, die häufig durch Ägirin umrandet werden, daran schließt sich gewöhnlich noch eine Zone klaren bis hellgelben Glases. In der Zone der büschelförmigen Feldspate findet sich häufig ein schwarzes Erz, Magnetit oder Ilmenit sowie violettbraune Schüppchen, die Dannenberg als Eisenglanz bestimmt, wobei er sich auf Bleibtreu beruft, dessen Eisenglanz aber später von Laspeyres und Zirkel als Titaneisen erkannt wurde.' I) K. Bleibtreu, a. a. O. -) A. Dannenberg, Studien an den Einschlüssen der vulkanischen Gesteine des Siebengebirges. Tscherm. Min.-petr. Mitt. XIV, 1894, P- -IS« Der Basalt der Eilander Raumwiese hei Bodenbach. l33 Foulion ^) hat bei Graniteinschlüssen, die im wesentlichen aus Quarz und Feld- spat bestanden, auch drei Zonen beschrieben, in der äußersten dominiert Feldspat, in der darauffolgenden ist Regeneration der Feldspate eingetreten, in der innersten haben sich skelettartige Feldspate und Augite gebildet. Rinne-) hat an Sandsteineinschlüssen beobachtet, daß sich der Basalt ausge- sprochen mikroporphyrisch in der Nähe des Einschlusses entwickelte. Bisweilen tritt aber auch glasreiche Entwicklung auf und vielfach ist auch durch Vermischung der eingeschmolzenen Substanz mit dem basaltischen Magma eine glasreiche Zone entstan- den, die Plagioklasleisten, Augite, Erzkörnchen führte, in der der Olivin jedoch fehlte. Auch in unseren Fällen lassen sich deutlich Zonen unterscheiden, die jedoch nicht bei allen Einschlüssen in gleicher Deutlichkeit und Vollständigkeit erscheinen, sondern manchmal miteinander vereinigt sind. Dabei macht sich häufig auch eine Veränderung des Basaltes geltend, der dann eine mehr oder minder scharfe Zone solchen umgewan- delten Gesteins in der Umgebung des Einschlusses aufweist. Normalerweise bietet sich folgendes Bild dar (siehe Fig. i). Vom Basalt zum Einschluß übergehend, bemerkt man zunächst eine ringförmige, oft unregelmäßig begrenzte Zone, in welche der Olivin des Basaltes umgewandelt erscheint. Diese Umwandlung hängt wahrscheinlich damit zusammen, daß bei der Aufschmelzung der randlichen Teile des Einschlusses sowie beim Erhitzen die Flüssigkeitseinschlüsse sich in Gasblasen verwandeln sowie der Wassergehalt des bisweilen tonigen Bindemittels ebenfalls in Dampfform entwickelt und auf Sprüngen zu den Olivinen der Umgebung gelangt, die dann umgewandelt wer- den. Auf diese Zone, die sich nur durch die Umwandlung des Olivins bemerkbar macht, folgt dann eine Zone von wechselnder Breite, in der der Basalt stärkere Abweichungen in seiner Ausbildung zeigt, die aber doch noch durchaus dem Basalt zuzurechnen ist und in welche keine Stoffzufuhr aus dem Einschlüsse stattgefunden hat, wenn man von dem dampfförmigen Wasser absieht, das der Einschluß beim Einschmelzen und Er- hitzen abgegeben hat. Die Hauptmasse dieser Zone bildet der bräunliche Titanaugit der Grundmasse, die Feldspatleisten verschwinden vollständig, ebenso der Olivin. Magnetit ist nur in spärlichen kleinen Körnern vorhanden, bisweilen fehlt er fast ganz. Apatit ist in glei- cher Menge wie im normalen Gestein vorhanden. Reichlich finden sich in dieser Zone Hornblendenädelchen und Biotitschüppchen, ihr häufiges Auftreten ist sicher mit ent- weichenden W^asserdämpfen in Zusammenhang zu bringen. Die Grundmasse, die die kleinen Zwickel zwischen den Pyroxenen ausfüllt, ist zum geringeren Teile ein braunes gekörneltes Glas, welches sehr reich an mikrolithischen Ausscheidungen ist. Diese Mikrolithe, dem Magneteisen oder Titaneisen zugehörig, bilden zierliche federförmige Gebilde, Palmwedeln ähnlich oder sind zu fächerförmigen Büscheln vereinigt. Auf diese Zone, die noch zum Basalte zu rechnen ist, folgen zwei weitere, welche Minerale enthalten, die sich nur aus einer Mischung der Schmelzmasse des Einschlusses mit dem basaltischen Magma gebildet haben können. Und zwar ist zunächst eine ge- schlossene Umrandung durch einen diopsidischen, lichten Pyroxen zu beobachten, der sich stärker licht- und doppelbrechend erwies als der Titanaugit, nach oio tafelig aus- gebildet erscheint, Zwillinge nach loo bildet, bisweilen Skelettwachstum zeigt. Die Auslöschung cy beträgt 41°, der Achsenwinkel 2 Vy 62°, Dispersion der Achse A o^v ') A. V. Foulion, über Graniliteinschlüsse im Basalt vom Rollberge bei Niemes in Böhmen, Jahrb. d. k. k. geol. Reichsanstah, 1888, 38. Bd., p. 6o3. ^) F. Rinne, Über norddeutsche Basalte aus dem Gebiete der Weser und den angrenzenden Gebieten der Werra und Fulda. Jahrb. d, kgl. preuß. geol. Landesanstalt, 1897, p. 21. l34 H. Michel. merklich, der Achse B dagegen unmerklich. Dieser Pyroxen, der am Rande gegen den Basalt zu in kleineren Individuen auftritt, welche vollständig dicht aneinanderschließen, ist weiter gegen den Einschluß zu in größeren Individuen vorhanden, welche senkrecht zur Umgrenzung des Einschlusses gestellt sind. Er reicht noch in die nächste Zone hinein, die durch ein selten blasses, häufiger dunkler braungrünes Glas ausgezeichnet erscheint, welches nach seiner Lichtbrechung, die bedeutend niedriger ist als die des Canadabalsams, einen sehr hohen SiO^-Gehalt besitzt. In diesem Glase liegen außer den schon erwähnten größeren Diopsiden zahlreiche Agirine in langen schmalen Nadeln, die zu Büscheln vereinigt sind oder unregelmäßig begrenzte Aggregate bilden. Auch in mikroskopischer Ausbildung tritt der Agirin auf und bildet dann unauflösbare Haufen, welche das Glas ganz schwarz erscheinen lassen. Der Diopsid hat gewöhnlich eine Um- randung durch Ägirin erfahren, wobei in den Längsschnitten des Pyroxens ein auf- fälliger Gegensatz in den Dimensionen des Agirinrandes zu beobachten ist, der bei Querschnitten nicht zur Geltung kommt. Nach den Prismenflächen ist der Agirinrand sehr dünn, in der Längsrichtung dagegen hat sich ein dicker Rand gebildet. Der inten- sive Pleochroismus a blaugrün, y gelbgrün ist nur an den größeren Individuen zu be- obachten. Selten sind auch spärlich lange Feldspatleisten in diesem Glase zu bemerken. Gegen den Einschluß bildet diese Zone eine scharfe Grenze, die durchaus den Ecken des Einschlusses folgt und nur selten auf den Rändern der Quarzkörner etwas tiefer ins Innere dringt. Dann finden sich auf diesen Apophysen genau dieselben Minerale. Nicht immer sind die Zonen mit solcher Deutlichkeit entwickelt wie in vorliegendem Falle. Namentlich die Zone des veränderten Basaltes erscheint sehr schmal oder ganz verwischt. Bisweilen treten auch Abänderungen auf, so hat zum Beispiel in einem Falle eine Mischung des Magmas mit der Schmelzmasse auch in jener Zone stattgefunden, die sonst keine Stoffzufuhr erkennen läßt. Der dichte Rand der diopsidischen Pyroxene erscheint an einer Stelle unterbrochen, hier hat die Schmelzmasse des Einschlusses den Weg nach außen genommen und sich mit dem basaltischen Magma gemischt. Es er- scheinen infolgedessen an jener Stelle bereits in der äußersten Zone außer den für diese Zone charakteristischen Hornblenden und Biotiten diopsidische Pyroxene statt der Titanaugite, Agirinnadeln sowie Feldspatleisten in büschelförmigen Aggregaten. Das sonstige Bild ist dasselbe. Olivin und Feldspat der Grundmasse fehlen, Magnetit tritt sehr stark zurück, braunes Glas mit Mikrolithen ist häufiger als Nephelin, der zum Teil in Natrolith umgewandelt ist. Diese Vermischung hat aber nur an einer Stelle der Um- randung des Einschlusses stattgefunden, die anderen Seiten zeigen die normale Ent- wicklung der Veränderungszonen. Diese Umwandlungszonen, in denen Neubildungen von Diopsid und Ägirin statt- gefunden haben, sind jedenfalls durch Aufschmelzen eines randlichen Teiles des Ein- schlusses, durch Vermischung der entstandenen Schmelze mit dem basaltischen Magma, dessen lösende Wirkung zur Aufschmelzung außer der Hitzewirkung jedenfalls ange- nommen w^erden muß, und darauffolgende Neukristallisation entstanden. Bleibtreu nimmt eine Aufschmelzung zunächst durch Hitzewirkung bis zur Zähflüssigkeit und dann eine Imprägnierung durch das Magma vom Rande aus an, durch welche die auf- geschmolzenen Teile dünnflüssiger und dadurch kristallisationsfähiger wurden. Wasser- dämpfe und Gase haben dabei wahrscheinlich auch eine Rolle gespielt. Eine solche Art der Rindenbildung, wäe sie Beyer ^) für die Einschlüsse des Großdehsaer Berges annimmt, ist in unseren Fällen nicht möglich gewesen, weil der Einschluß nur am ^) O. Beyer, Tscherm. Min.-i)etr. Mitt. X, p. I — 30. Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. l35 Rande aufgeschmolzen wurde. Beyer läßt dort einen Teil der Schmelzmasse aus dem Inneren des Einschlusses nach außen dringen, den Einschluß umfließen und so die charakteristische Schmelzzone bilden. ^ Welchen Einflüssen die abweichende Entwicklung des Basaltes in einer Zone um den Einschluß zuzuschreiben ist, muß ich dahingestellt sein lassen. Die Neubildungen von Hornblende und Glimmer sind leicht zu erklären, weniger leicht das Fehlen des Feldspates, des Olivines und des größten Teiles des Magnetites. Vielleicht darf man raschere Erstarrung unter größerem Druck und unter Einwirkung von Wasserdämpfen annehmen. Rinne hat oft glasige Ausbildung des Basaltes in der Nähe der Einschlüsse beob- achtet, seine glasige Zone dürfte sich Jedenfalls mit unserer Umwandlungszone decken. Diese Sandsteineinschlüsse sind mit den vielfach beschriebenen *Buchiten überein- stimmend. 2. Toneinschlüsse. Einen zweiten Typus von Einschlüssen repräsentieren verglaste Tonbrocken, die entweder aus dem tonigen cenomanen Horizont entstammen oder vielleicht aus einer tonigen Zwischenlage zwischen cenomanem und turonem Sandstein herrühren. Bleibtreu ^) hat die Toneinschlüsse in den Basalten sehr treffend mit Steingut oder Porzellan verglichen. Die Tone haben zunächst eine Umwandlung in poröse Massen erfahren, und zwar durch reine Hitzewirkung, dann drang erst das Magma in diese poröse Masse ein und verlieh ihr gleichsam eine Glasur. Bei der Steingutfabri- kation muß ein Hauptaugenmerk darauf gerichtet werden, daß nicht zu große Hitze angewendet wird, damit die Glasur nicht zu tief in das Innere eindringt. Poröse Ton- massen saugen eine dünnflüssige Glasur vollständig auf. Dieser Fall ist immer bei den Toneinschlüssen eingetreten und deshalb erscheinen sie stets ganz von Glas durch- tränkt. Tonärmere Einschlüsse zeigen wenigstens am Rande eine Individualisierung der Schmelzmasse, während bei den reinen Basaltjaspissen durch die Verschmelzung des Magmas mit dem Tone eine Masse gebildet wurde, welche zur Ausscheidung von Mineralien viel weniger geneigt war. Deshalb besitzen auch die Toneinschlüsse am Rande keine Kontaktzone, die sie gegen den Basalt begrenzen würde, sondern der Rand des Einschlusses ist genau so beschaffen wie das Innere, nach außen folgt dann ganz unvermittelt der Basalt, der nur gewöhnlich eine sehr schlierige Ausbildung zeigt. Es wechseln Partien, in denen Magnetitausscheidungen fast vollständige Undurchsichtig- keit des Schliffes verursachen, mit feinkörnigen Partien von normaler Beschaffenheit ab sowie mit lichteren Stellen, in denen eine Ausscheidung desselben lichten Pyroxens stattgefunden hat, wie sie im Einschluß vorhanden sind. Der ganze Einschluß erscheint eingeschmolzen und mit Glas durchtränkt. In dem trüben Glase, das eine Lichtbrechung besitzt wie Canadabalsam, also noch immer reich an Si02 ist, liegen fast unauflösbare Aggregate von feinsten Pyroxenkörnchen, die nur manchmal am Rande des Einschlusses einige größere Körnchen erkennen lassen, an welchen neben der hohen Lichtbrechung starke Doppelbrechung festgestellt werden kann. Bisweilen sind diese Aggregate, be- sonders wenn sie mit trübgrünlichem Glase vermengt sind, Spinellaggregaten sehr ähn- lich, da die hohe Doppelbrechung wegen der Kleinheit der Körnchen nicht zur Geltung kommt. Die größte Masse des Einschlusses bilden diese Pyroxenkörnchen. Daneben finden sich aber noch Partien reinen Glases, das unregelmäßige Risse und Spannungs- ') K. Bleibtreu, a. a. O., p. 491. l36 H. Michel. doppelbrechung zeigt sowie Aggregate, welche aus sehr schwach doppelbrechenden, bedeutend schwächer als Canadabalsam lichtbrechenden, trüben Schüppchen bestehen, die durch die stärkste Vergrößerung nicht immer auflösbar sind und wohl aus Tridymit bestehen. Ebenso sind hier ähnliche Gebilde zu beobachten, wie sie Dannenberg^) aus granitischen Einschlüssen an isolierten Körnern beobachtet hat, nämlich Körner, welche eine Anzahl von Kreisschnitten erkennen lassen, die alle das Bertrandsche Kreuz zeigen. Bisweilen sind die radialfaserigen Aggregate mit einer filzigen Masse verbun- den, welche dann auch allein vorherrschen und ebenfalls radialfaserige Aggregate bilden kann, die aber nicht so schöne, sondern gestörte Bertrandsche Kreuze zeigen. Dieser letzte Fall scheint hier vorzuliegen. In rundlichen Durchschnitten lassen sich eine große Anzahl von radialfaserigen Aggregaten mit vielfach gestörten Kreuzen wahrnehmen. Die Lichtbrechung der Aggregate ist schwach, die Doppelbrechung ebenso. Bezüglich der Entstehung dieser Gebilde meint Dannenberg, es mit einer Um- wandlung von Quarzkörnern ohne Veränderung ihres Aggregatzustandes zu chalcedon- artigen Massen zu tun zu haben. Denselben Eindruck machen auch unsere Gebilde, welche nie besondere Größe erreichen und sehr wohl aus kleinen Quarzkörnchen her- vorgegangen sein können, welche sich vereinzelt im Tone finden. Licht- und Doppel- brechung sprechen auch dafür. Diese Art von Einschlüssen entspricht den oft beschriebenen ßasaltjaspissen. 3. Granititeinschlüsse. Bruchstücke granitischer Gesteine sind ebenfalls als Einschlüsse vorhanden, wenn auch nicht so reichlich wie Buchite oder Basaltjaspisse. Dabei ist die Herkunft der manchmal nur aus Quarz und Feldspat bestehenden Einschlüsse von granitischen Ge- steinen durchwegs gut zu erkennen, so daß es sich in keinem Falle um Urausschei- dungen aus dem Magma handelte. Der Muscovit scheint vollkommen zu fehlen, wes- halb als ursprüngliches Gestein ein Granitit angenommen werden muß. Die Kontakt- erscheinungen sind fast die gleichen wie die durch den Basalt an Sandsteineinschlüssen hervorgerufenen, es finden sich lediglich in der Zone mit trübem Glase, welche dem Einschlüsse zunächst liegt, reichlichere Feldspatleisten und Feldspatskelette, wie auch der Pyroxen häufig Neigung zu Skelettwachstum erkennen läßt. Das Glas erscheint stärker getrübt, wohl durch die Einschmelzung des Biotits bedingt. Nur ist die Begren- zung der Glaszone gegen den Einschluß infolge der weit stärkeren Einschmelzung des Einschlusses nicht scharf, sondern das trübe Glas mit seiner Neubildung dringt buchten- artig und auf Rissen allenthalben in den Einschluß ein. Bisweilen ist auch die äußere Begrenzung aus demselben Grunde weniger scharf geworden. So erscheint in einem Falle die Zone des reinen monoklinen Pyroxens aufgelöst, es hat hier eine starke Kor- rosion der Pyroxene stattgefunden, die einzelnen Reste der Bruchstücke liegen in einem farblosen sauren Glase, haben aber die gleiche Orientierung noch beibehalten. Foullon beobachtete (I.e.) in Granititeinschlüssen beim Quarz ein scharfes Band gegenüber dem Basalt, beim Feldspat dagegen eine verschwommene Grenze, ebenso beschreibt Hibsch-j bei einem Einschluß von Gneis in Trachydolerit die gleiche Erscheinung. Weiter gegen den Basalt zu stellen sich Trübungen in dem farblosen Glase ein, hauptsächlich durch Pyroxenmikrolithen hervorgerufen, die Pyroxene sind nicht mehr farblos, sondern blaßbräunlich, es stellt sich Nephelin ein und schließlich geht die Zone ^) K. Dannenberg, a. a. O., p. 54. ^) J. E. Hibsch, Geol. K. d. böhm. Mittelgeb. Tscherm, Min.-petr. Mitt. XXV, p. 63. Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. l37 in normalen Basalt über. Im allgemeinen erscheint die Begrenzung der granitischen Einschlüsse durch Kontaktzonen nicht so scharf wie bei den Sandsteineinschlüssen. Die Ausbildung einer so deutlichen Randzone bei Einschlüssen, die fast vollständig aufgeschmolzen worden sind, ist sicher durch die Stoffzufuhr aus basaltischem Magma zu erklären, die naturgemäß am Rande des Einschlusses am stärksten war, außerdem aber hier die Viskosität verringerte und dadurch größere Kristallisationsfähigkeit hervorrief. In keinem der Einschlüsse läßt sich noch Biotit in unverändertem Zustande nach- weisen. Entweder ist aber irgendein trübes oder opakes Einschmelzungsprodukt vor- handen, welches vom Glimmer herrührt und sich manchmal am Rande des Einschlusses angereichert hat, oder es handelt sich bei kleineren Einschlüssen um Stücke, die sehr leicht von Haus aus glimmerfrei gewesen sein können. Namentlich bei den später zu be- sprechenden Gneiseinschlüssen erscheint diese von Bleibtreu ^) ausgesprochene Ansicht, daß infolge der Aufschmelzung des Glimmers nur glimmerfreie Partien ihren Zusam- menhang bewahren konnten, recht wahrscheinlich. Was das Einschmelzungsprodukt des Glimmers anbelangt, so beschreibt Cornu^) als solches ein völlig opakes Produkt, das sich aufs schärfste von dem farblosen Glase abhebt und noch deutlich Spaltrisse und Umriß des Glimmers erkennen läßt. Beyer^) berichtet über ein opakes Eisenerz, dessen Anordnung noch hie und da die Lamellierung des Glimmers erkennen läßt. Andere Autoren haben glasige, trübe bis opake Massen als Einschmelzungsprodukte gedeutet. Das Cornusche Mineral besitzt sehr große Ähnlichkeit mit schlackigem Magnetit und Cornu ist deshalb der Ansicht, daß in vielen Einschlüssen sich der Glimmer unter dieser Maske verborgen hält und daß also diese Quarzfeldspataggregate als granitische Ein- schlüsse angesehen werden müssen. Es kommen aber auch solche Partien vor, in denen jedes Umschmelzungsprodukt des Glimmers fehlt, wie auch Rinne"*) beobachtet hat. Die Schmelzerscheinungen, die in den meist ziemlich kleinen Granititeinschlüssen (größere Partien sind sehr selten) auftreten, sind bedeutend intensiver gewesen als bei den Sandsteineinschlüssen. Meist ist der größte Teil des Feldspates und ein geringerer Teil des Quarzes aufgeschmolzen und aus dem Schmelzflusse sind reichlich neugebil- dete Mineralien auskristallisiert. Die Mannigfaltigkeit wird noch dadurch vermehrt, daß in vielen Fällen eine Zeolithbildung stattgefunden hat, die einen Teil des Glases ergriffen hat, in manchen Fällen sogar fast den ganzen Einschluß. An ursprünglichen Gemengteilen sind noch zu erkennen Quarzkörner, Orthoklas- körner, vereinzelt auch Plagioklase, Apatit, Titanit. Sowohl Feldspat als auch Quarz sind stark angegriffen, reichlich mit Glas und Glaseinschlüssen angefüllt, während die Flüssigkeitseinschlüsse verschwinden. Vielfach ist das Glas auf Rissen in die Körner eingedrungen und hat diese so in kleinere Körner aufgelöst. Die Feldspate haben außerdem noch starke Trübungen erfahren und sind viel weiter aufgeschmolzen als der Quarz. Der Biotit ist stets völlig zu trübem Glase umgeschmolzen, das manchmal mikro- lithische Ausscheidungen enthält. Mit Vorliebe findet sich das Einschmelzungsprodukt des Biotites gegen den Rand zu angereichert. Bei verschiedenen Einschlüssen ist auch ein verschiedener Grad der Einschmelzung zu beobachten gewesen. Bei weitgehender Einschmelzung sind sehr schöne Fluidalstrukturen vorhanden, das Glas ändert seine Farbe von bräunlichgrün bis farblos und umfließt die Reste der aufgeschmolzenen ^) K, Bleibtreu, a. a. O., p. 500. 2) F. Cornu, Zur Kenntnis der Einschlüsse der Eruptivgesteine. Tscherm. Min.-petr. Mitt. XXVIII, p. 407. ') O. Beyer, a. a. O., p. 41. ■*) F. Rinne, Basalte aus dem Gebiete der Weser, 1897, P- 3i. l38 H.Michel. Minerale nach allen Richtungen, dringt in tiefen Buchten zwischen die Körner ein und läßt alle diese Strömungen durch ausgeschiedene Mikrolithen deutlich erkennen. Doppel- brechende Partien stellen sich im Glase ein, das in der Umgebung von Quarzkörnern einen erheblich niederen Brechungsquotienten besitzt, wodurch um die Reste der Quarz- körner deutliche abgegrenzte Glasringe entstehen, die sich auch die Farbe unterscheiden. Das Glas hat einen sehr hohen SiO, -Gehalt, der sich in dem niedrigen Brechungs- quotienten ausdrückt. Das Glas im Inneren des Einschlusses ist gewöhnlich viel lichter als das, welches die innerste randliche Zone um den Einschluß bildet. Trichiten, die sich zu wedelartigen Gebilden ordnen, treten auch auf. An neugebildeten Mineralien liegen in diesem Glase vornehmlich Pyroxene von der Art, wie sie in den Randzonen auftreten, sowohl in größeren Säulchen und Leisten als auch in kleinen Körnern zu dichten Haufen geschart, Feldspatleisten in fächerför- migen Büscheln, Titaneisen und Magneteisenskelette ebenfalls manchmal in zierlichen Gebilden. Größere Partien sind von Cordierit erfüllt, der in kleinen, scharf begrenzten Kriställchen auftritt, oder aber in größeren Individuen, welche dann häufig an den Rändern Umwandlungserscheinungen zeigen, indem sie in faserigstengelige Aggregate übergehen, die mit dem Prasiolith Gareiß^) identisch zu sein scheinen. Einige farb- lose, stark lichtbrechende Nädelchen sind wohl Sillimanit. Wie schon erwähnt, sind häufig Zeolithe in den Einschlüssen gebildet worden. In den meisten Fällen ist Natrolith vorhanden, der aus dem Glase hervorgegangen zu sein scheint oder sich in Blasenräumen, die im Einschluß durch Dampfblasen entstan- den sind, aus überhitzten Lösungen gebildet hat. Bisweilen ist letztere Bildung ersicht- lich, indem die Natrolithaggregate eine rundlich blasenförmige Umgrenzung haben und radialstengelig angeordnet erscheinen. Die Natrolithaggregate haben bisweilen ganz den gleichen Bau, wie ihn Stark^) beschrieben hat. In einer inneren Zone ist der Natrolith frisch, y Längsrichtung, in einer äußeren Zone ist u Längsrichtung, die Licht- brechung steigt ein wenig in der äußeren Zone, Doppelbrechung nimmt etwas ab. Bei Einschaltung eines Gipsblättchens gewähren diese Mandeln ein sehr nettes Bild. Das Brewstersche Kreuz ist mit seltener Schärfe zu sehen. Öfter aber tritt Natrolith in gröberen stengeligen Aggregaten auf, die zu Körnern vereinigt sind. Der Häufigkeit nach an zweiter Stelle steht Thomsonit, und zwar in eisblumenähnlichen Gebilden, die sich aus kleinen verzahnten Körnern zusammensetzen und auch in dieser P'orm gerin- gere Partien der Grundmasse einnehmen und ihr bei gekreuzten Nicols einen eigen- artigen Schimmer verleihen. Bei Blasenräumen ist eine Anordnung in einzelnen Schichten wahrzunehmen, das Innere ist gewöhnlich feinkörniger als der Rand. Auch in kugeligen feinstrahligen Aggregaten ist er zu beobachten, jedoch viel seltener. Analcim tritt ebenfalls in einigen wenigen größeren Partien auf und läßt mitunter eine deutliche Spaltbarkeit nach dem Hexaeder erkennen, in anderen Fällen tritt die Spaltbarkeit sehr zurück. In Blasenräumen erscheint es als Ausfüllung, schwache anomale Doppelbrechung zeigend mit einem Saume von Kalkspat, der in dendriten- ähnlicher Form vom Rande aus in den Analcim hineinwächst. Auch er ist entweder aus dem Glase hervorgegangen oder aus Lösungen. In einem Schliffe wurden einige Kriställchen als Apophyllit bestimmt. Doch ist dieses Auftreten ganz vereinzelt geblieben bis auf eine vermutliche Pseudomorphose von Opal nach Apophyllit. ') A. Gareiß, Über Pseudomorphosen nach Cordierit. Tscherm. Min.-pctr. Mitt. XX, p. i. ^) M. Stark, Euganeen, p. 416. Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. l3g Noch ein weiterer Zeolitii ist in radialfaserigen Aggregaten vorhanden, er hat durchwegs schiefe Auslöschung, u in der Längsrichtung, schwache Doppelbrechung. Eine genauere Bestimmung konnte wegen der Feinheit der Nädelchen leider nicht vor- genommen werden. In Verbindung mit Zeolithen kommen gewöhnlich Mineralien der Quarzgruppe, wenn auch in beschränktem Maße, vor. Ein breitstengeliges Mineral, positiv, mit a Faserrichtung gerade auslöschend, das auch in radialstengeligen Bildungen Hohlräume füllt, ist wohl Chalcedon. Doppel- brechung gleich Quarz, Lichtbrechung etwas schwächer. Opal ist ebenfalls als Aus- füllung von Hohlräumen und in Bändern auf Sprüngen zu beobachten, seine Licht- brechung wechselt, bleibt jedoch immer weit unter der des Ganadabalsams. In einem Falle war am Rande des Einschlusses im Anschluß an die glasige Zone mit Feldspaten und Pyroxenen ein trübes Mineral, in einer Schale bestehend aus radial- stengeligen Aggregaten, vorhanden, dessen Merkmale: Doppelbrechung schwach, Licht- brechung niedriger als Canadabalsam, Faserrichtung y' auf Lussatit hinweisen. In nächster Nähe davon finden sich isotrope, sehr schwach lichtbrechende, scharf begrenzte Rechtecke in zeolithischer Grundmasse, die wohl eine Pseudomorphose von Opal darstellen. Nach welchem Mineral sich Opal gebildet hat, kann nur vermutet werden, vielleicht ist es Apophyllit gewesen. 4. Augitsyeniteinschlüsse. In einem Schliffe fanden sich zahlreiche Brocken eines eingeschmolzenen Augit- syenites (Pyroxenfoyaites), die Jedenfalls erst bei der Einschmelzung voneinander ge- trennt wurden. An primären Gemengteilen sind noch erkennbar; Orthoklas in größeren Individuen, selten frisch, meist umgewandelt oder durch Einschlüsse stark getrübt, Nephelin in groben Körnern, ebenfalls häufig der Zeolithisierung anheimgefallen sowie ein Pyroxen, der sich als Ägirin erwies, mit einem starken Pleochroismus, a blaugrün Längsrichtung, y' lichter gelblichgrün, a^y'\ der Ägirin tritt stets in schlanken Säulen auf, hat sehr starke Doppelbrechung und starke Bisektricendispersion. Von sekundären Gemengteilen treten vornehmlich Zeolithe auf, und zwar ein sehr schwach lichtbrechen- des farbloses isotropes Mineral, Anaicim, meist am Rande des Einschlusses vorhanden, sowie zwischen dem Nephelin und Feldspat ein sehr stark doppelbrechender Zeolith in feinkörnigem Aggregat, Thomsonit. Der Feldspat ist häufig durch Natrolith getrübt und erhält dadurch eine bräunliche Färbung. Magnetit fehlt im Inneren des Ein- schlusses vollständig. Apatit ist in langen feinen Nadeln vertreten. Gegen den Basalt zu grenzt sich der Einschluß nicht sehr scharf ab. Es hat sich hier eine vollständige Analcimisierung der lichten Gemengteile eingestellt. Im Anaicim als Grundmasse liegen neugebildete monokline farblose Pyroxene, die häufig aber eine Anlagerung von Ägirin- substanz zeigen, derart, daß an den Kanten der Prismenflächen nur ein ganz dünner Saum vorhanden ist, während sich auf den Pyramidenflächen dickere Schichten abge- schieden haben. In der Mitte der Einschlüsse finden sich die Agirine allein, erst gegen den Rand zu treten monokline Pyroxene auf. Magnetit stellt sich in der Randzone ebenfalls ein, außerdem in sehr kleinen Schüppchen und Leisten ein dunkelbraun- violettes Mineral, das entweder eine Hornblende oder ein Magnesiaglimmer sein kann. Stellenweise fanden sich Reste eines getrübten isotropen, sehr schwach lichtbrechenden Minerales, das als Sodalith gedeutet werden könnte. Das ursprüngliche Gestein könnte dann auch ein Sodalithsyenit gewesen sein. 140 H. Michel. 5. Tonschiefereinschlüsse. Weiters finden sich Einschlüsse, welche wohl den Tonschiefern des Elbtalgebirges entstammen, die hier bereits den Untergrund bilden dürften. Ihr Mineralbestand und ihre Struktur deuten auf diese Abstammung hin. Diese Einschlüsse weichen stark von den Sandstein- und Toneinschlüssen ab, so daß sicher ein anderer Ursprung angenom- men werden muß. Die Tonschiefer des Elbtalgebirges nördlich von Tetschen bestehen im wesent- lichen nach Hibsch^) aus Quarzkörnchen und Kaliglimmerschüppchen in innigem Ge- menge. Damit stimmt das Verhalten dieser Einschlüsse gegenüber dem Basalt sehr gut überein. Makroskopisch sind solche Einschlüsse graugrün, bald lichter, bald dunkler und : sehr dicht. Sie grenzen sich durch keine Kontaktzone gegen den Basalt ab, auch nach der Mitte läßt sich keine solche erkennen. Die glimmerigen Mineralien zwischen den Quarzkörnern sind vollständig eingeschmolzen, die Schmelzmasse hat auch den Quarz mehr oder minder korrodiert. Als Neubildungen finden sich in dem gelbgrünblauen sauren Glase nur Pyroxene, bald in kleinsten Körnchen zu Haufenaggregaten geschart, bald in langsäuligeren Individuen. Tridvmitbildung ist nur sehr spärlich zu beobachten, Kordierit ist nicht vorhanden. Stark lichtbrechende farblose Nädelchen lassen eine Deu- tung als Sillimanit zu. Die Schmelzmasse scheint auf größere Entfernung noch sich mit basaltischem Magma gemischt zu haben, wenigstens zeigt der umgebende Basalt eine ungemein schlierige Ausbildung, ist besonders reich an Magnetitausscheidungen, welche größere Partien vollständig undurchsichtig erscheinen lassen, sowie an lichteren Partien, in denen sich die gleichen lichten Pyroxene gebildet haben wie in der glasigen Schmelzmasse. Diese Schlieren durchdringen sich gegenseitig und umschließen bis- weilen größere Partien, welche eine feinkörnige, aber sonst ganz normale Entwicklung des Basaltes zeigen. In der Nähe des Einschlusses ist der Reichtum an opaken Sub- stanzen auffallend stark. Trotz des Fehlens einer Kontaktzone ist die Grenze des Einschlusses gegen den Basalt eine recht scharfe, da sich in der Färbung des Einschlusses und der des Basaltes ein starker Gegensatz zeigt, der durch die Vermischung der Schmelzmasse mit dem Basalt nicht aufgehoben werden kann. 6. Gneiseinschlüsse. Gneiseinschlüsse lassen sich in größeren Brocken finden, in'denen keine merkliche Veränderung, mit Ausnahme einer Randzone, wahrzunehmen ist. Kleinere Partien als Einschlüsse sind in ähnlicher Weise verändert wie^die Granitite, insonderheit gilt das, was bezüglich des wirklichen oder scheinbaren Fehlens des Glimmers und der Schmelz- produkte, welche aus dem Glimmer entstanden sind, gesagt wurde, in genau gleicher Weise für die Gneiseinschlüsse. Ihre Zugehörigkeit zu dieser Gruppe erweisen die Ein- schlüsse durch ihre Struktureigentümlichkeiten. Kataklase ist oft zu beobachten. Von ursprünglichen Gemengteilen ist Quarz vorhanden, reich durch Gas- und Glasein- schlüsse getrübt, sowie Feldspate, die aber zum größten Teil, namentlich am Rand, bis zur Unkenntlichkeit getrübt erscheinen. Es läßt sich aber noch Orthoklas, ein positiver ^) J. E. Hibsch und R.Beck, Erläuterungen zur geol. Spezialkarte des Königreiches Sachsen; Blatt Großer Winterberg — Tetschen, p. 8. l Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. 141 Plagioklas und Mikroklin erkennen. Apatit und Titanit in kleinen Körnchen sind auch noch erhalten. Der Biotit ist bis auf wenige Reste, die sich in einem Falle erhalten hatten, völlig eingeschmolzen. Das Einschmelzungsprodukt ist manchmal noch an der ursprünglichen Stelle vorhanden, wodurch die Schieferstruktur besonders in die Augen fallend erscheint, manchmal ist am Rande eine breite Zone dunklen trüben Glases vor- handen, das jedesfalls vom Glimmer herrührt. In dem dunkel bis lichtbraungrünen Glase liegen entweder Scharen von lichten diopsidischen Pvroxenkörnchen oder aber grünliche Spinellen zu traubenartigen Aggregaten gehäuft sowie größere dunkelbraun- rote Spinelle in wohlausgebildeten Kristallen. Das Glas, das durch Einschmelzung des Glimmers, der Feldspate, auch eines Teiles des Quarzes entstanden ist, weist manchmal auch sekundäre zeolithische Partien auf, die wohl größtenteils aus Natrolith bestehen. Es erscheinen in der glasigen Grund- masse doppelbrechende Partien, die sich durch die Lichtbrechung nicht abheben und stengelige oder schuppige Struktur besitzen. Die Kontaktwirkung ist dieselbe wie bei den Granitit- und Sandsteineinschlüssen, auch hier sind wiederum drei Zonen deutlich voneinander zu unterscheiden. Merkwürdigerweise konnte in keinem Gneiseinschluß Sillimanit oder Cordierit gefunden werden. Vielleicht ist das darauf zurückzuführen, daß mit Ausnahme der Aufschmelzung des Biotits häufig keine weitere Einschmelzung erfolgte, die Feldspate erscheinen in den meisten Fällen nur getrübt. 7. Quarzkörnereinschlüsse. Bisweilen sind auch einzelne Gemengteile von größeren Partien abgetrennt und bilden dann Mineraleinschlüsse. Dannenberg^) hat darauf aufmerksam gemacht, daß sich Mineraleinschlüsse wohl häufig in Basalten finden, selten jedoch in Andesiten, und hat das darauf zurückgeführt, daß das basischere, basaltische Magma stärker auf die Gesteinsbruchstücke einwirkte als das andesitische und daß also in Basalten häufiger eine Einschmelzung bis auf ein einzelnes Mineralkorn erfolgen konnte. Allerdings erklärt er die Tatsache, daß in Andesiten die Einschlüsse oft anschei- nend intensivere Veränderungen erlitten haben als in Basalten, dadurch, daß das ande- sitische Magma höhere Temperatur besaß, sich langsamer abkühlte, sowie damit, daß die Einschlüsse in dem älteren Andesit länger in der Tiefe verweilten. Dies sind aber alles Faktoren, welche das völlige .aufschmelzen der Einschlüsse ebenso begünstigen wie die starke chemische Verschiedenheit des basaltischen Magmas. Am häufigsten finden sich in dieser Weise Quarzkörner, welche bald mehr, bald weniger stark kor- rodiert sind. Das korrodierte Korn, welches oft auch unregelmäßige Sprünge aufweist, ist zunächst umgeben von einer Zone eines sehr schwach lichtbrechenden, also sehr Si02-reichen, farblosen bis lichtbräunlichen Glases, in dem zahlreiche monokline farb- lose Pyroxene eingebettet erscheinen. Die Enden der Pyroxene reichen nie bis an den Quarz heran, gegen den äußeren Rand des Einschlusses verschwindet das Glas, so daß hier ein Saum von reinen monoklinen Pyroxenleisten vorhanden ist. Der Quarz ist in vielen F'äUen bereits ganz korrodiert, es finden sich dann nur Glas und Pyroxene; manchmal ist auch der Glasrest verschwunden, dann liegen an der Stelle des ursprüng- lichen Quarzkornes Aggregate von monoklinem farblosen Pyroxen, der sich deutlich von dem Grundmassepyroxen unterscheidet. Rinne^) hat Fälle beobachtet, wo sich ') Dannenberg, a. a. O., p. 25. -) F. Rinne, Über norddeutsche Basalte aus dem Gebiete etc., 1892, p. 86. 142 H. Michel. ähnliche Augitaugen nur als Konkretionen der Grundmasse-Augite erwiesen, was sich durch das Fehlen des Farbengegensatzes zu erkennen gab. Solche Konkretionen treten auch hier auf, sind aber durch Größe und Farbe sofort von diesen Augitaugen zu unter- scheiden. 8. Orthoklaskörnereinschlüsse. Weniger häufig als Quarz finden sich Orthoklaskörner einzeln liegend. Sie sind gewöhnlich ganz durch Einschlüsse getrübt, zeigen aber keine so deutlich entwickelte Randzone wie die Quarzkörner. In einem Falle wurde eine isotrope farblose Rinde beobachtet, in der an einzelnen Stellen Pyroxenkörnchen lagen. Die Lichtbrechung des Saumes war sehr schwach, es kann sich also um sehr saures Glas oder um Analcim handeln. Unregelmäßige Sprünge durchsetzen diese Rinde, die sich durch ihre Klarheit scharf vom Orthoklas abhebt. 9. Augit-Feldspat-Analcimbildungen nicht klar erkennbaren Ursprunges. Es finden sich auch einige Male Einschlüsse, deren Herkunft nicht sicherzustellen war, welche wohl einige Ähnlichkeit mit den Pyroxenaugen zeigen, wie sie aus Quarz- körnern hervorgehen, sich aber doch von diesen wesentlich unterscheiden. Es sind Aggregate eines blassen bis farblosen monoklinen Pyroxens, ähnlich wie er sich am Rande der Einschlüsse häufig findet, die bald geschlossen sich aneinander legen, selten aber Zwischenräume frei lassen, die von Feldspatleisten ausgefüllt werden. Gegen den Basalt zu bildet ein farbloses, isotropes, schwach lichtbrechendes Mineral, anscheinend Analcim, einen Saum um das Aggregat. Darin finden sich monokline Pyroxene sowie auch Magnetitkörner, während der Kern des Pyroxenaggregates völlig magnetitfrei ist. Von den aus Quarz entstandenen Pyroxenaugen sind die vorliegenden durch die farb- lose klare Rinde unterschieden, welche dort stets fehlt. Vielleicht sind es Neukristalli- sationen einer mit basaltischem Magma vermischten Feldspatschmelze. Beyer ^) hat aus dem Basalt des Großdessaer Berges Augitaugen beschrieben, welche aus korro- dierten! Olivin hervorgegangen sind, doch sind auch diese von unseren Augitaugen durch das Vorhandensein eines braunen Glases im Inneren und eines Saumes von reinem Augit am Rande unterschieden. V. Mandelbildungen. Häufig kommen Ausfüllungen von Hohlräumen und Klüften durch zeolithische Mineralien vor, denen sich in Mandeln öfters verschiedene Minerale der Quarzgruppe zugesellen. So sind ziemlich ausgedehnte Kluftflächen mit einer stark verwitterten Zeolithschicht ausgekleidet, in der sich noch unverwitterte Reste eines stark doppel- brechenden Zeolithes befanden, der in der Längsrichtung bald y\ bald d zeigte, dessen Brechungsexponenten y und ß > als 1-495 waren, während a ungefähr damit über- einstimmte. Lichtbrechung und Orientierung sind die des Thomsonites, ein Ca-Gehalt konnte ebenfalls nachgewiesen werden, dabei werden nur ganz reine Splitter verwendet, welche keine Beimengungen von CaCOj enthielten. Auf gleiche Weise sind oft kleine Sprünge und Risse im Gestein, die weniger als I mm breit sind, von Zeolithen erfüllt. In vielen Fällen ist die Ausfüllung Analcim, ^) O. Beyer, a. a. O., p. 37. Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. 14^ dessen häufiges Vorkommen in der Grundmasse und um Einschlüsse bereits erwähnt wurde, in vielen Fällen Natrolith in feinfaserigen Aggregaten mit der charakteristisch- trüben Färbung, der bisweilen mit geringen Mengen anderer oft unbestimmbarer Zeo- lithe vergesellschaftet ist. Diese Klüfte und Risse haben sich in ganz starrem Zustande des Gesteins gebildet, so daß Pyroxene und Olivine von ihnen in mehrere Teile geteilt werden. Dort, wo solche Risse auftreten, sind auch gern Partien der Grundmasse zeo- lithisiert, und zv.'ar lassen sich Analcim, Natrolith und Thomsonit nachweisen. Der weitgehenden Umwandlung des Olivins in der Nähe der Zeolithaggregate ist bereits Erwähnung getan worden. In einem speziellen Falle wurden in einer etwas breiteren Kluft beobachtet: körnige Partien stengeligen Natrolithes im Inneren der Spalte, am Rand derselben war ein Zeolith vorhanden, dessen senkrecht zur Begrenzung gestellte Fasern bald «', bald y zeigten, mit einer Lichtbrechung ungefähr gleich Canadabalsam und einer Doppelbrechung höher als Natrolith, so daß Thomsonit vorzuliegen scheint. Das einzige Argument, das dagegen spricht, wäre das jüngere Alter des Natroliths. Außerdem tritt in der Kluft noch ein grünliches Mineral in radialfaserigen Aggregaten auf, die wiederum zu nierenförmigen Bildungen vereinigt sind. Lichtbrechung höher als Canadabalsam, Doppelbrechung mittelstark, Hauptzone positiv verweisen auf De- lessit. Offenbar ist der Delessit aus Lösungen gebildet worden, welche Bestandteile der Umwandlungsprodukte des Olivins führten. Auch größere Hohlräume sind von Zeolithen erfüllt, die oft eine große Mannig- faltigkeit erkennen lassen, namentlich dann, wenn Minerale der Quarzgruppe mit auf- treten. In einem einfacheren Falle erwies sich die Mandelausfüllung als ein Aggregat von Natrolith, dem geringe Mengen Thomsonit und Analcim beigemengt waren. Die Umgrenzung der Mandel war nicht scharf, da in der Umgebung derselben eine weit- gehende Zeolithisierung platzgegriffen hatte, die scheinbar ganze Partien des ursprüng- lichen Gesteins isolierte. In einer solchen größeren Zeolithpartie in der Nähe der Mandel konnte deutlich der Übergang von Analcim in Natrolith verfolgt werden, in dem die Spaltrisse des Analcims noch bis in den Natrolith reichten, Cornu^) hat auf diese Tatsache aufmerksam gemacht. Stellen sich Quarzminerale mit ein, so finden sich diese am Rande der Mandel und bilden einen Abschluß derselben nach außen, so daß nun in der Umgebung keine Zeolithisierung stattfindet und die Mandel scharf begrenzt erscheint. In einem F"alle besteht der Rand aus Quarzin in bald feineren, bald gröberen diver- gentstrahligen Rosetten aus ziemlich breiten Fasern. Längsrichtung y' . Auch längere krumme Stengel mit derselben Licht- und Doppelbrechung sind aus Quarzinfasern zu- sammengesetzt. Lichtbrechung unterscheidet sich kaum von der des Canadabalsams, Doppelbrechung ist schwach. Die Rosetten können so klein ausgebildet sein, daß man die einzelnen Schüppchen und Fasern nicht mehr erkennt und nur eine aggregatpolari- sierende Masse erblickt. Diese geht dann durch Übergänge in Partien über, in welchen große Rosetten ausgebildet sind. Das Innere der Mandel besteht aus einem langsäulig spießig entwickelten Zeolith, der keine kristallographische Begrenzung zeigt, in der Längsrichtung a hat und schiefe Auslöschung besitzt. Auffallend sind Individuen, die durch eine Grenze voneinander getrennt sind, die einer Zwillingsnaht sehr ähnlich sieht. Zu dieser Grenze ist sym- metrische Auslöschung a gegen diese Richtung von 5° zu beobachten, auch haben diese ^) Y. Cornu, Einschluß von Pyroxenfoyait aus dem Sodalith-Phonolith des Millenschauer Kloß- berges. In Beiträge zur Petrogr. des bohm. Mitteig., Tscheim. Min.-pctr. Mitt. XXVlll, p. 41 3. 144 H. Michel. Schnitte die höchste Doppelbrechung, was durch Austritt von /? auf der Fläche bedingt ist. Nach diesen Beobachtungen würde es sich um einen monoklinen Zeolith handeln. Die Messung der Doppelbrechung mit dem Babinetschen Kompensator ergab für / — a = o"oo625, die Messung der ßrechungsquotienten nach der Beckeschen Methode für y= 1-529 a = i'523 optischer Charakter positiv, Achsenwinkel klein. Beim Erwärmen wird das Mineral trüb, in Salzsäure löst es sich unter Abscheidung einer Gallerte. Mit Ausnahme der hohen Lichtbrechung würden die angeführten Merkmale auf Heulandit passen, der allerdings im böhmischen Mittelgebirge eine sehr beschränkte Verbreitung hat. Möglicherweise können sich aber die Brechungsexponenten durch die Manipulationen beim Einbetten in den heißen Canadabalsam verändern, worauf Stark aufmerksam gemacht hat. Eine sichere Bestimmung des Zeolithes erscheint also nicht möglich. Außerdem ist die Mandel nach allen Richtungen von feinen Natroiithnadeln durch- wachsen, die in schief getroffenen rhombischen Säulen / in der Längsrichtung zeigen, gerade Auslöschung und eine bedeutend schwächere Lichtbrechung besitzen. Diese Natroiithnadeln können so fein werden, daß sie haarförmige Bildungen darstellen, die zu Glaswolleähnlichen Büscheln verfilzt sind. Als Altersfolge ergibt sich: Quarzin, Natrolith, Heulandit? Eine ähnlich gebaute Mandel ergab folgende Zusammensetzung. Der Rand wurde wiederum von Quarzin gebildet, der in divergentstrahligen Rosetten mit y' Längsrich- tung auftritt, darin schließt sich nach innen zu eine Zone von Opal, reichlich durch- spickt von feinen Natrolithnädelchen, die in gleicher Weise wie im vorigen Falle schiefe spitzrhombische Schnitte liefern. Daneben tritt noch ein sehr feinkörnig schuppiges Aggregat auf, das etwas schwächer lichtbrechend als Quarzin ist, sich aber nur in der Quarzinopalregion findet und jedesfalls eine weitere Si02-Modifikation darstellt. Zwi- schen den Knollen, zu welchen sich die Quarzinaggregate vereinigen, liegen größere Partien von Analcim, kenntlich an der schwachen Lichtbrechung, der Spaltbarkeit und Isotropie. Der Opal hat einen verhältnismäßig hohen Brechungsquotienten und ent- wickelt dort, wo er Zeolithe umschließt, doppelbrechende Partien, die dann manchmal schärfer, manchmal aber ganz allmählich in den normalen isotropen Opal übergehen. Die Hauptmasse der Mandel besteht aus einem Kern von stengeligem, getrübtem Natrolith sowie einem wasserklaren rhombischen Zeolith. Der Natrolith dringt stellen- weise bis an den Rand der Mandel vor und durchbricht diesen an einer Stelle, an der dann auch in der nächsten Umgebung des Einschlusses die Grundmasse reichlich Natro- lith führt, während an den anderen Stellen die Quarzminerale eine scharfe Grenze bilden. Auch in die Opalregion entsendet der Natrolith, wie schon erwähnt, Nadeln; jedesfalls befand sich der Opal in diesem Stadium erst in einem halbstarren gallertigen Zustande. In den Quarzinaggregaten sind nirgends Natroiithnadeln zu beobachten. Der klare Zeolith grenzt sich stets scharf durch seine bedeutend höhere Licht- brechung und Doppelbrechung gegen den Natrolith ab, besitzt aber keine kristallo- graphische Begrenzung. Die Lichtbrechung erreicht nahezu die des Canadabalsams, die Doppelbrechung beträgt ungefähr 0'02 (durch Vergleich mit Pyroxen), Längsrichtung a und /, in den Schnitten mit a Längsrichtung, höhere Doppelbrechung, zweiachsig positiv mit kleinem Achsenwinkel — Thomsonit. Außerdem findet sich noch vom Natrolith umschlossen ein sehr scharf begrenztes farbloses Mineral an der Grenze zwi- Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. 145 sehen Thonisonit und Natrolith. Es erscheint in regelniä(3igen sechsseitigen Tafeln, bis- weilen ist eine Kante etwas länger, in dieser Richtung liegt dann /, Senkrecht auf die Tafel tritt / aus, das erste Mittellinie eines sehr kleinen Achsenwinkels ist, die Achsen- ebene liegt quer zur scheinbaren Längsrichtung. Die Doppelbrechung ist verschwin- dend gering, Lichtbrechung bedeutend schwächer als Canadabalsam. Diese Merkmale würden alle für Tridymit sprechen, doch ist ein Vorkommen von Tridymit unter sol- chen Umständen so unwahrscheinlich, daß ich eine Entscheidung zu treffen nicht wage. An sichergestellten Mineralen sind also vorhanden, wenn wir sie nach der Höhe der Lichtbrechung ordnen: Quarzin Thomsonit-Natrolith-Analcim-Opal, in die Gegend zu Analcim stellt sich das tridymitähnliche Mineral, der Quarzin reicht mit seiner Licht- brechung bis an die des Canadabalsams heran, Opal steht bezüglich der Lichtbrechung dem Analcim nicht bedeutend nach. Es läßt sich deutlich folgende Altersfolge erkennen: Quarzin Analcim Natrolith Thomsonit Opal— > Zwischen Analcim und Natrolith würde das tridymitähnliche Mineral stehen. Opal hat sich offenkundig nach der Analcim- und vor der Natrolithbildung auszuschei- den begonnen und ist erst nach dem Auskristallisieren dieser beiden Zeolithe völlig er- härtet, womit die Ausbildung von spannungsdoppelbrechenden Höfen um diese Zeo- lithe zusammenhängt. Der Opal scheint nach seinem relativ hohen Brechungsexpo- nenten keinen hohen Wassergehalt zu besitzen. Dies stimmt auch sehr gut mit seinem Auftreten als relativ alte Bildung überein. Nach Cornu hängt die Altersfolge der Zeo- lithe ab von ihrem Wassergehalt, der jedoch nicht nach dem Prozentgehalt an Wasser beurteilt werden darf, sondern nach dem Quotienten des Molekularquotienten des Wassers zu der Summe der Molekularquotienten der übrigen Bestandteile. Die ältesten, bei der höchsten Temperatur gebildeten Zeolithe sind die wasser- ärmsten, die Jüngsten, bei der niedrigsten Temperatur entstanden, sind die wasserreich- sten. Rechnet man den Quotienten q für Opal aus, so ergibt sich für Opal mit 3°/^ H2O und 97°/o Si02 ^ = o- 1035g, für Opal mit i3°/q H^O und 87°/o Si02 ^ = 0-5006. Der Opal kann sich also je nach seinem W^assergehalt vom Zwischenraum zwischen Analcim Natrolith angefangen während der ßildungsperioden aller folgenden Zeolithe bilden, und was auch in unserem Falle zu beobachten ist. Der Opal ist jünger als der Analcim, den er umschließt, und vielleicht auch jünger als der Natrolith, der ihn ebenfalls in zahl- reichen Nadeln durchwachsen hat. In einem Schliffe traten zahlreiche kleine Mandeln auf, welche makroskopisch als lichte Flecke aus dem Basalt hervortraten und eine rundliche oder manchmal blasige, wurmförmig gekrümmte Gestalt besitzen. Diese Mandeln boten ein merkwürdiges Bild. In der Mitte der Mandeln fand sich ein sehr schwach lichtbrechendes Mineral mit einem ßrechungsquotienten sehr nahe an i'486, — ein Calcitkriställchen |j der Achse getroffen verschwand, wenn sein u mit dem Nicol || schwang — das bisweilen eine Spaltung nach zwei _L Richtungen erkennen ließ. Dieses Mineral zeigt manchmal auch doppel- brechende Partien, die sich dann als negativ zweiachsig erwiesen, sowie lebhafte Felder- teilung, die doppelbrechenden Partien erscheinen dabei gewöhnlich in der Mitte, die isotropen am Rande. Alles dies weist auf Analcim hin (möglicherweise könnte das doppelbrechende Mineral, y — a= ca. 0-004, auch Chabasit sein). Der Analcim erfüllt nun entweder die ganze Mandel oder er besitzt eine mehr oder minder breite Rand- zone oder aber erfüllen die Substanzen der Randzone die ganze Mandel, ohne daß noch Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseums, Bd. XXVII, 1913. 10 146 H.Michel. Analcim nachzuweisen ist. In diesen Fällen können tangentiale Schnitte vorliegen, welche nur die Hülle der Mandeln getroffen haben. Diese Randzone besitzt nun in allen Mandeln eine merkwürdig übereinstimmende Zusammensetzung. Unmittelbar an den Analcim legen sich, den Umrissen des Analcims folgend, mit ihrer Längsrichtung Alkalipyroxene an, welche sehr hohe Licht- und Doppelbrechung, merklichen Pleo- chroismus, a Längsrichtung bläulichgrün, / farblos hellgelbgrün besitzen. Dann folgt eine farblose bis bräunliche, getrübte, isotrope Grundmasse, mit Lichtbrechung <^ als Canadabalsam, in der sich folgende Minerale regelmäßig einstellen: zahlreiche Horn- blendesäulchen, cy 3 — 4°, Pleochroismus stark, / gelbbraun, a farblos, Biotittäfelchen senkrecht angeschossen an Titaneisenskelette, die bisweilen reichliche Verzweigung zeigen sowie auch frei in der Grundmasse liegend, dazwischen schwach lichtbrechende, mittelstark doppelbrechende zeolithische Partien, schließlich farblose Feldspatleisten, ohne jede Verzwilligung. Diese Feldspatleisten bilden in vielen Fällen die äußere Um- grenzung dieser Randzonen um die Analcime und liegen dann mit ihrer Längsrichtung dem Rande an. Die Umgrenzung der Mandeln gestaltet sich auf diese Weise sehr scharf, nur in ganz seltenen Fällen ist eine verschwommene Grenze vorhanden, insofern als Bestandteile der normalen Grundmasse, Pyroxen- oder Magnetitkörnchen noch in der Randzone erscheinen. Vielleicht hat man es in diesen Fällen auch nur mit Körn- chen zu tun, welche bei der Anfertigung des Schliffes sich aus der Umgebung loslösten und in der Mandel festsetzten. Diese Minerale können auch, wie erwähnt, scheinbar die ganze Mandel ausfüllen, Analcim tritt dann entsprechend zurück oder ist überhaupt nicht mehr vorhanden. Die Entstehung dieser eigentümlichen Gebilde ist nicht einfach zu erklären, je nachdem man den Analcim als primäre Bildung auffassen will oder nicht. Tut man dies, so ist er die jüngste Bildung unter den angeführten Mineralen, da er stets in der Mitte der Mandeln auftritt. Es finden sich, wie Stark ^) des näheren ausgeführt hat, ähnliche Bildungen in der Nähe der Mandeln und Schlieren häufig in den Euganeen- gesteinen, und zwar sind es hier wie dort mit agents mineralisateurs geschwängerte Magmapartien gewesen, die in jedem Magma auftreten, aus denen diese mandelförmigen Gebilde hervorgegangen sind. Solche Magmapartien können in flüssiger Phase bis zu einer Temperatur herabsinken, bei welcher die übrigen Gesteinspartien bereits fest ge- worden sind, so daß sie also alle von den erstarrten Partien abgestoßenen Gase ent- halten. Die reichliche Entwicklung von Biotit und Hornblende deutet ja schon darauf hin, daß diese Partien H2O reich gewesen sein müssen. Die Auskristallisation fand dann jedenfalls ziemlich plötzlich statt und so konnten die zahlreichen Skelettformen entstehen, wie sie für rasch auskristallisierte Schmelzen bezeichnend sind, worauf M. Stark verweist. In unserem Falle hätten wir folgende Ausscheidungsfolge zu ver- zeichnen: Feldspat, Titaneisen, Biotit, Hornblende, farbloser bis brauner Rest, gleich- zeitig Analcim mit Alkalipyroxensaum. Pelikan 2) hat eine primäre Entstehung des Analcims sehr wahrscheinlich gemacht; nach ihm bildet sich der Analcim noch im Zuge der Gesteinsverfestigung, die Analcimbildung bezeichnet keine neue Periode in der Ge- schichte eines Gesteines. In vorliegendem Falle sind für primäre Analcimbildung die denkbar günstigsten Verhältnisse vorhanden, die Temperatur des Schmelzflusses istj stark herabgedrückt, der Druck ist durch die Dämpfe offenbar erhöht, H2O ist reichlich vorhanden gewesen. ^■j M. Stark, Euganeen, p. 557. A. Pelikan, Tschermaks Min. u. petr. Mitt., 25. Bd., p. 11 3. Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenbach. 147 Nimmt man keine Analcimbildung noch im Zuge der Verfestigung an, so gestaltet sich die Erklärung umständlich, so daß die erstere Deutung mir wahrscheinlicher scheint. Diese letzten Mandelausfüllungen haben große Ähnlichkeit mit den Zonen von verändertem Basalt, wie sie sich in der Umgebung der Zeolithmandeln finden. Doch treten die Uniwandlungszonen um jene Mandeln, welche einen Rand von Quarz- mineralen besitzen, entweder gar nicht oder nur sehr spärlich auf, dagegen sind sie wohl entwickelt um reine Zeolithmandeln oder in der Nähe von breiteren zeolithischen Kluftausfüllungen. Die Veränderungen, welche der Basalt in dieser Zone erfahren hat, sind im wesentlichen folgende: In einem Falle, in dem sich am Rande der Mandel Analcim gebildet hat, der weiter im Inneren in Natrolith überging, war auch die Grundmasse der Umgebung stark analcimisiert. In dieser Grundmasse liegen neben vereinzelten Mineralen der normal entwickelten Grundmasse, und zwarTitanaugit, Magnetit, Apatit, vereinzeltem Nephelin noch neugebildete Hornblendenädelchen und Biotitflitter, unregelmäßig begrenzt, sowie Feldspatleisten, eine Generation von äußerst feinen Apatitnädelchen sowie sehr spärlich Ägirine. Der Analcim der Grundmasse hat manchmal eine Umwandlung in Natrolith erfahren und enthält auch geringe Mengen stärker doppelbrechender Zeolithe, die in farblosen Nadeln zu Büscheln vereinigt sind, wohl Thomsonit. Auch eine Trübung durch farblose, stärker lichtbrechende traubige Kügelchen war häufig zu beobachten. In der Nähe einer breiteren Kluftausfüllung (siehe Fig. 2), in der Analcim und Natrolith am stärksten beteiligt waren, hatte sich eine ziemlich breite Zone gebildet, welche diese merkwürdige Ausbildung zeigte. Auch im Inneren der Zone waren größere Partien von Analcim vorhanden, an deren Ränder manchmal Ägirinnadeln sich angelegt haben. Die farblose isotrope, bisweilen schwach doppelbrechende Grundmasse setzt sich aus Zeolithen zusammen, unter denen Analcim und Natrolith überwiegen, Thomsonit war in kleinen büschelförmig angeordneten Nadeln vorhanden, auch Nephelin ist in der Grundmasse noch zu erkennen Dieses Gemenge farbloser Minerale nimmt über die Hälfte der Partie ein, ist stellenweise stark durch feinste Magnetit-, Glimmer- und wie es scheint auch Spinellkörnchen getrübt und ist reich an Kalzitkörnchen. Am reich- lichsten tritt in der Grundmasse stark pleochroitische Hornblende auf sowie geringere Mengen von Biotit. Apatit ist auffallend reichlich in sehr dünnen langen Nädelchen vorhanden. Außerdem wurde in mehreren Individuen ein braunvioletter Titanaugit beobachtet, der schwachen Pleochroismus zeigte, sich als positiv einachsig (nahezu) er- wies, starke Dispersion der Auslöschung, sehr schönen Sanduhrbau besaß. Der dunklen Farbe dieses Pyroxens nach zu schließen, muß eine außerordentliche Anreicherung der Ti02 stattgefunden haben, Hand in Hand damit geht die Verkleinerung der Achsen- winkel bis nahezu auf 0°. An den Rändern der Umwandlungspartien ist außerdem eine Beteiligung von Magnetit, Titanaugit der Grundmasse zu beobachten. Diese eigenartig ausgebildeten Zonen sind jedenfalls ebenso zu erklären wie oben die Analcimmandeln mit Randbildungen. Auch hier dürften Magmapartien vorgelegen haben, welche sehr gasreich waren und deshalb bis tief unter die Erstarrungstemperatur des übrigen Gesteins in flüssiger Phase verharrten. Die Gase haben sich nach Stark ebenso in den noch flüssigen Partien wie vornehmlich um die schon vorhandenen ßlasenräume angesammelt. Als Ausscheidungsfolge ergäbe sich: Pyroxen, Apatit, Magnetit, Hornblende, Biotit, Ägirin, Nephelin, Analcim (sekundär verwandelt in Natro- lith), wobei wiederum die Analcimbildung aus überhitzter wässeriger Lösung erfolgen kann, welche durch Übergänge mit der silikatischen Schmelzlösung verbunden erscheint. Das Material ist im k. k. naturhistorischen Hofmuseum aufbewahrt. 10* 148 H. Michel. Der Basalt der Eilander Raumwiese bei Bodenhach. Diese Arbeit wurde mit Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen ausgeführt, wofür hier der ehrerbietigste Dank gesagt sei. Für die Herstellung der Negative zu den beigegebenen Bildern bin ich meinem Freunde, Herrn Dr. H. Leitmeier, zu Dank verbunden. Inhaltsübersicht. Seite I. Einleitung Ii3 II. Prologene Bildungen 115 1. Monokliner Pyroxen 117 2. Rhombischer Pyroxen 119 3. Olivin 121 4. Olivinpyroxenknollen 123 5. Hornblendepartien 124 6. Glimmerpartien 124 III. Das eigentliche Gestein 125 1. Normale Beschaffenheit 125 2. Randfazies i3o 3. Kontaktwirkungen l3l IV. Exogene Einschlüsse i3i 1. Sandsteineinschlüsse l32 2. Toneinschlüsse ... i35 3. Granititeinschlüsse i36 4. Augitsyeniteinschlüsse l39 5. Tonschiefereinschlüsse 140 6. Gneiseinschlüsse 140 7. Quarzkörnereinschlüsse 241 8. Orthoklaskörnereinschlüsse 142 9. Augit-Feldspat-Analcimbildungen nicht klar erkennbaren Ursprunges 142 V. Mandelbildungen 142 Tafelerklärung. Fig. I stellt die drei Zonen um einen Einschluß dar (zu äußerst eine dem Basalt zugehörige Zone ohne Olivin und Magnetit bei Überwiegen von Titanaugit, dann eine Zone aus Diopsid bestehend, zu innerst eine trübe glasige Zone mit Diopsidskeletten und spärlichen Feldspatleistenj. Fig. 2. Verändertes Gestein in der Nähe einer Mandel (neben Bestandteilen der Grundmasse des nor- malen Gesteins sind Hornblendenädelchen und Biotitflitter vorhanden, die in einer vorwiegend zeolithischen Grundmasse liegen). Fig. 3 zeigt ein wahrscheinlich aus Hornblende hervorgegangenes Gemenge von Pyroxen und Olivin mit Eutektstruktur und einer Hülle von Titanaugit (gekreuzte Nicols). Fig. 4. Dasselbe ohne oberen Nicol. Fig. 5. Monokliner Pyroxen und Olivin mit Hülle von Titanaugit; wohl aus protogenem Augit ent- standen. Fig. 6. Um einen Kern aus feinkörnigen Pyroxenen ist ein Kranz von Olivin und Magnetit gebildet, wahrscheinlich aus protogenem Augit entstanden. Ein neuer CirsiuiM -Bastard. (Aus dem nachgelassenen Herbare Mich. Ferd. Müllners.) Von Hans Fleischmann (Wien). Mit 2 Tafeln (Nr. VII und VIII). IVlein unvergeßlicher Freund, Herr Michael Ferdinand Müllner, fand im Sommer 1910 in Südkärnten nebst anderen interessanten Cirsien auch beide bisher be- kannt gewordenen Verbindungen des an sich seltenen Cirsium Carniolicurn Scop., nämlich das Cirsium Benacense Treuinfels = Cirs. carniolicurn X Erisithales, das er als erster für Niederösterreich festgestellt hatte, und das Cirsium Stoderianum Dürrn- berger= Cirs. carniolicurn \palustre, welches bisher nur in Oberösterreich und auch da nur in einem Individuum aufgefunden worden war. Sein kritisches Auge entdeckte aber auch eine neue Hybride des Cirsium carnio- licurn Scop., nämlich die Verbindung desselben mit Cirsium oleraceum Scop. Trotz oftmaliger Aufforderung, diese Funde zu veröffentlichen, konnte er sich doch nicht ent- schließen, den Standort dieser Seltenheiten zur allgemeinen Kenntnis zu bringen, und wartete den Sommer 191 1 ab, um neuerlich die betreffenden Örtlichkeiten aufzusuchen. Nun fand er den neuen Bastard in mehreren Exemplaren, sammelte einige Stücke für das Herbar und sandte mir einen lebenden Wurzelstock, der, im Garten gepflegt, heuer einen blütentragenden Stengel treiben dürfte. Die Publikation aber unterblieb zufolge Kränklichkeit und dem am 2. Februar 19 12 erfolgten Ableben des Entdeckers. Sein Herbar kam an das Wiener naturhistorische Hofmuseum, wo die beste Ge- währ gegeben ist, daß alle seine seltenen Carduus- und Cirsiutn-Bastavdt etc. erhalten bleiben. Nachdem mir testamentarisch das Recht zustand, aus dem Nachlasse mir An- denken nach freier Wahl auszusuchen, und ich es für meine Pflicht als sein Freund er- achte, seine letzten Bemühungen um die Förderung der Kenntnis unserer schönen und von ihm so geliebten heimischen Flora nicht verloren gehen zu lassen, nahm ich das bezügliche Material an mich, um seine letzten Funde zu veröffentlichen.^) Ich glaube aber im Sinne des Verblichenen zu handeln, wenn ich von einer näheren Standorts- angabe absehe. DaHerr Mich. Ferd. Müllner über denNamen der neuen Hybride nicht schlüssig werden konnte, ein Cirsium Müllneri aber bereits existiert, so wähle ich den Namen ') Die Exemplare sind in dem Herbar des k. k. naturhistorisehen Hofmuseums hinterlegt. 150 Hans Fleischmann. Cirsium carinthiacum. Radix lignosa. Caulis ca. i m akus, erectus, apice ramosus, sulcatus, apicem versus pilis floccosis hinc inde obtectus, disperse foliatus. Folia inferiora caulina petiolata ovata (petiolo anguste alato") lobata, lobo mediano magno, margine irregulariter den- tata. Folia superiora caulina basi lata semiamplexicaulia, ovato-elongata, acuminata. Folia superne minutissimis pilis albidis obsira, inferne magis calva, nervis foliorum ferrugineis, margine dense spinulis obtectis. Bracteae infra capitula dense congestae, majores earum capitula superantes, omnes margine spinulis longis. Capitula congesta, mediocria, breviter petiolata, squamae anthodii lineari-lanceolatae, apice mucrone longo vix pungenti, margine minutissime ciliatae, hinc inde subfloccoso-arachnoideae. Flos flavus, 20 mm longus, tubo g mm longo. Wurzelstock senkrecht hinabsteigend, ein- bis mehrköpfig. Stengel bis i m hoch, aufrecht, oben in einige wenige Aste geteilt, rillig-gefurcht (Furchen grün, Rillen rostbraun), von unten an und gegen oben zunehmend mit flaumigen Haaren bestreut, unter den Köpfchen auch mit spinnwebigen Haaren über- filzt, von unten bis oben, aber sparsam beblättert. Untere Stengelblätter gestielt, eiförmig; der Stiel schmal geflügelt; das Blatt buchtig-fiederspaltig-gelappt mit großem Endlappen, die einzelnen Abschnitte ungleich- mäßig gezähnt. Der anfänglich spitze Winkel zwischen Mittelnerv und Seitennerven wird gegen den Blattgrund immer größer und erreicht fast go°. Obere Stengelblätter mit breiter Basis halbstengelumfassend sitzend, länglich- eiförmig, zugespitzt. Die Blattoberfläche ist ziemlich dicht und gleichmäßig mit steiflichen weißen Härchen besetzt, unterseits stehen dieselben etwas zerstreuter. Die Blattnerven sind rostbraun behaart. Der Blattrand ist dicht mit feinen Dörnchen versehen, wobei die Dörnchen der Nervenenden etwas länger werden. Die Deckblätter sind unter den Köpfchen gehäuft; die äußeren breitlanzettlichen überragen die Köpfchen, die inneren, linealen sind etwas kürzer; alle sind am Rande mit langen Dörnchen versehen, die inneren fast kämmig. Die Köpfchen stehen gehäuft, meist zu dreien und sind eiförmig-rundlich, mittelgroß, kurz gestielt. Die lineal-lanzettlichen Hüllschuppen enden in einen langen, aber kaum stechen- den Dorn, sind am Rande äußerst fein gewimpert, gegen die Spitze leicht gekielt und hie und da etwas spinnwebig. Die Spitze der inneren Hüllschuppen ist hakig zurück- gekrümmt. Die Blüte ist gelb, 20 mm lang, wovon 9 mm auf die Röhre kommen. Die ver- wachsenen Antheren stehen um 2 mm vor und werden vom Griffel überragt. Der federige Papus mißt zur Blütezeit 15 mm. Differentialdiagnose . Von reinem Cirsium carniolicum Scop. ist das Cirs. carinthiacinn auf den ersten Blick durch die großen gehäuften Deckblätter verschieden, deren dunkelgrüne Farbe die Pflanze aber auch sofort von reinem Cirsium oleraceum (L.) Scop. unterscheidet, welch letzteres durch die blaßgelben Deckblätter charakterisiert ist, die meist die Köpfchen ganz einhüllen. I Ein neuer C/rszzo?z-Bastard. 151 Die Länge der Blüten sowie das Tubus-Limbus-Verhältnis geben keine Unter- scheidungsmerkmale ab, da diese Größen bei beiden Stammeltern ziemlich gleich sind. Berücksichtigt man aber die Breite der Blüte sowie insbesondere die Breite der Limbus- zipfel, so findet man, daß die betreffenden Maße des Bastardes die Mitte halten. P Von Cirsium Benacense Treuinfels = C. carniolicum X Erisithales, mit dem die neue Hybride verwechselt werden könnte, zeichnen sie ebenfalls die gehäuften breiten Brakteen aus sowie der Umstand, daß die Seitennerven im vorderen Teil des Blattes mit dem Mittelnerv spitze und nicht rechte Winkel einschließen; ferner die nicht so tief reichende Teilung der Blätter. Mit Cirsium Stoderianum Dürrnberger = C car-niolicum X palustre kann das Cir.siinn carinthiacum nicht vermengt werden, da ihm das für das Cirsium palustre (L.) Scop. bezeichnende Herablaufen der Stengelblätter fehlt. Neue Amaryllidaceen des Hofmuseums. Von Prof. Dr. Fr. KräniUn. Collania subverticillata Kränzl. n. sp. — Caulis pars, quae adest, ca. 36 cm longa, leviter flexuosa, teres, pallide lutea, minute denseque pilosa. Folia numerosa, cauli appressa v. varie distantia, linearia, revoluta, supra glabra, sicca striata, subtus dense pilosa, saepius bina subopposita v. terna, interdum sine ordine disposita, 8 ad II cm longa, ca. i mm lata; apicalia sensim latiora, e basi ovata acuminata, maxima in- volucrum formantia, angustissimis tamen interpositis, 6 cm tantum longa, 8 ad g mm lata. Pars apicalis caulis deflexa, pedunculi i rarius 2, biflori, floribus nutantibus, pedicellatis, pedicelli ca. i cm longi, ovaria brevi-turbinata vix 3-5 mm longa. Flores subclausi, campanulati, 2*2 cm longi, i"3cmdiam., sepala basi subsaccata, late obovato- oblonga, obtuse acutata, dorso venis manifeste prosilientibus praedita; petala sub- breviora, elliptica, apice rotundata, multo teneriora. Bolivia (Cumming ohne N.!). Die Pflanze zeigt gewisse Anklänge an C. andinamarcana Herb, und puberula Herb. Von dieser und den wenigen unmittelbar hierher gehörigen Arten unterscheidet sie sich durch die nur auf der Unterseite behaarten, oben kahlen Blätter. Die Blüten sind breit glockenförmig und ähneln denen von C. glaiicesceris Herb, eher als denen von C. andinamarcana und puberula, sie sind aber kaum halb so lang. Von allen bisher beschriebenen unterscheidet sich die Pflanze aber durch die ausgesprochene Nei- gung, die Blätter in Quirle zu stellen. Collania Zahlbrucknerae Kränzl. n. sp. — Planta certe alta v. mediocris, caulis leviter tortuosus, glaber, siccus ruber, profunde sulcatus. Folia etiam in suprema parte caulis valde (5 cm) distantia, linearia, sessilia, obtuse acutata, 7 ad 8 cm longa, 8 ad 10 mm lata, sicca profunde rugosa, ad inflorescentiam usque grandescentia, in suprema (bracteas) lineari-lanceolata, sensim aucta summitas caulis non proprie deflexa, certe tamen nutans, bracteae florales approximata, nee tamen congestae neque involucrum proprium formantes, ad g cm longa, i-6cm lata, flores longiuscule pedicellatos aequantes v. imo superantes, omnino glabrae, pedicelli tenues, pro genere inusitata longitudine, tortuosi, 3 cm longi v. ultra. Flores certe penduli, vix 3 cm longi. Sepala late obovata, apice obtusa, extus nervis prosilientibus praedita. Petala aequilonga, spathulata, apice retusa v. imo emarginata, margine crenulata v. imo lobulata, omnia 2'8cm longa, sepala I cm, petala 1-2 cm lata. Stamina ± aequilonga v. vix breviora, filamenta glabra, ova- rium ca. 2 mm longum et superne diametro. Fructus mihi non visi. Flores ut videtur rubri, sepalorum apices discolores (vivi virides?). Peru, Quitian Andes (Jameson Nr. 164!). Neue Amaryllidaceen des Hofmuseums. IS^ Die Pflanze nimmt eine Mittelstellung ein zwischen Coli, andimarcatia Herb, und involiicrosa Herb., unterscheidet sich aber von beiden durch die wesentlich kleineren Blüten. An die erstere erinnert sie durch den auseinandergegangenen Blütenstand und die Farbe der Blüten, an die zweite durch die sehr großen Deckblätter, von beiden weicht sie ferner ab durch die sehr langen dünnen Blütenstiele sowie dadurch, daß die Staubgefäße kaum so lang, die Griffel aber kürzer sind als die Perigonblätter. Der Ver- gleich mag etwas weit hergeholt erscheinen, aber mich erinnert die obere Partie der Pflanze mit ihren zusammengedrängten Blattern und den an dünnen Stielen heraus- hängenden Glocken, den stumpf umgekehrt kegelförmigen Ovarien und der Spreizung der Blätter, an Scopolia atropoides Jacq., wozu auch die Größe der Blüten annähernd stimmt. Die Pflanze stammt aus der Reichenbachschen Schenkung und es ist nicht ausgeschlossen, daß sie sich in englischen Sammlungen unter einem der beiden oben zitierten Namen findet. Von beiden Arten habe ich so viel authentisches Material in Händen gehabt, um versichern zu können, daß sie mit keiner von beiden identisch ist, selbst wenn man den Begriff der «Art» noch so weit dehnt. Andere Collania-Ansn kommen überhaupt nicht in Betracht. Botnarea guianensis Kränzl. n. sp. — Caulis volubilis, certe altus, glaber, tenuis, vix v. non tortus. Folia 3 ad 7 cm inter se distantia, brevi-petiolata, petiolis tortis resupinata, lanceolata, longe acuminata, supra glabra, subtus minute puberula, cum petiolo 3 mm longo ad 8 cm longa, 1-5 cm lata. Inflorescentiae pauciradiatae (3 ad 5), bracteae tot quot rami, bracteae omnino foliaceae, maximae ad 5 cm longae, ca. 1 cm latae. Rami 15 ad 18 cm longi, 2- ad 3-flori, sub pedicellis bracteolis lanceolatis praediti, pedicelli tenues, hi omnes necnon ovaria profunde sulcata glaberrima. Ova- rium turbinatum, brevissimum. Sepala obovato-oblonga,obtusa (non excisa et apiculata), petala aequilonga, cuneata, apice rotundata, brevissime apiculata; omnia 3'2cm longa, sepala 1-2 cm, petala utplurimum i cm lata, saepius angustiora. Stamina mihi non visa, quam perigonium certe breviora. De coloribus nil constat, statu sicca sepala certe palli- diora quam petala, illa apicem versus margine punctata. Flores sub anthesi ringentes, 2 V. imo 3 cm in orificio diam. Britisch-Guiana. Pirara etc. (Schomburgk Nr. 430!) und ein Gartenexemplar. Nach Wuchs und Blättern kommt diese Art unmittelbar neben B. acutifolia Herb, und hirtella Herb, zu stehen, aber die Merkmale der Blüte lassen sich nicht in Einklang damit bringen, auch ist die Behaarung dieser beiden Arten eine andere. Ich stelle die Art trotzdem nicht ganz ohne Bedenken auf, denn mein Material war nicht völlig ein- wandfrei. Das Schomburgksche Exemplar ist ein schwächliches Gewächs und hat nur drei kurze Doldenstrahlen mit wenigen, allerdings gut ausgebildeten Blüten. Das andere Stück war augenscheinlich englischer Herkunft und es hatte die Inschrift «Hort. Boyton 182g» und war fest auf das Papier geleimt; es war nur der Blütenstand vor- handen, dieser aber samt Deckblättern und Blüten stimmte mit dem anderen in allen Punkten genau überein. Als auffallend verdient hervorgehoben zu werden, daß im Gegensatz zu anderen Bomarea -Avitn die Petalen deutlich schmäler sind als die Sepalen. Eine gewisse Ähnlichkeit hat die Pflanze mit B. Kraen^linii Baker, diese hat aber noch größere Blumen und ist nur aus Kolumbien bekannt, B. hirtella Herb, ist ebenfalls andiner Herkunft, B. acutifolia Herb, mexikanisch, während diese Art aus Britisch-Guiana stammt. Bomarea polyantha Kränzl. n. sp. Caulis satis firmus, tortus, scandens potius quam volubilis, glaber, distanter foliatus, in superiore parte etiam 5 ad 6 mm crassus. 154 Prof. Dr. Fr. Kränzlin. Folia petiolata, petiolis dense pilosis, semel- ad sesquitortis, i-2cni longis, laminae ob- longo-lanceolatae, acutae, supra glabrae, subtus praesertim in venis longe pilosae, basi rotundatae, ad 12 cm longae, 3 ad 3'5cni latae. Inflorescentia densissima, polyantha, bracteae breviusculae, pleraeque reflexae, oblongae, acutae, densissime congestae, ca. 2 cm longae, i cm latae, supra et subtus minute pilosae. Pedicelli florum it 50, den- sissime fusco-setosi, ca. 3 cm longi, bracteola i muniti, tarnen semper uniflori; Ovaria brevissima 3 mm longa, dense brevique fusco-pilosa, superne dilatata. Sepala obovato- spathulata, apice rotundata subito acutata, a basi medium usque pilosula, superne glabra, 2*2 cm longa, ca. 5 mm lata. Petala obtriangula apice retusa emarginata et in sinu apiculata, 2*4 cm longa, 6 — 8 mm lata. Stamina stylusque filiformia aequilonga, a basi medium usque pilosa; stigma profunde trifidum. Fl. Aprili. Venezuela. Caracas (Linden Nr. 375!). Die nächstverwandte Art ist B. multiflora Mirb., aber der Unterschiede sind doch verschiedene, um eine neue Art zu motivieren. Zunächst ist der Stengel kaum noch windend zu nennen; das 40cm lange Stück meines Exemplars war etwas hin- und her- gebogen, aber keinesfalls «volubilis» gewesen. Auffallend stark gedreht sind die Blatt- stiele. Die ßlütenstiele sind länger als die sehr zahlreichen, aber kurzen Deckblätter und mit einem Deckblättchen versehen, also keinenfalls «nudi», wie es in den Beschrei- bungen von B. multißora heißt. Die Blätter sind unterseits, und zwar ziemlich lang behaart. Die Blüten sind es außerhalb bis etwas über die Mitte. Botnarea porphyrophila Kränzl. n. sp. — Caulis volubilis, ad 10 m longus maxima pro parte glaberrimus, apicem versus puberulus, siccus nigricans ut tota planta, foliosus. Folia 3 ad 4 cm inter se distantia, brevi-petiolata v. subsessilia, elliptica ob- longave modice acutata, supra glabra, nigra, subtus dense pilosa, sericeo-nitida, palli- diora, 6 ad 8 cm (plerumque 6-5 cm) longa, 2*5 ad 3 cm lata, margine plus minus revo- luto, suprema minora, angustiora. Inflorescentiae corymbosae, pro planta breves, axi modice elongato, radii umbellae ad 25, ca. 2 cm longi, simplices, dense pilosi, nudi, bracteae umbellae mihi non visae, certe parvae. Flores inter minores generis, semi- ringentes, cum ovario perbrevi 2'5 cm longi. Sepala ligulata, e basi paulum dilatata, valde nervosa, apice obtusa. Petala explanata cuneata spathulataque, e basi convoluta contracta, deinde dilatata, igitur pseudopandurata, sepala antice 4-5 mm, petala 6 mm lata. Stamina phyllis perigonii aequilonga, filamentis glabris, Stylus semilongus. Flores intense lateritii. Fl. Octobri. Ecuador. Zwischen Gesträuch magerer Waldbestände auf Porphyrboden bei Yerba buena und Pichul an den Westabhängen der Kordillere von Cuenca in 3ooom ü. d. M. (F. C. Lehmann Nr. 299!). Ein sehr sonderbares Gewächs wenigstens in getrocknetem Zustand, wo die ganze Pflanze tiefschwarz wird mit Ausnahme der Unterseite der Blätter, bei denen eine seiden- artig glänzende, braune Behaarung die Grundfarbe überdeckt. Die Blütenstände und die Blüten sind klein und in ausgesprochener Weise botrytisch angeordnet. Dies Merk- mal findet sich außer dieser Art noch bei B. purpurea Herb, und bei B. subspicata Sodiro, welche am Fuß des Chimborazo wächst. Bei dieser ist jedoch die Achse 2 bis 3 cm lang, die Blätter viel größer, 6 — 8 cm lang und 3 — 5 cm breit. Die Blüten scheinen ebenfalls in gewissen Merkmalen ähnlich zu sein, so besonders im Bau der Petalen. Leider fehlt in der sonst vortrefflichen Diagnose Sodiros die Angabe über die Größen- verhältnisse der Blüte. Der Blütenstand meiner Exemplare war arg von Ptimis für mitgenommen (einer der Missetäter saß eingeklemmt im Blütenstand) und so ist die Neue Amaryllidaceen des Hofmuseums. 155 Beschreibung des Involucrums keine ganz zufriedenstellende, eine völlig intakte Blüte war jedocii zu finden. Das ganze Blattwerk war unbeschädigt geblieben. Ich kann den Verdacht nicht los werden, als ob B. subspicata Sordiro mit B. purpitrea (Ruiz et Pav.) Herb. (= Alstroemeria pnrpurea Ruiz et Pav.) identisch wäre. Sodiro hat das Werk von Ruiz und Pavon augenscheinlich nicht zur Verfügung gehabt, wie aus der Be- merkung über den Blütenstand hervorgeht. I Botnarea Lobbiana Kränzl. n. sp. — Caulis volubilis, tenuis, tortus, foliis valde (5 ad 8 cm) distantibus obsitus, glaber. Petioli ca. 8 mm longi, torti, laminae foliorum anguste lanceolatae, acuminatissimae, ad 10 cm longae, i cm latae, in utraque facie glabrae unicolores. Bracteae inflorescentiae tot quot pedicelli, ovato-lanceolatae, acumi- natae, omnino foliaceae, ad 8 cm longae, basi 1-2 cm latae, addita una alterave multo minore; pedunculi simplices, tenues, 4 ad 5 cm longi, glabri, Ovaria subsemiglobosa, glabra, 4 mm longa et superne diametro. Sepala oblonga, brevi-acutata, 2'5 cm longa, 7 ad 8 mm lata. Petala anguste spathulata, antice triangula, crenulato-denticulata, apice ipso obtusa, 3 cm longa, supra 7 mm lata. Stamina 2-5 cm longa, Stylus ca. semilongus. De colore nil constat. Peru (Lobb, ohne Nr.!). Unter den Arten mit einfachen Doldenstrahlen, bei denen die Petalen deutlich länger sind als die Sepalen, findet sich keine, die sich mit dieser hier identifizieren läßt; selbst dann nicht, wenn man den dünnen Stamm und die langen Internodien auf Rech- nung eines sehr schattigen Standortes setzt und darauf hin die Diagnosen der bisher beschriebenen Arten mit einigen Konzessionen liest. Die Blüten haben die ansehn- liche Länge von 3cm, die Blätter neigen aber stark zusammen. Die Dolde ist auf- fallend armblütig, an jedem der drei oder vier dünnen Blütenstiele steht nur eine ein- zige Blüte. Bomarea praeusta Kränzl. n, sp. — Caulis tenuis, volubilis, foliosus, apice tantum sparsim pilosus, ceterum glaber. Folia in parte 3ocm longa ultra 3o, linearia, longe acuminata, pleraque deflexa, basi torta, sessilia, ad 5 cm longa, 3'5 mm lata, glabra, subtus pallidiora, interfloralia sensim majora, certe paulum latiora. Bracteae inflore- scentiae 4 tot quot pedunculi, valde tortuosi, 2- v, 3-flori, pedicelli et flores cum ovariis glabri, extensi utplurimum 4 cm longi, torsione tamen breviores apparent, Ovaria turbi- nata 2*5 mm longa, superne 4 mm diam., pedicelli bracteolis sat magnis flores secun- darios semiaequantibus praediti. Sepala basi paulum saccata, obovato-oblonga, obtuse acutata, leviter concava, valde nervosa, ad 2*5 cm longa, antice 5 ad 6 mm lata. Petala subbreviora (!), ex ungue lineari spathulata, sensim dilatata, apice triangula, obtusa, margine leviter crenulata, 2-3 cm longa, antice 7 ad 8 mm lata. Stamina paulum ex- serta filamentis tenuissimis, glabris, cum antheris 27— 2-8 cm longa. Stylus etiam lon- gior, 3 cm longus, stigmatibus valde ringentibus, reflexis. De colore nil profert collector v. cl., sepala sicca brunnea apparent, petala a basi medium albida, deinde viridia, in- tense fusco-marginata (unde nomen sumpsi). Peru (Lobb, ohne Nr.!). Eine sehr abweichende Art. Das augenfälligste Merkmal sind die langen Staub- gefäße, welche mit dem noch längeren Griffel die Perigonblätter überragen. Sodann sind die Petalen nicht viel, aber doch bemerkenswert kürzer als die Sepalen, beide Ab- weichungen von den sonst üblichen Längenverhältnissen sind ganz und gar ungewöhn- lich. Auffallend ist ferner der dunkle Saum der Petalen; Fleckenzeichnung fehlt da- gegen. Wenn man von den Farben der getrockneten Blüten auf die der frischen 156 Prof. Dr. Fr. Kränzlin. schließen darf, so sind diese vierfarbig. Die Dolde hat nur vier Strahlen und jede ist zweiblütig, einzelne dreiblütig, die Blüten zweiter oder dritter Ordnung haben sehr große Bracteen, wie dies bei B. phyllostachys Mareens und B. striata Kränzl. vorkommt, welche beide völlig andere Pflanzen sind. Botnarea sternbergiiflora Kränzl. n. sp. — Caulis volubilis tenuis, in suprema parte tantum pilosus, ceterum glaber, tortus, distanter foliatus. Folia petiolata, petiolis ca. I cm longis, tortis, margine undulatis glabris, longe lanceolata longeque acuminata, membranacea, glaberrima, supra viridia, subtus glauca, paucinervosa, 12 ad 15cm longa, ad i'Scm lata. Bracteae inflorescentiae parvae, paucae, lanceolatae, tortae ca. i cm longae, radii umbellae v. pedunculi 4 ca. 5 cm longi, raox ramosi, ca. 4-flori, bracteolis lanceo- latis brevibus, pedunculi, pedicelli, Ovaria brevi-pilosa. Flores toti illos Sternbergiae nostrae minoris quodamraodo ludentes, succedanei, 3*5 cm longi, ringentes, 2*8 ad 3 cm diam. sepala petalaque aequilonga. Sepala concava, iate obovato-oblonga, 1*8 cm lata, obtusa, apice incrassata. Petala e basi cuneata obcordata, supra leviter emarginata, sub- pandurata medio nempe paulum angustata, margine involuto. Filamenta basi satis dilatata, stamina ^/^ totius perigonii aequantes. Stylus vix semilongus. De colore nil constat, petala tamen in dimidio superiore certe punctulata.| Peru (Lobb, ohne Nr.!). Ein dünner, mit schlaffen Blättern besetzter Stengel, oben endigend mit einem Blütenstand, der aus wenigen dünnen, zwei- bis dreimal verzweigten Strahlen zusam- mengesetzt ist; aber als Abschluß einige sehr schön geformte, große Blüten, die sich am besten mit denen unserer Sternbergia vergleichen lassen und wenig von dem durch- schnittlichen Bomarea-Typus zeigen. In der Färbung scheinen Sepalen und Petalen nicht verschieden zu sein, nur daß die Pefalen in der oberen Hälfte gefleckt sind. Die Verwandtschaft ist im allgemeinen leicht zu definieren, denn nach rein technischen Merkmalen gerechnet, gehört die Pflanze in den Formenkreis von B. ediilis Herb., aber in diesem Kreise selbst ist ein engerer Anschluß sehr schwer zu finden. Bomarea stricta Kränzl. sp. n. — Caulis pars, quae adest, ad 3ocm longa, strictissima, firma, glaberrima, foliosa. Folia suberecta, linearia, basi semiamplexicaulia, margine arcte revoluta, acuminata, supra glabra, subtus brevissime pilosa, 4 ad 4*5 cm longa, basi 2 ad 3 mm lata, satis firma, coriacea. Umbellae bracteae paucae (5) tot quod radii V. pedicelli, oblongo-lanceolatae, acuminatae, ad 3 cm longae, 5 ad 6 mm latae, ceterum foliaceae, pedunculi semel v. sesquitorti biflori, 4'5 cm longi, medio bractea oblonga, acuta, magna, ad 2-5 cm longa, 6 mm lata, pedicellum floris alterius plus duplo superante praediti; flores penduli, cum ovario brevi 2"3 cm longi. Sepala ovato-oblonga, obtusissima, basi leviter saccata; petala sublongiora, e basi cuneata sensim dilatata, an- tice obtusangula, dorso carinula bicruri, paulum prosiliente aucta. Stamina 1*5 cm longa, filamenta glabra. De colore nil refert cl. collector. Peru (Lobb, ohne Nr.!). Ein Merkmal ist es, welches diese Art vor allen anderen mir bekannten auszeich- net, die Anwesenheit für die Größe der Blüte sehr großer Deckblätter auf ungefähr halber Länge der Doldenstrahlen. Es stand mir nur ein einziges, zum Glück gut er- haltenes Exemplar zur Verfügung; alle fünf Doldenstrahlen und ebenso die Stiele der zweiten Blüte waren ein- bis zweimal gedreht, so daß ich nicht an ein gelegentlich des Trocknens zufällig entstandenes Merkmal glauben möchte. Diese Drehung kommt auch sonst bisweilen vor, ist aber im ganzen doch nicht häufig. Die Behaarung auf der Unter- seite der Blätter ist erst bei ungefähr zehnfacher Vergrößerung zu sehen. Die Blüten Neue Amaryllidaceen des Hofmusenms. 157 gehören zu den khineren, sie sind jedenfalls zweifarbig, leider fehlen alle genaueren Angaben. Die Blätter des Exemplares sind alle nach einer Seite gewendet, da jedoch bei einigen Gewalt angewendet zu sein schien, so habe ich dies Merkmal in der Dia- gnose übergangen, erwähne es aber hier. Zum Vergleich mit dieser Art käme nur Bomarea phjdlostachya Martens in Betracht, diese hat aber weniger zahlreiche und wesentlich größere Blätter mit unterseits dichter Behaarung, sehr viel längere Dolden- strahlen mit gelegentlich drei Blüten und schmälere Fetalen. Sie ist gleichfalls von Lobb, aber in Kolumbien gefunden. Als besonders wichtiges Merkmal finden wir auch bei dieser Art die großen Deckblätter der Sekundärblüten. Bomarea Sodiroana Kränzl. n. sp. — Caulis volubilis, ad 8 m longus, tenuis, angulosus, omnino glaber excepta parte suprema infra fiores, foliosus. Folia numerosa, 2 ad 4 cm inter se distantia, brevi-petiolata, petiolis 3 mm longis, tortis, pilosis, e basi ovata, rotundata sensim longeque acuminata, sicca nigricantia, supra glabra, subtus pallidiora, dense pilosa, ad 12 cm longa, basi 1-5 cm lata; folia involucralia umbellae ceteris omnino aequalia nisi paulum breviora, majora ad 5, interpositis quibusdam multo minoribus, radii v. pedunculi umbellae in specimine meo 14, tenues, glabri, bracteolis destituti, uniflori, 7 ad 8 cm longi. Ovarium 5 mm longum, glabrum, turbi- natum. Sepala lanceolata, acuta, 5 ad 5-3 cm longa, i cm lata, salmonicoloria. Petala ex ungue tenuissimo, longo sensim dilatata, spathulata, antice triangula, obtusa, crenu- lata, viridi-lutea, fusco-maculata, 5-5 cm longa, antice 1-5 cm lata. Stamina tenuissima, 4"5cm longa. Stylus non vidi. Ecuador. Zwischen Gesträuch bei Chudi (bei Guaranda), Region des Chimbo- razo (F. C. Lehmann, Nr. 408!), 23. Dezember 187g. Eine höchst auffallende Pflanze mit außergewöhnlich eng zusammenschließenden langen Blüten, bei welcher der Bomarea -Ty^pus nur sehr wenig hervortritt. Leider waren die Blüten sehr schlecht erhalten. Die Diagnose ist nach den Trümmern, welche sich in einer Kapsel fanden, gemacht. Es scheint überhaupt, als ob diese älteste Leh- mannsche Sammlung im Laufe der Jahre und sicherlich bei Reichenbach selbst stark vernachlässigt ist. Ich habe die Art dem um die Flora der Hochkordilleren von Ecuador hochverdienten Herrn Ant. Sodiro S.J. gewidmet, dessen «Sertula Florae Ecuadorensis» mir bei diesen Arbeiten von außerordentlichem Nutzen war. CoUania guadelupensis Kränzl. n. sp. — Caulis curvulus, tortuosus, apice nutans, ad 15 cm altus (specimina 4), foliatus, glaber. Folia lanceolata, adeo involute ut linearia v. imo acicularia appareant, supra valde nervosa, glabra, subtus albido-pilosa, internodiis aequilonga, pleraque 1-2 cm longa, rarius longiora aut breviora, explanata 3 ad 4 mm lata. Inflorescentia bi- v. triramosa, rami curvuli ad 5 cm longi, foliis multo majoribus, oblongis acutis 2 cm longis, 6 mm latis praediti, plerumque biflori, flores nutantes 3 ad 3*2 cm longi. Sepala ligulata, obtusa, basi manifeste saccata, 6 mm lata. Petala e basi lata haud multum dilatata, apice rotundata, a basi dimidiura usque intus longe pilosa, supra fere i cm lata. Stamina fere 3'5cm longa, filamenta basin versus satis lata superne angustata, glabra, antherae 3 mm longae. De colore nil constat. Fl. Novembri. Bolivia. Im Süden des Landes bei Guadelupe, im Tale Chorolque, 3700m ü. d. M. (Hauthal Nr. iii!). Eine der Arten, welche in den Formenkreis von C. puberula Herb, gehört, aber von allen hinlänglich durch die großen Blüten unterscheidbar. Alle vier Exemplare hatten einen sonderbar gekrümmten, fast krüppelhaften Wuchs. 158 Prof. Dr. Fr. Kränzlin. Neue Amaryllidaccen des Hofmuseums. Bomarea polyphylla Kränzl. n. sp. — Caulis volubilis, sparse et sab inflore- scentia densius pilosus, foliis in parte suprema 60 cm longa, ca. 42 obsitus. Folia brevi- petiolata, tenuiter membranacea, lanceolata, acuminata, supra intense viridia, sparse subtus pallidiora, satis dense puberula ad 12 cm longa, 2 cm lata (adeo tenera, ut in specimine ceterum optimi exsiccato multifarie collapsa sint). Bracteae inflorescentiae densissimae paucae, brevissimae, lanceolatae, vix i cm longae. Pedicelli ca. 20, 3 ad 3"5cm longi, densiuscule pilosi, medio semper bracteola parva et flore fere semper abortive praediti; ovaria parva semiglobosa pilosa. Perigonii folia aequilonga, 2cm longa. Sepala obovato-oblonga, apice rotundata, supra 8 mm lata; petala e basi angusta sensini dilatata, cuneata, antice obtusangula, brevi-acutata, 4 mm lata. De colore nil constat, sepala certe uniculoria, petala apicera versus punctulata. Stamina semilonga, filamenta pilosa. Bolivia. Yungas (Mig. Bang Nr. 593!). Ex herbario collegii Columbiae a N. L. Britton and J. Rusby distrib. Die Pflanze ist als B. jniiltißora (L.) Mirb. verteilt. Es wäre somit vielleicht das einfachste gewesen, den Namen beizubehalten und ihn auf gutes Material hin mit einer genauen Diagnose auszustatten; dies ist aber angesichts der zurzeit bestehenden Dia- gnosen von B. multiflora nicht wohl ausführbar; der character reformatus wäre in zu starken Gegensatz gekommen zu dem, was man unter dieser unklar beschriebenen Art versteht. Es paßt weder die Diagnose in Bak ers Handbook 150, noch die von Kunth, Synopsis V, 815, kompilierten. — Zur Pflanze selbst wäre zu sagen, daß sie im Habitus Anklänge an die Durchschnittsformen von B. edulis Herb, und ovata Mirb. zeigt, aber durch die Blüten völlig abweicht. Die Petalen sind auffallend kleiner als die Sepalen. Die Farbe ist nicht genau festzustellen und Angaben fehlen leider gänzlich. Die Sepalen scheinen rötlich gewesen zu sein, die Petalen grünlich und oben mit kleinen Pünktchen getüpfelt. Über brasilianischen Braunit nebst Bemerkungen über die Buchstabenbezeichnung beim Braunit. Von R. Koechlin. Mit 4 Figuren im Text und i Tafel (Nr. IX). x\m g. März 1908 legte ich in der Sitzung der Wiener Mineralogischen Gesell- schaft interessante Stufen von brasilianischem Hausmannit und Braunit vor. Damals war erst ein Teil des Braunit-Materials untersucht; die Mitteilungen über den Braunit waren daher nur vorläufige. Nachdem Jetzt die Arbeit nach langen Unterbrechungen zu Ende geführt ist, soll nunmehr eingehender darüber berichtet werden. Das Material hatten die Herren Regierungsrat Dr. K. Kürschner in Wien, Hütten- inspektor H. Kretschmer in Witkowitz und der inzwischen leider verstorbene Dr. E. Hussak in Säo Paulo zur Verfügung gestellt und ich benütze gerne die Gelegenheit, den erstgenannten Herren nochmals meinen verbindlichsten Dank auszusprechen. Das von den Herren Kürschner und Kretschmer entlehnte Material waren Handstücke und lose Kristalle, die unter den Massen von Manganerzen, die in Witko- witz verarbeitet werden, gefunden worden waren. Daß diese Erze aus Minas Geraes in Brasilien stammen, war bekannt; nach einer freundlichen Mitteilung von Hussak kann mit Sicherheit der Distrikt von Miguel Burnier, und zwar die «Mina Wigg» als Ursprung angenommen werden. Auch ein mir von Hussak übermitteltes Braunit- stückchen stammt von Miguel Burnier. Ungefähr zehn Handstücke von Witkowitz lagen mir vor, die zum Teil bis 2 cm große, oktaederähnliche Braunitkristalle auf hartem, derbem Manganerz zeigten. Da die Kristalle zumeist mit rauhen Krusten überzogen oder oberflächlich verändert waren, ließen sich an ihnen Messungen nicht vornehmen. Nur ein Stück, das sich im Besitze des Herrn Regierungsrates Kürschner befindet, zeigte gute, flächenreiche Kristalle. Dieses sowie ein loser Einzelkristall und das Stückchen von Hussak bilden die Grund- lage der folgenden Untersuchungen, Da die Kristalle Jedes der erwähnten Stücke beson- dere Ausbildung aufweisen, schien sich eine getrennte Betrachtung zu empfehlen. I. Das Stück aus der Sammlung Kürschners hat, wie alle anderen, als Grundmasse ein derbes, hartes, psilomelanähnliches Manganerz, das von weicheren Partien durch- zogen ist. Daraufsitzen in Drusen die 1—5 mm großen Braunitkristalle, deren Zwischen- i6o R. Koechlin. räume stellenweise mit weißem, körnigem Quarz erfüllt sind. Danach dürften in dem derben Erz kleine Hohlräume von Braunitdrusen ausgekleidet und dann von körnigem Quarz ausgefüllt gewesen sein. Die Braunitkristalle haben ausgesprochen oktaedrischen Typus, der durch das Vorherrschen der Form e (p) bedingt ist. Eine reiche Entwicklung von Formen zeigt sich an den Mittelecken, wo infolge der eigentümlichen Flächenkombination charakte- ristische, vierteilige Sterne entstehen. Die Figur i gibt das idealisierte Bild eines Kristalles von mittlerer Größe (2 bis 3 mm). Bei den größeren Kristallen (5 mm) treten alle Formen gegenüber e mehr zu- rück, während bei den kleineren das Gegenteil zu beobachten ist, wodurch bei diesen der oktaedrische Typus weniger scharf ausgeprägt ist. Die Ausbildung der Kristalle, die zumeist ge- drängt in den Drusen beisammen sitzen, ist sehr unregelmäßig. Wenn auch die Oktaederform er- halten bleibt, sind doch die Verzerrungen an den Ecken oft so bedeutend, daß nur ein Teil der Flächen, die der Kombination entsprechen würden, zur Ent- wicklung gelangen konnte. Im allgemeinen erwiesen sich die Kristalle für die Messung nicht ungünstig. Die Flächen sind zwar gewöhnlich nicht stark glänzend, sondern stellenweise angelaufen und matt, wodurch sie ein fleckiges Aussehen erhalten, aber sie sind mit Aus- nähme von e (p) fast stets eben, so daß sie einheitliche Reflexe geben, die auch unver- zerrt sind, sofern nicht zu geringe Breite der Flächen eine Verzerrung bedingt. Die Hauptflächen der Kristalle — e (p) — sind parallel den Kombinationskanten mit r mehr oder weniger stark gestreift, wie es in der Figur angedeutet ist. Diese Streifung erleichtert die Orientierung an den Kristallen, die sonst in den Fällen, wo nur eine oder zwei Ecken ausgebildet sind, bei der meist starken Verzerrung recht schwierig wäre. Im ganzen wurden sechs Kristalle oder eigentlich Kristallbruchstücke gemessen. Ein ziemlich vollständiger Kristall, der auch als Vorlage für die Zeichnung gedient hat, wies alle unten angegebenen Formen auf. Die anderen dienten als Kontrolle und ver- besserten teilweise die Winkelwerte. Folgende i3 Formen konnten nachgewiesen werden: Fig. I. c = (001) a = (iio) m == (010) r = (oi3)* e = (oii) r = (i33) V = (122)* w = (344)* (153)* /=(I2I)* X = (i3i) I = (353)* Von diesen waren zur Zeit, als die Untersuchung gemacht wurde (März 1906), sieben, die oben mit Sternchen versehen sind, neu. Es sei hier hervorgehoben, daß im Gegensatze zu der Stellung, in der die obige und auch die folgenden Figuren gezeichnet sind, die Symbole der Aufstellung ent- sprechen, die Goldschmidt für seine Winkeltabellen ^) angenommen hat.-) Die oben angegebenen Buchstaben sind die, die ich ursprünglich gewählt hatte. ^) V. Gold Schmidt, Krystallographische Winkeltabellen, Berlin 1897. ^) Es liegt gewiß eine Inkonsequenz darin, daß für Text und Rechnung die Aufstellung der Goldschmidtschen Winkeltabellen- — e fpj = (oii) — gewählt, für die Figuren aber die von Dana über brasilianischen Braunit. i6i I i=(i3i) " = (153) Ungefähr gleichzeitig mit meiner vorläufigen Notiz ^) über den Braunit von Bra- silien erschien über denselben Gegenstand eine Arbeit von Herrn Dr. B. Je^ek^) in Prag, zu der Herr H. Kretschmer in Witliowitz das Material geliefert hatte, so daß die Provenienz in beiden Fällen die gleiche ist. Wie aus den prächtigen Zeichnungen, die Je2ek seiner Arbeit beigegeben hat, zu ersehen ist, gehören auch seine Kristalle dem oktaedrischen Typus an und zeigen eben- falls zumeist den vierteiligen Stern, obgleich sich keine der Kombinationen mit der hier beschriebenen vollkommen deckt. Jef ek führt folgende zwölf Formen an: c = (ooi) p = (^oii) A = (i33) m = (oio) ^ = (5.5.12) i; = (i22) a = {iio) r = (33i) r = (433) In dieser Zusammenstellung sind die Buchstaben gelassen, wie Je2ek sie gewählt hat, während die Symbole so umgewandelt sind, daß sie der hier gewählten Aufstel- lung entsprechen. Abgesehen von den schon von früher bekannten Formen (001) (010) (iio) (oii) (i33) (i3i) haben die beiden Vorkommnisse die neuen Formen (122) (121) (153) ge- meinsam. Hingegen fanden sich nur an Jezeks Kristallen die Formen: (5.5.12) (33i) (343) nur an meinen die Formen: (oi3) (iii) (344) (353). Wie es bei solch gleichzeitiger, unabhängiger Arbeit nicht zu vermeiden ist, sind zum Teil die gleichen Buchstaben in verschiedenem Sinne verwendet worden. Um nun die lästigen und oft verwirrenden Doppelbezeichnungen, die beim Braunit schon in der älteren Literatur sich in unangenehmer Weise fühlbar machen, nicht noch zu vermehren, habe ich mich entschlossen, meine Bezeichnungen, wenigstens soweit sie neue Formen betreffen, mit denen Jezeks in Übereinstimmung zu bringen, obwohl sie leider schon in den Appendix IP) zu Danas System of Mineralogy aufgenommen wor- den sind. in seinem «System of Mineralogy», 1892 verwendete — e (p) = (lii) — bevorzugt wurde. Bestim- mend hiefür war der Umstand, daß einerseits die Symbole und Winkel direkt Anschluß an die Winkel- tabellen Goldschmidts haben, andererseits die Figuren mit den meisten bisher publizierten leicht vergleichbar sein sollten. Die für die Figuren gewählte Stellung bietet den Vorteil, daß nicht eine kombinationsarme Seite des Kristalles, sondern eine reich kombinierte, für den Typus charakteristische Ecke nach vorne gerichtet ist. Schwierigkeiten dürften sich aus dieser Inkonsequenz kaum ergeben, da die Symbole der beiden Aufstellungen nach dem folgenden Schema leicht ineinander übergeführt werden können. Goldschmidt Dana h k l h—k h-]-k (k-\-h) (k—h) l h k l ') R. Koechlin, Über Hausmannit- und Braunitkrislalle von Brasilien. Tschermaks Min.-petr. Mittig., 1908, 27, 259-267. 2) B. Jezek, Über Braunit von Minas Geraes, Bull. Internat, de l'Acad. des Sciences de Boheme, 1908, XIII. ^) E.S.Dana and W.E.Ford, Second Appendix to the Sixth Edition of Dana's System of Mineralogy, 1909, p. 19. Annalen des k. k. naturhistorischen Hofmuseuras, Bd. XXVII, 191 j. II l62 R. Koechlin. Die Änderung ist aus der folgenden Tabelle zu ersehen, in der neben G die Sym- bole der Aufstellung Goldschmidts, neben D die der Aufstellung Danas, neben I meine -alten und neben II meine neuen Bezeichnungen angeführt sind.^) G 001 OIO HO oi3 OII III i33 122 344 353 121 i3i 153 D 001 HO 100 ii3 III 201 423 3l2 714 823 3ii 421 643 I c m a r e d y V w 1 / X g: 11 c m a T e d y V f f w X 11 1 Die Änderung von :[ \n e wurde vorgenommen, weil ■:[, wie später gezeigt wird, früher schon in anderem Sinne in Verwendung gekommen war, was ich übersehen hatte. Von den als neu verbleibenden Formen ist t (oi3) achtmal gemessen und außer- dem an vielen Kristallen beobachtet worden; d (iii) konnte zwar nur dreimal ge- messen werden, doch gab wenigstens eine der Flächen einen tadellosen Reflex, y (844) tritt nur in sehr schmalen Leistchen auf, die natürlich langgezogene Reflexe gaben, konnte aber neunmal gemessen werden, g (353), sechsmal gemessen und meist als schmales Leistchen entwickelt, war doch wenigstens an einem Kristalle genügend breit, um einen unverzerrten Reflex zu geben. Alle vier Formen dürfen somit als vollkom- men gesichert betrachtet werden. In der folgenden Tabelle sind die Resultate der Messungen und der Rechnung zusammengestellt. Der Rechnung wurde das Element ^q = 1-4032 der Winkeltabelle Goldschmidts zugrunde gelegt. c M e s s u n g e n 2 •-> ffl Sym bcle gerechnet Mittelwerte Nl Grenzwerte G D (P Q (p ? (P 9 m 010 HO o°oo' 90°oo' o°o3' 89°59' 6 — o°o3' — -fo°i6' 89°53' — 90": '16' a HO 100 15 00 90 00 45 05 89 58 3 45 Ol — 45 12 89 55 — 90 00 T oi3 ii3 00 25 04 -0 04 25 o3- 8 —0 26 — +0 23 24 55 — 25 07 e OII HI 00 54 3i- -0 02- 54 3o 15 -0 52 -+o 52 54 20 — 54 36 d III 201 45 00 63 15- 45 i3 63 i3 3 45 00 — 45 3i 63 0—63 3o y i33 423 18 26 55 56" 18 23 55 53 9 17 19 — 18 33 55 49 — 56 02 V 122 3l2 26 34 57 29 26 34* 57 29- 5 26 19 — 26 48 57 22 — 57 44 f 344 714 36 52 60 i8- 36 42 60 16 9 35 39 — 38 17 60 00 — 60 45 s 353 823 3o 58 69 52 3o 50- 69 46 6 3o 46 — 3o 55 69 44 — 69 50 rv 121 i3i 26 34 72 19- 26 33 72 14- 8 26 20 — 26 36 72 08 — 72 24 X i3i 421 18 26 77 18 18 26- 77 15- 8 18 20 - 18 32 77 07 — 77 23 u 153 643 II i8- 67 15 II 17- 67 10- 10 II 08 — I I 25 ! 67 o3 — 67 19 Daß die Symbole der / Aufstellung D beig( ;füg t sind, du rfte für manche Zwecke bequ em sein; e s sei aber erinnert, daß sich hier und in den folgende